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Dienstag, 15. April 2014

Bahn und Bus zwischen Hannover und Berlin

Am zweiten Aprilwochenende habe ich erstmals eine der "neuen" Buslinien für eine Fahrt nach Berlin genutzt. Erst mit dem Ablaufen meiner BahnCard50 habe ich als überzeugter Bahnfahrer nun probehalber das Verkehrsmittel gewechselt.

Ich fuhr mit dem ADAC-Postbus, der täglich mehrere Male aus dem Westen kommend über Hannover nach Berlin fährt. Der reguläre Preis für die einfache Strecke Hannover-Berlin beträgt 24 Euro. Doch für Frühbucher gibt es auch Tickets für 19 und sogar für 14 Euro. Ich habe fünf Tage vor Reiseantritt gebucht und obwohl meine Hinreise an einem Freitag und meine Rückreise an einem Sonntag waren, konnte ich noch Tickets für jeweils 14 Euro kaufen.
Zum Vergleich: eine reguläre Bahnfahrkarte nach Berlin kostet mit einem Regional-Express 46,90 Euro, für den zuschlagspflichtigen IC sind es 54 und für den ICE sogar 68 Euro. Wenn eine Woche vorher gebucht wird, kostet es mit dem RE 44, dem IC 39 und dem ICE 59 Euro. Wirklich billiger wird es erst bei langfristiger Vorbuchung und beim Kauf einer Hin- und Rückfahrkarte. Für den Bus zahlte ich Hin- und zurück 28 Euro. Mit der Bahn mit zwei Wochen Vorlauf kosten es mit einem RE 88, dem IC oder ICE jeweils 64 Euro.

Ich höre andere Bahn-Fans schon sagen; "aber im Zug ist es bequemer, leiser und vor allem wäre ich deutlich schneller am Ziel."
Die Fahrzeit mit dem RE beträgt 4:11. Ein Bus sollte eigentlich auch nur mit einem Regionalexpress verglichen werden. Der IC benötigt laut Fahrplan 1:54 und mit dem ICE sind zwischen 1:39 bis 1:47. Jedoch muss ich anmerken, dass in meiner langjährigen Erfahrung mit der Bahn, der ICE bei jeder zweiten Fahrt deutlich verspätet abfährt und ankommt. Die Busfahrt über Wolfsburg dauert laut Fahrplan 3:50.
Die modernen Busse sind genauso bequem wie die Sitze im Zug. OK, es ist lauter vor allem im hinteren Teil eines Busses (Hinfahrt saß ich vorne und da war es nicht laut), doch die hohen Sitze verhindern, dass ständig Telefonate zu hören sind.

Im Bus besteht Anschnallpflicht, auch wenn ich auf der Hinfahrt, wo ich fünf Personen vor und neben mir sehen konnte, keiner außer mir den Gurt anlegte.
Auf der Autobahn von Hannover nach Berlin ist die rechte Spur von einer nicht endenden Reihe von LKWs blockiert. Fahrbahnverengungen vor Baustellen führen dann schnell zum STOP + GO, was glücklicherweise nur einmal passierte, aber natürlich die Fahrt verlängerte. Nur am Wochenende scheint eine störungsfreie Fahrt möglich zu sein.

Gepäck wird abgegeben und dafür gibt es eine Marke, die später bei der Ausgabe gezeigt werden muss. Für den Kauf einer Fahrkarte muss Name und Adresse angegeben werden und vorm Besteigen des Busses, wird der Ausweis mit dem Namen auf den Ticket abgeglichen. Gepäck und Ticket erinnern damit an eine Luftreise.

Im ADAC Postbus gibt es kostenfrei eine schnelle, stabile WLAN-Verbindung und gleichzeitig Zugriff auf eine Mediathek mit Musik, Büchern, Zeitschriften, TV- und Kino-Filmen. Aktuell wurden Filme wie Hobbit 1, Harry Potter 7.1 und 7.2, Inception und viele andere Filme kostenfrei angeboten. Auf der Rückfahrt habe ich diesen Service genutzt und ich hatte nur ein einziges Mal den Eindruck, dass der Film für eine halbe Sekunde stehen blieb.
Im hinteren Busteil gibt es einen Kaffeeautomaten, der für wenig Geld Heißgetränke bietet. Kaltgetränke gibt es vorne beim Fahrer.

Abschließend meine Zusammenfassung und Bewertung.
ADAC-Postbus, Buslinie Hannover-Berlin, Buslinie Berlin-Hannover, Vergleich Bus und Bahn

Dies war meine erste Busfahrt, aber sicherlich nicht meine letzte. Die Bahn muss sich anstrengen, um nicht einen Stammkunden auf den längeren Strecken zu verlieren.
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Ein weiterer Bericht über eine Fahrt mit dem Postbus findet sich hier (11. April 2016)

