Schottland hat als erstes Land einen Minimalpreis für Alkohol vorgeschrieben.
Eine Einheit von 10 ml reinen Alkohol muss mindestens 50 Pence kosten. Dies entspricht aktuell 57 Cent.
Dann fing ich an zu rechnen, was für Preise müssten in Deutschland verlangt werden?
Bier (Pilsener) 4,8 bis 4,9 Vol.% Alkohol.
Alkohol hat ein spezifisches Gewicht 0,78934 g/cm³.
48 bis 49 * 0,78934 = 37,9-38,7 gr je Liter
Eine Halbliterflasche müsste entsprechend mindestens 1,08 Euro
Eine Knolle (0,33) 0,72 Euro
Ein Kasten (10 l) 21,66 Euro
kosten.
Rotwein mit 12 bis 13,5 Vol.%
94,7 bis 106,6 gr je Liter
Eine Standardflasche von 0,75l müsste für Minimum 4,05 bis 4,56 Euro verkauft werden.
Das harte Zeug hat 32 bis 48 Vol.%
entsprechend 252,6 bis 378,9 gr je Liter
Der Mindest-Preis für einen Flachmann mit 0,1l Inhalt lege zwischen 1,89 und 2,16 Euro.
Zum Vergleich: Eine Halbliterflasche Herrenhäuser Pilsener kostet im Supermarkt 0,60 bis 0,79 Euro und am nächsten Kiosk 0,96 Euro.
Ich denke, dass die schottische Idee gut für Deutschland wäre.
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Samstag, 5. Mai 2018
Sonntag, 18. Mai 2014
Testbericht - Alkoholfreier Gerstensaft
Zusatz: Dieser Testbericht wird immer dann ergänzt, wenn ich eine weitere Sorte probiert habe (10.6.2014 Störtebeker)
Polemiken gegen veränderte Lebens- und Genussmitteln sind populär. Dies gilt besonders, wenn das neue Produkt mit Hinweisen auf die Gesundheit beworben wird. Kaffee ohne Koffein, fettreduzierter Käse, zuckerfreie US-Brause oder eben ein alkoholfreies Hopfen und Malz-Produkt. Letzteres wird bewusst nicht als Bier bezeichnet und das erste ist eigentlich auch nur ein schwarzes Heißgetränk mit Kaffeegeschmack.
Als überzeugter und bewusster Biertrinker wurde aktuell alkoholfreier Gerstensaft verkostet. Es ist immerhin zwanzig Jahre her, dass zuletzt auf einer Party mehrere Flaschen von diesem Getränk probiert wurden. In meiner Erinnerung war dies ein schmackhafter Gerstensaft. Seitdem registrierte ich über die Werbung, dass viele Brauereien dieses Produkt in ihre Palette aufgenommen haben.
Die Qualität soll sich verbessert haben. Doch das war nur von Bekannten zu hören, die selbst nur Gerstensaft und kein Bier trinken.
Hier mein Testergebnis der letzten Wochen:
Becks und noch mehr Jever haben ihr spezielles Publikum. Es gibt viele Biertrinker, welche dieses leicht bitteren, in der Werbung als "herb" bezeichneten, Biermarken nicht mögen. Der alkoholfreie Gerstensaft der beiden Brauereien wird unter den Markennamen Fun und Blue vertrieben. Diese Namensgebung ist erschreckend (dämlich). Es gibt immer noch Werbefirmen, die ihren Kunden erfolgreich weismachen, dass ein englischer Name ein neues Getränk für das Publikum interessant macht. Das Konsumenten auf diesen Blödsinn reinfallen, ist dann noch wieder eine andere Idiotie.
Die Preise für Gerstensaft sind unerfreulich. Apfelsaft gibt es in einer Glas-Mehrwegflasche bereits ab 0,99€/Liter. Gerstensaft von KöPi, Warsteiner, Einbecker und Jever kostete jeweils 2,07€/Liter, Becks Blue sogar zwischen 2,37 und 2,67€/Liter und das Ökobier von Störtebeker war für 2,38€/Liter zu haben. Unser lokales Herri gibt es bereits ab 1,33€/Liter.
Ganz zum Schluss mein Gesamturteil: Ja, es gibt guten alkoholfreien Gerstensaft von KöPi, Jever, Becks und Störtebeker, aber Bier ist einfach besser.
Polemiken gegen veränderte Lebens- und Genussmitteln sind populär. Dies gilt besonders, wenn das neue Produkt mit Hinweisen auf die Gesundheit beworben wird. Kaffee ohne Koffein, fettreduzierter Käse, zuckerfreie US-Brause oder eben ein alkoholfreies Hopfen und Malz-Produkt. Letzteres wird bewusst nicht als Bier bezeichnet und das erste ist eigentlich auch nur ein schwarzes Heißgetränk mit Kaffeegeschmack.
Als überzeugter und bewusster Biertrinker wurde aktuell alkoholfreier Gerstensaft verkostet. Es ist immerhin zwanzig Jahre her, dass zuletzt auf einer Party mehrere Flaschen von diesem Getränk probiert wurden. In meiner Erinnerung war dies ein schmackhafter Gerstensaft. Seitdem registrierte ich über die Werbung, dass viele Brauereien dieses Produkt in ihre Palette aufgenommen haben.
Die Qualität soll sich verbessert haben. Doch das war nur von Bekannten zu hören, die selbst nur Gerstensaft und kein Bier trinken.
Hier mein Testergebnis der letzten Wochen:
- Franziskaner Weißbier alkoholfrei: Wi---der---lich!
Die Geruchs- und Geschmackskombination erinnert an Produkte, die mit künstlichen Aroma- und Geschmacksstoffen, einem Original nacheifern. - Clausthaler classic: Na ja, es gibt schlechtere Biere (die sind dann aber aus der Dose), aber ein gutes Pils ist in einer anderen Kategorie. Aber vielleicht vergleiche ich es auch nur mit den falschen Bieren. Es gibt schließlich Millionen Menschen, die der Werbung glauben und KöPi für ein gutes Bier halten.
- König Pilsener, alkoholfrei: Da halte ich mein Lästermaul. Ein erstaunlich wohlschmeckender Gerstensaft.
- Einbecker Brauherren alkoholfrei: Das perlende Gefühl am Rand der Zunge ist unangenehm. Ob nur zu viel Kohlensäure dafür verantwortlich ist, kann ich nicht beurteilen.
- Jever Fun Pilsener, alkoholfrei: Gut, lecker.
- Becks Blue, alkoholfrei: Gut.
- Warsteiner, alkoholfrei: laaang---weilig.
- Krombacher, alkoholfrei: Hopfig mit leichter Süße.
- Störtebeker Frei-Bier, alkoholfrei: Sehr interessant und lecker, als Bier aus dem Ökosupermarkt leider teuer.
Becks und noch mehr Jever haben ihr spezielles Publikum. Es gibt viele Biertrinker, welche dieses leicht bitteren, in der Werbung als "herb" bezeichneten, Biermarken nicht mögen. Der alkoholfreie Gerstensaft der beiden Brauereien wird unter den Markennamen Fun und Blue vertrieben. Diese Namensgebung ist erschreckend (dämlich). Es gibt immer noch Werbefirmen, die ihren Kunden erfolgreich weismachen, dass ein englischer Name ein neues Getränk für das Publikum interessant macht. Das Konsumenten auf diesen Blödsinn reinfallen, ist dann noch wieder eine andere Idiotie.
Die Preise für Gerstensaft sind unerfreulich. Apfelsaft gibt es in einer Glas-Mehrwegflasche bereits ab 0,99€/Liter. Gerstensaft von KöPi, Warsteiner, Einbecker und Jever kostete jeweils 2,07€/Liter, Becks Blue sogar zwischen 2,37 und 2,67€/Liter und das Ökobier von Störtebeker war für 2,38€/Liter zu haben. Unser lokales Herri gibt es bereits ab 1,33€/Liter.
Ganz zum Schluss mein Gesamturteil: Ja, es gibt guten alkoholfreien Gerstensaft von KöPi, Jever, Becks und Störtebeker, aber Bier ist einfach besser.
Montag, 14. April 2014
Rückkehr zu gutem Kaffee
Für mich ist The Coffee Shop das interessanteste Café in Berlin. Die Hektik und die Massen der Metropole sind durch eine 30 Meter breite und 20 Meter hohe Glaswand ausgeschlossen.
Es sind Gespräche von den wenigen anderen Tischen des Cafés zu hören, deren Geräusche sich aber in der Größe des Raumes verlieren. Im Hintergrund rauscht ein Wasserspiel und der Blick durch den Innenhof zur Straße, auf der Touri-Busse und Gruppen vorbeiziehen, wird von sechs großen Bäumen erfreut, die in einem zwei Meter hohen Beet wurzeln.
Die dunkelblau gekleideten Sicherheitskräfte mit den sieben großen Buchstaben auf dem Rücken sorgen dafür, dass dieses besondere Ambiente erhalten bleibt.
Es ist ein öffentlicher Ort, aber nur wenige nutzen ihn.
Und es gibt wohlschmeckenden Kaffee, was in Berlin leider nicht mehr die Regel ist. Habe gleich zweimal in anderen Cafés erlebt, dass trotz der Bestellung eines Kaffees mir diese mediterrane, tiefschwarze, bitter geröstete Flüssigkeit serviert wurde, die halt Café oder Caffè ist, aber eben kein Kaffee, wie auf der Karte ausgewiesen.
