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Montag, 19. Dezember 2016

Glasfaserverkabelung in Europa

Die OECD hat vor einigen Tagen eine Säulengraphik zur Quote der Glasfaserverkabelung in ausgewählten Ländern veröffentlicht. Das sah nicht beeindruckend aus.
Ich habe die Zahlen mal in eine Europa-Karte übertragen und damit natürlich einige OECD-Länder ausgelassen.

Ich bin überzeugt, dass diese Darstellung noch deutlicher zeigt, wie weit Deutschland technologisch zurückliegt.

Die nackten Zahlen:

fiber/total pen
Israel 0,0%
United Kingdom 0,0%


Colombia 3,0%
Greece 0,2%
Belgium 0,2%
Ireland 0,4%
Germany 1,5%
Austria 1,6%
Italy 2,5%
France 5,3%
Poland 5,4%
Chile 5,4%
Canada 7,4%
Australia 9,5%
Mexico 10,4%
United States 11,0%
New Zealand 11,1%
Netherlands 13,7%
Luxembourg 15,3%
Czech Republic 16,0%
Hungary 16,3%
Turkey 17,6%
OECD 19,4%
Switzerland 19,9%
Spain 23,3%
Denmark 23,6%
Slovenia 24,5%
Finland 26,1%
Portugal 26,6%
Slovak Republic 27,0%
Iceland 27,3%
Norway 33,2%
Estonia 34,1%
Sweden 48,9%
Latvia 60,7%
Korea 71,3%
Japan 73,3%
 (Quelle: OECD)

Freitag, 14. November 2014

Marc Elsberg 2014 ZERO - eine Buchempfehlung

Die Aktualität eines Buches fördert den Verkauf, kann aber auch dazu führen, dass bereits wenige Jahre nach dem Erscheinen, dass Buch unverständlich und uninteressant ist. Das ist bei diesem Buch zu erwarten.

Marc Elsberg schreibt über das Sammeln von digitalen Daten und mögliche Begehrlichkeiten und Konsequenzen. Visuelle und akustische Daten werden automatisch gesammelt, aber die einzugebenden Daten werden von den Menschen freiwillig zur Verfügung gestellt.

Facebook und andere sogenannte soziale Netzwerke, die alles außer sozial sind, leben davon, dass die Nutzer ein persönliches Profil anlegen, was sie durch Statusmeldungen und Ergänzungen erweitern. Doch es sind nicht nur diese öffentlichen Profile, sondern auch  weitere persönliche Informationen, die freiwillig abgegeben werden. Da sind zum Beispiel die Kundenkarten, die für einen marginalen Rabatt Menschen motivieren, Unternehmen zu zeigen, was sie wann und wo für Produkte und Dienstleistungen erwerben. Oder die verschiedenen Programme zur Selbstoptimierung, die immer mehr Menschen freiwillig verwenden. Zum Beispiel beim Sport (Laufleistung, Blutdruck, Puls), wo Daten nicht nur auf dem umgehängten Messgerät sondern auch gleich online gesammelt werden. Oder die Bewegungsprofile, die durch die Triangulation von Handys möglich sind oder noch schlimmer die Gesichtserkennungssoftware, die Bildern aus Überwachungskameras einzelnen Personen zuordnet.

Hier setzt der Roman ein. Er erzählt von einer Mutter und Journalistin, die kritisch registriert, dass ihre fast erwachsene Tochter einem Unternehmen über verschiedene Apps eine Vielzahl von Daten zur Verfügung stellt. Alle Daten werden freiwillig abgegeben, damit eine individualisierte Software durch die Berechnung von Wahrscheinlichkeiten konkrete Tipps für Entscheidungen und Aktivitäten geben kann.
Diese neu entwickelten ActApps führen zu einem Unternehmen, dass in wenigen Jahren Hunderte von Millionen Nutzer gewinnt (siehe Facebook, WhatsApp und andere) und bei Regierungen und Geheimdienste Begehrlichkeiten schafft. Und dann gibt es die Gegenspieler, die vor dieser Macht über die Menschen, ihre Wünsche und Handlungen warnen (=ZERO).
Wer in den letzten Jahren die Entwicklung der digitalen Welt und den zunehmenden Datenmissbrauch verfolgt hat, wird Probleme haben, die Beschreibung der verschiedenen Ebenen des Datensammelns zu ertragen, aber nach etwa 50 Seiten ist alles in der sich entwickelnden Handlung erklärt.
ActApps manipulieren Menschen mit dem erklärten Ziel, ihr Leben zu verbessern. Doch damit wird natürlich auch Werbung (=Information) für einen bestimmten Lebensstil (=Konsumerismus) und Produkte betrieben.
Das erinnert an die Realität. Ich sage stets im Scherz, wenn sich die Modeindustrie einig ist, dass lila Zipfelmützen modisch sind, werden sich viele Menschen lila Zipfelmützen aufsetzen. Schöne Belege finden sich in den letzten Jahren, als junge Frauen anfingen, grob gestrickte "Kaffeewärmer" als Kopfbedeckung zu tragen.

