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Dienstag, 1. Januar 2019

2018 - wärmste Jahr in Hannover

Die Station Hannover-Langenhagen des Deutsche Wetterdienst  hat die Tageswerte für Silvester veröffentlicht und es ist wohl keine Überraschung, dass auch für Hannover gesagt werden kann:
2018 war das wärmste Jahr seit Beginn der meteorologischen Aufzeichnungen.
Dargestellt sind die Jahresdurchschnittstemperaturen, der fünfjährige Durchschnitt und der 30-jährige-Durchschnitt, der 2018 erstmals die 10°-Grenze überschritt.

Die Top 5 Jahre bei den Temperaturen sind aktuell:
2018: 11,15°
2014: 11,14°
2015: 10,88°
2000: 10,75°
1999: 10,61° 
Die Referenztemperatur (Klimanormalwert) ist der Mittelwert für die Jahre 1961-1990. 8,9°, das Jahr 2018 war 2,25° zu warm.
(siehe auch den vorherigen Beitrag)

Es gab schon andere warme Jahre, aber seit den 1990-er Jahren wird immer wieder neue Rekorde aufgestellt. Seit 1936 steht die Wetterstation des heutigen DWD am Flughafen Hannover-Langenhagen. Frühere Werte sind entsprechend nicht vollumfänglich vergleichbar. Es gab vor 1936 nur ein warmes Jahr, das in die TOP 5 aufrücken würde. Doch dieses Jahr war eine Singularität im Vergleich zu den Vorjahren und den folgenden Jahren:
(1867: 9,0°) 1868: 10,74° (1869: 9,39°).

Die Veränderung der Temperatur ist nur ein Aspekt des reginalen Klimawandels, doch der einzige, der allen Menschen die Veränderung zeigt.
(Messwerte von der Webseite der DWD. Berechnung von Durchschnittswerten und Graphiken vom Autor)

Samstag, 5. Mai 2018

Alkohol - Schottische Verhältnisse in Deutschland

Schottland hat als erstes Land einen Minimalpreis für Alkohol vorgeschrieben.
Eine Einheit von 10 ml reinen Alkohol muss mindestens 50 Pence kosten. Dies entspricht aktuell 57 Cent.

Dann fing ich an zu rechnen, was für Preise müssten in Deutschland verlangt werden?

Bier (Pilsener) 4,8 bis 4,9 Vol.% Alkohol.
Alkohol hat ein spezifisches Gewicht  0,78934 g/cm³.
48 bis 49 * 0,78934 = 37,9-38,7 gr je Liter
Eine Halbliterflasche müsste entsprechend mindestens 1,08 Euro
Eine Knolle (0,33) 0,72 Euro
Ein Kasten (10 l) 21,66 Euro
kosten.

Rotwein mit 12 bis 13,5 Vol.%
94,7 bis 106,6 gr je Liter
Eine Standardflasche von 0,75l müsste für Minimum 4,05 bis 4,56 Euro verkauft werden.

Das harte Zeug hat 32 bis 48 Vol.%
entsprechend 252,6 bis 378,9 gr je Liter
Der Mindest-Preis für einen Flachmann mit 0,1l Inhalt lege zwischen 1,89 und 2,16 Euro.

Zum Vergleich: Eine Halbliterflasche Herrenhäuser Pilsener kostet im Supermarkt 0,60 bis 0,79 Euro und am nächsten Kiosk 0,96 Euro.
Ich denke, dass die schottische Idee gut für Deutschland wäre.

Freitag, 30. Dezember 2016

Illusion oder Taschenspielertrick

Neulich in einer Kassenschlange eines Essener Discounters. Vor mir hatte ein Mann 3-4 Dinge auf das Förderband getan. Ich platzierte meine Ware, nahm Münzen aus der Geldbörse und während dies in meiner Hand klimperte, überschlug ich, ob das reicht.
Der Mann drehte mir einmal kurz sein Gesicht zu. Er griff sich eine Schachtel Zigaretten und drehte nun auch seinen Körper so weit zu mir um, dass er dem Kassierer den Rücken kehrte. Er verwickelte mich in ein Gespräch über Musik, da er mich beginnend gefragt hatte, ob ich ein Musiker sei.
Er griff in seine Jackentasche, zog eine CD heraus, fragte und erzählte etwas über den mir nicht bekannten Künstler. Dann war er dran, der Kassierer fragte ihn nach der Ware in seiner Hand, doch das war die CD. Er zahlte mit vielen kleinen Münzen, machte noch einen Spruch und ich war dran.