The Coffee Shop ist innerhalb des AA-Gebäudes umgezogen, draußen steht nicht mehr der werbende Namenszug, den ich bei meinem ersten Besuch fotografierte.
Die dunkelblau gekleideten Sicherheitskräfte mit den sieben großen Buchstaben auf dem Rücken sorgen dafür, dass dieses besondere Ambiente erhalten bleibt.
Es ist ein öffentlicher Ort, aber nur wenige nutzen ihn.
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| (Blick auf das Glasdach des Innenhofs an einem bewölkten Tag im April 2014) |
Und es gibt wohlschmeckenden Kaffee, was in Berlin leider nicht mehr die Regel ist. Habe gleich zweimal in anderen Cafés erlebt, dass trotz der Bestellung eines Kaffees mir diese mediterrane, tiefschwarze, bitter geröstete Flüssigkeit serviert wurde, die halt Café oder Caffè ist, aber eben kein Kaffee, wie auf der Karte ausgewiesen.
The Coffee Shop ist innerhalb des AA-Gebäudes umgezogen, draußen steht nicht mehr der werbende Namenszug, den ich bei meinem ersten Besuch fotografierte.
Samstag, 30. März 2013
Ekel vor harten Alkohol
Ich komme aus den Weiten Niedersachsen und wie die Autorin Susanne Fischer einmal so wahr formulierte, "Ablenkungsmöglichkeiten auf dem Land sind stark reduziert, jedenfalls, wenn man nicht gerne fernsieht, Auto fährt oder sich betrinkt." (Zitat) Letzteres bereits als Kind zu sehen und als Teenager zu erleben, hatte Folgen. Hierzu hatte ich bereits mal eine Geschichte aus Brauel als Anhang zu einer Filmnotiz geschrieben.
Meine Eltern waren in den 1960-er Jahren Pächter einer wochenendlichen Freizeiteinrichtung mit Bewirtung. Wegen der dort gepflegten Sportart kamen überwiegend Männer.
Mein Vater stand an der Theke und die typische Bestellung war das so genannte Herrengedeck, also Bier und Korn. Meine Mutter bot Kaffee, selbst gemachte Kuchen und Frikadellen an. Wir Kinder hatten draußen große Flächen zum Spielen.
In der Gaststube sah ich an einem späten Nachmittag wie einige Männer einen der Söhne einer befreundeten Familie die Reste aus ihren Schnapsgläsern anboten und sich köstlich darüber amüsierten, dass dieser die Gläser komplett leerte. Ich meine mich zu erinnern, dass meine Mutter deren Spaß beendete, aber da war der kleine Junge (4-6 Jahre) schon angetrunken.
Selbst hatte ich eine ähnlich harte Alkoholtaufe nur wenige Jahre später. Ich war mit einem älteren Verwandten mitgefahren. Es ging auf einen Hof, der u.a. einen für mich riesigen Stall voll Hühner hatte. Die unzähligen Hühner in ihren Käfigen waren für mich ein neuer Anblick.
Es wurde mindestens eine Palette Eier gekauft und dann saßen wir in der Küche auf einer Bank, da die Bäuerin zum selbst gemachten Eierlikör eingeladen hatte. War es der Verwandte oder war es die Bäuerin? Ich bekam auch ein Glas hingestellt und als ich dies wie die Erwachsenen geleert hatte, wurde es gefüllt und als es geleert wurde, wurde es gefüllt und ....
Ich merkte was und beim Aufbruch wurde mir schlecht und noch auf den Hof schoss der Mageninhalt durch Nase und Mund und wurde Futter für die wenigen frei laufenden Hühner.
Mein Verwandter fuhr uns dann (angetrunken) zurück. Ich muss damals 8-10 Jahre alt gewesen sein.
Noch heute ekelt mich der Geruch von Eierlikör und fast jeder Form von süßen Alkohol oder einer Kombination von Süße und Alkohol (Weincreme, liebliche Weißweine und viele Cocktails).
Das waren jetzt Anekdoten aus den späten 1960-er und frühen 1970-er Jahren, aber es hat sich wenig geändert. Alkohol, hier meine ich ausschließlich Destillate und daraus fabrizierte Mischgetränke, gehörten auch in den späten 1990-er Jahren zum ländlichen Wochenende. Aus familiären Gründen war ich damals regelmäßig in einem Dorf an der Wingst. Korn, Saurer und Genever wurden immer angeboten und es war nie das eine Schnapsglas, sondern stets mehrere begleitet von blöden Sprüchen ("auf einem Bein kann man nicht stehen").
Ich bin kein Kostverächter und weiß gute alkoholische Getränke zu schätzen. Selbst die Beneblung und manchmal sogar Berauschung ist mir wohl bekannt, doch die kollektive Sauferei, die auf Feuerwehr- und Schützenfesten in aller Öffentlichkeit Extreme annehmen, hat meine Trennung vom ländlichen Leben befördert und erleichtert.
Meine Eltern waren in den 1960-er Jahren Pächter einer wochenendlichen Freizeiteinrichtung mit Bewirtung. Wegen der dort gepflegten Sportart kamen überwiegend Männer.
Mein Vater stand an der Theke und die typische Bestellung war das so genannte Herrengedeck, also Bier und Korn. Meine Mutter bot Kaffee, selbst gemachte Kuchen und Frikadellen an. Wir Kinder hatten draußen große Flächen zum Spielen.
In der Gaststube sah ich an einem späten Nachmittag wie einige Männer einen der Söhne einer befreundeten Familie die Reste aus ihren Schnapsgläsern anboten und sich köstlich darüber amüsierten, dass dieser die Gläser komplett leerte. Ich meine mich zu erinnern, dass meine Mutter deren Spaß beendete, aber da war der kleine Junge (4-6 Jahre) schon angetrunken.
Selbst hatte ich eine ähnlich harte Alkoholtaufe nur wenige Jahre später. Ich war mit einem älteren Verwandten mitgefahren. Es ging auf einen Hof, der u.a. einen für mich riesigen Stall voll Hühner hatte. Die unzähligen Hühner in ihren Käfigen waren für mich ein neuer Anblick.
Es wurde mindestens eine Palette Eier gekauft und dann saßen wir in der Küche auf einer Bank, da die Bäuerin zum selbst gemachten Eierlikör eingeladen hatte. War es der Verwandte oder war es die Bäuerin? Ich bekam auch ein Glas hingestellt und als ich dies wie die Erwachsenen geleert hatte, wurde es gefüllt und als es geleert wurde, wurde es gefüllt und ....
Ich merkte was und beim Aufbruch wurde mir schlecht und noch auf den Hof schoss der Mageninhalt durch Nase und Mund und wurde Futter für die wenigen frei laufenden Hühner.
Mein Verwandter fuhr uns dann (angetrunken) zurück. Ich muss damals 8-10 Jahre alt gewesen sein.
Noch heute ekelt mich der Geruch von Eierlikör und fast jeder Form von süßen Alkohol oder einer Kombination von Süße und Alkohol (Weincreme, liebliche Weißweine und viele Cocktails).
Das waren jetzt Anekdoten aus den späten 1960-er und frühen 1970-er Jahren, aber es hat sich wenig geändert. Alkohol, hier meine ich ausschließlich Destillate und daraus fabrizierte Mischgetränke, gehörten auch in den späten 1990-er Jahren zum ländlichen Wochenende. Aus familiären Gründen war ich damals regelmäßig in einem Dorf an der Wingst. Korn, Saurer und Genever wurden immer angeboten und es war nie das eine Schnapsglas, sondern stets mehrere begleitet von blöden Sprüchen ("auf einem Bein kann man nicht stehen").
Ich bin kein Kostverächter und weiß gute alkoholische Getränke zu schätzen. Selbst die Beneblung und manchmal sogar Berauschung ist mir wohl bekannt, doch die kollektive Sauferei, die auf Feuerwehr- und Schützenfesten in aller Öffentlichkeit Extreme annehmen, hat meine Trennung vom ländlichen Leben befördert und erleichtert.
Dienstag, 28. August 2012
Luigi Francoli Grappa Del Piemonte
Das war bis gestern eine schöne Erinnerung an meine erste Reise nach Italien zu Beginn dieses Jahres. An unsern letzten gemeinsamen Abend waren wir bei den Eltern einer der Gastgeberinnen zu einem opulenten Abendmahl geladen.
Mir wurde ein Grappa angeboten, den ich alleine schon wegen der Farbe und meiner Neugier gerne annahm. Ich kannte Grappa bisher nur als klaren Schnaps, doch erst in der Flasche und dann in meinem Glas war etwas bernsteinfarbiges. Dieser Grappa schmeckte auch viel milder, als die mir bis dahin bekannten Sorten, die Freunde aus Italien mitgebracht hatten oder der mir in einem italienischen Restaurant serviert wurde.
Also wenn jemand in Italien einen
Luigi Francoli
Grappa Del Piemonte
Riserva cinque anni
sieht, so kann ich den Kauf einer Flasche empfehlen.
Da mir dieser Grappa so gut geschmeckt hatte, hat mir die Gastgeberin vor meiner Abreise, die angefangene Flasche geschenkt. Leider war es gestern der letzte Schluck.