Es wird im Roman immer wieder vor der Gefahr der Paranoia gewarnt, aber spätestens seit den Enthüllungen durch Edward Snowden sollte allgemein bekannt sein, dass Regierungen pauschal von allen Menschen und gezielt von vielen Millionen Menschen Daten sammeln und Profile anlegen.

Der Roman springt unvermittelt zwischen verschiedenen Ebenen und Akteuren. Da ist die britische Journalistin, die zunehmend und immer schneller das Ende der Privatsphäre erlebt. Da ist die Tochter und ihre Freunde, die zunächst selbstverständlich mit jeder ihnen gebotenen Software arbeiten, aber schließlich auch Zweifel bekommen. Die jungen Menschen leben in der realen Welt, sind aber praktisch die gesamte Zeit online und liefern rund um die Uhr Daten, damit die ausgewählten Apps immer genauere Handlungsvorschläge machen können. Dann sind da der Gründer des expandierten Unternehmens und seine Führungskräfte, sowie sein Sicherheitsteam, dass die gesammelten Daten gegen die Menschen einsetzt. Und da ist die Polizei mit ihrem scheinbaren Überblick (in London gibt es mehr als 100.000 öffentliche Kameras) und die Geheimdienste, die über Leichen gehen. Und die Gruppe ZERO, die immer wieder die Firma, die Medien und die Geheimdienste/Regierungen bloßstellen und jedes Statement mit Paraphrase nach Cato dem Älteren enden lässt "Im Übrigen bin ich der Meinung, dass Datenkraken zerschlagen werden müssen."

Mehr will ich über die Geschichte nicht erzählen. Marc Elsberg hat einen rasanten Erzählstil, der zum Ende so sehr an Tempo aufnimmt, dass ich als Leser eine Pause einlegen musste, weil mein Puls unangenehm anstieg. Das Ende ist dann wieder ruhig und bei diesem Thema kein Happy End. Es ist ein Kriminalroman mit sehr wenigen Elementen des Science Fiction.

Lest das Buch! Lest es jetzt! Acht Tage einer Entdeckung der digitalen Überwachungsmöglichkeiten und ihrer Konsequenzen.

Marc Elsberg "ZERO - Sie wissen, was du tust", Blanvalet Verlag München, 2014, 480 Seiten.
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Ein Gespräch mit Marc Elsberg und Thomas Hillenbrand (Autor von Drohnenland, 2014) findet sich in der taz vom 2. August 2014

Samstag, 4. Januar 2014

Facebook - Karten und Statistiken

Alle meine Beiträge zur Entwicklung der Zahl der Mitglieder von Facebook in Europa und Afrika (mit einem speziellen Beitrag zu Libyen) zwischen 2008 und 2012 sind umgezogen in mein Archiv mit dem Namen BRAUEL (genaue Verknüpfungen unter den folgenden beiden Karten!).

Damit sind auch die Graphiken und die Karten dort zu finden. Als letzte Referenz an diese statistische Betrachtung die allerletzten Karten für Afrika und Europa von 2013. Eine signifikante Zunahme der Facebookkonten war eigentlich nur noch in den Ländern zu beobachten, in denen es eine niedrige Quote gab. Facebook hat in vielen Ländern seine Sättigungsgrenze erreicht:

1. Facebook in Afrika 2013
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Frühere Karten zur Ausbreitung von Facebook in Afrika finden sich hier für 2010-2011, hier für 2011, hier für 2012 und hier eine Abbildung zu Libyen 2010-2012.
 
2. Facebook in Europa 2013
Facebook Europa 2013, Facebook Europe 2013, Gesichterbuch Europa 2013, Europe, Europa, Facebook, 2013
Weitere Karten zur Ausbreitung von Facebook in Europa finden sich hier für 2008, hier für 2010, hier für 2011 und hier für 2012.

Samstag, 28. Dezember 2013

Jahresabrechnung 2013

Soeben habe ich meinen Jahresbrief 2013 fertig gestellt und an die Familie und Freunde versandt. Wer den Text lesen möchte, braucht nur eine Notiz via Elektropost oder Gesichterbuch zu schicken.
Hier gibt es nur einen Rückblick auf Blogbeiträge des Jahres. die öffentliche Person ist schließlich eine andere, als der reale Mensch.

