Sonntag, 25. April 2021

Impftermin

Ein kleiner Schritt für die Menschheit,
Ein großer Sprung für mich.

(Frei nach Neil Armstrong 1969)

Heute war mein Termin im Impfzentrum auf dem Messegelände Hannover. 

Es wurde eine Radtour (je 11 km) mit einer Pause zum Impfen. Ich war jetzt schon dran, da für mich § 6 Absatz 7 der Coronavirus-Impfverordnung (Vorerkrankung) gilt.

In zwölf Schritten, davon acht administrative wurde ich durch die Messehallen 26 und 25 geleitet.

16:35 Uhr Eintritt in Halle 26

Handdesinfektion und Temperaturmessung (Person A)

1. Schalter (B): Nr.  wurde ausgedruckt, die bestimmte an welchem Schalter eine erste Überprüfung der Dokumente erfolgt. Es sind mehr als 20 Schalter und auf dem Weg zum Schalter 14 sah ich, dass mehr als die Hälfte an eine Sonntagnachmittag besetzt waren.

2. Schalter (C): Durchsicht der Papiere auf Vollständigkeit, Kontrolle von Papieren mit Angaben auf dem Personalausweis. Befestigung eines vonn Musikfestival bekannten Papierstreifens an einem Armgelenk. Die Farbe definiert welcher Impfstoff benutzt wird. Ein zweiseitiger Fragebogen wurde übergeben.

Ausfüllen des Bogens an einer Zwischenstation. Sowohl auf der Vor- als auch auf der Rückseite musste unsinnigerweise Name, Vorname, Geburtsdatum und Adresse eingetragen werden. Freundliche Mitarbeiter*innen der Johanniter gingen herum, und sprachen andere Schreibende an, wenn diese beim Ausfüllen zögerten.

3. Schalter (D): Überprüfung der soeben gemachten Angaben. Nachfrage ob wirklich wie angekreuzt kein Arztgespräch gewünscht wird.

Verlassen der Halle 26 und Wechsel zur Halle 25. Erneuerte Handesinfektion.

4. Schalter (E): Überprüfung der Papier, ob ich hier richtig bin.

16:50 Uhr Mitarbeiter (F) weisst einem ein Stuhl vor einem der Artzzimmer zu

5. Arztzimmer (G). Frage der Ärztin nach Gesprächsbedarf wurde verneint und mein Impfpass wurde abgestempelt  und unterschrieben.

Warten in einer Zwischenzone. Mitarbeiterin der Johanniter (H) führte mich zu einem von vielen Impfzimmern. Dies war ein Zimmer wo noch eine Spritze BioNTech vorhanden war.

6. Impfzimmer. Eine Frau nahm meine Papier (I) und eine weitere (J) bat mich, mich zu setzen un den Oberarm frei zu machen.

17:00 Uhr Piks

Warteraum für unmittelbare Reaktion auf die Impfung. Mitarbeiterin (K) kam und schnitt den Papierstreifen vom Handgelenk.

7. Schalter. Ausgangskontrolle (L)

8. Schalter. Abgabe der Papiere (M), die abgeheftet wurden.

17:15 Uhr Verlassen der Halle 25

40 Minuten, acht Schalter und 13 Personen bis zur vollendeten 1. Impfung.

Es war viel los: Habe draußen dreimal für eine Minute die Zahl der Geimpften, welche die Halle verließen gezählt: 8, 8, 7. Das wären 420 bis 480 Impfungen/Stunde an einem Sonntagnachmittag.


Es war ein schöner, sonniger, wenn auch bitterkalter Nachmittag mit einer schönen Radtour einmal quer durch Hannover.

Freitag, 15. Januar 2021

Corona-Quarantäne

Tag 10 von 10

Die Quarantäne macht mich fertig.
Zehn Tage nicht die Wohnung verlassen.
Als Single ist das Einzelhaft unter verschärften Bedingungen. Einmal ein Videokontakt, zwei Mal Menschen an der Tür (Lebensmittel, Päckchen) plus einige, wenige Telefonate.

