Dienstag, 26. September 2017

Bundestagswahl im Stadtbezirk Hannover Vahrenwald-List

Eine erste Auslese der Wahl-Statistik für den Stadtbezirk Hannover Vahrenwald-List. Die Zahlengrundlage nach Wahllokalen/Stimmbezirken stammt von der Webseite der Stadt Hannover.

Der erste Blick geht auf die Wahlbeteiligung.
In der Landeshauptstadt Hannover nahmen 76,0% der Wahlberechtigten an der Bundestagswahl teil. In dem hier dargestellten Stadtbezirk 02 Vahrenwald-List betrug die Wahlbeteiligung 77,4% mit einer erheblichen Varianz zwischen den Stadtteilen Vahrenwald (69,6%) und List (81,3%).
Innerhalb der Stadtteile gibt es eine weitere Varianz. In Vahrenwald waren es von 55,0% (Wahllokal 1110 IGS Büssingweg, dunkelgrau markiert) bis 78,2%. In der List reichte die Varianz von 61,4% Wahlbeteiligung im Stimmbezirk 1021 (BFS Justus-von-Liebig-Schule) bis 91,8% (Wahllokal 1005 Grundschule Comeniusschule, dunkelrot markiert).

Wie schnitten nun die Grünen und die neuen Nazis im Stadtbezirk ab?
Dargestellt sind jeweils zwei Stufen über und unter den Durchschnittswert von 16% der gültigen Zweitstimmen für die Grünen.
Es gibt eine klare Hochburg in der zentralen List (westlich vom Lister Platz) und der Norden von Vahrenwald ist für die grüne Partei wenig erfreulich.
Die Ergebnisse reichen von 7,4% im Wahllokal 1020 Heilig-Geist-Kirchengemeinde in der nördlichen List bis zu 30,6% im Wahllokal 1033 Ricarda-Huch-Schule in der zentralen List.

Es gibt eine klare Korrelation zwischen Wahlbeteiligung und den Stimmenanteil für die Grünen.
Die Grünen sind in der Regel dort stark, wo überdurchschnittlich viele Menschen ihr Wahlrecht auch nutzen und umgekehrt. Wenn die Grünen stärker werden wollen, müssen sie vor allem in den unterdurchschnittlichen Wahlbezirken Menschen zur Wahlteilnahme mobilisieren. Ihre Hochburgen sind ihnen sicher.

Es gibt einen oft vermuteten Zusammenhang zwischen zwei entgegengesetzten Lagern. Dort wo die Grünen ihre Hochburg haben, gibt es nur wenige Stimmen für die Nazis der AfD und umgekehrt.
Es gibt eine signifikante Korrelation zwischen diesem beiden Parteien. Einzige Ausnahme sind die WählerInnen im Stimmbezirk 1116 rund um die Grundschule Alemannstr. in Vahrenwald. Hier sind die Grünen für Vahrenwald relativ stark mit 14,4% und gleichzeitig erhielt die AfD dort 12%. Eine Erklärung wäre, dass in diesem Stimmbezirk sowohl die SPD als auch die CDU deutlich unterdurchschnittlich abschnitten und nur 23,7% (6,6 Prozentpunkte unter dem Ergebnis der SPD für alle Stimmbezirke in Vahrenwald) bzw. 18.5% (4,2 Prozentpunkte weniger für die CDU) der Zweitstimmen erhielt.

Wie stark sind nun die neuen Braunen, die sich selbst als "Blaue" ansehen, im Stadtbezirk Vahrenwald-List?
Im Stadtbezirk variiert das Wahlergebnis zwischen 2,7% im Wahllokal 1033 (Hochburg der Grünen) und 15,1% im Wahllokal 1113 Grundschule Glücksburger Weg (dort das 2-schlechteste Ergebnis für die Grünen).

Und auch für die AfD gilt, dass es einen Zusammenhang zur Wahlbeteiligung gibt.
Eine hohe Wahlbeteiligung führt zu geringen Stimmenanteilen für die neuen Nazis, die nur dort überdurchschnittlich abschnitten, wo es eine geringe Wahlbeteiligung gab.
Liebe Wählerinnen und Wähler im Stadtbezirk Hannover Vahrenwald-List. Geht am 15. Oktober zur Landtagswahl! Nur dann wird die AfD unbedeutend bleiben.