Politik regt mich weiterhin auf und an. Da lag natürlich auch an der Landtagswahl in Niedersachsen, den damit verbundenen Outen von Nazis, der Bundestagswahl mit unserer Bundeskanzlerinverwalterin und hier in Hannover der zusätzlichen Wahl des Oberbürgermeisters. Die Dummheit der SPD und das Geblubber und Schweigen vom Bundespr.(ediger) Gauck ließen mich den Kopf schütteln. Dabei gab es interessante Ansätze wie die 1. EU-Bürgerinitiative oder die Offenlegung der NSA-Spitzeleien  oder das Fiskalverbrecher im Netz recherchiert werden können.

Der Tod meines Vaters führte zu Erinnerungen und Trauerarbeit.
Doch es gab auch schöne Momente auf dem Spielplatz, in der Turnhalle und mehrmals im Zoo.

Meine Reisen führten mich in diesem Jahr gleich zweimal nach Berlin, nach London, Königswinter, Budapest zum Europäischen Traum, Stade und Deventer.

Die monatlichen Wetterberichte, der nicht enden wollende Winter 2012/2013 aber auch einen Beitrag über den regionalen Klimawandel am Beispiel des Monats April und den generellen Temperaturanstieg sind auch als Kommentare auf dümmliche Bemerkungen von Klimaskeptikern zu lesen.

Ich kramte ein wenig in meinen Erinnerungen und fand meinen allerersten Brief von meiner ersten Reise nach Ostafrika (1987) und als eine Alumna über ihre Probleme mit einem Studentenvisum berichtete fiel mir mein Erlebnis aus Dar es Salaam (1988/89) ein. Eine Wiedergängerin erinnerte mich an den Beißkrampf der 1980-er Jahre pflegte. Ich musste auch an die Grußkultur in Tanzania denken und ein unangenehmes Erlebnis in Johannesburg vor 18 Jahren.

Kino war nur dreimal Thema, einmal The Hobbit und dann der Nachzug nach Lissabon und Star Trek. Filme gab es vor allem auf DVD, wie zum Beispiel Spielbergs Terminal. Ich fand einen Hinweis auf eine Screwball-Komödie im Netz, die vollständig, im Original und vor allem ohne Werbepausen genossen werde kann.  

Musik war öfters das Thema: Die hannöversche Formation fint stellte ihre 1. EP vor. Das Duo SEA+AIR gab eine wunderschöne Show. Beim digitalen Aufräumen stolperte ich über meinen Konzertbericht Roger Water 2002 und während meiner Arbeit auf der Fête de la Musique Hannover über einen Achim Reichel Song meiner Jugend. Musik gefiel auch im Netz, doch Hand gemachte Live-Musik wie vom französischen Yalta Club oder von MINE sind etwas Besonderes.

Ich habe viel gelesen, aber nicht so viel darüber geschrieben. Im Winter wurden eine Märchensammlung von Charles Perrault gelesen und im Herbst ein Sachbuch über "normale" US-Amerikaner. Literatur hinterließ Spuren in meiner Zitatesammlung, wie zum Beispiel Bemerkenswertes von Arno Schmidt (hier  und hier), Pascal Mercier, William Shakespeare, Gisbert Haefs, Douglas Adams oder Doris Lessing.

Mal sehen was 2014 bringt.

Dienstag, 27. August 2013

Twitter UlayaBrauel

Manchmal dauert es ein wenig länger und die Vorbehalte sind unübersehbar groß.
Habe hier im Blog oder auf meiner Facebook-Seite gerne auch mal auf einen interessanten Artikel in der aktuellen Berichterstattung verwiesen. Hier im Blog sind dies wohl meine kürzesten Beiträge gewesen.
Diese Verweise bleiben zum einen im Gesichterbuch, aber wandern nun vor allem nach Twitter. UlayaBrauel heiße ich dort. Mal sehen, ob es mir gelingt, mich so kurz zu fassen, dass die Verweise bei Twitter auch genutzt werden.

