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Samstag, 14. Februar 2015

LE MONDE diplomatique - Januar 2015


Der Januar ist vorbei, die monatliche deutsche Ausgabe der diplo ausgelesen und mit der neuen Februar-Ausgabe die vorherigen Texte auch kostenlos im Netz zu lesen.
Hier sind meine Leseempfehlungen und Zusammenfassungen, der Name des jeweiligen Journalisten führt direkt zum Artikel im Archiv der LE MONDE diplomatique:
  • Der Wissenschaftler Quentin Ravelli recherchierte über den französischen Pharmakonzern Sanofi. Er hat dafür dort auch ein Praktikum in der PR-Abteilung absolviert und in der Produktion in Rouen gearbeitet. Die Produktionsbedingungen widersprechen den öffentlich erklärten Ziel, etwas für die Gesundheit der Menschen zu tun. Wichtiger als, die Arbeiter, die die Pillen herstellen, sind die gut bezahlten Personen, die Mediziner manipulieren, mehr Präparate zu verschreiben. Er beschreibt, wie dieses Ziel erreicht wird und damit Sanofi zum viert-größten Pharmakonzern wurde.
  • Urbino mag eine Kleinstadt in Italien sein, aber der Soziologe Peter Kammerer von de dortigen Universität sieht die Stadt als ein Beispiel für gescheiterte Entwicklungsprozesse und wir die Gier nach neuen Projekten zur Modernisierung die Lebensqualität reduziert, wenn weder das Neue fertig gestellt noch das Alte in Stand gehalten wird.
  • Desmond King von der University of Oxford begründet die These, dass die Abgrenzung zwischen Schwarzen und Weißen in den USA seit der Zeit der Bürgerrechtsbewegung verschärft hat.
  • Aus Nigeria berichtet der Schriftsteller Elnathan John wie ein queerer Nigerianer zu einem Sündenbock für ein Bombenattentat wurde. Nigeria ist von Terror verschiedener Prägungen geplagt und die Regierung, die Polizei und Armee reagieren darauf hilflos oder mit Terror. Der Wunsch nach schneller Identifizierung der Täter führt dazu, dass Unschuldige getötet werden in Gegenschlägen oder eben unter Folter im Gefängnis. Das bei diesen staatlichen Aktionen besonders Menschen, die nicht der gesellschaftlichen Norm entsprechen, gefährdet sind, erklärt er mit der auch staatlich unterstützten Homophobie.
  • Der Politologe Rodrigue Nana Ngassam analysiert den Kampf gegen die Terrororganisation Boko Haram und warum diese erfolgreich große Territorien im Nordosten von Nigeria erobern konnten und Rückzuggebiete im Kamerun haben.
  • Baumwolle ist seit mehr als einem Jahrzehnt kein Naturprodukt mehr. Die Journalistin Annette Jensen beschreibt, dass weit mehr als Zweidrittel der weltweiten Produktion mit genmanipulierten Pflanzen erfolgt und etwa ein Zehntel aller Agrochemikalien für diese Pflanze verwendet werden. Da Baumwolle sehr viel Wasser braucht, werden auch noch 6% des jährlichen Wasserverbrauch auf dieses Konto. Die gesamten Produktion von Baumwollprodukten ist von Produktion, der Garnherstellung und der Textilherstellung von unmenschlichen Arbeitsbedingungen geprägt. Öko-Baumwolle ist möglich, aber der beschleunigte Wechsel der Mode, führt zu immer kürzerer Nutzzeiten des weit überwiegenden Teils aller Textilien, die nur mit Gen-Baumwolle zu niedrigen Preisen und hohen Gewinnmargen möglich ist.
  • Der VWL-Professor Marc Humbert von der UNI Rennes I berichtet über die Situation von Zuwanderern nach Japan. Wenn man die Koreaner nicht mit zählt sind weniger als 1% der Menschen in Japan Ausländer. Einbürgerung ist selten und selbst dann ist. man auch für die Verwaltung weiterhin ein Fremder. Japan erlebt radikal wie ein zunehmender Teil der Bevölkerung nicht mehr berufstätig ist und die Gesamtbevölkerungszahl bereits abnimmt. Die Regierungspolitik will keine Einwanderung.
  • Japanische Firmen haben in Indien Produktionsstätten für den indischen Markt errichtet. Eine Lohnspreizung zwischen monatlich umgerechnet 58 Euro und 350 Euro zwischen Grundlohn und Festangestellten hat bei Maruti-Suzuki zu Arbeitskämpfen geführt, berichtet die Journalistin Naike Desquesnes. Freie Gewerkschaften und Tarifverhandlungen waren nicht vorgesehen. Die Konsequenz des Streiks ist eine Lohnerhöhung auf monatlich 140 Euro und das die Arbeitskräfte nicht mehr aus dem Umland der Fabrik stammen und nach sieben Monaten durch neue Arbeitskräfte ausgetauscht werden. Das japanische Management versucht damit jede Solidarisierung unter den Arbeitern zu verhindern, da es genügend arbeitslose Bewerber gibt.
  • Die Aufnahme und Versorgung von Flüchtlingen ist ein großes Geschäft. Der Journalist Stefano Liberti erfuhr, dass Italiens Regierung in einem Jahr 700-800 Millionen Euro hierfür ausgibt. Keiner kontrolliert, ob die Tagessätze für einen Flüchtling, die an die jeweiligen Betreiber einer Unterkunft ausgezahlt werden, überhaupt für Flüchtlinge verwendet werden. Kriminelle Banden und hohen Beamten wird aktuell nachgewiesen, dass sie soviel Geld abzweigen, so dass Flüchtlingsbetreuung bereits ein attraktiveres Geschäft als der Drogenhandel sind.
  • Die falschen oder amüsanten Sätze, die der Google Übersetzer anbietet, sind Thema des Beitrags von Frederic Kaplan und Dana Kianfar. Referenzsprache für das Programm ist Englisch, d.h. wenn die Ausgangs- und Zielsprache nicht Englisch sind, erfolgt eine Doppelübersetzung über das Englische. Wenn es "aus Eimern schüttet", heißt es im Englischen "it rains cats and dogs" und daraus wird im Italienischen "Piove cani e gatti", was aber nicht Italienisch ist. Junge Menschen akzeptieren diesen Sprachimperialismus und es ist zu erwarten, dass dieses Pseudo-Italienisch in deren Sprache integriert wird, so wie das falsche "Sinn machen" (statt "Sinn ergeben") ins Deutsche übernommen wurde.