Sonntag, 10. September 2017

Regenmusik

Auf dem Balkon gibt es eine ungewöhnliche Ruhe. Die umliegenden Häuserzeilen schützen vor dem Verkehrslärm und so sind nur Nachbarn, Vögel und manchmal Sirenen eines Einsatzwagens zu hören.
Dieser Sommer hatte viele wolkenverhangene Tage, wo es keine Frage war, ob und wann es regnet, sondern nur wie intensiv.
Das Geräusch von Nieselregen wurde durch das Blätterdach der Obstbäume und Büsche verstärkt. Selbst bei diesem feinen Niederschlag waren klare Unterschiede in der Intensität zu hören und jede Luftbewegung zog als hörbare Welle durch den Innenhof.
Sommerregen überlagerte alle anderen Geräusche. Die Stimmen spielender Kinder. die beim Niesel noch zu hören waren, verschwanden im Auf- und Abschwellen eines niemals gleichförmigen Regens.
Für Minuten wurde es laut, wenn ein Schauer mit Böen über uns zog. Dann kam das Trommeln auf den Fenstersims, den Wänden der Balkone und Fenstern hinzu.
An einem Regentag führt der Wechsel von Niesel, Regen und Schauer zu einer meditativen Klangkulisse.
Das erinnerte an Nachmittage im Watt oder am Elbstrand, wo natürliche kleine und große Wellen und die stärkeren Bug- und Heckwellen der vorbeiziehenden Container-Riesen ähnliche Melodien und Entspannung brachten.
(Folgen des Dauerregens in der Leineaue, Juli 2017)

Hannover - Niederschlag im Sommer 2017

Es war ein nasser Sommer. In den drei Sommermonaten fielen in Hannover insgesamt 340,3 l/m². Im langjährigen Mittel (Klimanormalwert für die Periode 1961-1990) sind es "nur" 198,6 l/m².


Auffällig sind die vielen Tage mit reichlich Niederschlag. Bis zum astronomischen Sommeranfang war Hannover für sechs Wochen von Trockenheit geprägt.
In den 30 Jahren von 1982-2011 (konsolidierte Angaben der DWD-Station Hannover-Langenhagen) gab es im Sommer nur 1994 und 2006 jeweils acht und 2002 sogar neun Tage mit mehr als 10 l/m² Niederschlag. 2017 waren es 12 Tage!
Es ist aber kein Trend (lokaler Klimawandel) zu mehr Tagen mit heftigen Niederschlägen zu erkennen.

Dienstag, 23. Mai 2017

1Film1Satz - The Abyss (1989)

Am Abgrund begreifen die Menschen, dass Liebe uns aus Hass und Misstrauen erheben kann, und dass Militär die Menschheit mit den ultimativen Abgrund der Atombomben bedroht.
The Abyss (USA 1989, 164 Minuten)
Regie: James Cameron
mit Ed Harris und Mary Elizabeth Mastrantonio

Mittwoch, 17. Mai 2017

1Film1Satz - Flatliners (1990)

5 Mediziner suchen Nachleben, finden unbewusste Schuld und zeigen Reue.

Flatliners
(USA 1990, 115 Minuten)
Regie: Joel Schumacher
mit der jungen Julia Roberts (23 Jahre) und Kiefer Sutherland (24).
Flatliners in der deutschen Wikipedia, englischen Wikipedia und bei Rotten Tomatoes.

1Film1Satz - Neue Kategorie

Schon oft wurde gesagt, dass sich fast alle Filme in einem Satz zusammenfassen lassen. Und dies muss noch nicht einmal ein komplizierter Satz sein. Viele Filme wiederholen eine Geschichte an einem anderen Ort mit anderen Darstellern.
Da ich mir viele Filme ansehe, fange ich mit der nächsten Post diese Kategorie an.


PS. Mein Blog ist ein wenig eingeschlafen. Die hier regelmäßig erscheinenden Graphiken für meine rückblickenden Wetterberichte für Hannover werden weiter erstellt, aber ich finde keine Muße auch einen Bericht zu schreiben.

Mittwoch, 19. April 2017

Smunkie

Ein Smunkie ist ein Smombie, der sich nicht bewegt. 

Süchtige Person (=Junkie), die es nur mit Mühe schafft eine Minute lang nicht auf ihr Smartphone zu starren.

Die Quote der Smunkies an den Fahrgästen im Nah- und Fernverkehr scheint ihr Maximum erreicht zu haben. Vermehrt werden lesende oder sich unterhaltende Menschen beobachtet.
Ein Beispiel für eine Smunkie habe ich hier beschrieben.

Mittwoch, 25. Januar 2017

Hannover Wetter Dezember 2016


Es war ein sonniger, trockener und warmer Dezember. Die Monatsmitteltemperatur lag mit 4,1° um 2,2° über den langjährigen Mittelwert der Jahre 1961-1990 (=Klimanormalwert oder CLINO).