Mir wurde ein Grappa angeboten, den ich alleine schon wegen der Farbe und meiner Neugier gerne annahm. Ich kannte Grappa bisher nur als klaren Schnaps, doch erst in der Flasche und dann in meinem Glas war etwas bernsteinfarbiges. Dieser Grappa schmeckte auch viel milder, als die mir bis dahin bekannten Sorten, die Freunde aus Italien mitgebracht hatten oder der mir in einem italienischen Restaurant serviert wurde.
Also wenn jemand in Italien einen
Luigi Francoli
Grappa Del Piemonte
Riserva cinque anni
sieht, so kann ich den Kauf einer Flasche empfehlen.
Da mir dieser Grappa so gut geschmeckt hatte, hat mir die Gastgeberin vor meiner Abreise, die angefangene Flasche geschenkt. Leider war es gestern der letzte Schluck.
Donnerstag, 24. Mai 2012
Rätsel der Monstranz Wasserflasche
(Christiane Florin hat aktuell in der Zeit vom 16. Mai 2012 eine Polemik über Studierende der Politikwissenschaften und ihre Wasserflaschen geschrieben, die mir sehr gefallen hat und mich zu den folgenden Zeilen motivierte).
Es gibt viele Rätsel der modernen Gesellschaft, die erklärungsbedürftig sind. Manche kulturellen Neuerungen unterliegen dabei Douglas Adams Regeln der Akzeptanz technologischer Innovation. Sie sind nur für die Älteren ein Rätsel.
Unerklärlich ist für mich der Niedergang der Kaffeekultur. Die Reduktion auf das Putschmittel Coffein lässt mich vermuten, dass dies auch mit dem Aufkommen hoch potenter Zucker-Misch-Getränke (Blauer Ochse oder wie das Getränke aus A oder einer seiner Klone auch immer heißen mag) in Verbindung steht.
Etwa zeitgleich zum COFFEE-TO-GO tauchten zunächst nur bei Mädchen und jungen Frauen die Wasserflaschen auf, die wie eine Monstranz immer sichtbar getragen. Der Markt reagierte schnell zum Beispiel mit Rucksäcken, die ein spezielles offen einsehbares Außenfach für diese großen Plastikbehälter hatten. Ich nutze seit den Beginn der frühen 1980-er Jahre Rucksäcke (große und kleine) und: Nein, es gab damals kein Fach für Wasserflaschen, noch nicht einmal bei den großen Rucksäcken. Wenn auf einer Tour Wasser gekauft wurde, musste dies extra in einer Tüte oder Tasche transportiert werden.
Da die Promotoren jung und weiblich waren, erscheint es für mich denkbar, dass eine Fernsehserie aus den USA den Kult der Wasserflasche in Deutschland propagierte. Da gebe es gleich mehrere Kandidaten der späten 1990-er Jahre, wobei Sex in the City wohl das größte Brainwash-Potential hatte.
Von den jungen Frauen ging es in die Gesellschaft. Die Erkenntnis, dass ein Mensch am Tag 2-3 Liter Flüssigkeit zu sich nehmen sollte, ist altbekannt, hat aber nur die wenigsten zu einer Verhaltensänderung geführt. Es braucht Vorbilder und Moden, um etwas Sinnvolles durchzusetzen. Doch es ist auch eine Generationsfrage (siehe Douglas Adams, 3. Kategorie), denn in der Gruppe der von der Werbeindustrie titulierten Best und Silver Ager - also Menschen ab 50 Jahre - ist selten eine Wasserflasche zu sehen.
Der Ursprung bleibt Spekulation und deshalb ende ich mit einer Frage an die Lesenden: Seit wann führen Sie ständig eine Wasserflasche mit sich herum?
(Geschrieben einen Tag vor dem Towel Day 2012)
Es gibt viele Rätsel der modernen Gesellschaft, die erklärungsbedürftig sind. Manche kulturellen Neuerungen unterliegen dabei Douglas Adams Regeln der Akzeptanz technologischer Innovation. Sie sind nur für die Älteren ein Rätsel.
Unerklärlich ist für mich der Niedergang der Kaffeekultur. Die Reduktion auf das Putschmittel Coffein lässt mich vermuten, dass dies auch mit dem Aufkommen hoch potenter Zucker-Misch-Getränke (Blauer Ochse oder wie das Getränke aus A oder einer seiner Klone auch immer heißen mag) in Verbindung steht.
Etwa zeitgleich zum COFFEE-TO-GO tauchten zunächst nur bei Mädchen und jungen Frauen die Wasserflaschen auf, die wie eine Monstranz immer sichtbar getragen. Der Markt reagierte schnell zum Beispiel mit Rucksäcken, die ein spezielles offen einsehbares Außenfach für diese großen Plastikbehälter hatten. Ich nutze seit den Beginn der frühen 1980-er Jahre Rucksäcke (große und kleine) und: Nein, es gab damals kein Fach für Wasserflaschen, noch nicht einmal bei den großen Rucksäcken. Wenn auf einer Tour Wasser gekauft wurde, musste dies extra in einer Tüte oder Tasche transportiert werden.
Da die Promotoren jung und weiblich waren, erscheint es für mich denkbar, dass eine Fernsehserie aus den USA den Kult der Wasserflasche in Deutschland propagierte. Da gebe es gleich mehrere Kandidaten der späten 1990-er Jahre, wobei Sex in the City wohl das größte Brainwash-Potential hatte.
Von den jungen Frauen ging es in die Gesellschaft. Die Erkenntnis, dass ein Mensch am Tag 2-3 Liter Flüssigkeit zu sich nehmen sollte, ist altbekannt, hat aber nur die wenigsten zu einer Verhaltensänderung geführt. Es braucht Vorbilder und Moden, um etwas Sinnvolles durchzusetzen. Doch es ist auch eine Generationsfrage (siehe Douglas Adams, 3. Kategorie), denn in der Gruppe der von der Werbeindustrie titulierten Best und Silver Ager - also Menschen ab 50 Jahre - ist selten eine Wasserflasche zu sehen.
Der Ursprung bleibt Spekulation und deshalb ende ich mit einer Frage an die Lesenden: Seit wann führen Sie ständig eine Wasserflasche mit sich herum?
(Geschrieben einen Tag vor dem Towel Day 2012)
Mittwoch, 16. November 2011
Schätzle Weine aus Schelingen
So was für Werbung (aber warum auch nicht)
Wanderer kommst du nach Schelingen (Vogtsburg, Kaiserstuhl), so kehre ein, ins Weingut Schätzle und probiere dort einen Grauburger oder einen Spätburgunder.
Es sind diese Spätburgunder und Grauburgunder, der mich überzeugten, dass nicht nur in Frankreich und Italien sehr gute Weinreben angebaut und Weiß- und Rotweine gekeltert werden.
![]() |
| (Foto: Schätzle-Webseite http://www.weingutschaetzle.de) |
Ein Tipp zum Hauswein in Literflaschen. Selbst bei korrekter Lagerung (liegend, im Keller bei geringen Temperaturschwankungen) sollte der Wein nach 5-7 Jahren serviert werden. Die letzten Flaschen Grauburger, Spätburgunder oder trockenen Müller-Thurgau des sonnigen Jahrgangs 2003, die ich in diesem Jahr geöffnet habe, zeigten mir, dass der geschmackliche Höhepunkt bereits überschritten war.
Zur Webseite mit Preisliste.
Mittwoch, 26. Oktober 2011
Schlammbowle
Man nehme:
Saft, Sekt, Wodka und Vanilleeis oder schaue hier.
In einem großen Plastikeimer vermischten sich die unterschiedlichsten Flascheninhalte. Die Farbe, Konsistenz und vor allem der Geruch erinnerten mich an die Schlammbowle, die in den 1990-er Jahren für unsere jährlichen WG-Partys angerührt wurde.
Ich stand im Vorratskeller eines kleinen Hauses und leerte angefangene Flaschen. Über Jahrzehnte hatten sich mehr als 75 Flaschen angesammelt und einige waren geöffnet wurden. Alles sollte weg und die Flaschen ins Altglas.
Fast alle Flaschen erzählten ihre Geschichte, denn es war jeweils ein kleiner Aufkleber befestigt. Bei gekauften Flaschen war das Wer und Wann und bei selbst abgefüllten Getränken das Was und Wann notiert. Die älteste Flasche war mit einem selbst gemachten Himbeersaft aus dem Jahre 1964 gefüllt. Der Inhalt war geliert und entsprechend schwierig aus der Flasche zu bekommen. Doch es waren auch Flaschen mit Korn, Wodka, Doppelkorn, Wein und Obstler dabei. Diverse Flaschen waren mit selbst gemachten Früchte-Likör gefüllt. Die Schlehen und die Beeren waren ähnlich schwierig wie das Gelee zu entfernen. Doch es waren nicht nur angefangene Flaschen. Etwa zwei Dutzend Flaschen wurden von mir erstmals geöffnet und geleert.
Immer wieder ging es mit dem Eimer zur Toilette, um die Schlammbowle zu entsorgen. Natürlich gab es Spritzer, vor allem beim Herausspülen der schwierigen Inhalte und so rochen irgendwann nicht nur meine Hände wie eine Studentenparty um 3 Uhr morgens.