Ich bin mir ganz sicher, als er sich zu mir umdrehte und die CD aus der Jackentasche zog, dass er gleichzeitig die Schachtel Zigaretten dort versank. Als er sich zum Kassierer umdrehte, meine ich kurz eine weiße Kante in seiner Tasche gesehen zu haben.

Sein normal lautes Gespräch, sein Umdrehen, das Herausholen der CD waren Teil eines Taschenspielertricks und seiner Fingerfertigkeit.
Oder
Meine Phantasie spielte mir einen Streich.
Ich bin mir ziemlich sicher, dass dieser arm aussehende Mann von etwa 30 Jahren sich geschickt Zigaretten besorgte.

Dienstag, 2. August 2016

Zitat Trojanow Bahnschwimmen

Es gibt nur sehr eingeschränkte Zeiten, in denen Bahnschwimmen möglich, denn wie Ilija Trojanow so schön formuliert:
"Die so friedlich wirkenden Schwimmbäder sind in Wirklichkeit Kampfzonen. (...) Es gibt eine Etikette, aber die einen kennen sie nicht, die halten halten sie nicht ein. Selbst wer sich umsichtig benimmt, provoziert gelegentlich aggressive Reaktionen."
Ilija Trojanow (2016) Meine Olympiade. Ein Amateur, vier Jahre, 80 Disziplinen, S. 44
Im Lister Bad ist es relativ stressfrei zwischen den Berufstätigen (bis etwa 8 Uhr) und den Rentnern (ab etwa 9 Uhr).

Sonntag, 10. Juli 2016

Männerfüße in Sandalen

Ein bemerkenswerter Widerspruch.
Die Göttin der Mode hat Männer verboten, Sandalen zu tragen. Egal ob billige Flip-Flops, oder Marken wie Birkenstock oder Dockers, in den vergangenen Sommerwochen fiel mir in der Bahn oder bei Spaziergängen auf, dass nur sehr selten die Füße einer Mannes in offenen Schuhen zu sehen waren. Gleichzeitig erlebte ich auch merkwürdige Blicke auf meine Füße. Einerseits!
Andererseits sollte ich aktuell für einen niederländischen Verwandten eine spezielle Sandale von Birkenstock kaufen, die er bei sich Zuhause nicht bestellen konnte, obwohl Webseiten das Produkt zeigten. Ich suche die drei mir bekannten Schuhgeschäfte auf, die sich auf Birkenstock spezialisiert haben, und fragte nach dem Modell. "Das hätten wir gerne im Laden, es haben schon andere nach dieser Sandale gefragt", war die Reaktion im ersten Laden. Drei Läden später wusste ich, dass das Modell ausverkauft ist und die Geschäfte seit mehr als einem Jahr Probleme haben, bestimmte theoretische Angebote auch real anzubieten. In einem Laden wurde mir gesagt, dass die Bestellfunktion auf deren Webseite ausgestellt wurde, um die zunehmenden Frustrationen von potentiellen Kunden zu vermeiden.
Mir wurde gesagt, dass die Marke mal wieder modern bei jungen Menschen ist. Angesprochen auf meine Beobachtung aus Hannover, hieß es nur "Hannover ist stets ein wenig spät dran, wenn es um eine Mode geht".
(Ausschnitt aus dem Werbefoto für die Kommunalwahl 2016, wo ich bei den Aufnahmen durch meine Sandalen auffiel)
Nachtrag Ende Juli 2016: Bei der Critical Mass Hannover sah ich vier Männer mit nackten Füßen in Sandalen. Ich bin nicht allein!

