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Sonntag, 10. März 2019

Wahlprognose Europaparlament Grüne Fraktion

Es gibt eine neue Webseite, welche die Prognosen für die Wahl zum Europa-Parlament zusammenführt.
https://europeanelectionsstats.eu
Mich interessiert eigentlich nur, wie sich die künftige Fraktion Grüne/Europäische Freie Allianz zusammensetzt. Zur Zeit hat diese Fraktion 52 Mitglieder, wovon 41 Mitglied einer Partei sind, die sich in der Europäischen Grünen Partei zusammengeschlossen haben.
52 Mitglieder aus 27 Parteien (plus zwei parteilos) aus 18 Ländern.

Nach der aktuellen Prognose von Mitte Mai wird die neue Fraktion sich nur noch aus 49 Mitgliedern aus 14 Ländern zusammensetzen.



Bisher Prognose
Belgien 2 4
Dänemark 1 1
Deutschland 13 20
Estland 1 0
Finnland 1 2
Frankreich 6 6
Italien 1 0
Kroatien 1 0
Lettland 1 1
Litauen 1 3
Luxemburg 1 1
Niederlande 2 3
Österreich 3 1
Slowenien 1 0
Spanien 5 3
Schweden 4 2
Ungarn 2 1
Vereinigte Königreich 6 9
GESAMT 52 49
Bulgarien, Griechenland, Irland, Malta, Polen, Portugal, Rumänien, Slowakei, Tschechien, Zypern von 0 zu 0.

Ich habe verzichtet Malta und Zypern auf der Karte darzustellen, da in diesen Ländern wie auch in den grau dargestellten Ländern grüne Politik keine Chance hat.
Erfolgreiche grüne Parteien gibt es eigentlich nur im zentralen Westeuropa und Finnland. Die litauische Bauernpartei ist nur den Namen nach auch eine grüne Partei.
Das macht das ungewöhnliche des EU-Parlaments aus. Ohne Hürde erhalten viele Parteien einen Sitz im EU-Parlament.
Ich werde weiterhin die Webseite auswerten und diesen Beitrag aktualisieren oder weitere Beträge daraus erstellen.

Samstag, 16. März 2013

You Are My Sunshine - EK-Erinnerungen

Ein Text über den Sonnenschein

In jedem Jahr habe ich mindestens einen Sonnenschein kennen gelernt, eine Person, die durch ihre Art oder ihr Lächeln auch bei mir ein Lächeln erzeugte und so bereits zum Frühstück den jeweiligen Tag zu einem guten Tag machte.
Es waren dies die "Good Vibrations" oder anders ausgedrückt, das "ich kann dich gut riechen" als Gegensatz zum "den kann ich nicht riechen".
Wenn ich nun auf die Namensliste der zehn Jahrgänge schaue, erzeugen einige Namen weiterhin ein Lächeln, da die positive Erinnerung überwiegt. Es gab Jahre in denen es mehr Sonnenschein gab und Jahre mit weniger; auch war es nicht immer "die", sondern manchmal auch "el", "le" oder "il".

Die moderne Kommunikation und unsere jährlichen EKNT (2013 heißt das Ziel Budapest) erlauben mir, in Kontakt zu bleiben und zu beobachten, wie die Alumni nach der Schule ihren Weg durch die Hochschule oder Universität finden.

Donnerstag, 27. Oktober 2011

Filmnotiz zu Poll von Chris Kraus (2010)

(Deutschland, Estland 2010, 134 Minuten)
Drehbuch und Regie: Chris Kraus
Mit: Paula Beer, Edgar Selge, Tambet Tuisk, Richy Müller

Ein Film mit einem zeithistorischen Hintergrund hat oftmals eine lange Produktionsgeschichte. Besonders wenn ein Autor, Produzent oder Regisseur autobiographische oder familiäre Geschichten verarbeitet.
Der Film setzt vor dem 1. Weltkrieg ein und behandelt das elitäre Leben einer Familie der deutschen Minderheit (Deutschbalten) in der zaristischen Provinz Livland im heutigen Estland. Poll ist das Landgut. Der Gutsherr lebt auch architektonisch abgesetzt von den Esten in einer Villa auf Stelzen am Ende eines Piers in der Ostsee. Die Geschichte beginnt mit einem Tagebucheintrag der 14-jährigen Protagonistin Oda.