Das ist zu wenig. Zu wenig Menschen um mich herum, zu wenig Kommunikation.
Gedanken, Worte wollen raus.
Ich. Kann. Mich. Nicht. Konzentrieren.
HomeOffice ist keine Lösung.

Was bin ich froh, dass ich morgen wieder unter Menschen darf. Auf dem Bauernmarkt Höflichkeiten austausche und dabei einkaufe. Menschen wieder zu sehen, ihnen in die Augen zu schauen, Reaktionen auf Gesten und Worte zu erkennen.

Donnerstag, 3. Dezember 2020

Science Fiction Film and Failure

In jedem Jahr gibt es die 1-2 Filme, die wirklich als Science Fiction verbleiben. Noch Jahre später werden diese Filme für ihren visuellen Ausdruck und für ihre Ideen geschätzt.
Doch dann gibt es jedes Jahr viele Filme, die von den Verleihern und der Werbung als Science Fiction bezeichnet werden, aber denen Science fehlt und wo die Fiction sehr schwach ist.
Ad astra - Zu den Sternen ist ein negatives Beispiel. Die Geschichte handelt in einer nahen Zukunft, doch mangelt es an wissenschaftlicher Entwicklung. Es ist ein Psychodrama mit großartigen Schauspielern, aber die die Geschichte könnte auch in einem Western erzählt werden. Geradezu peinlich ist die Manie einiger Produzenten und Regiseure, die meinen, das eine Spannung daraus entsteht, dass ein Einzelner die Welt zerstören möchte. Es ist die lauwarme Weltsicht, dass alles OK ist und einzelne Gruppen ("Piraten auf dem Mars" - Was für ein Schwachsinn !) oder Individuen (der Vater der Hauptrolle) diese Normalität gefährden. In Filmen wie Ad astra werden auch ständig Personen getötet, um eine Spannung in eine schlechte Erzählung zu bekommen. Was ist daran spannend darüber zu rätseln, welche Nebenrolle als nächstes sterben wird?

Als ich den Film zum zweiten Mal sah, dachte ich vorher, das ich den Film noch nicht kenne. Irrtum, der Film ist visuell und von seiner Erzählung so austauschbar, dass ich schlicht vergessen hatte, dass ich ihn schon einmal gesehen hatte.

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Ad Astra (USA 2019, 124 min., Regie: James Gray mit Brad Pitt, Tommy Lee Jones, Donald Sutherland, Liv Tyler)

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Wenn Listen nicht so langweilig wären, würde ich jetzt eine Liste der gelungenen Science Fiction Filme der letzten 10 bis 25 Jahre dranhängen. 

Mittwoch, 2. Dezember 2020

Volksbegehren Artenvielfalt Endergebnis

Bis zum 13. November 2020 wurden Unterschriften zum Volksbegehren Artenvielfalt Niedersachsen von den Wahlämter der Gemeinden auf ihre Gültigkeit überprüft und registriert.

Dies ist mein vierter und abschließender Bericht über das Volksbegehren. Diesmal mit dem Endergebnis.

Insgesamt 162.530 wahlberechtigte 'Niedersachsen*innen unterstützten die erste Phase des Volksbegehrens. Dies entspricht 2,67%. In dieser ersten Phase hätten wir nur 25.000 Unterschriften sammeln müssen, um dann das eigentliche Volksbegehren zu beantragen und dann noch weitere sechs Monate noch intensiver Unterschriften zu sammeln.

Die folgende Karte der Sammelergebnisse in den Landtagswahlkreisen zeigt eine erhebliche Varianz. Wolfsburg (Wahlkreis Nr. 07) war und blieb dem Volksbegehren fern. Nur 0,7% der Wahlberechtigten unterstützen das Volksbegehren. Der Südosten hat mit der Ausnahme der Universitätsstadt Göttingen (Nr. 17) zeigt generell nur eine geringe Zustimmung zu den Zielen des Volksbegehrens. Das Oldenburger Münsterland, wo die industrielle Fleischproduktion das Grundwasser ruiniert, hält auch nicht vom Völksbegehren.


Die höchste Zustimmung zu den Zielen des Volksbegehrens stammt aus der Universitätsstadt Oldenburg (Nr. 62-63) mit 5,71% der Wahlberechtigten. Gute Werte gibt es nördlich und westlich von Bremen und in Buxtehude (Nr. 55). Rund um Hannover (Nr. 24-28) gibt es auch sehr gute Werte.

Die Ziele des Volksbegehrens wurden mit einem Gesetzespaket beschlossen. Es ist offensichtlich, dass die Landesregierung eine Blamage kurz vor der Kommunalwahl vermeiden wollte. Die Motivation der Sammler*innen war sehr hoch und wir hätten bis Juni 2021 trotz Corona und der Propanda der Agrarlobby die notwendigen mehr als 600.000 Unterschriften eingesammelt. 

Nun ist es an uns, der Regierung weiterhin auf die Finger zu schauen, dass die ausführenden Verordnungen keine Verwässerung der neuen Gesetze ermöglichen. Die CDU-Agrar-Lobby ist stark und es ist zu befürchten, dass vor allem mit Übergangsfristen von vielen Jahren das Artensterben erst einmal noch weitergehen wird.

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In einem Kommentar zum Beitrag wurde die Frage gestellt, ob die Bevölökerungsdichte der einzelnen Regionen Niedersachsen einen Einfluss auf das Endergebnis hatte.

Nein! Es gibt keine Korrelation zwischen Bevölkerungsdichte und Unterschriftenquote. Selbst wenn nur die Landkreise mit weniger als 500 Einwohnern/Quadratkilometer betrachtet werden gibt es nur eine Wolke mit wenigen Ausreißern, aber keinen Trend.

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Frühere Berichte mit Karte sind hier zu finden:

Zwischenstand vom 1. August 2020, vom 1. September 2020 und 1. November 2020

Dienstag, 10. November 2020

Volksbegehren Artenvielfalt - Ergebnis

Das Volksbegehren Artenvielfalt Niedersachsen wurde am 10. November beendet. Der niedersächsische Landtag hat den "Niedersächsischen Weg" beschlossen und damit viele Ziele des Volksbegehren übernommen.

Bis zum 1. November 2020 wurden in den Gemeinden bereits 138.118 gültige Unterschriften registriert. Dies entspricht 2,3% der wahlberechtigten Bevölkerung. In diesen ersten Schritt des Volksbegehrens hätten wir nur 25.000 Unterschriften vorlegen müssen, um in Anschluss das eigentliche Volksbegehren zu beginnen. Bis Mitte Juni hätten wir die Zahl der Unterschriften auf über 600.000 Unterschriften entsprechend mindestens 10% der wahlberechtigten Bevölkerung steigern müssen. 

Mit dem Enthusiamus hier in Hannover, wo bereits 10.737 gültige Unterschriften registriert wurden (entsprechend 2,9%) hätten wir auch die notwendigen restlichen Unterschriften geschafft und vermutlich sogar deutlich mehr.



Die Beteiligung am Volksbegehren war in den Regionen sehr unterschiedlich. Die Beteiligung reichte von 0,5% im Wahlkreis 7 Wolfsburg (eigentlich eine Nichtbeteiligung) bis zu 5,1% in den Wahlkreisen 62-63 Oldenburg (Stadt). Artenvielfalt steht nicht auf der Agenda in vielen Landkreisen, die durch landwirtschaftliche Produktion im industrielle Maßstab geprägt sind. Warum es auch kein Thema im Osten des Landes war, bleibt mir ein Rätsel. 

Während in den Städten Oldenburg und Osnabrück (3,4%) viele Stimmen gesammelt wurden, waren es ansonsten die Umlandgemeiden von Hannover (3,4%), Vechta (3,7%), der Landkreis Oldenburg (3,8%), das Alte Land nördlich von Buxtehude (3,3%) Schaumburg (3,4%), Bergen (3,6%) und Bad Pyrmont (3,7%), wo die Sammler*innen auf großen Zuspruch trafen.

