Sonntag, 27. Dezember 2015

Kurz vor knapp

Es ergab sich die Möglichkeit, dass ich zum Bahnhof von Bad Bentheim gefahren werde. Das Angebot nahm ich dankend an und sagte, dass für mich eine ideale Verbindung um 15:57 Uhr startet.

Mein Fehler, eigentlich sollte ich aus meinen Erfahrungen mit dem Europa-Kolleg wissen, dass in der Zeit-Planung anderen gegenüber keine genauen Angaben gemacht werden sollten. Statt drei Minuten vor vier hätte ich besser Viertel vor vier gesagt.
So wurde es 14:30 Uhr und dann 15:00. Kein Auto vor der Tür, aber 40-45 Minuten Fahrzeit vor mir. Ein Anruf kam rein, informierend, dass es gleich los geht. Es war etwa 15:10 oder 15:15 bis alles verstaut war und der Wagen rollte. Um 15:45 sagte ich auf der Autobahn, dass ich wohl nun 55 Minuten Wartezeit haben werde.
Das Auto fuhr deshalb natürlich nicht schneller, aber es wurde eine Arbeitsteilung vereinbart, um vielleicht doch noch den im Gleis stehenden Zug zu erreichen. Fünf Minuten vor Abfahrt sprang ich aus den Wagen und rannte zum Fahrkartenautomaten, während meine Nichte meine vier Gepäckstücke entlud und zu mir brachte. Jemand war vor mir am Apparat und die 90 Sekunden Warten wurden noch dadurch getoppt, dass mein Zug auf dem falschen Gleis stand. Während ich die Fahrkarte aus dem Automaten kitzelte, wurde mein schweres Gepäck zum Ende des Bahnsteigs geschleppt, dort eine Treppe hinab, unten den Gleisen durch und eine andere Treppe wieder hoch.
Treppauf holte ich meine Nichte ein, nahm die Hälfte meines Gepäcks und im Eilschritt ging es zum Zug, wo alles im ersten Waggons abgestellt wurde. Ich verabschiedete mich kurz und herzlich, stieg ein, die Tür schloss sich und während ich mein Gepäck griff, fuhr der Zug los.

Geschafft! Das war knapp.

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