Der Deutsche Wetterdienst veröffentlicht kostenfrei Messwerte für seine Wetterstation. In diesem Blog werden die Messwerte der Station Hannover-Langenhagen graphisch dargestellt.
Auf der linken Skala kann für jeden Tag die höchste und tiefste Temperatur abgelesen werden, auf der rechten Skala ist der tägliche Niederschlag und die Zahl der Sonnenstunden zu erkennen.
In heiteren, trockenen Perioden gab es kaltes Winterwetter.
Die höchste Temperatur wurde am 8. Dezember mit 11,2° erreicht, die tiefste Temperatur am 6. Dezember mit -8,1°. Es gab 13 Frosttage. Im langjährigen Mittel sind im Dezember für Hannover 14 bis 15 Frosttage und 5 bis 6 Eistage verzeichnet. Nur an den 13 genannten Frosttage gab es auch Bodenfrost und am 5. Dezember wurden -11,0° gemessen. Hier liegt der langjährige Mittelwert bei 14 bis 20 Tagen mit Bodenfrost.

Aus den stündlichen Messwerten berechnet der DWD die Tagesmitteltemperatur.
Dargestellt sind die Tagesmitteltemperatur und der gleitende Durchschnitt von fünf Tagen. Die kältesten Tage waren der 5. und 6. Dezember mit jeweils -2,8°. Der wärmste Tag war der 25. Dezember mit 8,9°.

Vergleich der Tagesmitteltemperatur mit dem CLINO-Monatswert.
Dargestellt sind die positiven und negativen Abweichungen vom langjährigen Mittelwert 1,9°.
Es ist deutlich zu sehen, dass es zwar kühle Phasen gab, aber die warmen Phasen länger waren und eine größere Abweichung vom CLINO-Wert zeigen.

Vergleich der Tagesmitteltemperatur mit Vergleichswerten für jeden Tag.
Zu sehen sind zum einen der langjährigen Mittelwert für jeden Tag für zwei 30-Jahres-Perioden und zum anderen die Grenzwerte für jeden Tag, um einen extrem zu warmen oder zu kalten Tag zu definieren.
Die beiden kältesten Tage waren auch im Vergleich mit den werten von 60 Jahren extrem kalt. Es gab sechs extrem warme Tage.

An 15 Tagen fielen insgesamt 30,1mm Niederschlag, davon am 10. Dezember 14,0mm. Es war ein trockener Monat, als CLINO sind 59,7mm verzeichnet und der Dezember 2016 erreichte nur 50% des Wertes.

An 17 Tagen zeigte sich die Sonne und in der ersten und letzten Woche gab es sogar sonnige Tage mit mehr als sechs Sonnenstunden. Im ganzen Monat waren es 53,9 Sonnenstunden, was 161% des CLINO für Dezember entspricht.

Es gab drei Windereignisse. Am 11., 26. und 27. Dezember wurde Windstärke 8 registriert. Der Spitzenwert dieses stürmischen Windes lag am 26. Dezember bei 20,4 m/s.

Alle Messwerte stammen wie jeden Monat vom Deutschen Wetterdienstes.
Berechnungen, Abbildungen und Vergleiche stammen vom Blogautor.
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Die folgenden Symbole führen jeweils zum genannten rückblickenden Monatsbericht:
2016
2015
2014
2013

2012

2011

2010

Der Jahresbericht 2009 ist hier zu finden und hier sind die Monatsberichte 2009:

Der Jahresbericht 2008 ist hier zu finden und hier sind die Monatsberichte 2008:

Neben diesen monatlichen Berichten habe ich bisher dreimal zum Klimawandel am Beispiel von Hannover gebloggt: 2007 schaute ich auf Monatswerte der 2000-er Jahre, 2013 untersuchte ich speziell den Monat April, der langfristig immer sonniger, trockener und wärmer wird, und nochmals 2013 in langen Zeitreihen den Temperaturanstieg seit dem Ende des 19. Jahrhunderts.
Es gibt außerdem noch ein Blick auf das Wetter in Hannover im Jahre 2007, speziell den Sommer 2007. Es gibt einen langen Beitrag zum sehr kalten Winter 2009-2010 mit Vergleichen zu anderen Wintern, ein Vergleich zwischen den Winter 1985/86 und 2011/12 und aktueller zum langen Winter 2012-2013.
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Siehe auch die frühsten, noch sehr einfach gehaltenen Wetter-Darstellungen: