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Mittwoch, 19. April 2017

Smunkie

Ein Smunkie ist ein Smombie, der sich nicht bewegt. 

Süchtige Person (=Junkie), die es nur mit Mühe schafft eine Minute lang nicht auf ihr Smartphone zu starren.

Die Quote der Smunkies an den Fahrgästen im Nah- und Fernverkehr scheint ihr Maximum erreicht zu haben. Vermehrt werden lesende oder sich unterhaltende Menschen beobachtet.
Ein Beispiel für eine Smunkie habe ich hier beschrieben.

Sonntag, 31. Januar 2016

Neologismus: Intelligenzflüchtling

Intelligenzflüchtling 

= ein Mensch, der vor Fakten und Information flüchtet,
damit ein Äquivalent für Vollpfosten oder PEGIDA-Teilnehmer.
In letzter Zeit vor allem ein Begriff für die Verfasser von Hassbotschaften in den sogenannten sozialen Medien.

Das Wort ist seit mindestens 2002 in Österreich in Verwendung und wurde dort 2015 bei der Wahl zum Wort des Jahres auf Platz 2 gewählt.









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Den staunenden Mann fand ich in den Uffici, Firenze.



Anmerkung: Kommentare sind stets willkommen, aber dann bitte schön auch mit Namen.
Den Kommentar vom 15.02.2016 von Anonym habe ich gelöscht.

Freitag, 17. Januar 2014

... über Bösgläubigkeit

Im Kontext der öffentlich wieder entdeckten Kunstsammlung von Cornelius Gurlitt diskutiert die CSU eine "Lex Gurlitt", welches bei Bösgläubigkeit Verjährung aussetzt.  Ich hielt das Wort zunächst für einen Scherz, aber die Juristerei hat viele solcher sprachlicher Kuriosa.
bös|gläu|big [ˈbøːzglɔɪ̯bɪç] ist zum Beispiel jemand, der etwas besitzt, obwohl ihm bekannt ist, dass er dazu nicht berechtigt ist, da es einen anderen Eigentümer gibt. 
Zur Bösgläubigkeit fallen mir gleich noch mehr Beispiele ein:
  • bösgläubig sind Wähler der FDP, die davon ausgehen müssen, dass dieser Verein zum Schaden der Allgemeinheit handelt; 
  • bösgläubig sind Politiker und Finanzberater, die ihre Kunden davor schützen, das widerrechtlich im Ausland verstecktes und nicht versteuertes Vermögen entdeckt wird; 
  • bösgläubig ist Bundespräsident Gauck, wenn er seinem Publikum von der guten Seite der Neoliberalismus  überzeugen möchte;
  • [die Liste kann sicherlich weiter ergänzt werden]

Samstag, 9. Februar 2013

versteht nix - doof, dumm und blöd

Im Niederländisch-Unterricht der Volkshochschule haben wir uns auch über "falsche Freunde" unterhalten. Die Linguistik versteht darunter Wörter, die in zwei Sprachen in gleicher oder ähnlicher Schreibweise vorkommen, aber abweichende Bedeutung haben.
Bekannte Beispiele aus benachbarten Sprachen sind u.a. Gymnasium (im Englischen eine Sporthalle), Gift (Geschenk, Gabe im Englischen), Akte (Handlung im Französischen aber mit c), Batterie (Schlagzeug im Französischen), Kamera (Zimmer im Italienischen mit c), Latte (Milch im Italienischen), Firma (Unterschrift im Spanischen), Tapete (Teppich im Portugiesischen), etc., pp.

Doch mir geht es hier um deutsche Wörter, genauer Schimpfwörter, welche im Sinne von "versteht nichts" gebraucht werden.
Doof, dumm und blöd sind viele Menschen, doch zumindest eines dieser Wörter hat im heutigen Niederländischen noch immer dieselbe Wortbedeutung, die es auch einmal im Deutschen hatte.

Doof kommt aus dem Plattdeutschen und bedeutet dort wie auch im Niederländischen taub, nicht hören können. Doof im heutigen Wortsinn heißt im Niederländischen übrigens "stom" und kommt wiederum vom stumm, nicht reden können. Dieses Wort ist im Deutschen die Grundlage für dumm.
Blöd war vor einigen Jahrhunderten ein Wort für schüchtern, zart oder zaghaft und im Niederländischen überlebte es im Wort bloode bis ins 20. Jahrhundert. Die Wortbedeutung hat im Deutschen auch noch geringe Spuren, wenn vom blöden Magen oder der blöden Leber gesprochen wird, dann ist es eine Beschwerde, dass das genannte Organ zu zart und empfindlich ist und Probleme bereitet.