Samstag, 2. Juli 2016

Samstägliche Stille in der Stadt

In einem Paralleluniversum findet ein Ballspiel statt. Ich sitze auf dem Balkon zum Hinterhof und lausche der Stadt.

Ein Polizeihubschrauber stand für mehrere Minuten über einen Ort etwa 500 Meter. Das war zunächst der dominante Ton. Der Hubschrauber flog weg und es war dann keine Stille.
Ein markantes Geräusch sind die bisher zwei Alarmfahrten von Krankenwagen. Die Straßen sind nur als ein unbestimmtes Grummeln zu erahnen.
Jede schwache Böe ist im Kopf der Rosskastanie zu hören und kurz darauf als Kälte zu spüren.
Ist es das Ballspiel oder ist es die Kälte. Es ist ein kühler Juli-Abend und so ist nur wenig von den hunderten von Haushalten, mit denen wir uns den grünen Hinterhof teilen, zu hören. Es sind weder Gespräche von Rauchern noch Monologe in ein Telefon zu hören.

Freitag, 8. April 2016

Schüler über Homosexualität

Ich war auf dem Weg von A nach B. Für etwa 250 Meter gingen zwei Schüler von 15-18 Jahren hinter mir. Sie unterhielten sich so laut, dass ich nicht weg hören konnte. Es waren einfache Sätze und es ging um die ihnen nachfolgende Generation:
"Ich möchte erst einen Sohn und dann eine Tochter. Der Sohn kann dann als Jugendlicher die Tochter beschützen. Wenn erst eine Tochter geboren wird, und dann ein Sohn, dann wird der doch schwul."

Ich hätte beinahe laut gelacht. Gibt es eigentlich noch Sexualkundeunterricht?

Montag, 28. März 2016

Journalismus gegen Intelligenzflüchtlinge

Ein Lob auf Journalisten, die ihren Beruf ernst nehmen.

Ich komme vom platten Land, bin aber seit mehr als 30 Jahren Großstädter. Meine Besuche in meiner Heimatregion sind ein Regulativ zum Diskurs unter Freunden in der Stadt. Intellektuelle Zumutungen der Xenophobie und der Menschenverachtung erreichen mich in der Regel nur über die Medien und wenn ich mit offenen Ohr mich im öffentlichen Nahverkehr bewegen lasse.
Auf dem Lande lese ich die lokale Zeitung, um den anderen Diskurs besser zu verstehen.

Die Kreiszeitung - Neue Stader Wochenblatt ist eine kostenlose Wochenzeitung, also ein Werbeblatt mit wenigen eigenen Artikeln. Neben der Langeweile über Unfälle, Jubiläen, Neueröffnungen und anderen Berichten, die auch als Werbung für einen lokalen Betrieb verstanden werden können, fand ich "Das Einkaufswagen-Märchen".
Der Redakteur Jörg Dammann schreibt aus Harsefeld über aktuelle urbane Legenden. Flüchtlinge die Ausgabestelle der Tafel geplündert haben oder mit vollen Einkaufswagen ohne Bezahlung einen Supermarkt verlassen und die Polizei will keine Anzeige aufnehmen, etc.
Es sind dies die Gerüchte, die auf dem platten Land (und sehr wahrscheinlich auch in der Großstadt!) an Stammtischen und in Kaffeekränzchen kursieren oder eben generell in den digitalen sozialen Medien. Es ist alles Quatsch und der Redakteur macht das, was jeder Journalist machen sollte. Er fragt bei der Tafel und bei Supermärkten nach.
Es ist natürlich alles erfunden und so unwahrscheinlich, dass man lachen müsste.

Doch auch in der Familie habe ich schon den Unsinn hören müssen, dass Polizisten Anzeigen wegen kleiner Ladendiebstähle nicht annehmen wollten. Nur der Appell an den gesunden Menschenverstand verdeutlichte den Unsinn dieser bösartigen Geschichten.