Sonntag, 5. Oktober 2014

Warten in Schiphol

Nicht endende Langeweile. Es ist egal, wie der Flughafen heißt. Wenn die Aufenthaltszeit eine zeitliche Grenze überschreitet, ist es langweilig. Die Szenen wiederholen sich und die Ansagen können mitgesprochen werden, auch wenn es ungewöhnliche Ansagen sind.
"Passenger ... (Nachname) to ... (Flugziel). You are delaying the flight. Immediate boarding or we proceed to offload your baggage" 
Und dann gibt es die Menschen, die zwar eine Abwechslung bringen, sogar bedingt unterhaltsam sind, aber eher zum Kopfschütteln führen.
Der zentrale niederländische Flughafen Schiphol bei Amsterdam hat angenehme Orte, darunter auch einen Bereich, der mit seinem vielfältigen Grün und einem kleinen Einkaufspavillon davor, viele Geräusche der vorbei eilenden Passagiere schluckt und damit einen Ruhebereich schafft. Hier dösen und schlafen Transitreisende (wie ich auch einer war), aber einige denken scheinbar, dass dies auch ein Versteck für ihr Gepäck ist und die Dösenden schon dafür sorgen, dass niemand ihr Gepäck entfernt.

Ich saß in einem bequemen Sessel und hatte nicht beachtet, dass in meiner Nähe Handgepäck auf einen anderen Sessel aufgestapelt war. Eine Sicherheitskraft kam und fragte systematisch einen nach den anderen, ob das Gepäck uns gehört oder ob wir wissen, wen es gehört. Nur eine Frau war bereits lang genug in diesem Bereich gewesen, um sich daran zu erinnern, dass die Passagiere bereits vor längerer Zeit weggegangen waren.
Da der Mann vom Flughafen auch mich fragte, erlebte ich alles wie im 1970-er Werbespruch "Live und in Farbe" (Olympia 1972 oder Fußball-WM 1974). Er wartete kurze Zeit und hielt Ausschau. Da nichts passierte, sprach er erst über Funk mit einer Kollegin, dann mit der Frau, die ihn den Hinweis gegeben hatte. Sie möge doch bitte die Passagiere informieren, dass deren Handgepäck bei der Flughafen-Sicherheit zu finden sei. Sprach 's, nahm die vier Teile und verschwand.

Nach etwa einer halben Stunde verschwand auch die angesprochene Frau und nicht lange danach kamen zwei italienisch sprechende Männer und vermissten ihr Handgepäck. In Zeichensprache wollten sie von mir erfahren, ob ich wüsste, wo ihr Gepäck ist. Ich sprach langsam Englisch, gewann aber schnell den Eindruck, dass die beiden nur sehr wenig verstanden und selbst noch weniger sprachen. "Sicurezza" und ein Fingerzeig nach unten war ihre fragende Entgegnung, die ich durch ein Nicken bestätigte. Die beiden Männer verschwanden.
Nur wenige Minuten später kamen drei Italienisch sprechende junge Menschen, nahmen in meiner Nähe Platz und verschwanden nach wenigen Minuten ohne ihr Handgepäck mitzunehmen.
Ist das so üblich in Italien?
Wieder hörte ich die Durchsage "Passenger ... (Nachname) to ... (Flugziel). You are delaying the flight. Immediate boarding or we proceed to offload your baggage". Erst nach dem vorherigen Erlebnis merkte ich, dass diese Durchsage regelmäßig zu hören war. Es waren stets andere Namen, aber sehr viele von ihnen klangen Italienisch.