Der Doofe, Dumme und Blöde ist also jemand, der entweder aus körperlichen Schäden oder fehlender Stärke nicht den Erwartungen an notwendiger Gesundheit und Härte entspricht.

Quellen: Grimm "Deutsches Wörterbuch", Kroes "Duitsch Woordenboek", Van Dale "Nederlands", Wikipedia "Liste falscher Freunde"

Samstag, 6. Oktober 2012

Nachbar Niederlande - Kiffen

Wie oft mag dieses Auto bereits von deutschen Touristen fotografiert wurden sein?

Eigentlich soll man keine Witze über Vor- oder Familiennamen machen. Mir wurde gesagt, dass dies ein Familienname sei, doch das diese Firma aus Deventer dann auch noch im Bereich Kurier- und Transportdienste tätig ist, ist wirklich ein Witz.
Die Firma bietet ihre Dienste mit 6 Transportern nur in der Niederlande an.
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Übrigens, in der Niederlande heißt das entsprechende Verb blowen. Kiffen kam über das Englische vom arabischen كيف, kaif (=Wohlbefinden) ins Deutsche.

Mittwoch, 23. Mai 2012

Worterklärung krüsch sein

Es stand eine Variante von Joloff Rice auf dem Tisch und als der Gast mit der Gabel die langen Streifen der Tomatenhaut aus dem Essen fischte, hörte ich erstmals sein Jahren wieder "Da bin ich krüsch".
Dieses Wort für wählerisch (beim Essen), ist zwischen Hamburg und Bremen geläufig (gewesen). Ich fragte nach den Wortursprung und mein Gast verwies auf das Plattdeutsche. Ich fragte nach ähnlichen Wörtern, aber es fand sich keins.
Ich dachte zunächst an ein Gallizismus. Die so genannte Franzosenzeit war kurz aber die Vielzahl der Kontakte durch Franzosen vor Ort und Deutschen in französischen Diensten führte gleich mehrere Worte in den Grundwortschatz, die erst auf einem zweiten oder dritten Blick ihren französischen Ursprung zeigen. Ich hatte hier im Blog die Etymologie des Wortes Tschüs(s)  vorgestellt, aber auch etwas über Killefit geschrieben.
Ein Französisch-Lexikon zeigt cruche, das eine ähnliche Aussprache wie krüsch hat. Die dort genannte zweite Wortbedeutung neben Krug war Dumme Gans, Trottel. doch das passt leider gar nicht zum wählerisch.
Der NDR vermutet Kraut oder ein verschliffenes kritisch als Wortursprung. Grimms Deutsche Wörterbuch verweist auf Kleie und Knorpel, beides Essen, die man wählerisch ablehnen könnte.
Totholzbestand: Alter Handapparat meiner Bibliothek

Erst die große Wörterbuchsammlung in der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel gab mir dann genügend Hinweise.
Das Niedersächsische Wörterbuch verzeichnet, wo krüsch und seine Varianten gesprochen wird. Es ist ein Streifen im nördlichen Niedersachsen vom Landkreis Cuxhaven bis zum Landkreis Lüneburg und damit auch in meiner ursprünglichen Heimat. In anderen Teilen des Landes wird alternativ von körsch oder kürsch gesprochen.
Das Hamburgische Wörterbuch gibt einen Hinweis auf die Etymologie. Erst wird darauf verwiesen, dass krüüsch oder krüüdsch wie es in Hamburg heißt zunächst mäkelig meinte. Erste Belege stammen von 1730. Im 20. Jahrhundert setzte sich dann die Wortbedeutung wählerisch beim Essen oder der Ehepartner durch. Für krüüdsch wird auf eine Ableitung von Kruut, in der Bedeutung von (Un)Kräutern und das daraus gebildete krüden (jäten/auslesen) verwiesen.
Das Schleswig-Holsteinische Wörterbuch verweist darauf, dass das Wort im Mittelniederdeutschen nicht belegt ist und sieht seinen Ursprung in einer für das Plattdeutsche typische Metathesis oder Lautverschiebung (zum Beispiel Frosch wird im Plattdeutschen zu Vorsch; Christ zu Kerst). Danach stammt das Wort von küren im Sinne von (aus)wählen. Im Plattdeutschen gibt es bis heute küren als Verb für die Auswahl von Vieh. Das hieraus gebildete Adjektiv kürsch wandelte sich durch eine Verschiebung des R (=Metathesis) zum gesuchten krüsch. Dieser Ableitung findet sich auch in den Deutschen Wörterbüchern von Brockhaus/Wahrig und dem Bibliographischen Institut.