Der Autor und Regisseur erzählt Geschichten von seiner Großtante Oda Schäfer, die er selbst aber nie kennen gelernt hat. In deren Leben gab es sowohl das vernichtende Herrenmenschentum des biologischen Rassismus (der Vater), der eine Grundlage der Nazi-Ideologie wurde, wie auch die Rebellion dagegen (die Tochter Oda). Dieser Konflikt mündete ab 1933 für Oda Schäfer im Nazi-Deutschland in eine innere Emigration als Lyrikerin.
Der Regisseur erfuhr erst während seines Germanistik-Studiums nach der Lektüre eines Buches von Oda Schäfer, dass er mit dieser Frau verwandt ist. Die Familie hatte vollständig mit ihr gebrochen und sie hatte selbst im hohen Alter keinen neuen Kontakt zu ihrer Familie aufgebaut. Die Trennung war so endgültig, dass der Versuch einer Kontaktaufnahme des jungen Germanisten scheiterte.
Der Film ist Fiktion. Episoden aus den Leben wurden für die filmische Erzählung verändert oder sogar erfunden. Der Vater im Film hat wenig mit ihren wirklichen Vater zu tun. Dies muss deshalb betont werden, weil der Film eine Liebe zum Detail pflegt. Der Regisseur hat sich intensiv darum bemüht , das Leben einer deutsch-baltischen Familie in den Jahren vor 1914 zu rekonstruieren. Im nicht enden wollenden Abspann werden alle 800 beteiligten Personen genannt und darunter finden sich zum Beispiel auch Berater für den baltischen Dialekt des Deutschen oder auch Berater für die Sozialbeziehungen und Etikette innerhalb des Landadels. Hier wird zum Beispiel die Bedeutung von Hausmusik betont.
Diese Details erzählte der Regisseur nach einer Filmvorführung auf dem Festival Espoo Ciné in Espoo, Finnland. Er erzählte dort auch, dass es 15 Jahre vom ersten Skript bis zur Fertigstellung des Films dauerte. Der Wunsch nach einer Rekonstruktion führte zu immensen Produktionskosten von 8,5 Millionen Euro. Ohne Filmförderinstitutionen und Fernsehanstalten wäre dieses Geld nicht aufgebracht wurden.
Der Film handelt im heutigen Estland und lief deshalb dort auch mit vier Kopien und hatte insgesamt 14.000 Besucher. In Deutschland waren es bis Ende Juni 2011 knapp 125.000 Besucher (siehe FFA Monatsstatistik). Hiermit wird noch einmal deutlich, dass so ein Film nicht über Eintrittskarten refinanziert werden kann und deshalb solch anspruchsvolle Autorenfilme einer Förderung bedürfen.
Der Film ist, um den Regisseur wieder zu geben, ein emotionaler und politischer Film. Es ist eine Form der Aufarbeitung der Familiengeschichte. Von der Handlung wird hier nichts verraten, da der Film noch in einigen Kinos läuft und in absehbarer Zeit erst auf ARTE und dann vermutlich auch in der ARD (oder den dritten Programmen) zu sehen sein wird.

Donnerstag, 6. Oktober 2011

Tjörk beim Viru Folk 2011

Viru Folk 2011
Tjörk (A tribute to Björk)
13. August, Käsmu/Estland

Die Songs von Björk können nicht zerstört werden. Tjörk ist ein Projekt, das die Musik von Björk so genau wieder geben möchte, wie sonst nur ein Orchester den Notensatz vor sich. Dies erscheint vergeblich. Doch um es noch einmal zu wiederholen, die Songs von Björk sind unverwüstlich.