Ich freue mich, dass das Ziel des Volksbegehrens weitestgehend erreicht wurde, auch wenn es mich mehr gefreut hätte, wenn wir die Landesregierung noch ein halbes Jahr länger unter Druck gesetzt hätten und damit vermutlich weitere Zeile des Volksbegehrens erreicht hätten. 

Für die Dynamik siehe die beiden früheren Beiträge zum stand des Volksbegehrens am 1. September und am 1. August. Es ist dabei zu beachten, dass der Maßstab für die Farbgebung jeweils angepasst wurde.

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Zahlenquelle: Bestätigte Unterschriften je Wahlkreis nach Information der Landeswahlleiterin veröffentlicht von der Inittiave Volksbgehren Artenvielfalt Niedersachsen.

Freitag, 18. September 2020

Volksbegehren Artenvielfalt - Zwischenstand September

Die Niedersächsische Landeswahlleiterin hat mit erheblicher Verzögerung der Initiative für ein Volksbegehren Artenvielfalt den Zwischenstand für den 1. September 2020 mitgeteilt. 

72.167 Menschen haben bereits eine bestätigte Unterschrift für das Volksbegehren abgeben. Ein großer Erfolg für die Initiativen und die vielen Menschen, die in der Familie, im Bekanntenkreis und auf der Straße Unterschriften sammeln.

Es liegen damit Unterschriften von 1,2 Prozent der wahlberechtigten Bevölkerung vor.

Im folgenden die Quoten für die einzelnen Landtagswahlkreise:

Diese Karte ist ein Update der Karte für den 1. August

Die Farben wurden beibehalten, aber die Legende verändert. Für den ersten August waren es Schritte von 0,4 Prozent zwischen den einzelnen Farben. Es gibt 60% mehr Unterschriften und nun sind es Schritte von 0,6%.

Was hat sich seit Anfang August verändert? Wo wurde erfolgreich gesammelt und wo gibt es eine Stagnation oder relativ gerignen Zuwachs an neuen Unterschriften.

Celle (Wahlkreis 46), Uelzen (WK 47), Cuxhaven (WK 57) Hadeln/Wesermünde (WK 58) und Papenburg (WK 82) wurden jeweils eine Farb-Stufe herabgesetzt.

Oldenburg Stadt (Wahlkreise 62-63), Lingen (WK 80), Leer (WK 83), Emden/Norden (WK 85) und Aurich (WK 86) wurden jeweils eine Farbstufe hoch gesetzt. 

Alle anderen Wahlkreise blieben in ihrer relativen Position zwischen 0,19 Prozent der Wahlberechtigten (WK 11 Salzgitter) und 2,44% (WK 36 Bad Pyrmont).
 

Donnerstag, 20. August 2020

Volksbegehren Artenvielfalt Niedersachsen - Zwischenstand August

Wir sammeln aktuell Unterschriften für das Volksbegehren Artenvielfalt hier in Niedersachsen. Dies ist ein zweiteiliger Prozess: Bis Mitte November müssen 25.000 gültige Unterschriften in den Einwohnermeldeämtern / Wahlämtern vorliegen. Dann können die 200 Initiativen bei der Landeswahlleiterin das eigentliche Volksbegehren beantragen. 

Nach der Genehmigung haben die Initiativen weitere sechs Monate Zeit um zusätzlich zu den Unterschriften der 1. Runde insgesamt 10 Prozent der Wahlberechtigten für eine Landtagswahl um Untersützung zu bitten.

Zum 1. August lagen bereits mehr als 45.000 gültige Unterschriften vor. Der 1. Schritt ist geschafft, dennoch wird wird bis Mitte November weitergesammelt. (Presseerklärung)

Mir liegen die Zahlen der Wahlberechtigten und der bisher als gültig anerkannten Unterschriften je Wahlkreis vor. Diese Zahlen habe ich graphisch umgesetzt:

25.000 Unterschriften entsprechen 0,41% der Wahlberechtigten.

Im Großteil von Niedersachsen wurde diese Quote erreicht. Ausnahmen sind im industriellen Fleischproduktionsbereich, alten SPD-Hochburgen an der Küste und in der Altindustrie (PKW, Stahl), dem Harz und Göttingen (Die Student*innen haben es bisher verschlafen).