Zusammenfassend sehe ich die zwei Etyms krüden und küren, die im 20. Jahrhundert zum krüsch verschmolzen wurden. 
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Quellen: 
STELLMACHER, Dieter (Hrsg.) Niedersächsisches Wörterbuch, 7. Band ka-küzen, Neumünster 2011, Seite 770.
MEIER, Jürgen/MÖHN, Dieter (Hrsg.) Hamburgisches Wörterbuch, 2. Band F-K, Neumünster 2000, Spalte 131.
MENSING, Otto (Hrsg.) Schleswig-Holsteinisches Wörterbuch, III. Band K-P, Neumünster 1931, Spalte 352.

Sonntag, 5. Februar 2012

Neologismus Paraprosdokian

In der virtuellen Welt breiten sich Neologismen mit ungewöhnlicher Geschwindigkeit aus. Aus der Welt des Humors kommt nun im Englischen das Wort Paraprosdokian, das noch keine deutsche Entsprechung hat.

Es besteht aus den beiden griechischen Wörtern "παρά", dass als Akkusativ u.a. "gegen" bedeutet und "προσδοκία", "ich erwarte", entsprechend "entgegen der Erwartung". Es sind Wortspiele, die im zweiten Satzteil einen Widerspruch zum ersten Satzteil aufbauen.

Beispiele wären
"You can always count on the Americans to do the right thing — after they have tried everything else" (Winston Churchill)
"I've had a perfectly wonderful evening, but this wasn't it." (Groucho Marx)

Quellen:
Englische Wikipedia: Paraprosdokian
englishforums.com

Samstag, 19. Februar 2011

Neologismus Deaf Date

Deaf Date [dɛf deɪt] s.Gen.-s Konzertbesuch einer bisher nicht gehörten Band, Analogon zum Blind Date, der Verabredung mit einer bisher nicht gesehenen Person.
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Siehe auch andere Neologismen und Worterklärungen in der Kategorie Etyms.

Donnerstag, 25. November 2010

Etymologie Moffen = Deutsche

Aus gegebenen Anlass:

In der Niederlande ist Moffen eines von mehreren Schimpfwörtern für die Deutschen.
Nach de Vries/de Tollenare wird dieses Wort erstmals 1581, also während des 80-jährigen Spanisch-Niederländischen Kriegesieses, als Bezeichnung für Deutsche verzeichnet.
Es ist wahrscheinlich ein Lehnwort aus der Sprache deutscher Soldaten, denn diese bezeichneten mit einem Muff einen Griesgram, Brummbär, eine ungehobelte Person. Eine ähnlich Bedeutung hat auch das altfranzösische moufle (Erstbeleg 1536 = Schnauze).
Deutsche Söldner bezeichneten untereinander einzelne Personen als Muff und dieser Begriff wurde dann von Niederländern als Mof oder Moffen auf alle Deutsche angewandt.
Es gibt übrigens keine Beziehung zum Wort muffig im Sinne von dumpf, modrig, faul. Der Namen gebende Muff ist heute in der deutschen Sprache noch als Muffel (=Griesgram), muffeln, muffelig (mürrisch, verdrießlich) zu finden.

Im frühen 20. Jahrhundert gab es noch die folgenden Ableitungen im Niederländischen:
Moffrika = Deutschland
Moffrikanisch = deutsche Sprache
moffentoer = Hundearbeit

Quellen:
J. de VRIES/F. de TOLLENAERE (1991) Etymologisch woordenboek. Utrecht: Het spectrum
H.W.J. Kroes (1923) Duitsch handwoordenboek. Gouda: G.B. van Goor Zonen
DUDEN (1963) Etymologie. Herkunftswörterbuch der deutschen Sprache. Mannheim, u.a.
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Ein längerer Artikel (basierende auf einem niederländischen Zeitungsartikel)findet sich hier.

Donnerstag, 28. Januar 2010

Archaismus - Scharmuzieren

Ich lese zurzeit Ludwig Holberg "Niels Klims unterirdische Reisen" (1788, S.54)) und stieß dabei auf ein Beispiel für das Gegenteil eines Neologismus:
scharmuzieren oder scharmutzieren = kleine Gefechte oder Handgemenge ausführen.
Der Ursprung des Wortes liegt im italienischen scaramuccia, dem Aufeinandertreffen gegnerischer Gruppen. In heutiger Zeit wird auf Demonstrationen gegen Nazis scharmuziert.

