Montag, 4. Februar 2013

Verlorene Erinnerung

(Tonfigur aus Tanzania: 2 Personen teilen sich ein Getränk (Hirsebier/Palmwein)
Mein Wohnzimmer ist weder gestyltes IKEA-Abziehbild noch asiatische Schlichtheit. Es ist so etwas wie ein Museum meines bisherigen Lebens und ich bin der Kustos und Archivar.

Ich lebe nicht in der Vergangenheit, aber meine Vergangenheit findet sich in unzähligen Objekten und ich könnte fast so viele Geschichten erzählen. Besonders meine Reisen und langen Aufenthalte in mehreren afrikanische Länder und meine zehnjährige Arbeit für das Europa-Kolleg und daraus resultierende Reisen durchs unbekannte Europa haben Spuren hinterlassen.

Doch es sind nicht nur Mitbringsel, die ich ins Regal stelle, sondern oftmals Objekte, die ich auch (be)nutze. Sei es eines meiner tanzanischen oder ghanaischen Kitenge bzw. Holland Wax, die schon für Afrikaabende als Tischdecken oder Wandschmuck fungierten oder die diversen Küchenutensilien aus diversen Ländern, die ständig in Benutzung sind.

Dies fing schon in der Abi-Zeit an. So sind ein handbemaltes, gläsernes Keksglas und eine beschlagene Seemannskiste seit 30 Jahren in ständiger Benutzung.

Doch manchmal geht auch eine Erinnerung verloren. Die Objekte und Fotos erinnern an die Situation der Anschaffung, doch wenn dann kein Foto existiert und das Objekt verliehen und vergessen wird, dann verliere ich ein Teil meiner Erinnerung. Aktuell werde ich regelmäßig an so einen Verlust erinnert. Aus Tanzania brachte ich u.a. eine bedruckte Stoffbahn (=Kitenge) mit, die schließlich in einer Materialsammlung der Afrikainitiative landete. Letztere schlief vor mehreren Jahren ein, aber die Sammlung wurde nicht aufgelöst. Es ist mal wieder ein Fall von Prokrastination. Von unserem Treffpunkt im Pavillon Hannover wurde um die Auflösung der Materialsammlungen der verschiedenen Gruppen gebeten. Bis ich endlich mal nachfragte, war es geschehen. Ich erfuhr, dass die nicht abgeholten Reste bereits entsorgt wurden waren. Fast immer wenn ich an der Baustelle des Pavillons vorbeikomme und das ist mehrmals im Monat, fällt mir diese Geschichte ein.

Doch glücklicherweise gibt es noch andere Objekte in meinem Wohnzimmer und in meiner Küche, die mich an mein Jahr in Tanzania und andere Ereignisse und Erlebnisse erinnern.
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Manche Gebrauchsgegenstände wie ein Einkaufskorb aus Malawi gehen zwar nicht verloren, aber die ständige Benutzung führt zu einem Ende. Nach zwanzig Jahren war der Korb hinüber.

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