Jörg Dammann "Das Einkaufswagen-Märchen: Wenn haarsträubende Geschichten über Flüchtlinge kursieren", Kreiszeitung Wochenblatt, 21. März 2016
(Blick auf die Elbe durch einen Schutzzaun am AKW Stade)
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(siehe auch Intelligenzflüchtling und AberNazi)

Donnerstag, 3. Dezember 2015

Weihnachtsmärkte und weinende Kinder

Nur wenige hundert Meter von meinem Zuhause ist der Weihnachtsmarkt Lister Meile, der an seinen Enden und in der Mitte Fahrgeschäfte für kleine Kinder hat. Die Kinder strahlen, wenn sie dort in einem Polizeiauto mit Blaulicht oder einem Feuerwehrauto mit Glocke ihre Kreise ziehen. Dann hält die Karawane und die Kinder sollen nun aufstehen und für Andere Platz machen.
Das laute "NOCH MAL!" kennt jeder, der mit kleinen Kindern zu tun hat. Sie wollen nicht aufstehen und ich habe gesehen wie Eltern ihre Kinder aus deren gewählten Fahrzeug ziehen. Wenn die Kinder schreien und weinen, lassen sich einzelnen Eltern erpressen. Andere ziehen ihr schreiendes Kind weg vom Karussell.
Habe gerade mal wieder den Weihnachtsmarkt passieren müssen, er liegt auf dem Weg zu fast allen Zielen, die ich zu Fuß ansteuere. An zwei der Fahrgeschäfte erlebte ich einmal mehr das Drama eines total unglücklichen Kindes, dass unter lauten Protest von der Mutter vom Karussell weggezogen wurde.
Ein Karussell ist zweischneidig. Es macht Kinder (un)glücklich und kann den Eltern den Besuch eines Weihnachtsmarkt vermiesen.
(Schöner als jedes Karussell auf einem Weihnachtsmarkt. Eine unser Nana-Figuren)
Dabei ist es doch relativ einfach: Dem Kind vorher ganz klar sagen, dass es nur einmal fährt und als Plan B direkt im Anschluss mit einer anderen Attraktion (Zuckerwatte, Mandeln, etc.) die Aufmerksamkeit ablenken. Denn wer A sagt, also mit Kindern auf einen Weihnachtsmarkt geht, muss auch B sagen und Geld dabei haben und ausgeben.

Freitag, 31. Juli 2015

Neologismus ABER-NAZIS

Aber-Nazis (auch Abernazis): Biedermänner, die stets bestreiten, dass sie längst eine Ideologie in der Öffentlichkeit vertreten, die legitim als NAZI-Ideologie bezeichnet werden kann.
Es ist immer wieder von ihnen zu hören: "Ich bin kein Nazi, aber ..."

Einen Schritt weiter geht Sascha Lob. Er fordert in seiner Kolumne Die Mensch-Maschine: Nennt sie endlich Terroristen!

Mehr als 200 Angriffe seit Jahresbeginn auf bestehende und zukünftige Unterkünfte von Flüchtlingen sind Terror. Eine Karte in der taz zeigt die deutliche Konzentration auf Sachsen, dem Ursprung der Pegida. Sie zeigt wie dumpfe Ideologie, die nicht bekämpft wird, Menschen motiviert, erst ihre Xenophobie und ihren Rassismus öffentlich auszusprechen und dann sich am Terror als Aktive oder glotzende Unterstützer zu beteiligen.