Montag, 5. August 2013

Digitales Seemannsgarn. Satire in der taz

Endlich mal wieder eine gelungene Satire.  Sven Stickling  hat in weniger als 100 Zeilen eine Vielzahl der Wörter aus der digitalen Welt in einem ganz anderen Kontext verwendet:
Beute vor Ebay.
Digitales Seemannsgarn. Die große Seeschlacht im Nord@tlantik.
(Die Wahrheit, taz 5. August 2013)
(Zugang zu einer Schatzkammer)
Ob Macintosh, Amazon, Ruhezustand, Enter, Ebay, Motherboard, Blackberry, RAM, Datenkrake, etc. pp. Alles passt in dieses neue Abenteuer von Captain Jack Sparrow, das nie von Disney erzählt wurde und wird.
Es ist einer von den seltenen Texten, der aufgehoben werden sollte und den ich gerne weiter reiche und hoffentlich in einigen Jahren noch genauso schreiend komisch finde.

Ende 2006 erschien auf der Wahrheit-Seite der taz schon einmal so eine gelungene Ansammlung von aktuellen Fachbegriffen, die in einer Satire verarbeitet wurden. Damals ging es um Bildung und entsprechend handelte er von einer Abenteuerreise nach Pädagogien. Ich habe es damals empfohlen und ich empfehle auch weiterhin die Satire von Rüdiger Kind. Diese Witz- und vor allem Kalauerdichte wird nur selten erreicht.

Donnerstag, 25. Juli 2013

Bundes-Pr. Gauck zum NSA-Skandal


Stille kann befremdlich sein. Da haben wir einen Bundespr., der monothematisch alles unter dem Thema Freiheit behandelt, doch noch immer gibt es keinen Kommentar von ihm zum bisher größten Angriff auf die Freiheit der Deutschen seit dem Jahre 2000.
Doch er hat ja so wenig Zeit, muss zum Beispiel heute am 25. Juli zur Eröffnung der Wagner-Festspiele nach Bayreuth, um sich dort mit dem Rest der politischen Elite an staatlicher Geldverschwendung zu ergötzen.
(Originalfoto: WikiCommons, 2009 Sebastian Hillig. Von mir beschnitten und durch Sprech- bzw. Gedankenblase ergänzt)

Freiheit ist mehr als die Reisefreiheit und die Freiheit der Kunst.
Das digitale Zeitalter mit seinem Internet 2.0, E-Mails, sozialen Netzwerken, etc. ist diesen Herren und der Dame ein Neuland, dass noch zu erforschen ist.
- - - - -
Nachtrag: Endlich! Am 25. Juli sagte Joachim Gauck in einem Interview mit der Passauer Neuen Presse:
"Die Angst, unsere Telefonate oder Mails würden von ausländischen Nachrichtendiensten erfasst und gespeichert, schränkt das Freiheitsgefühl ein - und damit besteht die Gefahr, dass die Freiheit an sich beschädigt wird"
(Quelle: PNP 25.07.2013)
Es besteht also Hoffnung, dass es auch mal ein Interview mit einer ernsthaften Zeitung (SZ, Zeit, Spiegel, taz) gibt. Ernsthaft meint hier, dass Redakteure auch mal nachfragen und hinterfragen.Ein kurzes Statement ist angenehm , aber es sollte doch ein wenig mehr sein.

Freitag, 12. Juli 2013

LE MONDE diplomatique Juni 2013

Ein Monat ist um und zeitgleich mit der ausgelieferten, gedruckten Juli-Ausgabe der LE MONDE diplomatique sind die Essays der Juni-Ausgabe frei im Internet zugänglich.
Ausgelesen empfehle ich:
  • José Luís Peixoto "Die Sonne von Portugal - Die neue Auswanderung und die Sehnsucht der Emigranten"
    Der Schriftsteller Peixoto vergleicht die aktuelle Emigration mit der Zeit der 1960-er und 1970-er Jahre, als Hunderttausende das Land verließen, um dem Elend der Salazar-Diktatur und der Kolonialkriege in Mozambique und Angola zu entfliehen. Peixoto schriebt, dass sich viele Menschen in Portugal für diese Emigranten schämten; denn die waren überwiegend ungebildet und prägten damit ein Bild von den Bewohnern Portugals in den europäischen Zielländern. Die neuen Emigranten sind jung und gut ausgebildet, doch ob dies etwas an den Beschäftigungsverhältnissen im Ausland ändert, ist eine berechtigte Frage.
    (Der Artikel erschien auch in der portugiesischen Ausgabe)
  • Jiannis Papadopoulus "Neonazis in Griechenland"
    Der Reporter der griechischen Tageszeitung Τα Νέα schreibt über die faschistische Partei Χρυσή Αυγή (=goldene Morgendämmerung), die nach ihrem Einzug ins Parlament immer mehr Einfluss in der Gesellschaft bekommt.
  • Ariane Krol und Jacques Nantel "Spione des Marktes - Was Werbung im Internet alles kann"
    Es ist ein altes Thema, aber hier sehr gut beschrieben. Amazon, Facebook und alle anderen Plattformen, die Daten ihrer Nutzer sammeln sind Trojaner. Eine Journalistin und ein Professor für Marketing der Universität HEC Montréal finden für diese These einige schöne Beispiele,
    (Der Artikel im französischen Original)
  • Serge Halimi "Lockstoff Sprache"
    Der Direktor der LE MONDE diplomatique fragt sich in seinem monatlichen edito, warum die französische politische Elite meint, dass franzöische Universitäten ihr Angebot an fremdsprachigen Studiengängen steigern sollen. Weniger als 4 Prozent der Studierenden in den USA sind Ausländer, aber 13 Prozent der Studierenden in Frankreich. In den USA käme man nicht auf die Idee Wirtschaftskurse auf Chinesisch anzubieten, um mehr Studierende aus dem Land der Mitte zu gewinnen.
Lasst euch anregen durch Autoren, die über Themen in ihren Ländern schreiben.