Tjörk trat als letzte Band des Tages kurz vor Mitternacht auf. Es war ein Konzert mit einigen Höhepunkten.
Es hat wirklich Spaß gemacht, JOGA laut mitzusingen.
Einmal war die Sängerin Tuuli Taul sogar noch überzeugender als Björk. Als die Band IT’S OH SO QUITE reproduzierte, war der Kiekser am Ende der Zeilen
Gee, this is swell you almost have a fit 
This guy is "gorge" and I got hit 
There's no mistake this is it 
noch überzeugender als auf der Björk-CD Post oder im Musikvideo von Spike Jonze (1995).
Lustig war auch die Wiedergabe von HUMAN BEHAVIOUR, in der ein Mensch im Bärenkostüm auftrat, wie aus dem Musikvideo von Michel Gondry (1993) bekannt, und die Sängerin um-/ver-schlang.

Es war eine kurze Show und der lange Beifall brachte die Band wieder auf die Bühne. Und hier war dann zu hören, dass das Repertoire noch nicht für einen ganzen Abend reichte. Als Zugabe wurden die Stücke ARMY OF ME und IT’S OH SO QUITE wiederholt.

Fotos vom Konzert sind hier zu finden: LINK
Tjörk hat eine eigene MySpace-Seite

Weitere Beiträge aus dem Reisetagebuch EKNT11 Talsinki:

Freitag, 19. August 2011

EKNT11-Talsinki

... und wieder trafen sich die Alumni des EK. Diesmal in Helsinki und Tallinn (=Talsinki), der zweigeteilten Metropole im Nordosten. Es gab mal wieder einen Rekord bei der Anzahl der Teilnehmenden und der Erfolg dieser Nachtreffen wächst zu einen Organisationsproblem.

Dies war mein zweiter Aufenthalt in Talsinki. Im Juni 2006 war ich erstmals zu einem EKNT, auch wenn es damals noch nicht so hieß, in der Metropole und habe darüber in mehreren Beiträgen gebloggt:
Überfahrt von Helsinki nach Tallinn, Beobachtungen in Tallinn, Kreuzfahrer erobern die Stadt, Fahrt zu einem Mökki und die dortige Idylle, fremde Sprache und die Leckerei Korvapuusti.
Neue Blogbeiträge folgen!

- Ich beginne mal mit dem Spruch zum EKNT11 von der a capella-Band Basta "Flaminco".  
Klapp die Hand !

Schau mal hier auf deren Webseite: www.basta-online.de

Martins T-Shirt "Lost in Helsinki" ist endgültig ausverkauft, wie ich im Laden des Labels mentalwear erfahren habe. Dort oder über ihre Webseite gibt es aber auch noch andere geniale Textilien (Brain Wash, Benzodiazepine, etc.).
# # # # #
Andere Beiträge zum EKNT11:

Montag, 1. Januar 2007

Ostseekreuzfahrt

Tallinn ist eines der Ziele der Kreuzfahrtlinien. Als wir in den Hafen einfuhren, war die Cara ein Schiff der AIDA-Gruppe zu sehen. Ein umgekipptes Hochhaus, dass auf der Ostsee treibt. Am nächsten Tag lag bereits Konkurrenz im Hafen.
Kreuzfahrttourismus schafft an den Zielen einen wahren Massentourismus. Wenn 2.000 Menschen in großen Gruppen in eine beschauliche Altstadt wie Tallinn geleitet werden, entsteht schnell der Eindruck, dass mehr Touristen, als Einheimische unterwegs sind.