Mittwoch, 15. Juli 2015

Poststreik - Notizen aus Hannover

Nur als kurze Dokumentation. Der Poststreik hatte Auswirkungen.
  • Internetbestellung. Kaufdatum 13. Juni, die Lieferung wurde für den 18.-22. Juni angekündigt. Bei diesem großen Versandhaus geht es zumeist sehr schnell. Auslieferung: 11. Juli.
  • Internetbestellung. Kaufdatum 17. Juni, hier gab es keinen Liefertermin. Auslieferung: 15. Juli.
  • Ende Juni fand eine von mir betreute Veranstaltung statt, für die um schriftliche Anmeldung gebeten wurde. Von Anfang Juni an kamen weniger als 70 Anmeldungen an, doch zur Tagung erschienen fast 100 Personen. Das war glücklicherweise kein Problem, da wir genügend Getränke und Essen bestellt hatten und der Hörsaal groß genug war. Nach der Veranstaltung erreichten uns weitere Anmeldekarten.
  • Am 14. Juli erreichte mich eine Postkarte, die am 15. Juni abgestempelt wurde.
Ich möchte nicht missverstanden werden, ich halte den Streik für wohl begründet. Mich ärgert nur, dass die Post behauptet, dass der Streik kein wirkliches Problem gewesen sei. Am Ende soll es nur einen Rückstau von einem Tag bei den Briefen und einem halben Tag bei den Paketen gegeben haben.
Unsere Müllwerker arbeiten den Rückstau, der durch einen Feiertag entsteht, innerhalb von 1-2 Tagen ab. 

Freitag, 27. März 2015

Ewige Sommerzeit.

Es werden wieder die Uhren gestellt und im Gesichterbuch wurde über den Un/Sinn der halbjährlich wechselnden Zeiten gepostet.
Ich würde mir wünschen, dass wir final auf die Sommerzeit umstellen. Auf das längere Tageslicht am Abend möchte ich nicht verzichten und wenn es dann in der dunklen Jahreszeit am Morgen länger dunkel ist, so macht mir das nichts aus. Ich brauche am Morgen kein schwaches, natürliches Tageslicht. Mir reicht ein Kaffee und die Aussicht, dass selbst im Herbst und Frühjahr am Nachmittag noch Tageslicht ist.

Doch dann sollte das System in Europa grundsätzlich verbessert werden. Ich meine damit eine Rückkehr zur Lokalzeit. Die Welt ist in 24 Zeitzonen aufgeteilt, die nicht unbedingt ihrer geographischen Lage entsprechen. Eine Stunde entspricht 15 Längengraden. Die Referenz für UTC ist Greenwich im Osten von London. Die Grenzen dieser Zeitzone müsste eigentlich 7,5° westlich und 7,5° östlich davon verlaufen. Damit wären die Niederlande, Belgien, Frankreich und Spanien in derselben Zeitzone, wie das Vereinigte Königreich und nicht in unser MEZ-Zone. Portugal würde sogar in der westlich anschließenden Zeitzone liegen und damit würde dieses Land mit Irland und Island westlich von UTC einsortiert. 
Europa, Zeitzonen, MEZ, UTC
Satirisch könnte dann auch gleich die echte Lokalzeit eingeführt werden, so dass die Mittagszeit an allen Orten mit dem Zenit der Sonne übereinstimmt. Jeder Längengrad entspricht 4 Minuten Abweichung von der Referenz von Greenwich. London 13.00 Uhr entspricht dann Amsterdam 13:20 Uhr, Oldenburg 13:33 Uhr, Hannover 13:39 Uhr und Berlin 13:53 Uhr. In Lissabon wäre es dann erst 12:23 Uhr.

Sonntag, 12. Oktober 2014

Wohnungseinbruch und die Folgen

Einbruch, aufgebrochene Tür, Kuhfußspuren, Brecheisen, Brecheisenspuren Wer es schon erlebt hat, weiß was der größte Schaden bei einem Wohnungseinbruch ist. Da ist die beschädigte Wohnungstür, wenn es in einem mehrstöckigen Gebäude passierte oder eben ein Fenster. Dann ist da das Chaos von den schnellem Öffnen von Schränken, Schubläden und Kisten, deren Inhalt durchwühlt oder zerstreut ist und schließlich der materielle Verlust der verschwundenen Dinge.
Doch das ist nicht der größte Schaden!
Es ist der Verlust der Privatsphäre, die Feststellung, dass die Sicherheit der eigenen Wohnung eine Illusion ist.

Ich war im Frühjahr 1995 von einem Wohnungseinbruch betroffen; gestern wurde in unserm Mehrparteienhaus die Wohnung direkt unter meiner aufgebrochen. Am helllichten Tag!