Mittwoch, 2. Februar 2011

Flattr oder Schmeicheln im Internet

Seit mehr als einem Monat finden sich unter vielen meiner Beiträge nun ein weiteres Symbol. Ich wurde darauf auch schon angesprochen, doch meine Erklärung wurde nicht verstanden oder ich spürte, dass dies als eine weitere spinnerte Idee abgetan wurde. Die wenigsten werden sich das gut gemachte Video von www.flattr.com anschauen und so versuche ich mal hier meinen regelmäßigen Lesern diese Idee mit meinen Worten zu beschreiben.

Es gibt viele Formen, wie auf digitale Inhalte reagiert werden kann. Bei Facebook kann "gefällt mir" angeklickt werden und hier bei Blogger kann am Ende ein Beitrag als lustig, interessant oder cool bewertet werden. Hinzu kommt natürlich die Möglichkeit Kommentare zu schreiben.

Flattr ist eine Idee aus Schweden für Kleinstzahlungen, den so genannten „micropayment“. Das Wort hat zwei Ursprünge, welche die Idee zusammenfassen: Da ist zum einen die Flatrate also die Zahlung einer pauschalen (monatlichen) Summe für eine Dienstleistung und da ist zum anderen das englische Wort für Schmeicheln (to flatter) verarbeitet. Flattr ist ein Netzwerk. Die Firma flattr.com organisiert für ihre Mitglieder, dass diese freiwillig Kleinstzahlungen für kostenlose Internetinhalte zahlen können. Diese Inhalte können sowohl Texte, Graphiken, Fotos, Videos, Audiodateien als auch Software sein. Als Mitglied von flattr wird der Firma ein Guthaben überwiesen und gleichzeitig definiert, wie viel davon jeden Monat als Flatrate zum Verteilen an andere Mitglieder aufgebraucht werden darf. Diese Flatrate beträgt minimal zwei Euro im Monat.

Persönlich habe ich 20 Euro an flattr überwiesen und eine Flatrate von zwei Euro definiert. Abzüglich einer Bankgebühr habe ich nunmehr für etwa neun Monate ein Guthaben, dass ich an andere flattr-Mitglieder verteilen kann. Im Dezember haben mir sieben Inhalte und im Januar elf Inhalte, die mit einem flattr-Zeichen versehen waren, besonders gefallen. Mir haben natürlich viel mehr Inhalte gefallen, doch die Idee der Kleinstzahlungen für kostenlos zur Verfügung gestellte Internetinhalte ist jung und entsprechend ist die Zahl der Inhalte mit einem flattr-Symbol noch beschränkt. Jedes mal wenn ich auf das flattr-Symbol geklickt habe, öffnete sich ein kleines weiteres Fenster, in dem ich mich bei meinem Mitgliedskonto von flattr.com anmelden konnte. Hier bestätigte ich meine Entscheidung. Damit hatte ich dann diesen Inhalt geschmeichelt. Am Ende des Monats wurde mein Monatsbeitrag durch sieben bzw. elf geteilt und den Anbietern der anteilige Beitrag überwiesen. Ein so gelobter Inhalt kann nur einmal im Monat ausgewählt werden und eigene Internetinhalte sind grundsätzlich nicht auszuwählen.
Die Idee ist nun, dass viele verschiedene Menschen, verschiedene Inhalte schmeicheln. Eine von mir ausgewählte Karikatur erhielt zum Beispiel Anfang Januar von mir 1/7 meiner Flatrate, war aber auch von acht anderen Nutzern ausgewählt wurden, von denen also auch ein Teil ihrer Flatrate dem Konto des Karikaturisten gutgeschrieben wurde. So werden aus vielen kleinen Beiträgen schließlich nennenswerte Summen.
Neu hinzu gekommen ist, dass ganze Webseiten monatlich geflattrt werden können und das aus dem Guthaben auch ein freier Betrag an eine Webseite gesendet werden kann.