Dienstag, 26. Januar 2010

Neologismus – breitsam

Gunnar hat ein neues Wort für die deutsche Sprache gefunden: breitsam

breit|sam 1. Steigerungsform von langsam, i.S. von langsamer als langsam [1. Erwähnung und Definition: Nachricht von Gunnar via Twitter und Facebook vom 25.01.2010]

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Andere Beispiele für Neologismen und Okkasionalismen:
E Evaluitis - H Händy - K Keinetzphobie siehe Nomophobia - L Luhser - M Militainment - N Nomophobia - S Schneegen - W Wissensbulimie

Beispiele für Worterklärungen und Etymologien:
B blauäugig - C Cayuco - Ciao - F Fächer (und seine europäische Varianten) - K Killefit - L Logorrhoe - M Moin - O Ostern - P Pingelpott - pingelig - Pique-Nique / Picknick - Prokrastination / Procrastination - R Razzia - T Tschüss

Siehe hierzu auch allgemein in der linken Spalte vom Blog die gesammelten Eintragungen zum Thema/Schlagwort Etyms.
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2 Kommentare:
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Eve hat gesagt…
Ha, ich wusste doch, dass mir "breitsam" irgendwie bekannt vorkam: BREITSAMER ist eine Honigmarke, siehe www.breitsamer.de ... eventuell kommt daher auch Gunnars Assoziation des "langsamer als langsam", so i. S. v. "mühsam ernährt sich das Eichhörnchen" bzw. "sammelt die Honigbiene"?!
NACKTSAMER sind übrigens noch was anderes ... und n i c h t das, was Ihr jetzt denkt!!!
;-)
26. Januar 2010 17:58
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Erkki hat gesagt…
Sehr unterhaltsam, danke!
26. Januar 2010 20:38

Dienstag, 20. Januar 2009

PIQUE-NIQUE - Picknick

Zunächst lachte ich über diese Schreibweise und machte deshalb dieses Foto in Villefranche-de-Conflent, doch ein Blick in die Etymologie belehrte mich eines Besseren. Beide Worthälften stammen aus dem Französischen des 17. Jahrhunderts:
Pique von piquer = aufpicken
Nique = Kleinigkeit




Siehe hierzu auch allgemein in der linken Spalte vom Blog die gesammelten Eintragungen zum Thema/Schlagwort Etyms.

Mittwoch, 22. Oktober 2008

Prokrastination - Procrastination

Ich dachte, dass dieses Modewort für etwas Altbekanntes bereits so weit zirkulierte, dass ich es ohne Erklärung verwenden kann. Eine Nachfrage in einer Email belehrte mich eines besseren.

Prokrastination ist die Kunst und Macke etwas Notwendiges aufzuschieben.

Die Etymologie verweist auf das Lateinische. Pro heißt vor oder für und Crastination kommt von crastinus im Sinne von morgig. Das verspottete Sprichwort "Was du Heute kannst besorgen, verschiebe getrost auf Morgen" beschreibt das Wort sehr gut.
Es ist zwar jetzt ein Modewort, aber bereits seit der frühen Neuzeit im Gebrauch.

Wikipedia hat hierzu einen netten Artikel, aber viel besser wird dieses Phänomen in einem animierten Kurzfilm von Johnny Kelly aus Dublin erläutert (es ist sein graduation film for MA in animation at the Royal College of Art).

Siehe hierzu auch allgemein in der rechten Spalte vom Blog die gesammelten Eintragungen zum Thema/Schlagwort Etyms.

Montag, 13. Oktober 2008

Wissensbulimie

Als ich gestern zwei Medizinstudentinnen zu Besuch hatte und im Gespräch darauf verwies, dass Jura und Medizin die beiden Paukfächer an den deutschen UNIs sind, in denen damit auch eine Reflexion über das Wissen verhindert wird, entgegnete die eine:
Ja, das sei die Wissensbulimie, Wissen reinfressen, zu den Klausuren auskotzen und wenig Spuren hinterlassen.

Dienstag, 29. Juli 2008

Etymologie Fächer und europäische Varianten

Aus gegebenem Anlass bei mehr als 30° C und hoher Luftfeuchtigkeit im SR ZH tauchte die Frage nach den Ursprung des Wortes Fächer auf.
Zwei Fächer wurden bereits besorgt und weitere wurden aus Papier gebastelt.