Die Arbeit war Teil einer beginnenden Haushaltsauflösung. Alle Flaschen wurden schon vor Jahren in den Keller verbannt. Manche waren so schlecht verschlossen, dass ein wesentlicher Inhalt bereits verduftet war oder anders gesagt, dass das C2H6O zu C2H4O2 oxidiert war.
Es fand sich auch ein Chianti Classico aus dem Jahre 1983 in einer Korbflasche mit geflochtener Strohumhüllung. Am Abend wurde der Korken gezogen und der Rotwein dekantiert. Farbe, Geruch (und Geschmack) zeigten, dass er nun mehr von einem Portwein als von einem Rotwein hatte. Es war kein vollendeter Genuss, aber das zweite Glas schmeckte mehr als interessant.
Saft, Sekt, Wodka und Vanilleeis oder schaue hier.
In einem großen Plastikeimer vermischten sich die unterschiedlichsten Flascheninhalte. Die Farbe, Konsistenz und vor allem der Geruch erinnerten mich an die Schlammbowle, die in den 1990-er Jahren für unsere jährlichen WG-Partys angerührt wurde.
Ich stand im Vorratskeller eines kleinen Hauses und leerte angefangene Flaschen. Über Jahrzehnte hatten sich mehr als 75 Flaschen angesammelt und einige waren geöffnet wurden. Alles sollte weg und die Flaschen ins Altglas.
Fast alle Flaschen erzählten ihre Geschichte, denn es war jeweils ein kleiner Aufkleber befestigt. Bei gekauften Flaschen war das Wer und Wann und bei selbst abgefüllten Getränken das Was und Wann notiert. Die älteste Flasche war mit einem selbst gemachten Himbeersaft aus dem Jahre 1964 gefüllt. Der Inhalt war geliert und entsprechend schwierig aus der Flasche zu bekommen. Doch es waren auch Flaschen mit Korn, Wodka, Doppelkorn, Wein und Obstler dabei. Diverse Flaschen waren mit selbst gemachten Früchte-Likör gefüllt. Die Schlehen und die Beeren waren ähnlich schwierig wie das Gelee zu entfernen. Doch es waren nicht nur angefangene Flaschen. Etwa zwei Dutzend Flaschen wurden von mir erstmals geöffnet und geleert.
Immer wieder ging es mit dem Eimer zur Toilette, um die Schlammbowle zu entsorgen. Natürlich gab es Spritzer, vor allem beim Herausspülen der schwierigen Inhalte und so rochen irgendwann nicht nur meine Hände wie eine Studentenparty um 3 Uhr morgens.
Die Arbeit war Teil einer beginnenden Haushaltsauflösung. Alle Flaschen wurden schon vor Jahren in den Keller verbannt. Manche waren so schlecht verschlossen, dass ein wesentlicher Inhalt bereits verduftet war oder anders gesagt, dass das C2H6O zu C2H4O2 oxidiert war.
Es fand sich auch ein Chianti Classico aus dem Jahre 1983 in einer Korbflasche mit geflochtener Strohumhüllung. Am Abend wurde der Korken gezogen und der Rotwein dekantiert. Farbe, Geruch (und Geschmack) zeigten, dass er nun mehr von einem Portwein als von einem Rotwein hatte. Es war kein vollendeter Genuss, aber das zweite Glas schmeckte mehr als interessant.
Mittwoch, 17. November 2010
The Coffee Shop im AA
Als wir im Nieselregen durch Berlin gingen und dringend auf dem Weg zwischen Gendarmenmarkt und DHM ein Café suchten, wo wir uns aufwärmen konnten, kamen wir auch am Werderschen Markt vorbei. Ich verwies mit einem Spottspruch auf das Auswärtige Amt und unserm Außenminister und hörte von meiner Begleitung, dass wir dort ja fragen könnten, ob wir ein Kaffee bekommen können.
Unser Erstaunen war groß, als bei der weiteren Annäherung der Schriftzug „The Coffee Shop“ auf einem Fenster an der Gebäudeecke des AA zu lesen war.
Coffee Shop hat ja im allgemeinen Sprachgebrauch noch eine besondere Bedeutung (siehe Coffee Shop in der Niederlande), doch hier handelt es sich wirklich um ein Café. Ich fragte den Bundespolizisten an der Tür, ob wir dort auch einen Kaffee bekommen könnten. Das wurde bestätigt, aber vorher mussten wir unsere Taschen und Rucksäcke durch die Sicherheitskontrolle (ein Röntgengerät wie auf einem Flughäfen) schicken und einen Metalldetektor durchqueren.
Ich möchte dieses Café wirklich empfehlen! Ein großer Pott wohl schmeckendenden Kaffee für 2,60 und dazu Süßwaren für unter 2,00 Euro. Das Ambiente des AAs ist dabei etwas ganz besonderes. Im Café und davor auf Korbstühlen geht der Blick in das sechs Etagen hohe Foyer. Wir saßen im Innenhof eines U-förmigen Gebäudeteils, zur Straße gibt es eine fast 20 Meter hohe Glasfront und der ganze Innenhof war mit Glas überdacht.
Das AA liegt schon ein wenig abseits, aber hier ist plötzlich wirkliche Ruhe, da auch an den Nachbartischen nur mit gesenkter Stimme gesprochen wurde. Kein Geräusch vom Verkehr. Ein sehr angenehmer Teil eines Urlaubstags in Berlin mit Reichstag, Stelenfeld und DHM.
- - - - -
Nachtrag vom April 2014: War nun zum dritten Mal an diesen Ort, der nun im Gebäude umgezogen ist und damit noch besser versteckt ist.
Unser Erstaunen war groß, als bei der weiteren Annäherung der Schriftzug „The Coffee Shop“ auf einem Fenster an der Gebäudeecke des AA zu lesen war.
Coffee Shop hat ja im allgemeinen Sprachgebrauch noch eine besondere Bedeutung (siehe Coffee Shop in der Niederlande), doch hier handelt es sich wirklich um ein Café. Ich fragte den Bundespolizisten an der Tür, ob wir dort auch einen Kaffee bekommen könnten. Das wurde bestätigt, aber vorher mussten wir unsere Taschen und Rucksäcke durch die Sicherheitskontrolle (ein Röntgengerät wie auf einem Flughäfen) schicken und einen Metalldetektor durchqueren.
Ich möchte dieses Café wirklich empfehlen! Ein großer Pott wohl schmeckendenden Kaffee für 2,60 und dazu Süßwaren für unter 2,00 Euro. Das Ambiente des AAs ist dabei etwas ganz besonderes. Im Café und davor auf Korbstühlen geht der Blick in das sechs Etagen hohe Foyer. Wir saßen im Innenhof eines U-förmigen Gebäudeteils, zur Straße gibt es eine fast 20 Meter hohe Glasfront und der ganze Innenhof war mit Glas überdacht.
Das AA liegt schon ein wenig abseits, aber hier ist plötzlich wirkliche Ruhe, da auch an den Nachbartischen nur mit gesenkter Stimme gesprochen wurde. Kein Geräusch vom Verkehr. Ein sehr angenehmer Teil eines Urlaubstags in Berlin mit Reichstag, Stelenfeld und DHM.
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Nachtrag vom April 2014: War nun zum dritten Mal an diesen Ort, der nun im Gebäude umgezogen ist und damit noch besser versteckt ist.
Samstag, 13. März 2010
Screwdriver - a cocktail variation from Tanzania
Take a fresh pineapple and some white rum (in Tanzania it was Konyagi).
The pineapple is ripe if you can remove the inner leaves without problems. The pineapple is overripe if these removed leaves are already darkened at their bottom. Fermentation (=rotting) has already started but this should be no problem for this cocktail.
Cut the upper part of the pineapple and start cutting out pieces of the pulp. It should be a very sharp knife because you have be careful not to cut to close to the skin and bottom of the pineapple. Enjoy some pieces of the fruit and fill the gap with rum. Mix pulp and rum inside the pineapple and leave everything for some four to six hours.
At the University of Dar es Salaam we - a group of international students - called this drink a special screwdriver but from the German perspective it could be called a rum pot without a pot. Make sure that there are enough non-alcoholic drinks around because if you drink only this screwdriver you might experience the same as if you drink a Pan Galactic Gargle Blaster.
Ein sehr einfacher Cocktail:
Es werden eine frische Ananas und weißer Rum oder in Tanzania Konyagi benötigt.
Die Ananas ist reif, wenn die inneren Blätter ohne große Mühe herausgezogen werden können. Sie ist überreif, wenn die Blätter an ihrem Blattansatz dunkel verfärbt sind. Dann hat bereits der Gärungsprozess (Verrottung) begonnen. Die Ananas wird bei etwa Zweidrittel der Höhe aufgeschnitten. Mit einem scharfen Messer wird das Fruchtfleisch aus dem oberen Drittel und aus dem unteren Teils angeschnitten und gelöst. Guten Appetit! Doch sollten nicht alle Stückchen aufgegessen werden. Mit den Messer wird das verbleibende Fruchtfleisch in der Ananas zerhackt. diese Masse wird nun mit Rum aufgefüllt. Überzählige Ananas-Stückchen kommen nun wieder in die Frucht. Die Ananas sollte nun für vier bis sechs Stunden ziehen.