Da ich kein Interesse hatte, noch mal eine Gruppe in ihrer Sorglosigkeit zu unterstützen, suchte ich mir einen neuen Ort, um den Rest meiner mehr als fünf Stunden im Transit zu verleben.
Der beschriebene Ruhebereich ist wirklich ungewöhnlich und so etwas hatte ich in dieser Form vorher und seitdem an keinen anderen Flughafen gesehen. Es gab sogar einen Ausgang zu einer Dachterrasse. Im künstlichen Grün waren an der Decke Lautsprecher versteckt aus denen Vogelgeräusche abgespielt wurden. Neben den von mir benutzten bequemen Sesseln gab es auch Plattformen mit übergroßen Granulatsäcken, auf die man sich legen oder setzen konnte. Und nirgendwo blinkende oder sonstige Werbung.

Schiphol hat einen wirklich angenehmen Ort für Transit-Passagiere.

Samstag, 30. August 2014

Widersprüchliche kirchliche Touristenpolitik

Dann stand ich schließlich doch im Duomo (Cattedrale di Santa Maria del Fiore) in Firenze. Vor dem Gebäude war eine Menschenschlange, die sich um die Ecke bis zur Mitte des Langhauses wand. Es war eine ständige Bewegung und so stellten wir uns auch an.
Bewusst, aber ohne darüber gesprochen zu haben, hatten wir beide für diesen Besuch eine lange Hose angezogen. Vor fast allen Kirchen waren die graphischen Hinweise auf angemessene Kleidung (Schultern, Oberschenkel und Knie bedeckt) zu sehen. So auch hier, nur waren hier wirklich Bedienstete mit dem Stadtwappen, welche entlang der Schlange gingen und Personen ansprachen, die nicht angemessen bekleidet waren.
Gerade Teenager und junge Frauen in der aktuellen Mode, die ihre ungesunde Magersucht zeigten, wurden angesprochen. Viele hatten in einer Handtasche ein Tuch dabei, andere wickelten ihre Jacke tief über die Hüfte, um die notwendige Bedeckung zu erreichen. Doch Männer hatten nicht unbedingt etwas dabei und ich sah einen älteren Mann, der nachdem er angesprochen wurde, die Schlange verließ und ging.
Ich war zunächst positiv überrascht, wie strikt hier eine Regel zum Schutz einer katholischen Tradition geachtet wurde. Aber so war es dann doch nicht, denn die jungen Frauen verlängerten ihre Miniröcke und Hotpants nur um 1-2 Handbreit und alleine das Bemühen wurde honoriert und sie durften in den Dom.
In anderen Kirchen habe Frauen mit Spaghetti-Trägern oder sogar mit durchsichtigen Oberteil, der die Lingerie betonte gesehen. Da gab es niemand, der angemessene Kleidung verlangte. 

Die Schilder vor den Kirchen haben noch weitere Piktogramme (Ruhe, kein Blitzlicht in der Kirche, etc.) und einige werden in den Kirchen auch durchgesetzt. Habe selbst schon erlebt, dass leise Gespräche oder Erklärungen unterbunden wurden. Im Dom war es zum Beispiel unerwünscht, dass die wenigen Stühle, die es dort gab, benutzt werden. Diese waren ausschließlich für andere Zwecke.
Das Blitzlichtverbot wurde nicht durchgesetzt. Der Dom ist angefüllt mit vielfarbigen Gemälden und Fresken und die Lichtmenge gefährdet die Bilder. Es wird zwar auch viel spekuliert, dass es sich vor allem um eine Verkaufsförderung der eigenen Postkarten (exit through the gift shop) handelt, aber das intensive Licht gefährdet tatsächlich Farben und Schriften, auch wenn ein einziger Blitz vernachlässigbar ist.
Im Historischen Archive der EU erfuhren wir zum Beispiel, dass den Wissenschaftlern das Fotografieren ohne Blitzlicht erlaubt ist, denn diese Vervielfältigung der Dokumente ist eine geringere Belastung für die Dokumente als zum Beispiel das Anfertigen einer Fotokopie.
Keiner sprach die blitzenden Touristen an und dabei gab es bei der Menschenmenge mehr als ein Blitz in jeder Sekunde, auch wenn möglicherweise bestimmte Gemälde nur alle paar Sekunden beleuchtet wurden.
Dieser Widerspruch ist mir unverständlich. Auch wenn die religiöse Kunst erst nach Jahrzehnten sichtbare Schäden zeigt, schneidet sich die Kirche ins eigene Fleisch. Denn wenn die Farben der Bilder verblassen, werden diese auch nicht mehr so attraktiv für Besucher sein.