Keiner hatte die Geräusche vom Aufbruch der gehört, obwohl die Spuren zeigten, dass acht Mal ein Brecheisen angesetzt wurde bevor die Tür so weit beschädigt war, dass diese eingedrückt werden konnte. Ein aufmerksamer Nachbar hatte beider Rückkehr vom Einkauf die Spuren gesehen und die Polizei gerufen. Da andere Nachbarn aussagten, dass sie auf den Weg zum Einkaufen noch keine Schäden registriert hatten, konnte der Polizei ein Zeitfenster von 13:15 bis 13:50 Uhr als Tatzeit genannt werden.
Als Vertrauensperson der abwesenden Mieterin hatte ich die Wohnunsschlüssel und war die Kontaktperson für die Streifenpolizisten und die später dazu kommenden Spurensammler von der Kripo.

Irgendwann durfte ich in Wohnung und sammelte einen Eindruck für die Mieterin. Geöffnete Schranktüren, Schubladen und Schatullen. Wenige offensichtliche Schäden in der Wohnung und die wirklichen Verluste kann nur die Besitzerin feststellen.
Im Gespräch mit einer Mieterin ging es vor allem um den psychischen Schaden. Um die irrationale Angst, dass jemand in der Nacht in die Wohnung eindringt (einer Freundin, die bisher drei Einbrüche ertragen musste, ist genau das schon passiert) oder das persönlich Wertvolles (Erinnerungswerte) beschädigt oder verloren gehen.

Ein Mitarbeiter der Kripo sagte mir, dass die Aufklärungsquote bei Einbrüchen in Hannover bei 20 Prozent liegt.

Sonntag, 28. September 2014

Hotelparkplatzzufahrt

Manchmal gibt es einen guten Grund, warum ein hochwertiges Hotel (****) eine reservierte Parkzone direkt vorm  Eingang hat und der Gast nicht selber seinen Wagen auf den Parkplatz des Hotels fährt.

Als ich das Hinweisschild erstmals sah, dachte ich zunächst, dass dies der Zugang zu einer Produktion einer unabhängigen Theater- oder Kunstgruppe sei. Doch vor wenigen Wochen befuhr ich die Querstraße und sah den edlen Eingang zu diesem neuen Hotel.

Zufahrt zum Parkplatz
Zugang zum Parkplatz

Ich betone, dass ich nichts Negatives über dieses Hotel aussagen möchte. Der Gegensatz zwischen **** und der verschandelten Nebenstraßenzufahrt hinterm Bahnhof ist einfach zu groß. Sicherlich wird in kurzer Zeit dieser Gegensatz aufgehoben.

Dienstag, 16. September 2014

Flugplatz Rotenburg Wümme

In einem Teil der norddeutschen türkischen Community läuft gerade ein Gerücht, das ich hiermit als falsch erklären möchte. Es gibt keinen günstigen Flüge von Rotenburg in die Türkei!

Nordwestlich von Rotenburg / Wümme liegt die Lent-Kaserne der Bundeswehr, die auf einen Vorläufer einer Nazi-Kaserne von 1936 basiert. Seit 1937 gibt es dort ein Flugfeld, auf dem im 2. Weltkrieg Jagdflieger und Bomber stationiert waren. Von hier wurden Angriffe geflogen und 1944 fand ein großer britischer Luft-Angriff statt, der den Flugbetrieb fast beendete.
1958 übernahm die Bundeswehr das Gelände von den Briten und Einheiten der Heeresflieger waren hier stationiert. Statt einer Grasbahn gab es eine befestigte Rollbahn. 1994 wurden die militärischen Einheiten abgelöst und seitdem gibt es nur noch eine zivile Nutzung.