Der relativ geringe Anteil in Hannover wird ein Ansporn sein, mehr Unterschriften zu sammeln.

Das Update für den 1. September ist hier zu finden.

Sonntag, 12. Juli 2020

CoViD-19-Inzidenz am 11.07.2020

Der 173. Situationsbericht der Weltgesundheitsbehörde WHO (link) meldet am 11. Juli 2020 mehr als 219.000 neue CoViD-19-Fälle innerhalb von 24 Stunden. Damit waren nach dieser Quelle nunmehr 12,3 Millionen Menschen mit dem Corona-Virus infiziert.
Die Angaben für die Staaten und Territorien sind die Grundlage für meine Karte der Inzidenz, der Zahl der Fälle je 100.000 Einwohner.
Ich verwende eine logarithmischen Maßstab beginnend mit weniger als 1 bestätigte CoViD-19-Infektion bis zu mehr als 1 Prozent der Gesamtbewvölkerung eines Territoriums.
Dieser höchste Wert wurde zunächst in den Kleinststaaten Andorra und San Marino überschritten, aber dann überschritten auch Staaten mit deutlich mehr Einwohnern am arabisch-iranischen Golf, am Kaukasus und Südamerika diesen Wert.
Aktuell sind es:
Armenien (1,1 Prozent), Andorra (1,9), San Marino (2,1), Vatikan (1,2), Qatar (3,9), Kuwait (1,4), Oman (1,3), Bahrain (2,3), Peru (1,0), Chile (1,8), Panama (1,0) Frz. Guiana (2,1), Frz. Mayotte (1,1).
Die USA unter ihrer psychisch gestörten Führung steht aktuell bei 0,9 Prozent und nur zur Information Deutschland bei 0,2 oder 239 Fälle je 100. Einwohner.
Das ist natürlich nur eine Momentaufnahme, ein Blick auf die Dynamik seit Ende Juni zeigt einen erheblichen Anstieg (definiert als Zuwachs von mehr als 100 Fällen je 100.000 Einwohnern) vor allen in den Amerikas:
USA (+171), Brasilien (+197), Peru (+1118), Chile (+189), Bolivien (+114), Panama (+257), Frz. Guiana (+718).
Eine sehr dynamische Ausbreitung melden außerdem Kazachstan (+146), Israel (+138), Armenien (+197), Südafrika (+184), Saudi Arabien (+118), Qatar (+285), Kuwait (+212), Oman (+346) und Bahrain (+414).
Es lässt sich dabei klar unterscheiden zwischen einer 2. Welle wie in den USA und einer sich immer weiter verstärkenden ursprünglichen Epidemie, die nie wirksam bekämpft wurde (Brasilien und die meisten arabischen Staaten).
Meine hier geäußerte pessimistische Vorhersage für Schweden bewahrheitete sich nicht. Nachdem nach Pfingsten die Zahlen in Schweden und nur in Schweden deutlich anstiegen kam es nicht zu einer weiteren Steigerung durch die Feier "Midsommar".
Die großen EU-Staaten bleiben auf niedrigen Niveau:
Der "Tönnies-Hügel", der uns alle an die menschverachtende Fleischindustrie erinnerte, verschwindet langsam im Hintergrundrauschen der kleinen Infektionsherde. Spanien hat eine regionale Epidemie in einem Teil von Katalonien, der zu einem lokalen Lockdown führte.


Sonntag, 14. Juni 2020

Corona und Autokratie - Tanzania

Tanzania steht vor der Präsidentenwahl.
Die ehemalige einzige zugelassene Partei CCM verliert seit der Etablierung von weiteren Parteien an Zuspruch. Krisen sind der Lackmus-Test für eien Regierung.