Leicht Bekleidete werden wie "Blitzer" im Stadion behandelt, aber diese Blitzer werden ignoriert und können ihre egozentrische Zerstörung des menschlichen Kulturerbes fortsetzen.

Firenze: Probleme der Modernisierung

... und was macht ein Besitzer einer sehr alten Wohnung, wenn er Technik des 20. Jahrhundert installieren möchte?

Doch das ist nicht nur ein Problem für private Hausbesitzer, deren Räume durch Freskos, Stuck und andere kunsthandwerkliche oder künstlerische Verzierungen bereichert wurden.

In der Kathedrale Santa Maria del Fiore finden sich im Fresko der Kuppel Lüftungslöcher. Eine dieser 16 kopfgroßen Öffnungen befindet sich direkt über Jesus (siehe Bild in der Wikimedia).

Europäische Kulturhauptstadt Firenze

Jedes Jahr werden zwei Städte oder Regionen zur Kulturhauptstadt Europas benannt, um die Vielfalt und Gemeinsamkeit des kulturellen Erbes bewusst zu machen. Florenz 1986 eine der ersten Titelträger. Die Initiative soll in jedem Jahr in anderen Städten einen Beitrag zur Förderung der Kultur leisten.
Firenze ist eine der wenigen wirklichen kulturellen Hauptstädte in Europa. Und damit ist nicht nur die unübersehbare Zahl von Objekten und Malereien vom Mittelalter über die Renaissance bis in den Barock in den vielen Museen und Kirchen gemeint, sondern die historische Altstadt als Ganzes, die natürlich gleichzeitig UNESCO-Weltkulturerbe ist. Dessen ist sich die Stadt Florenz auch sehr bewusst und im Antrag zur Anerkennung bei der UNESCO finden sich die Bemerkung, dass „jede Rechtfertigung hierfür lächerlich und unverfroren“ sei, da sich hier die „weltgrößte Anhäufung universell bekannter Kunstwerke“ (Wikipedia) befinde.

Im Kleinen fand sich die Kultur, wenn auch minderer Güte in unserer Unterkunft in der Via Cavour.

Wenn ich morgens die Augen aufmachte, sah ich das Bild an der Decke über meinen Kopf. Die ganze Decke war ein Fresko aus neuen Bildern und einer umgebenden Verzierung.
Es war ein altes Haus, mit schlecht schließenden einfachen Fenstern und Schwingböden. Wenn in der Etage über uns jemand ging, war es so deutlich zu hören, als wenn die Person bei uns auf der Etage ging. Über uns lebte eine musikbegeisterte Person. Bereits am ersten Tag hörte ich Opernarien und dachte zunächst, dass dies Tonträger sein, bis ich erkannte, da sang wirklich jemand. Während des Urlaubs hörte ich verschiedene Arien, die zum Teil am Klavier begleitet wurden.
So wir die früheren Besitzer meiner Urlaubsunterkunft durch Malerei ihre Teilhabe an der florentinischen Kultur bezeugten, so finden sich auch in Nebenstraßen und Hinterhöfen immer wieder Kunst (Stuck, Freskos). Manchmal ist es an der Grenze zum Kitsch, manchmal ist es einfach schön.
Firenze, Florenz, Fresco, Fresko
(Fresko an einem Durchgang des Ospedale Santa Maria Nuova, Via Sant'Egidio)
Das Fresko stammt aus dem Jahr 1614 und wird Antonio Circignani (1560-1620) zugeschrieben. In der Wikimedia findet sich eine deutlichere Abbildung, als meine mit einem iPad gemachte Aufnahme.

Dienstag, 26. August 2014

Streetart von Blub in Firenze

Blub, Paste-Up, Firenze, Florence, FlorenzEiner der interessantesten Streetart-Künstler in Firenze bezeichnet sich als "Blub". Es sind Paste-Ups und gezeigt werden bekannte Motive von prominenten Personen. Die Serie heißt L’ARTE SA NUOTARE (=Die Kunst kann schwimmen).
Habe vier Bilder aus einer langen Serie gesehen und fotografiert. Es ist vergängliche Kunst, die wieder entfernt und zerstört werden kann. Auf der Instagramm-Seite des Künstlers finden sich viele weitere Motive, die im letzten Jahr in Firenze zu sehen waren.
Blub, Paste-Up, Graffiti, Firenze, Florence, Florenz, Dante 
Dante Alighieri (Gemälde von Sandro Botticelli)