Beobachtungen aus Tallinn

Im Hafen von Tallinn wurden wir bereits von unseren drei Reisebegleitern begrüßt. Unsere Gastgeberin M. ist ein wahres Energiebündel. Nach dem allgemeinen Hallo ging es zu einem Auto, wo wir unser Gepäck hinterließen. Zwei der drei hatten etwas zu feiern. Die letzten Abiturprüfungen waren sehr erfolgreich absolviert.
Erleichtert gingen wir Richtung Innenstadt. Ich war so sehr im Gespräch vertieft, dass ich erstmals wartend an einer Ampelkreuzung die Altstadt mit ihrer mittelalterlichen Befestigung sah. Tallinn ist eine deutsche Gründung unter dem Namen Reval. Wir gingen durch einen Torbogen und entlang der Straße Pikk Richtung Zentrum. Alte Holztüren mit Schnitzereien und kleine Verzierungen um die Türen, zeigten bereits hier, dass die Potentiale für den Tourismus gepflegt werden.
Die drei Esten lösten sich als Stadtführer ab und erzählten Anekdoten aus der Geschichte. Neben dem ehemals höchsten Gebäude Europas, der St. Olaf-Kirche (159m) gab es eine Anmerkung, die in die graue Vergangenheit der Sowjetherrschaft führte. In einem alten Gebäude, wo heute eine Abteilung des estnischen Innenministeriums residiert, saß früher der KGB. Auf die Frage, welches das höchste Gebäude in Tallinn ist, wurde auf den KGB-Sitz verwiesen, denn von der 2. Etage war bereits Sibirien zu sehen.
Bevor wir den Rathausplatz erreichten, war die wunderschöne Heiliggeist-Kirche (1319) zu sehen.
An der weiß gestrichenen Kirche fiel sofort die eingelassene geschnitzten und bemalte Kirchenuhr auf.
Hier hielten wir die Gruppe auf und gingen zu zweit in die Kirche
Eine prächtige Hallenkirche war zu bewundern. Hinter der zentral im Raum stehenden Kanzel war klassische Musik zu hören. Bevor ich noch mein Gesicht wegen dieser Beschallung verziehen konnte, sah ich dann auch, dass dort zwei Musiker mit Cello und Violine ein Konzert einübten. Es war wohl eine Art von Soundcheck, denn die Musik wurde abrupt unterbrochen und nach wenigen Worten ab einer früheren Passage wiederholt.
Schnitzereien überall, fromme und mahnende Sprüche und auf der Balustrade des Balkons waren Geschichten aus der Bibel gemalt. Natürlich waren die Sprüche allesamt in einem sehr alten Deutsch. Hier gab es erstmals die Möglichkeit inne zu halten. Doch dann fiel mir ein, dass draußen ja fünf Personen warten.

Die 25 Stunden Tallinn sind ja erst einmal nur ein Vorgeschmack für eine richtige Entdeckung dieser Stadt in der Zukunft.

Von Helsinki nach Tallinn

Wir waren nur 25 Stunden in Tallinn, aber wie bereits in Espoo und Helsinki gab es so viel zu sehen und eine so engagierte Begleitung und Betreuung durch Marina, Olga und Erkki, dass keine Zeit blieb, etwas zu schreiben. In meinem Notizbuch finden sich oftmals nur Stichwörter und zwischen diesen Passagen Lücken von mehreren Tagen. Es war ein wunderschöner Kurzurlaub und es tat gut mehr als eine Woche mit diesen grundsätzlich optimistischen jungen Europäerinnen und Europäern zu verbringen.
Mit der Laura, einem Tragflächenboot der Linda-Line ging es ab 12:00 Uhr die kurze Strecke über die Ostsee nach Tallinn. Die Ostseeküste ist hier keine Linie, sondern ein allmähliches Ausdünnen von Inseln und Felsen im Wasser. Als wir nach mehr als einer Viertelstunde endlich die offene See erreichten, wurde Gas gegeben und das Boot preschte über die Wellen und es waren statt der Wellen nur kurze Stöße zu spüren.

Was eine Nebelbank ist, war einmal im Vorbeifahren zu sehen. Eine etwa 10 Meter hohe Wolke lag auf der Ostsee wie ein festes Objekt und die Sicht endete am Nebel wie an einer Wand.
Wer schnell genervt ist, wenn um ihn herum ständig Mobiltelefone klingeln, darf nicht in den Nordosten fahren. In der 1. Klasse hatte jeder ein Handy und ich war vermutlich der einzige, der während der 90 Minuten kein Gespräch führte.

Wir verließen die Schengen-EU und nach einer Passkontrolle in Helsinki, standen wir auch in Tallinn vor der Einlasskontrolle. Fühlte mich an DDR-Zeiten erinnert. Blick auf Reisepass, Blick ins Gesicht, Blick auf Reisepass, Blick ins Gesicht, Blick auf Reisepass, Blick ins Gesicht. Ich durfte passieren.