Der Fächer bezeichnet einen faltbaren Wedel, um die Luft vor dem Gesicht in Bewegung zu setzen und damit eine gewisse Kühlung zu erzeugen. Das Wort kam mit dieser Bedeutung im Deutschen im 17. Jahrhundert auf, als diese Wedel aus italienischen Territorien und Frankreich zunächst im deutschen Adel importiert wurde.
Der begriffliche Vorläufer liegt im Wedel zum Anblasen von Feuer, der im Frühneuhochdeutsch focker, focher, fechel oder föcher hieß. Das Wort stammt vom Wort fachen im Sinne von ein Feuer entfachen. Im 15. Jahrhundert hieß dieser Verb im Frühneuhochdeutsch fochen und im Mittelniederdeutsch vāken.
Etym ist das lateinische focare für anbrennen, anzünden.
Der Vokal O wurde im 18. Jahrhundert durch das A ersetzt.

Da jeder im Europa-Kolleg eigentlich einen Fächer benötigt, hier die entsprechenden Übersetzungen:
βεντάλια (GR) – Abanico (E) – Vějíř (CZ) – Waaier (NL) – Éventail (I) – Lehvik (EST) – Tuuletin (FIN) – Leque (PT) – Evantai (RO) – Ветрило (BG)
Irgendwie wundert es mich nicht, dass sich das italienische und rumänische Wort ähneln.

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Der vorherige Beitrag der Kategorie Etyms / Neologismen war: Händy

Donnerstag, 15. Mai 2008

Neologismus Händy

Als ich das Wort H ä n d y im Chat mit einer Frau aus Fourqueux in Frankreich erblickte, wurde es zunächst überlesen. Erst auf den zweiten Blick wurde klar, dass dies eine sinnvollere Schreibweise für das Mobiltelefon ist, als das akzeptierte Handy.

Die Schreibweise
Händy mit den auffälligen Punkten erlaubt es auch Menschen, die nie Englisch gelernt haben oder aus anderen Ländern kommen, diesen Schein-Anglizismus korrekt auszusprechen. Schein-Anglizismen kommen nicht aus der englischen Sprache, sondern sind deutsche Erfindungen, die eine künstliche Internationalität und Moderne vorgaukelt. Beispiele hierfür wären Beamer, Funsport, Oldtimer, Pullunder (Wikipedia führt hierzu eine Liste mit Erklärungen). Das Mobiltelefon ist im Englischen das mobile oder cell (phone) und im US-amerikanischen das cellular (phone)

Für eine korrekte deutsche Ausprache muss das Y am Wortende von Händy nicht in ein IE aufgelöst werden. Von anderen Wörter mit einem Y am Wortende, die als Lehnwörter aus der englischen Sprache übernommen wurde (z.B. Baby, Derby, Hobby, Pony), ist allgemein bekannt, dass in diesem Fall das Y wie ein IE und nicht wie üblich wie ein Ü gesprochen wird.

- - - - - Siehe auch:
Nomophobia - Keinnetzphobie

Neologismus L U H S E R
Etymologie Fächer

Freitag, 4. April 2008

Nomophobia - Keinnetzphobie

Ehrensenf hatte am 3. April einen Hinweis darauf, dass Millionen von Briten nach eigenen Bekunden Nomophobia leiden. Dies ist ein neues Kunstwort, das die Redaktion von Ehrensenf in der Daily Mail gefunden hat. Es bezeichnet die Angst auf seinen Mobiltelefon nicht erreichbar zu sein. Es leitet sich von der Phrase "no mobile" ab. Was wäre dann das richtige deutsche Wort hierfür. Hier heißt es ja "Kein Netz" oder "Kein Empfang", dann wäre die Angst nicht erreichbar zu sein "Keinnetzphobie" "Keinempfangphobie". Letztere sieht schrecklich aus.
Aber vielleicht gibt es diese Angst in Deutschland auch nicht, denn schlechter Empfang ist oftmals außerhalb der Städte zu erleben.

... und außerdem gibt es ja eine viel bessere Technologie mit HandSolo

Selbst wenn dies ein Aprilscherz war, so war dies ein gelungener, der wie bei einer guten satire nur knapp neben der Realität lag.




Siehe hierzu auch allgemein in der linken Spalte vom Blog die gesammelten Eintragungen zum Thema/Schlagwort Etyms.