 Blub, Paste-Up, Graffiti, Firenze, Florence, Florenz, Mona Lisa 
Mona Lisa / La Gioconda (Gemälde von Leonardo da Vinci)
 Blub, Paste-Up, Graffiti, Firenze, Florence, Florenz, Garibaldi Giuseppe Garibaldi (Fotographie von 1866)

Blub, Paste-Up, Graffiti, Firenze, Florence, Florenz, Leonardo Leonardo da Vinci (unklar ob Selbstbildnis oder Zeichnung von Giuseppe Bossi)

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Es gibt zwei weitere Beiträge zur Streetart. Zum einen Beispiele aus der Serie LOVE EXIT / EXIT LOVE vom Sprayer "K" (?) und unsortierte Beispiele für weitere Paste-Ups und sich wiederholende Schablonen mit einem politischen Kontext.
Siehe auch: Streetart in Warschau / Warsaw / Warszawa

Sonntag, 24. August 2014

Streetart von K in Firenze

In Florenz finden sich verschiedene Graffiti eines unbekannten Künstlers. Einige seiner Bilder sind vollständig anonym, aber bei einem findet sich das Kürzel K.
Zumindest in meiner Interpretation ist es ein wunderschönes Motiv, das K variiert. Die Liebe ist der Ausgang von allem.
Firenze, Graffiti, Streetart, Exit Love, Love Exit
Firenze, Graffiti, Streetart, Exit Love, Love Exit, Jakobsleiter
Firenze, Graffiti, Streetart, Exit Love, Love Exit Besonders die Jakobsleiter gefällt mir ausgesprochen gut.

Diese Figuren fanden sich im Osten der Altstadt. "K" (?) hat vorher bereits mindestens eine andere Serien gesprayt. Es finden sich diverse Figuren mit einem Luftballon an einem Band. Auch hier sind Kanten und Absätze an Gebäuden die Standfläche für seine Figuren.
Weitere neuere Beispiele der Street Art von K finden sich im Blog von Jörg.
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Weitere Beispiele für Street Art in Firenze / Florenz finden sich in einen früheren Beitrag. Für den Künstler Blub wurde ein weiterer Beitrag erstellt.
Siehe auch: Streetart in Warschau / Warsaw / Warszawa

Paste-Up und andere Streetart in Firenze

Wer mit wirklich offenen Augen durch Firenze geht, wird neben den üblichen optischen Müll der egozentrischen "Tags" auch Streetart sehen. Das Folgende sind mehr oder minder zufällige Funde im Straßenbild. Verfremdung ist oftmals das Motiv und es lassen sich verschiedene Künstler erkennen, deren Kunst ohne Wiederholungen an vielen Hauswänden oder Verkehrsschildern zu finden sind.



Doch für politische Statements wird auch mit Schablonen gearbeitet.

Graffiti von K aus der Serie "Exit Love" finden sich im Folgebeitrag. Auch für den Streetart-Künstler Blub  mit seiner Serie Die Kunst kann schwimmen / L'ARTE SA NUOTARE wurde ein eigener Beitrag verfasst.
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siehe auch: Streetart in Warschau / Warsaw / Warszawa