Der Flugplatz Rotenburg / Wümme ist ein Verkehrslandeplatz der Klasse II. Die 800m lange Rollbahn ist für Flieger bis 5,7t zugelassen. Es gibt keinen kommerziellen Flugbetrieb und es sind auch keine Langstrecken-Charterflüge ab Rotenburg bekannt.
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AERO-CONSULT bietet in Rotenburg Charterflüge mit Hubschrauber oder Cessna an (Flugziele Bremen, Lüneburger Haide).
Webseite des Flughafens (Kennung EDXQ)
Geschichte des Fliegerhorsts Rotenburg (Die Kaserne ist nach einem viel geehrter NAZI-Soldaten benannt)
PS: Es gibt auch keine internationalen Flüge ab Rotenburg an der Fulda oder Rothenburg op der Tauber

Sonntag, 14. September 2014

Olfaktorei: Apfelblüten

In den späten 1970-er Jahren gab es einige Merkwürdigkeiten in der Mode (Frisuren, Kleidung, Kosmetik), von denen viele seitdem eine Neuauflage erlebt haben.

Ich war vor kurzem im Süden Europas auf Reisen. Vor einem Bahnhof kamen mir zwei Polizisten entgegen und da war dieser Duft von grünen Äpfeln.

Schwarzkopf hatte zur Einführung eines neuen Shampoos eine lustige Werbekampagne im Fernsehen, in dem junge Menschen ihr Haar mit dem neuen Produkt wuschen und plötzlich viele kleine grüne Äpfel statt ihrer Haare auf den Kopf hatten.
Dieser sehr künstliche wirkende Geruch stammte aktuell von einem der Polizisten und ich musste lächeln.

Samstag, 30. August 2014

Widersprüchliche kirchliche Touristenpolitik

Dann stand ich schließlich doch im Duomo (Cattedrale di Santa Maria del Fiore) in Firenze. Vor dem Gebäude war eine Menschenschlange, die sich um die Ecke bis zur Mitte des Langhauses wand. Es war eine ständige Bewegung und so stellten wir uns auch an.
Bewusst, aber ohne darüber gesprochen zu haben, hatten wir beide für diesen Besuch eine lange Hose angezogen. Vor fast allen Kirchen waren die graphischen Hinweise auf angemessene Kleidung (Schultern, Oberschenkel und Knie bedeckt) zu sehen. So auch hier, nur waren hier wirklich Bedienstete mit dem Stadtwappen, welche entlang der Schlange gingen und Personen ansprachen, die nicht angemessen bekleidet waren.
Gerade Teenager und junge Frauen in der aktuellen Mode, die ihre ungesunde Magersucht zeigten, wurden angesprochen. Viele hatten in einer Handtasche ein Tuch dabei, andere wickelten ihre Jacke tief über die Hüfte, um die notwendige Bedeckung zu erreichen. Doch Männer hatten nicht unbedingt etwas dabei und ich sah einen älteren Mann, der nachdem er angesprochen wurde, die Schlange verließ und ging.
Ich war zunächst positiv überrascht, wie strikt hier eine Regel zum Schutz einer katholischen Tradition geachtet wurde. Aber so war es dann doch nicht, denn die jungen Frauen verlängerten ihre Miniröcke und Hotpants nur um 1-2 Handbreit und alleine das Bemühen wurde honoriert und sie durften in den Dom.
In anderen Kirchen habe Frauen mit Spaghetti-Trägern oder sogar mit durchsichtigen Oberteil, der die Lingerie betonte gesehen. Da gab es niemand, der angemessene Kleidung verlangte. 

