Sonntag, 10. September 2017

Regenmusik

Auf dem Balkon gibt es eine ungewöhnliche Ruhe. Die umliegenden Häuserzeilen schützen vor dem Verkehrslärm und so sind nur Nachbarn, Vögel und manchmal Sirenen eines Einsatzwagens zu hören.
Dieser Sommer hatte viele wolkenverhangene Tage, wo es keine Frage war, ob und wann es regnet, sondern nur wie intensiv.
Das Geräusch von Nieselregen wurde durch das Blätterdach der Obstbäume und Büsche verstärkt. Selbst bei diesem feinen Niederschlag waren klare Unterschiede in der Intensität zu hören und jede Luftbewegung zog als hörbare Welle durch den Innenhof.
Sommerregen überlagerte alle anderen Geräusche. Die Stimmen spielender Kinder. die beim Niesel noch zu hören waren, verschwanden im Auf- und Abschwellen eines niemals gleichförmigen Regens.
Für Minuten wurde es laut, wenn ein Schauer mit Böen über uns zog. Dann kam das Trommeln auf den Fenstersims, den Wänden der Balkone und Fenstern hinzu.
An einem Regentag führt der Wechsel von Niesel, Regen und Schauer zu einer meditativen Klangkulisse.
Das erinnerte an Nachmittage im Watt oder am Elbstrand, wo natürliche kleine und große Wellen und die stärkeren Bug- und Heckwellen der vorbeiziehenden Container-Riesen ähnliche Melodien und Entspannung brachten.
(Folgen des Dauerregens in der Leineaue, Juli 2017)

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