Wir aus dem Kreis der internationalen Studenten an der UDSM nannten das Ergebnis einen Tanzanian Screwdriver oder aus der jetzigen Perspektive kann es auch als ein Rumtopf ohne Topf mit nur einer Frucht bezeichnet werden. Es sollten reichlich nicht alkoholische Getränke hierzu gereicht werden, da es sonst ziemlich schnell in den Kopf steigt und dann einem Pangalaktischen Donnergurgler ähnelt.
Donnerstag, 19. Februar 2009
Crianza Tinto aus Navarra von 2003
Was für eine leckere Entdeckung! Der Gewinncoupon von einem der Table-Quiz-Abende 2008 wurde endlich beim Weinladen "Federweißer" am Lindener Marktplatz eingelöst. Ich bat um einen kräftigen Rotwein wie einem Chianti oder Spätburgunder. Italienischer Chianti Classico ist kostbar und eine Flasche hätte mehr als die 12 Euro vom Gutschein gekostet. Auf die Frage nach einer Alternative wurde mir spanischer Rotwein empfohlen.
Ich ließ mir zwei verschiedene Crianza Tinto einpacken, legte noch ein wenig auf die Gewinnsumme drauf und war gespannt.
Gestern öffnete ich nun den Crianza Rotwein 2003 von Marco Real aus Olite in Navarra. Die spanischen und englischen Informationen sprachen von einem 12 Monate in Eichenfässer gelagerten Rotwein aus Tempranillo und Cabernet Sauvignon Trauben. Mit 14,5%vol. war ein sehr schwerer Wein zu erwarten.
Ach, dieser Duft und dann der erste Schluck. Mein Mund war voller Frucht, ich dachte an Brombeeren und andere Leckereien. als ich das Glas hinstellte, zog der Wein klare Schlieren auf dem Glas. Ein gutes Zeichen!
Und der Wein ist bekömmlich und außer dem Alkohol gut verträglich.
Ich kann mich nur noch einmal wiederholen: Was für eine leckere Entdeckung!
Ich ließ mir zwei verschiedene Crianza Tinto einpacken, legte noch ein wenig auf die Gewinnsumme drauf und war gespannt.
Gestern öffnete ich nun den Crianza Rotwein 2003 von Marco Real aus Olite in Navarra. Die spanischen und englischen Informationen sprachen von einem 12 Monate in Eichenfässer gelagerten Rotwein aus Tempranillo und Cabernet Sauvignon Trauben. Mit 14,5%vol. war ein sehr schwerer Wein zu erwarten.
Ach, dieser Duft und dann der erste Schluck. Mein Mund war voller Frucht, ich dachte an Brombeeren und andere Leckereien. als ich das Glas hinstellte, zog der Wein klare Schlieren auf dem Glas. Ein gutes Zeichen!
Und der Wein ist bekömmlich und außer dem Alkohol gut verträglich.
Ich kann mich nur noch einmal wiederholen: Was für eine leckere Entdeckung!
Montag, 6. Oktober 2008
Wein Müller-Thurgau 1994
Gestern öffnete ich eine Flasche Schätzle's Müller-Thurgau trocken aus dem Jahre 1994 und es war eine edle Überraschung. Seit etwa 1990 bestelle ich beim Weingut von Gregor und Thomas Schätzle (Schelingen, Kaiserstuhl) regelmäßig verschiedene Weine. Von diversen Bestellungen habe ich einige Flaschen bei meinem Bruder in Zeven in einem Weinregal eingelagert, um sicher zu gehen, dass einige Flaschen auch einmal ein wenig länger lagern. Nun hat mein Bruder mein Weinlager aufgelöst und einundzwanzig Flaschen Wein der Jahre 1976 bis 1995 nach Hannover transportiert.
Ich habe fast ausschließlich trockene Weine eingekellert, da ich als erster gelernt hatte, dass die "süßen" Weine in der Regel nicht langfristig zu lagern sind.
Also dem 1994er Müller-Thurgau (11,5% vol) hat die Lagerung sehr gut getan. Der Duft und Farbe waren die erste Freude und der Geschmack war herausragend. Fünf weitere Flaschen von diesen Jahrgang und sechs vom Jahrgang 1995 warten noch auf schöne Abende mit Freunden.
Schätzle hat mir ja bereits Kostbarkeiten beschert. Das sonnige Jahr 2003 brachte sehr alkoholreiche Weine (13,5%) und ich habe in den Folgejahren hundert Flaschen Müller-Thurgau, Grauburgunder und Spätburgunder eingelagert. Ich sehe gerade in der aktuellen Preisliste, dass vom 2003er Spätburgunder zwischenzeitlich nur noch eine edle Variante zu einem Literpreis von €28 und der 2003er Grauburgunder für €11 verkauft wird, was einer Verdreifachung bzw. Verdopplung des Wertes in nur vier Jahren ausmacht.
Aber dieser Pries ist egal, denn es geht um das gemeinsame Verkosten.
Ich habe fast ausschließlich trockene Weine eingekellert, da ich als erster gelernt hatte, dass die "süßen" Weine in der Regel nicht langfristig zu lagern sind.
Also dem 1994er Müller-Thurgau (11,5% vol) hat die Lagerung sehr gut getan. Der Duft und Farbe waren die erste Freude und der Geschmack war herausragend. Fünf weitere Flaschen von diesen Jahrgang und sechs vom Jahrgang 1995 warten noch auf schöne Abende mit Freunden.
Schätzle hat mir ja bereits Kostbarkeiten beschert. Das sonnige Jahr 2003 brachte sehr alkoholreiche Weine (13,5%) und ich habe in den Folgejahren hundert Flaschen Müller-Thurgau, Grauburgunder und Spätburgunder eingelagert. Ich sehe gerade in der aktuellen Preisliste, dass vom 2003er Spätburgunder zwischenzeitlich nur noch eine edle Variante zu einem Literpreis von €28 und der 2003er Grauburgunder für €11 verkauft wird, was einer Verdreifachung bzw. Verdopplung des Wertes in nur vier Jahren ausmacht.
Aber dieser Pries ist egal, denn es geht um das gemeinsame Verkosten.
Freitag, 21. Dezember 2007
Nichtraucher, Raucherzelte und Heizpilze
Niedersachsen hat seit dem 1. August ein Nichtraucherschutzgesetz (hier ist der Gesetzestext zu finden), das seit dem 1. November auch durchgesetzt wird. Das Gericht regelt in seinen Details, wo Rauchverbote bestehen und wie zum Beispiel Restaurants und Kneipen den Nichtraucherschutz umzusetzen haben. Diese dürfen das Rauchen nur in einem als solchen gekennzeichneten geschlossenen Raum erlauben.
Damit haben viele Kneipen und Restaurants ein Problem, da die Innenarchitektur der Einrichtungen oftmals von den Erleben eines großen Raumes mit offenen Zugängen zu Nebenräumen geprägt sind. Mein Stammkneipe Im Exil in Linden baute eine riesige Glastür zum vorherigen so genannten Fernsehzimmer ein. die Raucher sind nur separiert aber dennoch hat die Kneipe verloren. Neben der erheblichen Investition für den Umbau, kommt der Verlust einiger Stammgäste, die im Hauptraum an der Theke konsumierten. Im Separé ist man ausgegrenzt und scheinbar reduziert sich bereits jetzt merklich der Gesamtkonsum dieser nun Außenseiter. Doch dann gibt es auch viele Gaststätten, die keinen Raum separieren können und nun einen Teil ihrer Kunden zum Rauchen vor die Tür schicken müssen.
Rauchen gefährdet ihre Gesundheit, besonders bei Minustemperaturen vor einer Gaststätte. Heizpilze sind in unserer Zeit einer Klima- und Energiedebatte ein Hohn, aber nun vor verschiedenen Häusern zu finden. Die Kneipe Treibhaus und eine benachbarte Cocktailbar Falkners auf der Ferdi-Walli haben eine erweiterte Lösung für ihre rauchenden Gäste gefunden. Die Cocktailbar Falkners nutzte bisher bereits im Sommer mehrere Parkplätze an der Ferdi-Walli mit einer "Strandbar" (?) an dieser viel befahrenen Straße. Im November wurde diese Fläche von etwa 12 Quadratmetern mit einem Zelt mit großen Plastikfenstern überbaut. (Ein Foto habe ich hier eingefügt). Hier gibt es nun auch eine dieser Außenheizungen und so haben die Rauchenden ihren eigenen Raum. Eine ähnliche Lösung hat auch das Treibhaus gefunden. Sie haben bereits in den letzten Jahren im Winter stets ein Vorzelt vor der Eingangstür aufgebaut, damit ein Zwischenraum zum Schankraum besteht. dieses Vorzelt wurde nun mit zwei Nebenräumen versehen, die durch Heizpilze erwärmt werden. Die Rauchenden haben also auch hier ihre eigenen Räume und damit beweisen beide Gaststätten eine kreative Interpretation des Nichtraucherschutzgesetzes.
Der Deutscher Hotel- und Gaststättenverband - DEHOGA Niedersachsen hat aktuell eine Volksinitiative zur Reform des Nichtraucherschutzgesetzes gestartet. Einraum-Gaststätten, die nicht die finanziellen Mittel haben, kreative Lösungen umzusetzen sind in ihrer Existenz gefährdet. Die Gäste aller mir bekannten Kneipen und Cafés sind in der Mehrzahl Freunde von Rauchwaren. Es ist eine Illusion zu glauben, dass Nichtraucher die verdrängten Raucher ersetzen würden. Ein reformiertes Nichtraucherschutzgesetz muss es dem Besitzer einer Gaststätte erlauben, diese als eine Raucher-Gaststätte auszuweisen. Nichtraucher brauchen ja nicht in diese Kneipen zu gehen. Ich habe die Volksinitiative bereits unterschrieben und bin optimistisch, dass die notwendigen 70.000 Unterschriften relativ schnell gesammelt werden.