Die Schilder vor den Kirchen haben noch weitere Piktogramme (Ruhe, kein Blitzlicht in der Kirche, etc.) und einige werden in den Kirchen auch durchgesetzt. Habe selbst schon erlebt, dass leise Gespräche oder Erklärungen unterbunden wurden. Im Dom war es zum Beispiel unerwünscht, dass die wenigen Stühle, die es dort gab, benutzt werden. Diese waren ausschließlich für andere Zwecke.
Das Blitzlichtverbot wurde nicht durchgesetzt. Der Dom ist angefüllt mit vielfarbigen Gemälden und Fresken und die Lichtmenge gefährdet die Bilder. Es wird zwar auch viel spekuliert, dass es sich vor allem um eine Verkaufsförderung der eigenen Postkarten (exit through the gift shop) handelt, aber das intensive Licht gefährdet tatsächlich Farben und Schriften, auch wenn ein einziger Blitz vernachlässigbar ist.
Im Historischen Archive der EU erfuhren wir zum Beispiel, dass den Wissenschaftlern das Fotografieren ohne Blitzlicht erlaubt ist, denn diese Vervielfältigung der Dokumente ist eine geringere Belastung für die Dokumente als zum Beispiel das Anfertigen einer Fotokopie.
Keiner sprach die blitzenden Touristen an und dabei gab es bei der Menschenmenge mehr als ein Blitz in jeder Sekunde, auch wenn möglicherweise bestimmte Gemälde nur alle paar Sekunden beleuchtet wurden.
Dieser Widerspruch ist mir unverständlich. Auch wenn die religiöse Kunst erst nach Jahrzehnten sichtbare Schäden zeigt, schneidet sich die Kirche ins eigene Fleisch. Denn wenn die Farben der Bilder verblassen, werden diese auch nicht mehr so attraktiv für Besucher sein.

Leicht Bekleidete werden wie "Blitzer" im Stadion behandelt, aber diese Blitzer werden ignoriert und können ihre egozentrische Zerstörung des menschlichen Kulturerbes fortsetzen.

Firenze: Probleme der Modernisierung

... und was macht ein Besitzer einer sehr alten Wohnung, wenn er Technik des 20. Jahrhundert installieren möchte?

Doch das ist nicht nur ein Problem für private Hausbesitzer, deren Räume durch Freskos, Stuck und andere kunsthandwerkliche oder künstlerische Verzierungen bereichert wurden.

In der Kathedrale Santa Maria del Fiore finden sich im Fresko der Kuppel Lüftungslöcher. Eine dieser 16 kopfgroßen Öffnungen befindet sich direkt über Jesus (siehe Bild in der Wikimedia).

Mittwoch, 13. August 2014

Telefon-Spam 040 699197105148

Habe vor sieben Wochen schon einmal über Telefon-Spam geschrieben und wie ich das Problem (bisher) erfolgreich löste.
Seit ungefähr einem Monat erhalte ich nervende Anrufe von einer Telefon-Werbefirma aus Hamburg-Barsbüttel (?): 040 699 197 105 148. Die ungewöhnliche Länge der Nummer sollte jeden Angerufenen gleich warnen.
Vorsicht! Keine Informationen preisgeben und keine Frage beantworten, auch nichts bestätigen ("Ist das der Anschluss von ....").

Ob die Firma tatsächlich in Norddeutschland sitzt, kann ich nicht beurteilen. In der ersten Stunde nachdem dieser Beitrag geschrieben wurde, wurde für mehr als die Hälfte der Zugriffe ein Absender in Russland angenommen (Google-Statistik).

Der Bundesbeauftragte für den Datenschatz und die Informationsfreiheit hat eine Seite mit Tipps gegen unerwünschte Telefonanrufe.
Bei der Bundesnetzagentur kann eine offizielle Beschwerde gegen unerlaubte Werbeanrufe eingelegt werden, die zu einem Bußgeldverfahren führen kann.
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Aktuell (Dezember 2014) nerven zwei andere Nummern
(069) 25 84 56 12 aus Frankfurt /M. wegen eines angeblichen Gewinnspiels
(0211) 63 55 86 29 aus Düsseldorf wegen einer angeblichen Konsumentenbefragung

Sonntag, 22. Juni 2014

Zitat Frank Spilker (Die Sterne)

Meine Grundeinstellung zu Essen, das in Ländern mit, ich sage mal abweichenden Hygienevorstellungen am Straßenrand angeboten wird: Eine Wurmkur kann man immer noch machen!
(Frank Spilker, Sänger und Texter der Band "Die Sterne" in einem Reisebericht aus dem östlichen China in der sonntaz, 21. Juni 2014)
Dies als Widerspruch zum Fernreise-Grundsatz "boil it, cook it, peal it or forget it".