Dienstag, 4. März 2008

Worterklärung blauäugig

An anderer Stelle hatte ich dieses Worte bereits einmal erklärt, möchte aber meinen Text auch im eigenen Blog wiederholen.Die Frage lautete damals, warum werden der Ausdruck „blauäugig“ im Sinne von naiv verwendet.
Der RÖHRICH (Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten) verweist hierzu auf die Biologie: Neugeborene haben zunächst blaue Augen und so steht die Blauäugigkeit für die Naivität und Unschuld der neuen Erdenbewohner und älterer Zeitgenossen. 
Röhrich schreibt es nicht, aber dies gilt nur für hellhäutige Menschen. Dunkelhäutige Menschen haben in der Regel auch bei der Geburt dunkle Augen.

Blau als Farbe ist ein Sinnbild für Treue, Durchsicht und Unverstelltheit. Johannes Brahms (op. 59, Nr. 8) hat hierzu auch ein Gedicht von Klaus Groth vertont:

Dein blaues Auge hält so still,
Ich blicke bis zum Grund.
Du fragst mich, was ich sehen will?
Ich sehe mich gesund.

Donnerstag, 7. Februar 2008

Neologismus Luhser

Detlef Gürtler von der taz betreibt den Blog Wortistik, in der merkwürdige Wörter vorstellt. Dies können sowohl Bemerkungen zur falschen Verwendung alter Begriffe, als auch die Vielzahl von ständig entstehenden Neologismen sein.
In seinem Blog schlug er nun vor, dass der Anglizismus "loser" für Verlierer, der schon weit in der Alltagssprache verbreitet ist, in der deutschen Schriftsprache
L u h s e r
geschrieben wird.
Mit Lose, losen, Loser verzeichnet die deutsche Sprache viele ähnliche Worte, in denen jeweils das o auch wie o ausgesprochen wird. Das englische o (also u) würde im Lesefluss ein Stolperstein sein.
Wie Detlef Gürtler schreibt, wäre die Schreibweise Luser gleich im doppelten Wortsinn bereits in der Computerwelt etabliert. Einmal als "local user" und einmal als Kombination von "loser" und "user", also den Menschen , die das Kauderwelsch der Programmierer nicht verstehen.
Luhser "ist sowohl eindeutig deutsch als auch unmissverständlich in Aussprache und Schreibweise." (Detelf Gürtler taz-blog)
Mal sehen, ob es gelingt dieses Wort im Deutschen zu etablieren.

Siehe hierzu auch allgemein in der linken Spalte vom Blog die gesammelten Eintragungen zum Thema/Schlagwort Etyms.

Donnerstag, 27. Dezember 2007

Killefit Etymologie

Als wir vor einer Woche zusammen eine Gans verspeisten, wurden im Verlauf des Abends zwei alte Ausdrücke im Gespräch verwendet. Einer betonte, dass er kein Pingelkopp ist und in einem anderen Kontext wurde von Killefitz gesprochen.
Pingelkopp heißt richtig Pingelpott und wurde bereits hier erläutert.

Nun kann ich auch auf den Wortursprung von Killefit oder Killefitz eingehen. Seine Konnotation ist negativ und damit werden nutz- und wertlose Aktionen, Ideen und Sachen bezeichnet. Als wir im Gespräch nach ähnlichen Wörter suchten, viel uns kein verwandtes Wort ein. Es ein Lehnwort, dass auf eine französische Wendung zurückzuführen ist.
In der napoleonischen Zeit waren französische Soldaten und Beamte in vielen Orten stationiert. Verschiedene Ausdrücke wurden damals direkt oder lautsprachlich von der Bevölkerung als so genannte Gallizismen übernommen. Das dabei das französische Wort unkenntlich wird, habe ich bereits am Beispiel tschüss (vom frz. adieu) beschrieben.

Killefit geht vermutlich auf die Wendung qui le fît (frz. für: wer das machte) zurück im Sinne von "wer (auch immer) das machte, ..."
Das Wort soll ursprünglich in der Schreibweise Killefit im Rheinland aufgetaucht sein. Eine Suche bei Google zeigt für diese Schreibweise 16.000 Treffer. Die Spezialseite Redensartenindex.de verwendet die Schreibweise Killefitz, die 6.500 Treffer unter Google hat. Es gibt auch noch Schreibweise Killifit, die aber nur 112 unter Google gefunden wird.

Quelle: Der Eintrag KILLEFIT im deutschen Wiktionary; siehe auch die Listen von Gallizismen im Wiktionary und in der Wikipedia.
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Weitere Wortursprüngen und Beiträge zur Etymologie sind über das Label ETYMS in der linken Spalte zu erreichen.