Sonntag, 17. August 2014

EK Firenze - Die Anreise per Bahn

Die Hinfahrt nach Firenze war keine ungeteilte Freude. Wegen einer Bahnbaustelle in Bayern erhielt ich vor einer Woche einen Verspätungsinformation mit einem neuen Reiseplan für mein vor drei Monaten gekauften Ticket. Der neue Reiseweg über die Schweiz war so unattraktiv, dass ich direkt zum Bahnschalter ging und in einem langen Gespräch mit verschiedenen Versuchen Alternativen andere Reisewege zu finden, war ich schließlich besser gestellt als vorher.
Ursprünglich hätte ich für diese Strecke dreimal Umsteigen müssen, bis ich in Innsbruck den CNL nach Firenze mit meiner Sitzplatzreservierung besteigen würde. Nun war es ein Direktzug nach München, wo ich am Ausgangspunkt des genannten CNL bereits meinen Platz einnahm.
Auf den 100 km zwischen München und Garmisch kletterte der Zug bereits 180 Meter hoch. Die Strecke war zum Teil einspurig und entsprechend hatten wir immer wieder in kleinen Bahnhöfen wie Huglfing Aufenthalte, um entgegenkommende Züge passieren zu lassen. Es zeigten sich die steilen Nordhänge der Alpen, teils bewaldet, teils bis ins nackte Gestein. Ab Garmisch ging es dann weiter mit der einspurigen. Vor Garmisch war bereits Sonnenuntergang und so war danach Vieles nur in Schemen mehr zu ahnen als zu sehen.
Von Garmisch (708m) klettert der Zug bis Seefeld auf 1.128 Höhenmeter, wie auch klar in den Ohren zu spüren war. Da Innsbruck dann nur auf 631m liegt, ging es schnell wieder hinab und vor Innsbruck fuhren wir sehr hoch am Talrand und sahen die hell erleuchtete Stadt mit ihrem Farbenspiel.
Der Fahrplan sieht lange Stopps in Garmisch und Innsbruck vor, da nur so wegen der außerplanmäßigen Stopps, um Züge passieren zu lassen, so etwas wie ein Fahrplan eingehalten wird. Direkt nach München gab es bereits die Durchsage, dass es auf der Fahrt keine Durchsagen geben würde, da es ein Nacht/Schlaf-Zug sei. Informationen zur Weiterfahrt mussten direkt beim freundlichen Schaffner erfragt werden.
Ich hatte als Einziger im Waggon ein Abteil für mich alleine, aber auf Nachfrage bei der Fahrkartenkontrolle erfahren, dass auch dieses Abteil vollständig ausgebucht war, aber die anderen Plätze erst in Innsbruck eingenommen würden.
Ich hatte ein günstiges Europa-Spezial-Ticket und erwartete wie vor eineinhalb Jahren im Nachtzug Basel-Chiaso auf meiner Fahrt zum EK Treffen in Genova ein Schlaf-Sitzplatz, wo ich mich ausstrecken und anlehnen könnte. Leider war es ein alter D-Zug-Waggon mit 6-er-Abteilen, die nur eine geringe Sitzplatzveränderung erlaubten.
Es war ein Waggon von 1991 und es war tatsächlich in den 1990-er Jahre vor der Abschaffung der D-Züge, dass ich zuletzt so einen unbequemen Platz hatte. Dieser Platz war für elf Stunden meine Basis und steigerte meine Unzufriedenheit so weit, dass ich mir sagte, so etwas mache ich nicht noch mal.
Gegen 23 Uhr stieg in Innsbruck eine fünfköpfige, deutsche Familie zu und irgendwie versuchten wir alle eine nicht zu unbequeme Position zu finden und so in den Schlaf zu finden. Doch was ist schon Schlaf, wenn nach dem Grenzübertritt nach Italien wir alle fünfmal durch Lautstärke oder durch eine Fahrkartenkontrolle geweckt wurden. Immer wieder wurde die sich schlecht schließende Tür zum Gang mit Krach geöffnet und jemand schaute in unser unbeleuchtetes Abteil auf der Suche nach einem Sitzplatz. Auf dem hell erleuchteten Gang wurde ständig lautstark Italienisch geredet und bei Bahnhofsaufenthalten (zum Beispiel Verona) Fenster zum Bahnsteig und damit eine weitere Krachquelle geöffnet. In Bologna verließ die Familie den Zug und drei Italiener nahmen Platz. Die Vorhänge zum weiterhin erleuchteten Gang wurden beiseite geschoben, um die wenigen Aktivitäten im Bahnhof vom Sitz zu beobachten. Damit war nach drei Stunden Schlaf (?) aufgeteilt in vier Stücke gegen 4 Uhr morgens meine Nacht vorbei. Viertel nach Fünf ging es endlich weiter Richtung Firenze, wo ich total übermüdet um 6:15 Uhr aus dem Zug stieg.
Unser Gastgeber hatte uns viele Informationen gegeben, darunter wo man billig Busfahrscheine erhält und wo man ein Frühstück bekommt. Wir beide hatten uns darauf geeinigt, dass ich nicht unmittelbar zu ihn fahren würde, so dass er noch ein wenig schlafen könnte. Das war dann aber auch nötig, denn die Busfahrkartenstelle machte erst nach 7 Uhr auf und ich musste mit meinem dreiteiligen Gepäck weit laufen, um zumindest eine Tasse Kaffee zu bekommen.
Dann musste ich mich mit einer spezifischen Form der Unpünktlichkeit auseinandersetzen. Die städtische Buslinie in Richtung zur EUI fährt an einem Samstag nur alle halbe Stunde und ich war etwa fünf Minuten vor der Abfahrt an der Haltestelle, wo sonst niemand wartete und nach zehn Minuten war der Bus immer noch nicht da. Ich ging in den Ruhemodus und nach zehn Minuten kam ein Bus der benachbarten Linie weitestgehend pünktlich. Weiter warten und sieben Minuten vor der Abfahrt des nächsten Busses meiner Richtung kam ein Bus an den Startpunkt der Linie und fuhr sechs Minuten vor dem Fahrplan los. Das war dann wohl auch eine halbe Stunde vorher passiert. Denn vor der Ankunft dieses verfrühten Busses kamen so nach und nach immer mehr Passagiere für die Linie 1A und mit der verfrühten Abfahrt war die Bushaltestelle wieder verwaist. Fahrpläne sind zur Beruhigung und signalisieren nur, dass regelmäßig ein Bus verkehrt.