Übrigens ich war und bin Nichtraucher, habe aber keinerlei Verständnis für kämpferische Nichtraucher oder Antialkoholiker, die unsere etablierten Gaststätten gefährden.
Damit haben viele Kneipen und Restaurants ein Problem, da die Innenarchitektur der Einrichtungen oftmals von den Erleben eines großen Raumes mit offenen Zugängen zu Nebenräumen geprägt sind. Mein Stammkneipe Im Exil in Linden baute eine riesige Glastür zum vorherigen so genannten Fernsehzimmer ein. die Raucher sind nur separiert aber dennoch hat die Kneipe verloren. Neben der erheblichen Investition für den Umbau, kommt der Verlust einiger Stammgäste, die im Hauptraum an der Theke konsumierten. Im Separé ist man ausgegrenzt und scheinbar reduziert sich bereits jetzt merklich der Gesamtkonsum dieser nun Außenseiter. Doch dann gibt es auch viele Gaststätten, die keinen Raum separieren können und nun einen Teil ihrer Kunden zum Rauchen vor die Tür schicken müssen.
Rauchen gefährdet ihre Gesundheit, besonders bei Minustemperaturen vor einer Gaststätte. Heizpilze sind in unserer Zeit einer Klima- und Energiedebatte ein Hohn, aber nun vor verschiedenen Häusern zu finden. Die Kneipe Treibhaus und eine benachbarte Cocktailbar Falkners auf der Ferdi-Walli haben eine erweiterte Lösung für ihre rauchenden Gäste gefunden. Die Cocktailbar Falkners nutzte bisher bereits im Sommer mehrere Parkplätze an der Ferdi-Walli mit einer "Strandbar" (?) an dieser viel befahrenen Straße. Im November wurde diese Fläche von etwa 12 Quadratmetern mit einem Zelt mit großen Plastikfenstern überbaut. (Ein Foto habe ich hier eingefügt). Hier gibt es nun auch eine dieser Außenheizungen und so haben die Rauchenden ihren eigenen Raum. Eine ähnliche Lösung hat auch das Treibhaus gefunden. Sie haben bereits in den letzten Jahren im Winter stets ein Vorzelt vor der Eingangstür aufgebaut, damit ein Zwischenraum zum Schankraum besteht. dieses Vorzelt wurde nun mit zwei Nebenräumen versehen, die durch Heizpilze erwärmt werden. Die Rauchenden haben also auch hier ihre eigenen Räume und damit beweisen beide Gaststätten eine kreative Interpretation des Nichtraucherschutzgesetzes.
Der Deutscher Hotel- und Gaststättenverband - DEHOGA Niedersachsen hat aktuell eine Volksinitiative zur Reform des Nichtraucherschutzgesetzes gestartet. Einraum-Gaststätten, die nicht die finanziellen Mittel haben, kreative Lösungen umzusetzen sind in ihrer Existenz gefährdet. Die Gäste aller mir bekannten Kneipen und Cafés sind in der Mehrzahl Freunde von Rauchwaren. Es ist eine Illusion zu glauben, dass Nichtraucher die verdrängten Raucher ersetzen würden. Ein reformiertes Nichtraucherschutzgesetz muss es dem Besitzer einer Gaststätte erlauben, diese als eine Raucher-Gaststätte auszuweisen. Nichtraucher brauchen ja nicht in diese Kneipen zu gehen. Ich habe die Volksinitiative bereits unterschrieben und bin optimistisch, dass die notwendigen 70.000 Unterschriften relativ schnell gesammelt werden.
Übrigens ich war und bin Nichtraucher, habe aber keinerlei Verständnis für kämpferische Nichtraucher oder Antialkoholiker, die unsere etablierten Gaststätten gefährden.
Samstag, 8. September 2007
Licor de Avellanas
Als ich zuletzt vor 20 Monaten auf Teneriffa war, habe ich dort an einer kleinen Wanderung durch eine Vulkanlandschaft teilgenommen. Die Tour endete mit einen kleinen Imbiss, der mit einem regionalem Likör abgeschlossen wurde.
Es war dies ein Licor de Avellanas der Firma Teichenné aus Tarragona mit 24% Vol. Alc. Im Reisegepäck führte ich eine große Flasche Ron Miel und eine kleine Flasche Licor de Avellanas nach Hannover.
Zusammen mit der Familie wurde nun dieser gekühlte Haselnussslikör auf Eis verkostet. Eigentlich bin ich kein Freund von Likör, da der Geschmack den Alkoholgehalt kaschiert. Dieser Likör ist aber etwas Besonderes und dies nicht nur, weil ich hiermit eine Erinnerung verbinde.
Nach zwei Besuchen meiner niederländischen Verwandtschaft ist die kleine Flasche leer und damit ein weiterer Grund vorhanden endlich wieder nach Teneriffa oder einer bisher nicht besuchten kanarischen Insel zu reisen.
Es war dies ein Licor de Avellanas der Firma Teichenné aus Tarragona mit 24% Vol. Alc. Im Reisegepäck führte ich eine große Flasche Ron Miel und eine kleine Flasche Licor de Avellanas nach Hannover.
Zusammen mit der Familie wurde nun dieser gekühlte Haselnussslikör auf Eis verkostet. Eigentlich bin ich kein Freund von Likör, da der Geschmack den Alkoholgehalt kaschiert. Dieser Likör ist aber etwas Besonderes und dies nicht nur, weil ich hiermit eine Erinnerung verbinde.
Nach zwei Besuchen meiner niederländischen Verwandtschaft ist die kleine Flasche leer und damit ein weiterer Grund vorhanden endlich wieder nach Teneriffa oder einer bisher nicht besuchten kanarischen Insel zu reisen.
Freitag, 5. Januar 2007
Bier Grolsch Herfst Bok
Grolsch Premium Herfst Bok (6,5% Alc.Vol.)
Das große Grolsch Premium Pilsner mit dem Bügelverschluss ist mein Bier, wenn ich in den Niederlanden bin. Die Koninklijke Grolsch Brauerei aus Enschede pflegt daneben das Saison- und das Spezialbier. Schon oft habe ich mit meinem Schwager eine Bierverkostung durchgeführt. Als die Niederländer letztens wieder zu Besuch waren, wurde mir eine Sechserträger mit Grolsch Herfst Bok (Herbstbockbier) mitgebracht. An drei Abenden habe ich diese kleinen 0,3l-Fläschen vernascht. Denn es war ein Naschen. Sehr intensiv und davon sollte auf keinen Fall zu viel getrunken werden. Nicht nur wegen des Alkoholgehaltes, sondern auch wegen des Zuckerzusatzes.
Unser altmodisches deutsches Reinheitsgebot – was ist daran bloß rein, wenn Chemikalien im Hopfen und Malz und Mineralien im Wasser wesentliche Grundlagen für die regionale Geschmacksvarianz sind – verhindert effektiv, dass wirkliche Experimente stattfinden. Oh, selige Erinnerung an Bananenbier in Tanzania und Hirsebier in Malawi und Ghana. Im Herfst Bok wurde die Maltose mit Zucker verfeinert und Karamel als Farbstoff verwendet. Der gute Geschmack läßt einen ahnen, dass zu viel davon zu einen rolligen Kater führen würden.
Wenn ich Bier auf einer Skala von –5 bis +5 einstufe, dann erhält diese Sorte nur eine magere +1. Das übliche Grolsch dagegen eine +3.
Wie kann Bier bewertet werden? Ich denke dabei an Aussehen, Geruch, Geschmack, Haltbarkeit und Verträglichkeit.
Haltbarkeit bezieht sich auf das übliche Fetenphänomen, dass eine Flasche geöffnet und angetrunken und wegen Tanz, Büfett oder Gespräch vernachlässigt und erst eine halbe Stunde wieder ein Schluck genommen wird. Wie schmeckt dann das Bier?
Verträglichkeit hat die zwei Aspekte des unmittelbaren Konsums und des Gefühls am nächsten Morgen. Denn es passiert schon mal unter Freunden, dass ein zwei oder mehr Flaschen zu viel getrunken werden? Und es gibt Bier, wovon einem schlicht und einfach schlecht wird.
Abschließend kommt in einer Bewertung dann noch der Vergleich mit anderen Bieren und da dürfte ich bereits weit über Hundert Sorten probiert haben. Es gibt zum einen elendig schlechte Biere und es gibt zum anderen tschechisches Krusoviçe (z.B. in meiner Kneipe Im Exil vom Fass), niederländisches Grolsch, belgisches Chimay, deutsches Jever oder Becks, ...
Siehe auch Wikipedia zu Grolsch.
Mittwoch, 3. Januar 2007
Kaffeekultur versus US-Coffee
Es gibt die asiatische Teezeremonie und es gibt die europäische Kaffeekultur. Die Kunst Kaffee frisch so aufzubrühen, dass er dampfend in einer Tasse oder einem Becher vor einen steht, zeigt in Europa eine sehr große Varianz, die aber von einer Liebe zum Ergebnis geprägt ist.