In Deutschland ist die taz aus Berlin im Sommer 2010 Mitglied bei flattr geworden und alle ihre digitalen Beiträge sind seitdem mit dem flattr-Zeichen versehen. Alleine durch die taz werden damit jeden Tag mehrere Dutzend neue Inhalte hinzugefügt.
Für die taz lohnt sich dies sogar.
flattr, taz, Klickwert


Um Mitglied bei flattr zu werden, muss man nicht selber Internetinhalte produzieren, aber jedes jedes Mitglied darf seine Inhalte auch mit dem flattr-Symbol versehen. Einige meiner Beiträge in diesem Blog sind mit viel Liebe zum Detail (=Recherche) erstellt und so habe ich nun angefangen auch ältere Beiträge mit dem Symbol zu versehen. Viele meiner monatlichen Wetterberichte hatten bereits mehr als 1.000 Besucher und werden selbst nach zwei Jahren direkt oder im Vergleich mit aktuellen Berichten betrachtet. Wenn die Nutzer dieser Wetterberichte mich nun für diese Veröffentlichung neben der hohen Besucherzahl, die mich bisher schon freut, nun auch über flattr schmeicheln, würde mich dies um so mehr freuen.

Eine abschließende Bemerkung zum Wachstum von flattr. Auf der Homepage von flattr wird stets aktuell die Zahl der Inhalte, die mit einem flattr-Symbol versehen sind sowie die Gesamtzahl aller Klicks ausgewiesen. Seitdem ich im Dezember Mitglied geworden bin wuchs die Zahl der zu schmeichelnden Inhalte um 25% auf nunmehr mehr als 130.000. Dies sind etwa 500 neue digitale Inhalte am Tag und täglich werden von den etwa 9.000 Mitgliedern (Stand Dez. 2010) etwa 1.500 Inhalte geschmeichelt.
Wie für viele andere digitale Inhalte ist dies ein Zuwachs, der in der realen Welt selten vorkommt. Ich denke, dass sich diese Idee in diesem Jahr noch erheblich steigern wird und für einige Anbieter von Internetinhalten auch zu einer weiteren Einkommensquelle wird.

In der ersten Januarhälfte wurde erstmals ein Beitrag von mir zum Wachstum von Facebook in Europa geschmeichelt. Diese Person hat offensichtlich viele Inhalte im Januar angeklickt, so dass ihr Klick „nur“ einen Wert von 2 Eurocent hat. Doch ich fühle mich wirklich geschmeichelt und habe mich über diese digitale Reaktion sehr gefreut.