Es tat so gut F. zu begrüßen. 19 Stunden nachdem ich meine Wohnung in Hannover verlassen hatte, stand ich in seinem Appartement und die Freuden des Europa-Kollegs 2014 begannen.

Samstag, 16. August 2014

Treffen des Europa-Kollegs in Firenze

Und wieder ist ein große Gruppe aus vielen europäischen Ländern auf dem Weg um sich zu treffen. In diesem Jahr ist das Ziel Firenze und eine weitere toskanische Stadt.
Das Europa-Kolleg ist kein Reiseverstalter, aber ich habe durch diesen erlesenen Kreis seit 2006 Reisen nach Helsinki, Tallinn, Praha, Poprad, Bucuresti, Sibiu, Barcelona, Malaga, Lisboa, Talsinki, Genova und Budapest unternommen.
Wir treffen uns, stabilisieren und erneuern unsere Kontakte und Freundschaften, Feiern, haben aber jeweils ein Kulturprogramm und zuletzt auch fast schon offizielle Termine. Ich erinnere mich gerne an das Folk-Festival in Viru, wo Tjörk auftrat oder das ungewöhnliche Theaterstück in Praha, die Museen in der europäischen Kulturhauptstadt Sibiu und anderen erhebenden und unterhaltsamen Programmpunkten.

In Tallinn und Budapest besichtigten wir u.a. das Parlament und in diesem Jahr gibt es europäische Hochkultur in den Uffizien und ein Besuch im Historischen Archiv der Europäischen Union, in Nachbarschaft zum Europäischen Universitäts-Institut.

Ein europäisches Netz von vielen - für mich persönlich das wichtigste - wird gepflegt. 

Der Beitrag wird fortgesetzt.

Ein erster Beitrag über die Anreise. Als überzeugter Bahnreisender muss ich bekennen, dass die Sitzwagen im deutschen CNL so schlecht sind, dass ich ausdrücklich die Buchung eines Liegewagens empfehle.
In der Stadt finden sich neben den üblichen, langweiligen Tags von ach so coolen jungen Männern, echte Street Art. Der Künstler Blub arbeitet mit Verfremdung und vergänglichem Material. "K" (?) macht Graffiti, aber diese sind auch vergänglich, wie das Thema seiner Kunst (LOVE EXIT oder doch EXIT LOVE). In einen weiteren Beitrag stelle ich noch andere Beispiele für Paste-Up und Schablonen vor.
Firenze ist ein lebendes Museum der Kunst!

Kunst und Kultur findet sich überall. In den kirchlichen Gebäuden und Museen befindet sich die geschätzte Hochkultur, doch in Nebenstraßen oder in Privatwohnungen findet sich Kulturelles, was manchmal Kunsthandwerk und manchmal Kunst ist. Moderne Notwendigkeiten (Stromversorgung, Entlüftung, u.a.) greifen dabei manchmal radikal ein. Da stellt sich die Frage, was soll erhalten werden und was nicht? Ist die katholische Kleiderordnung wichtiger als der Erhalt der Farben von Freskos und Gemälden?

Nördlich des Flughafen Firenze befindet sich die offizielle Wetterstation der Region Toscana und der Italienischen Forschungsrates.
Das LAMMA "Laboratorio di Meteorologia Modellistica Ambientale" veröffentlicht eine Auswahl von meteorologischen Messwerten (Temperatur, Niederschlag, Luftfeuchtigkeit, Sonneneinstrahlung, Wind, etc.). In unserer Stadtwohnung in Via Cavour war es aufgrund der urbanen Wärmeinsel sicherlich 2-4° wärmer als am Flughafen. Entsprechend kann festgestellt werden, dass vom 19. bis zum 26. August mit der Ausnahme des 22. alle Nächte Tropennächte waren. Mit den ausnahmen des 16. und 23. August waren alle Tage Tropentagen. Doch da im langjährigen Durchschnitt für den gesamten August Nachttemperaturen von 18,0° und am Tagestemperaturen von  29,4° errechnet wurden, war es nicht ungewöhnlich heiß. Nach der gleichen Datenbasis schwankte die Luftfeuchtigkeit zwischen einem täglichen Minimum von 30-40% und einem Maximum von 80-90%. An vielen Tagen gab es eine hohen UV-Belastung (6 auf dem UV-Index)