Ausflugsschifffahrt auf der Spree

Ich ging die Spree entlang. Es ging vom Haus der Kulturen der Welt zum Hauptbahnhof. Der Blick auf das Wasser ließ mich an einen großen Flughafen wie Frankfurt oder Heathrow denken. Dort sah ich gleichzeitig zwei oder drei Flugzeuge im Landeanflug.
Hier an der kanalisierten Spree sah ich ständig zwei oder drei gut gefüllte Ausflugsschiffe, die manchmal nur wenige Schiffslängen voneinander entfernt, Richtung Reichstag fuhren oder von dort kamen. 2-3 in jeder Richtung!
Da die heutigen Lautsprecher so klar und deutlich die Worte übertragen, gab es auch schon mal eine Kakophonie, wenn mehr als eine Stadtbilderklärung zu hören war. Hinzu kommt das ständige dumpfe Brummen der großen Motoren, welche die Massen auf den Wasser bewegen. Es war also keine Spree-Idylle.
Ausflugsschifffahrt, Spree, Reichstag, Kanzleramt
Mir fällt noch ein anderes Bild zu dieser nicht enden wollenden Kette von Ausflugsschiffen ein. Im Zoo Hannover gibt es einen Kanalrundkurs. Besuchern erhalten von kleinen Booten aus einen anderen Blick auf die Gehege für afrikanische Tiere. Diese Boote haben keinen eigenen Antrieb und werden stattdessen an einer Kette durch diesen Rundkurs gezogen.
Von den Schiffen auf der Spree gibt es einen Blick auf die hohen Tiere im Kanzleramt und Bundestag.

Montag, 14. April 2014

Rückkehr zu gutem Kaffee

Für mich ist The Coffee Shop das interessanteste Café in Berlin. Die Hektik und die Massen der Metropole sind durch eine 30 Meter breite und 20 Meter hohe Glaswand ausgeschlossen. Es sind Gespräche von den wenigen anderen Tischen des Cafés zu hören, deren Geräusche sich aber in der Größe des Raumes verlieren. Im Hintergrund rauscht ein Wasserspiel und der Blick durch den Innenhof zur Straße, auf der Touri-Busse und Gruppen vorbeiziehen, wird von sechs großen Bäumen erfreut, die in einem zwei Meter hohen Beet wurzeln.
Die dunkelblau gekleideten Sicherheitskräfte mit den sieben großen Buchstaben auf dem Rücken sorgen dafür, dass dieses besondere Ambiente erhalten bleibt.
Es ist ein öffentlicher Ort, aber nur wenige nutzen ihn.
The Coffee Shop, Auswärtige Amt, AA, Öffentlicher Raum
(Blick auf das Glasdach des Innenhofs an einem bewölkten Tag im April 2014)

Und es gibt wohlschmeckenden Kaffee, was in Berlin leider nicht mehr die Regel ist. Habe gleich zweimal in anderen Cafés erlebt, dass trotz der Bestellung eines Kaffees mir diese mediterrane, tiefschwarze, bitter geröstete Flüssigkeit serviert wurde, die halt Café oder Caffè ist, aber eben kein Kaffee, wie auf der Karte ausgewiesen.
The Coffee Shop ist innerhalb des AA-Gebäudes umgezogen, draußen steht nicht mehr der werbende Namenszug, den ich bei meinem ersten Besuch fotografierte.

Freitag, 3. Januar 2014

Neukölln in der Nacht

Was war denn das? Ich gehe mit einer Bekannten von der U-Bahnstation gleichen Namens zurück zur Wohnung. Ein offensichtlich angetrunkener Mann in meinem Alter mit vermutlich osteuropäischen Wurzeln kam langsam uns entgegen. Er fixierte mich und ich erwiderte für einen Moment seinen Blickkontakt. Beim Vorbeigehen wollte er mich offensichtlich anrempeln, doch ich hatte einen kleinen Ausweichschritt gemacht. Er sagte mit Hass erfüllter, belegten Stimme etwas wie "Schwule Sau!" und als er wir fünf Meter weiter waren, hörte ich noch ein "Scheiß Homos!".
Was soll man als Hetero dazu sagen? Darf ich nachts in Neukölln keine farbige Kleidung tragen?

Berlin Impressionen - Bärvester

Der Jahreswechsel in einer östlichen Großstadt brachte einige ungewöhnliche Anblicke, die ich hiermit teile.
(Zwei Interpretationen: 1. Das Alte, Eckige taucht aus der Moderne auf. 2. Eine Flut der Moderne spült das Alte weg. Ort: Rixdorf, Hotel an der Sonnenallee)

(Offiziell heißt die Fläche links Tempelhofer Freiheit)

(Wenn das die Polizei sehen würde, ...)

(Erntereif. Ort: Kreuzberg, Friedhöfe an der Golpener Straße)

(Und was machen dann die Polizeidirektionen 1-4? Ort: Kreuzberg, Jüterboger Straße)

(Echte und imaginierte Fassadenverzierung wie schon vor Jahrhunderten zum Beispiel in Wolfenbüttel. Ort: Kreuzberg, Querstraße zur Heimstraße)

(Es ist viel Ramsch liegen geblieben. Ort: Mitte, Französische Straße)

(Minions regieren die Stadt. Ort: Mitte, Französische Straße)

(Vermutete NSA-Abhörstation auf dem Dach der US-Botschaft. Ort: Mitte, Behrenstraße)

(Leider zum Spielplatz für gelangweilte Touristen verkommen, die von Stein zu Stein hüpfen. Es dauerte mehrere Minuten um einen Moment abzupassen, um dieses Bild ohne Springer aufzunehmen. Ort: Denkmal für die ermordeten Juden Europas)

(Mehr als hundert Wartende vom Gemüse-Kebab in Kreuzbergs Mehringstr. Schlange stehen als kommunikatives Event)
(Eine Kampagne von www.migrantas.org)