Am 17. März wurde offiziell die erste CoViD-19-Infektion bestätigt.
Es wurden zunächst nur wenige weitere Infektionen festgestellt, was alleine schon durch die geringe Laborkapazität und die Testmöglichkeiten an sehr wenigen Orten zu erklären ist.
Als die Epidemie begann und die wenigen Krankenhäuser schnell an ihre Kapazitätsgrenze stießen wurden die freiwilligen Meldungen an der WHO erratisch. Für den streng gläubigen Präsidenten John Magufuli kam der Virus vom Teufel und er rief immer wieder dazu auf, dass die Menschen in den Kirchen gemeinsam den Teufel bekämpfen müssten. Natürlich ohne jeden Schutz vor einer Infektion. Es grenzt an religiösen Wahn, wenn öffentlich durch die Führung des Landes gemeinsame Gebete als Schutz vor einen Virus erklärt werden.

Am 8. Mai wurde letztmalig ein Update der Fallzahlen an die WHO gemeldet.
Das Africa Centers for Disease Control and Prevention bittet seitdem darum, dass Tanzania seine Berichterstattung wieder aufnimmt. (link)
Stattdessen behauptet der Präsident, dass die Gebete den Virus besiegt haben.

Es ist Wahlkampf, kritische Medien werden systematisch unterdrückt und Oppositionspolitiker physisch angegriffen. In den sozialen Medien gibt es Berichte, dass nachts Beerdigungen stattfinden.
Die Elite glaubt, dass sie ihre Unfähigkeit den Virus zu bekämpfen vertuschen können. Es gab bisher noch niemals demokratische Wahlen in Tanzania. Andere Parteien mussten zugelassen werden, doch die Regierung verhindert, dass sie effektive Werbung für sich machen können.

Ich bin 1987 erstmals nach Tanzania gereist und habe 1988-1989 an der University of Dar es Salaam studiert. Die politische Entwicklung der letzten Jahrzehnte in Tanzania ist eine einzige große Enttäuschung.

Sonntag, 7. Juni 2020

CoViD-19-Inzidenz Skandinavien

Der tägliche Blick auf die Seite der Weltgesundheitsbehörde zeigt deutlich, warum die Grenzen zu Schweden geschlossen bleiben (sollten).

Dargestellt ist der Zuwachs an der Gesamtinzidenz je 100.000 Einwohner. Norwegen, Dänemark und Finnland sind mit ihrer ersten Welle an Infektionen durch. Schweden schien sich auf hohem Niveau zu stabilisieren.
Doch dann kam Pfingsten. Im liberalen Schweden mit den wenigen Einschränkungen haben die Einwohner etwas falsch verstanden. Coroan ist nicht vorbei und nun zwei Wochen danach erreicht die Zahl der Infektionen neue nie bisher gekannte Werte.
Die nächste Welle ist dann vermutlich Anfang Juli, also zwei Wochen nach dem midsommar-Wochenende zu erwarten.

Und wie ist das Verhältnis der Entwicklung der CoViD-19-Infektion zwischen Schweden und Deutschland?
Die erste Welle war in Deutschland Anfang April am abnehmen. In Schweden sah es einen Monat später so aus, als würde nun die Welle abnehmen. doch dann kam es zu einer Stabiliserung auf hohem Niveau und jetzt nach Pfingsten eine extreme Zunahme.
In Deutschland gibt es aktuell knapp über 220 laborbestätigten CoViD-19-Fälle je 100.000 Einwohner, das ist in etwa jede*r 400 Einwohner*in!.
In Schweden sind es knapp über 450 Fälle je 100.000 Einwohner, also eine mehr als doppelt so hohe Infektionsrate wie in Deutschland.
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Update 15. Juni:
Das Infektionsgeschehen geht auf hohem Niveau weiter. Während der Wochenwert der CoViD-19-Neuinfektion in DK, NO, FI nunmehr stabil unter 5 liegt, bleibt er in Schweden seit mehr als zehn Tagen deutlich über 60 und hat eine Gesamtinzidenz von 535 erreicht.