Samstag, 16. März 2013

You Are My Sunshine - EK-Erinnerungen

Ein Text über den Sonnenschein

In jedem Jahr habe ich mindestens einen Sonnenschein kennen gelernt, eine Person, die durch ihre Art oder ihr Lächeln auch bei mir ein Lächeln erzeugte und so bereits zum Frühstück den jeweiligen Tag zu einem guten Tag machte.
Es waren dies die "Good Vibrations" oder anders ausgedrückt, das "ich kann dich gut riechen" als Gegensatz zum "den kann ich nicht riechen".
Wenn ich nun auf die Namensliste der zehn Jahrgänge schaue, erzeugen einige Namen weiterhin ein Lächeln, da die positive Erinnerung überwiegt. Es gab Jahre in denen es mehr Sonnenschein gab und Jahre mit weniger; auch war es nicht immer "die", sondern manchmal auch "el", "le" oder "il".

Die moderne Kommunikation und unsere jährlichen EKNT (2013 heißt das Ziel Budapest) erlauben mir, in Kontakt zu bleiben und zu beobachten, wie die Alumni nach der Schule ihren Weg durch die Hochschule oder Universität finden.

Dienstag, 28. August 2012

Luigi Francoli Grappa Del Piemonte

Das war bis gestern eine schöne Erinnerung an meine erste Reise nach Italien zu Beginn dieses Jahres. An unsern letzten gemeinsamen Abend waren wir bei den Eltern einer der Gastgeberinnen zu einem opulenten Abendmahl geladen.

Mir wurde ein Grappa angeboten, den ich alleine schon wegen der Farbe und meiner Neugier gerne annahm. Ich kannte Grappa bisher nur als klaren Schnaps, doch erst in der Flasche und dann in meinem Glas war etwas bernsteinfarbiges. Dieser Grappa schmeckte auch viel milder, als die mir bis dahin bekannten Sorten, die Freunde aus Italien mitgebracht hatten oder der mir in einem italienischen Restaurant serviert wurde.

Also wenn jemand in Italien einen
Luigi Francoli
Grappa Del Piemonte
Riserva cinque anni
sieht, so kann ich den Kauf einer Flasche empfehlen.

Da mir dieser Grappa so gut geschmeckt hatte, hat mir die Gastgeberin vor meiner Abreise, die angefangene Flasche geschenkt. Leider war es gestern der letzte Schluck.

Freitag, 6. Januar 2012

Hannover - Genova / Bahnfahrt statt Flug

Geht doch.
Mit entsprechender frühzeitiger Buchung ist eine Bahnfahrt selbst auf einer so langen Strecke günstig und von der Reisezeit erträglich. Das Lustige ist, dass mir schon mehrmals gesagt wurde, dass lange Bahnfahrten zu Spezialkonditionen abgelehnt werden, weil man sich frühzeitig festlegen muss. Hm, Flugtickets werden Monate vor der Reise gekauft und legen einen sehr strikten Zeitplan fest. Bahntickets können erst drei Monate vor der Fahrt gekauft werden.

Ich war mit einem Europa-Spezial-Ticket unterwegs und nutzte bis Basel einen CityNightLiner mit Schlafsessel (habe auch wirklich geschlafen!). Leider sind die internationalen Züge reservierungspflichtig. So musste ich für die Hin- und Rückfahrt auch noch Platzkarten für den Transit durch die Schweiz zahlen, obwohl auf beiden Strecken viele Plätze frei waren.

Was kostet nun so eine Fahrt? Ich habe für U-Bahn Hannover, Zugfahrt via Basel und Milano bis Genova Brignole und zurück 159,60 Euro bezahlt. Die Hinfahrt hat von meiner Haustür bis zur Zimmertür in der Unterkunft 17 Stunden und die Rückfahrt 19 Stunden (davon leider 4 Stunden Aufenthalt in Basel) gedauert.
Die "Alternative" wäre ein Flug gewesen. Lufthansa kostet 168,44 Euro für einen Flug Hannover-München-Genua und zurück. Hinzu kommt die S-Bahn/Bus in Hannover (2 x 3 Euro) und der Flughafen-Bus in Genua (2 x 4 Euro). Diese Reise kostet also 182,44 Euro. Der Flieger startet um 10:50 Uhr, d.h. spätestens um 8:00 Uhr morgens muss das Haus verlassen werden und der Flieger landet um 17:25 Uhr in Genua (München 3:50 Transit), dann noch Gepäck und Bus und gegen 19 Uhr sollte man in der Unterkunft sein. Im besten Fall wäre es also eine Reisezeit von 11 Stunden.

Meine Reise war länger, die Rückreise sogar anstrengend. Ich hatte dann aber das Glück, dass ich zwischen Mannheim und Hannover ein Abteil mit einer Reisenden auf der Heimreise aus dem südlichen Afrika teilte. Es war ein anregendes Gespräch über Studium und Politik.