Coffee-to-go ist eines von vielen Beispielen für fehlende Kultur, die aus den USA gekommen ist. Es wird von einer Rationalität gesprochen, aber stets ist nur ein Profit gemeint. Kaffee, Pardon Coffee, wird zu einer dunklen, heißen Flüssigkeit abgewertet.
Die Abwertung von Kaffee lässt sich weiter steigern. Ich habe seit sechs Wochen oftmals mehr Einblicke in eine US-Lebensweise, als mir lieb ist. Da wird früh am Morgen die Kaffeemaschine angestellt und eine große Kanne mit starker Kaffee produziert. Bis dieser Kaffee das erste Mal getrunken wird, vergehen an einigen Tagen Stunden und so wird ein Becher mit dieser dunklen Flüssigkeit in der Mikrowelle wieder aufgewärmt. Ihre Definition von Kaffee basiert auf dem Begriffspaar "schwarz + heiß" und entsprechend wird der Becher mit denselben Kaffee noch 1-2 Mal in die Mikrowelle gestellt, um die Temperatur jeweils wieder zu erhöhen.
Irgendwann ist das langwierige Frühstück beendet, aber die Kanne ist noch halb gefüllt. Dieser Rest wird in Tupper in den Kühlschrank gestellt und während des Tages wiederholt sich das Spiel der mehrmaligen Erwärmung eines Bechers mit Coffee. Wenn der Morgenkaffee vor einer Reise hergestellt wurde, dann wird die dunkle Flüssigkeit eingefroren und nach der Rückkehr in der Mikrowelle aufgetaut und erhitzt. So eine Verschwendung von Elektrizität (zum Erhitzen, Kühlen, Einfrieren, Auftauen) lässt mich nur den Kopf schütteln.
Die noch schwerwiegendere Verschwendung von Geschmack und Aroma kann ich nicht in Worte fassen.
Coffee-to-go ist eines von vielen Beispielen für fehlende Kultur, die aus den USA gekommen ist. Es wird von einer Rationalität gesprochen, aber stets ist nur ein Profit gemeint. Kaffee, Pardon Coffee, wird zu einer dunklen, heißen Flüssigkeit abgewertet.
Die Abwertung von Kaffee lässt sich weiter steigern. Ich habe seit sechs Wochen oftmals mehr Einblicke in eine US-Lebensweise, als mir lieb ist. Da wird früh am Morgen die Kaffeemaschine angestellt und eine große Kanne mit starker Kaffee produziert. Bis dieser Kaffee das erste Mal getrunken wird, vergehen an einigen Tagen Stunden und so wird ein Becher mit dieser dunklen Flüssigkeit in der Mikrowelle wieder aufgewärmt. Ihre Definition von Kaffee basiert auf dem Begriffspaar "schwarz + heiß" und entsprechend wird der Becher mit denselben Kaffee noch 1-2 Mal in die Mikrowelle gestellt, um die Temperatur jeweils wieder zu erhöhen.
Irgendwann ist das langwierige Frühstück beendet, aber die Kanne ist noch halb gefüllt. Dieser Rest wird in Tupper in den Kühlschrank gestellt und während des Tages wiederholt sich das Spiel der mehrmaligen Erwärmung eines Bechers mit Coffee. Wenn der Morgenkaffee vor einer Reise hergestellt wurde, dann wird die dunkle Flüssigkeit eingefroren und nach der Rückkehr in der Mikrowelle aufgetaut und erhitzt. So eine Verschwendung von Elektrizität (zum Erhitzen, Kühlen, Einfrieren, Auftauen) lässt mich nur den Kopf schütteln.
Die noch schwerwiegendere Verschwendung von Geschmack und Aroma kann ich nicht in Worte fassen.
Donnerstag, 28. Dezember 2006
Filmkritik Populärmusik aus Vitulla
Populärmusik aus Vittula (Schweden 2004)
Regie: Reza Bagher
Ohne großes Vorwissen ging es ins Kino. Hatte gelesen, dass dies die Verfilmung eines in Schweden sehr erfolgreichen Romans von Mikael Niemi ist, der sich bisher auch mehr als 100.000 Mal in der deutscher Übersetzung verkauft hat.
Eine Geschichte aus der Peripherie, aus der ländlichen Peripherie um genauer zu sein oder wie es bei uns so schön heißt, vom Arsch der Welt. Eine weit gestreute Ortschaft nördlich des Polarkreises, wo es im Dorf die richtigen und die falschen Straßen, mit den sozial verachteten Familien gibt. Zwei Jungen werden von ihrem Einschulungsalter bis zur Volljährigkeit begleitet.
Es ist eine Welt, in der bereits die nächste Stadt in einer unfassbaren Ferne liegt und wo der Vater in der Familie die letzte Instanz ist. Mit Gewalt wird die Macht in der Familie immer wieder bestätigt. Die Außenwelt ist fremd und die Eigenwelt wird in der Schule als Fremdkörper in Schweden dargestellt. Eine Region, in der Schwedisch mit Akzent gesprochen wird. Die Kenntnis von Finnisch oder der Sprache der Samen ist wichtiger und bekannter als Englisch, Französisch oder Esperanto, wie sich beim Besuch eines Priesters aus dem Kongo zeigt.
Die Geschichte wird als Rückblende von einem Erwachsenen erzählt. Wie für eine Erinnerung typisch, sind die Szenen exemplarisch und es gibt große inhaltliche und zeitliche Sprünge. Der Film ist entsetzlich realistisch.
Es sind eigentlich zwei Geschichten; zum einen der Entwicklungsroman der beiden Protagonisten und die Geschichte des Einzugs der Moderne in Vittula. Moderne beinhaltet verbesserte Verkehrsanbindung ("... die Straße führt bis nach China ...") und die namensgebende Ankunft von internationaler Popmusik in Form der Beatles Single Rock’n Roll Music. Dies führt zu den bekannten Ablehnungen von jeglichen Veränderungen durch die Eltern.
Popmusik ist nicht nur eine Kulturrevolution für die Eltern, die ihre Autorität fundamental angegriffen sahen, sondern auch eine schwindelerregende Erfahrung für die Zuhörenden. An diesem Ort, an dem die strenge Kirchenzucht noch existiert, auch wenn dies nur als alt-testamentarisches Patriarchat gelebt wird, kommt ein junger Musiklehrer aus der Stadt, der völlig neue Erfahrungen vermittelt.
Hand gemachte Musik, Gründung einer Band und schließlich der erste Auftritt in der Schule verändern alles. Die beiden Jungen werden begleitet bei ihren ersten Erfahrungen mit Alkohol, sexuellen Reizen, dem ersten Kuss und schließlich dem ersten Mal. Das kollektive Saufen ist zunächst noch amüsant, wird durch die Wiederholungen aber immer drastischer. Bewusstseinserweiternde Drogen werden als Medizin genommen und führen zu wirren Träumen.
Die erste echte Liebe sprengt die Band, die Freundschaft und mit dem seit der Kindheit angekündigten doch nun sehr plötzlichem Verlassen von Vittula von einem der Protagonisten endet die eigentliche Geschichte.
Die Musik im Film und zum Film ist wunderbar. So viel Energie wie dort übertragen wird, wünsche ich mir in jedem Konzert. Born To Be Wild als Instrumentalversion ist herausragend.
Noch eine letzte Anmerkung zum Film (hier geht es zur offiziellen deutschen Website). Die Gewalt eines Vaters ist ein wiederkehrendes Thema und im Gespräch danach kam mein Ekel vor diesem neuen Realismus hoch. Es ist kein filmischer Fortschritt, wenn nun schon seit mehreren Jahren gezeigt wird, wie Kugeln eintreffen, Messer schneiden, Fäuste auftreffen. Der Regisseur zeigt nur wenig unmittelbare Gewalt, aber die Permanenz und Wiederholung zeugt mehr vom Zwang einer psychologischen Aufarbeitung von Kindheitstraumata als von einer Weiterentwicklung der Geschichte.
Es ist egal, ob man in Vittula (die Bedeutung des Ortsnamen wird unten erklärt), Brauel (diesem Dorf nördlich von Zeven, dass meiner Seite den Namen gegeben hat), Wehldorf oder einem anderen Dorf einen wesentlichen Teil seiner Kindheit und Jugend verlebt hat. Diese abgeschlossenen Welten mit ihren jährlichen Höhepunkten in ritualisierten Treffen (Schützenverein, Freiwillige Feuerwehr, Sportverein) und familiären Jubiläen, die für viele nur als ein guter Grund zum Besaufen angesehen werden, sind ein Synonym für Stillstand, der von den Beteiligten als Tradition bezeichnet wird.
