Dienstag, 24. März 2015

Sonnenfinsternis Hannover 2015

Das Wetter war am 20. März ideal. Der Tag fing sonnig an und so konnten die Veränderungen durch die Sonnenfinsternis gut beobachtet werden.
Es war meine dritte partielle Sonnenfinsternis (zuvor Zeven 10. Juli 1972 und Dar es Salaam 11. September 1988). Für die totale Finsternis 1999 hatte ich mir eine Spezialbrille zugelegt, die aber damals nicht zum Einsatz kam. Zum einen war es am 11. August 1999 über Norddeutschland bewölkt und zum anderen waren ich an diesem Tag mehrere tausend Kilometer südlich. Bereits um kurz nach halb zehn Uhr war zu erkennen, wie der Mond sich rechts ober beginnend vor die Sonne bewegte.
Auf einem einstündigen Spaziergang blickte ich immer wieder mit der Schutzbrille zur Sonne und sah wie diese langsam eine Sicherform annahm. Mit einem Schweißerglas versuchte ich einmal ein Foto zu machen.
(SoFi, Hannover - Georgengarten, 20. März 2015, Aufnahme durch Schweißerglas)
Das Ergebnis war so ernüchternd, dassich auf weitere Versuche verzichtete.
Am bemerkenswerten war die Veränderungen, das Licht, die Geräusche, die Temperatur.

Die Sonne hatte in den letzten Wochen endlich wieder die Kraft erreicht, dass ihre Wärme im Gesicht zu spüren war. Im Kontext der Berichterstattung über die Auswirkung der SoFi auf die Stromerzeugung durch Photovoltaik wude berichtet, dass diese auf weniger als ein Drittel sank.
Die Temperatur reduzierte sich nur wenig.
An der Messstation Hannover des Deutschen Wetterdienstes DWD sank die Temperatur nur minimal, aber die fehlende Einstrahlung machte sich deutlich in der "gefühlten" Temperatur bemerkbar. Ohne das Gefühl der wärmenden Strahlen waren die 5° lausig kalt. Umgekehrt fühlte es sich nach der SoFi gleich wieder angenehm warm an.

Auf den Weg zum Georgengarten passierte ich verschiedene Schulen. An einigen waren alle Fenster zur Sonnenseite durch Vorhänge und Gardinen verschlossen. Es ist Frühling und entsprechend waren zunächst viele Vögel zu hören. Deren Gesang reduzierte sich mit der Zunahme der Verdunklung und zum Höhepunkt hörte ich keinen Vogel.

Das Licht war ungewöhnlich und mir fehlen tatsächlich die Worte um zu beschreiben, welche Farben sich boten, als bei klaren Himmel 75% der Sonnen verdeckt waren. Richtung Norden meine ich einen Blaustich gesehen zu haben.
Auf der Ihmebrücke zum Pfarrlandplatz stand eine kleine Gruppe und blickte durch Schweißerglas und Sonnenbrillen (!) zur Sonne. Letzteres ist mal wieder ein Zeugnis für die Dummheit vieler Menschen. Es wurden seit Tagen davor gewarnt nur mit verrussten Glas oder Sonnenbrillen das Spektakel anzuschauen, doch es gibt einfach zu viele Menschen, die beratungsresistent sind.

Ansonsten kam mir die Sonnenfinsternis in Hannover wie ein Nichtereignis vor. Mit der Ausnahme der Menschen auf der Brücke habe ich bei den hunderten von Menschen, die ich beim Spaziergang beobachtet habe, nur einmal eine Person gesehen, die auch mit Schutzglas Richtung Sonne schaute.

Für mich war es ein großartiges Erlebnis!

Kommentare:

Sarah-Maria hat gesagt…

Hier in Bremen konnte man leider gar nichts sehen. Es war dermaßen nebelig und bewölkt, dass ich nicht mal genau sagen konnte, wo eigentlich genau die Sonne gerade ist. ;)

Schade eigentlich: Denn ich hätte mir das auch gerne angesehen.

Jürgen D. Müller hat gesagt…

Habe gerade mal in der Wiki-Datenbank nachgeschaut. Nächste chancen sind der Sonnenuntergang am 21. August 2017 und mittags am 10. Juni 2021 .