Freitag, 24. Dezember 2010

Wikileaks - Ghanas Stellung im Drogenhandel

Ich schaue etwa einmal in der Woche bei Wikileaks vorbei und überfliege die Überschriften von Depeschen aus afrikanischen US-Botschaften. Aktuell wurde eine Sammlung von Depeschen der US-Botschaft Accra, Ghana veröffentlicht. Bis auf wenige Ausnahmen geht es um das Thema des Drogenschmuggels und wie die allgemeine Korruption und die nun aufkommende Drogenmafia eine Bekämpfung der Stellung von Accra als Transitland verhindert. Kokain aus Südamerika und Heroin aus Asien werden über den Internationalen Kotoka Flughafen Accra nach Europa und zum Teil auch in die USA geflogen.
Dabei gibt es drei Formen des Schmuggels. Einmal "normale" Passagiere, welche die Drogen in kleinen Paketen verschluckten und damit im Körper transportieren, dann VIP-Passagiere, die direkt von der VIP-Lounge ohne Kontrolle zum Flugzeug gefahren werden und schließlich Flughafenpersonal, welches Drogenpakete hinter den Kontrollen an Passagiere übergibt oder Pakete im Flugzeug deponiert.
Diese Einschätzungen stammen nicht nur aus der US-Botschaft, sondern auch von der ghanaischen Antidrogeneinheit (Narcotics Control Board) und aus aufgeflogenen Schmuggelversuchen.
Zweimal musste eine KLM-Maschine von Accra nach Amsterdam auf einen spanischen Flughafen notlanden, weil einer der Passagiere seine Drogenpakete rauswürgte und bewusstlos wurde. In beiden Fällen starben die Kuriere an einer Überdosis der geschmuggelten Drogen.
Auf einen anderen KLM-Flug wurden unter den Passagiersitzen (da wo sonst die Schwimmwesten zu erwarten sind) Drogenpakete platziert.
In den USA wurde ein Parlamentsabgeordneter festgenommen, der in seinem nicht kontrollierten Gepäck Drogen transportierte. Die vorherige konservative Regierung hat einer zunehmenden Zahl von nicht so Prominenten Zugang zum nicht kontrollierten VIP-Bereich ermöglicht (verkauft). Korruption gab es bereits vorher, doch wurde dies unter Präsident John Kufuor systematisiert. Die neue Regierung unter Präsident John Atta Mills steht vor dem Problem, dass jede Ermittlung auf dieser höchsten politischen Ebene vor allem als eine politische Aktion missverstanden werden kann und damit den inneren Frieden gefährdet.
Die Drogenmafia zeigt sich dadurch, dass in Grenzgebieten plötzlich sehr exklusive Villen gebaut werden oder im Umland von Accra große Grundstücke erworben werden. Es gibt bisher keine Untersuchungen, woher diese Personen die hierfür notwendigen (umgerechnet) 100.000en von US-Dollar haben.
Auf dem Flughafen Accra wurden die von der USA gelieferten speziellen Analyseeinheiten zur Kontrolle von Personen und Gepäck systematisch sabotiert. Die Geräte wurden in einer Form beschädigt, dass dies spezielles technisches Wissen voraussetzt. 
Ich empfehle die Lektüre im Original:
(Alle angegebenen Webadressen können natürlich wechseln, da die US-Regierung weiterhin dafür sorgt, dass Provider ihre Dienste für Wikileaks beenden.
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Mein Beitrag über Kenya und wie dort China seine diplomatische Stellung missbraucht, um Elfenbein-Schmuggelzu betreiben befindet sich zwischenzeitlich in meinem Archiv.

Sonntag, 19. Dezember 2010

Flattr nun auch hier im Blog

Nach langer Überlegung habe ich mich entschlossen, Mitglied der schnell wachsenden Flattr-Community zu werden. Diese schwedische Idee, die mal nicht aus einem Möbelhaus kommt, ist wirklich überzeugend. Als ein Mensch, der täglich das Internet nutzt, stoße ich regelmäßig auf Seiten, die wirklich gelungen sind. Gelungen bezeichne ich diese Seiten, weil Informationen gut aufbereitet wurden, weil überhaupt Informationen zu einem Thema gegeben werden oder weil ich herzlich lachen konnte.
Nun habe ich die Möglichkeit mit dem Micropayment-System von Flattr den Autoren und Zeichnern meinen Dank auch in Euro auszudrücken.
Mikropayment habe ich erstmals in den 1990-er Jahren kennen gelernt; obwohl das Wort gab es damals noch nicht. Anlass war eine Kurzgeschichte in der Literaturzeitschrift DER RABE. Da schrieb der Autor am Ende seiner Geschichte, wenn ihnen diese Geschichte gefallen hat, dann überweisen sie doch bitte einen Beitrag auf mein Konto und die entsprechenden Angaben folgten. Der Beitrag war lustig, die Idee gut und damals überwies ich auch symbolisch ein Mark an den Autor. Ich denke, dass ich damals nicht der Einzige gewesen bin.
Doch Flattr erlaubt nicht nur mir, dass ich mich positiv zu einem Artikel äußere und am Ende des Monats allen von mir ge"flattr"ten Beiträgen ein Teilbetrag meines Monatsgeldes zu überweisen, sondern auch anderen Menschen, ähnlich mit meinen Blogbeiträgen zu verfahren.
Ich habe den Blog im eigentlichen Sinne des Wortes begonnen (Web-Log = Internettagebuch), um räumlich entfernten Freunden und Bekannten an mein Leben teilhaben zu lassen. Nun ein Blog entwickelt sich und ich habe hier nun ein Medium, um meine Interessen darzustellen.

Dienstag, 9. November 2010

www.kernenergie.de

Schön, das auch ein kreativer Informatiker einen Beitrag zum Anti-Atom-Protest geleistet hat.
gehackte Seite, www.kernenergie.de, Hacker, CASTOR, Atomforum
(Screenshot von der gehackten Seite www.kernenergie.de 09.11.2010 10:04)

Diese Propaganda-Seite der Atommafia (Deutsche Atomforum, Informationskreises KernEnergie und Kerntechnischen Gesellschaft), wird auf den CASTOR-Behältern beworben und wurde kurz nachdem das so genannte Zwischenlager Gorleben erreicht wurde, aus dem Netz genommen.