Mannbarkeitsrituale und vor allem immer wieder Saufen bis zum Umfallen finden sich sowohl im Film (besonders lustig das finnische Prosit „kippis“ mit anschließenden synchronem Kippen von großen Schnapsgläsern; Martin hatte diesen Spruch in Wolfenbüttel eingeführt) als auch in der ländlichen Realität Niedersachsens in den späten 1970er Jahren. Die seit den 60er Jahren zugezogenen Vorstädter sind davon ausgenommen, die leben in ihrer Welt. Es ist dieser Kreis von Menschen gemeint, die sich in Pfeifenraucher-, Gemütlichkeits-, Kegel- und anderen Vereinen treffen und gleichzeitig in Boßel-Gruppen oder als Zirkel von Grillenden, Kranzbindenden und anderen Aktivitäten jedes Wochenende treffen und sich ritualisiert betrinken. Der Film zeigt in einer Szene eindringlich die Gier vor dem ersten Schluck und das Bedürfnis so schnell wie möglich, einen Pegel zu erreichen. Was da auf der Leinwand zu sehen ist, kann mit eigener Erfahrungen (Jugendgruppe der Freiwilligen Feuerwehr) aus dem ländlichen Raum wenn auch nicht so extrem nacherzählt werden.
Der Film motivierte mich im Netz nach der Auftritt von Brauel zu suchen und ihn zu finden. Die Moderne ist auch dort angekommen, aber Freizeit ist weiterhin eng mit Alkohol verbunden. In einer „Fun“-Seite der Freiwilligen Feuerwehr findet sich ein Quiz und es ist symptomatisch, dass zwei von zehn Fragen beliebte Alkoholmarken im Dorf abfragen. Das Gästebuch zeugt auch von trunkenen Einträgen oder Saufkumpanen.
Populärmusik aus Vittula bekommt von mir sechs von zehn möglichen Punkten meiner Filmbewertungsskala.
- - - - - - Nachtrag aus Espoo, Finnland - - - -
Vittula ist ein Ortsteil von Pajala im Norden von Schweden. Da hier die finnische Minderheit lebt, hat der Ort auch einen finnischen Namen. Vittula heißt übersetzt "Ort der weiblichen Geschlechtsteile" in Referenz zur deutlich höheren Geburtenrate gegenüber den schwedischen Ortsteilen. Der Ausdruck ist noch viel obszöner, im Sinne von pussy (englisch) oder Möse, Fotze (deutsch).
- - - - - - Nachtrag vom März 2013 - - - - -
Nun gibt es auch einen Beitrag zu meiner Einführung in harte Getränke.
Regie: Reza Bagher
Ohne großes Vorwissen ging es ins Kino. Hatte gelesen, dass dies die Verfilmung eines in Schweden sehr erfolgreichen Romans von Mikael Niemi ist, der sich bisher auch mehr als 100.000 Mal in der deutscher Übersetzung verkauft hat.
Eine Geschichte aus der Peripherie, aus der ländlichen Peripherie um genauer zu sein oder wie es bei uns so schön heißt, vom Arsch der Welt. Eine weit gestreute Ortschaft nördlich des Polarkreises, wo es im Dorf die richtigen und die falschen Straßen, mit den sozial verachteten Familien gibt. Zwei Jungen werden von ihrem Einschulungsalter bis zur Volljährigkeit begleitet.
Es ist eine Welt, in der bereits die nächste Stadt in einer unfassbaren Ferne liegt und wo der Vater in der Familie die letzte Instanz ist. Mit Gewalt wird die Macht in der Familie immer wieder bestätigt. Die Außenwelt ist fremd und die Eigenwelt wird in der Schule als Fremdkörper in Schweden dargestellt. Eine Region, in der Schwedisch mit Akzent gesprochen wird. Die Kenntnis von Finnisch oder der Sprache der Samen ist wichtiger und bekannter als Englisch, Französisch oder Esperanto, wie sich beim Besuch eines Priesters aus dem Kongo zeigt.
Die Geschichte wird als Rückblende von einem Erwachsenen erzählt. Wie für eine Erinnerung typisch, sind die Szenen exemplarisch und es gibt große inhaltliche und zeitliche Sprünge. Der Film ist entsetzlich realistisch.
Es sind eigentlich zwei Geschichten; zum einen der Entwicklungsroman der beiden Protagonisten und die Geschichte des Einzugs der Moderne in Vittula. Moderne beinhaltet verbesserte Verkehrsanbindung ("... die Straße führt bis nach China ...") und die namensgebende Ankunft von internationaler Popmusik in Form der Beatles Single Rock’n Roll Music. Dies führt zu den bekannten Ablehnungen von jeglichen Veränderungen durch die Eltern.
Popmusik ist nicht nur eine Kulturrevolution für die Eltern, die ihre Autorität fundamental angegriffen sahen, sondern auch eine schwindelerregende Erfahrung für die Zuhörenden. An diesem Ort, an dem die strenge Kirchenzucht noch existiert, auch wenn dies nur als alt-testamentarisches Patriarchat gelebt wird, kommt ein junger Musiklehrer aus der Stadt, der völlig neue Erfahrungen vermittelt.
Hand gemachte Musik, Gründung einer Band und schließlich der erste Auftritt in der Schule verändern alles. Die beiden Jungen werden begleitet bei ihren ersten Erfahrungen mit Alkohol, sexuellen Reizen, dem ersten Kuss und schließlich dem ersten Mal. Das kollektive Saufen ist zunächst noch amüsant, wird durch die Wiederholungen aber immer drastischer. Bewusstseinserweiternde Drogen werden als Medizin genommen und führen zu wirren Träumen.
Die erste echte Liebe sprengt die Band, die Freundschaft und mit dem seit der Kindheit angekündigten doch nun sehr plötzlichem Verlassen von Vittula von einem der Protagonisten endet die eigentliche Geschichte.
Die Musik im Film und zum Film ist wunderbar. So viel Energie wie dort übertragen wird, wünsche ich mir in jedem Konzert. Born To Be Wild als Instrumentalversion ist herausragend.
Noch eine letzte Anmerkung zum Film (hier geht es zur offiziellen deutschen Website). Die Gewalt eines Vaters ist ein wiederkehrendes Thema und im Gespräch danach kam mein Ekel vor diesem neuen Realismus hoch. Es ist kein filmischer Fortschritt, wenn nun schon seit mehreren Jahren gezeigt wird, wie Kugeln eintreffen, Messer schneiden, Fäuste auftreffen. Der Regisseur zeigt nur wenig unmittelbare Gewalt, aber die Permanenz und Wiederholung zeugt mehr vom Zwang einer psychologischen Aufarbeitung von Kindheitstraumata als von einer Weiterentwicklung der Geschichte.
Es ist egal, ob man in Vittula (die Bedeutung des Ortsnamen wird unten erklärt), Brauel (diesem Dorf nördlich von Zeven, dass meiner Seite den Namen gegeben hat), Wehldorf oder einem anderen Dorf einen wesentlichen Teil seiner Kindheit und Jugend verlebt hat. Diese abgeschlossenen Welten mit ihren jährlichen Höhepunkten in ritualisierten Treffen (Schützenverein, Freiwillige Feuerwehr, Sportverein) und familiären Jubiläen, die für viele nur als ein guter Grund zum Besaufen angesehen werden, sind ein Synonym für Stillstand, der von den Beteiligten als Tradition bezeichnet wird.
Mannbarkeitsrituale und vor allem immer wieder Saufen bis zum Umfallen finden sich sowohl im Film (besonders lustig das finnische Prosit „kippis“ mit anschließenden synchronem Kippen von großen Schnapsgläsern; Martin hatte diesen Spruch in Wolfenbüttel eingeführt) als auch in der ländlichen Realität Niedersachsens in den späten 1970er Jahren. Die seit den 60er Jahren zugezogenen Vorstädter sind davon ausgenommen, die leben in ihrer Welt. Es ist dieser Kreis von Menschen gemeint, die sich in Pfeifenraucher-, Gemütlichkeits-, Kegel- und anderen Vereinen treffen und gleichzeitig in Boßel-Gruppen oder als Zirkel von Grillenden, Kranzbindenden und anderen Aktivitäten jedes Wochenende treffen und sich ritualisiert betrinken. Der Film zeigt in einer Szene eindringlich die Gier vor dem ersten Schluck und das Bedürfnis so schnell wie möglich, einen Pegel zu erreichen. Was da auf der Leinwand zu sehen ist, kann mit eigener Erfahrungen (Jugendgruppe der Freiwilligen Feuerwehr) aus dem ländlichen Raum wenn auch nicht so extrem nacherzählt werden.
Der Film motivierte mich im Netz nach der Auftritt von Brauel zu suchen und ihn zu finden. Die Moderne ist auch dort angekommen, aber Freizeit ist weiterhin eng mit Alkohol verbunden. In einer „Fun“-Seite der Freiwilligen Feuerwehr findet sich ein Quiz und es ist symptomatisch, dass zwei von zehn Fragen beliebte Alkoholmarken im Dorf abfragen. Das Gästebuch zeugt auch von trunkenen Einträgen oder Saufkumpanen.
Populärmusik aus Vittula bekommt von mir sechs von zehn möglichen Punkten meiner Filmbewertungsskala.
- - - - - - Nachtrag aus Espoo, Finnland - - - -
Vittula ist ein Ortsteil von Pajala im Norden von Schweden. Da hier die finnische Minderheit lebt, hat der Ort auch einen finnischen Namen. Vittula heißt übersetzt "Ort der weiblichen Geschlechtsteile" in Referenz zur deutlich höheren Geburtenrate gegenüber den schwedischen Ortsteilen. Der Ausdruck ist noch viel obszöner, im Sinne von pussy (englisch) oder Möse, Fotze (deutsch).
- - - - - - Nachtrag vom März 2013 - - - - -
Nun gibt es auch einen Beitrag zu meiner Einführung in harte Getränke.
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