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Siehe auch meine beiden Berichte:

Sonntag, 24. Januar 2010

Interkulturelle Kommunikation – Gesten

Zur Muße des sonntäglichen Frühstücks gehört die sonntaz mit ihren Essays, Reportagen und Rezensionen.
Heute fiel mir die Besprechung eines Buches zur interkulturellen Kommunikation auf: Frauke Böger würdigt unter dem Titel „Gestensprache, schwere Sprache“ ein Handbuch der Journalistinnen Julia Grosse und Judith Reker "Versteh mich nicht falsch! Gesten weltweit", dass im Bierke Verlag München (€14,90) erschienen ist. Zum Buch gibt es auch eine Webseite, auf der einige markante Gesten durch Fotobeispiele in ihrer unterschiedlichen Bedeutung gezeigt werden. Da wird eine als Gruß gemeinte Geste auch schon einmal zur Beleidigung.

Einige weitere Beispiele finden sich auch in einem Wikipedia-Artikel

Mich interessiert der jeweilige Ursprung einer Geste und warum diese Geste in einer Region eine andere Bedeutung hat, als in einer anderen. In der Rezension wird an einem Beispiel darauf verweisen, dass die unterschiedliche Geste für die Verneinung mit den Grenzen des griechischen Kulturraums zusammenhängt.

Mir wurde erst vor kurzem die Bedeutung einiger Gesten, die jetzt auch in der digitalen Welt mit Satzzeichen verwendet werden, vermittelt:
l,,l_ _l,,l, das aus der US-Gebärdensprache kommende Zeichen bedeutet zum Beispiel die ganze Bandbreite von „Ich liebe Dich", "Ich bin bei Dir" bis "Ich fühle mit Dir“. (Diese Umsetzung der Gebärde in Satzzeichen hat E.B. aus Hannover entwickelt).
l,,,_ kann als Shaka ein Gruß sein, aber auch einfach bei fehlender verbalen Kommunikationsmöglichkeit „Wir telefonieren später“ bedeuten (meine graphische Umsetzung).
Und das vulkanische \\//_ braucht wohl keine weitere Erläuterung.
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1 Kommentar:

E.B. hat gesagt…
Zu dem Icon "l,,l_ _l,,l":
Aus der amerikanischen Gebärdensprache kommt ein Handzeichen, das wie folgt gebildet wird: Daumen, Zeige- und kleiner Finger abgespreizt, Mittel- und Ringfinger nicht - es bedeutet: "Ich liebe Dich".
Im Rahmen der Workshops des kalifornischen "Institute of Human Awareness" (abgekürzt "HAI") wird es auch im Sinn von "Ich sehe Dich", "Ich bin bei Dir", "Ich fühle mit Dir", "Ich erkenne mich in Dir" etc. verwandt.
Das Icon dazu ("virtuelles "I love you"-Sign") habe ich im Januar 2006 erfunden, worauf ich sehr stolz bin - und meines Erachtens sollte meine Urheberschaft (da sie bekannt war) auch Erwähnung finden!
Infos zu HAI für alle Interessierten unter "www.liebstduschon.de" und "www.hai.org".
E.B. 24. Januar 2010 22:27

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Nachtrag 30. März 2013: Ein weiterer Beitrag zur interkulturellen Kommunikation erschien unter den Titel Habari garni oder typisch Deutsch.

Dienstag, 17. März 2009

ISS und Space Shuttle Discovery über Hannover

Einem sonnigen Nachmittag folgte eine sternenklare Nacht und ein Blick in das NASA-Verzeichnis der Sichtbarkeit der Internationalen Raumstation ISS. Die Raumstation ist zum einen nicht jeden Abend bzw. Morgen zu sehen und die Kombination von wolkenlosen Himmel über Hannover und einer Flugbahn über Norddeutschland ist selten.
Für heute Abend fand sich in der folgende Eintrag in der Tabelle:
ISS
Tue Mar 17/08:09 PM
2
27
10 above SW
27 above S
Dies ist wie folgt zu entschlüsseln: Die ISS war heute am 17. März ab 20:09 für zwei Minuten zu sehen. Die ISS ging 10° über den Horizont im Südwesten auf und verschwindet 27° über den Horizont Richtung Süd. Doch diesmal endete der Eintrag nicht hier, sondern folgte eine weitere Auflistung:
SHUTTLE
Tue Mar 17/08:09 PM
2
27
10 above SW
27 above S
Das Space Shuttle Discovery war auf den Weg zur ISS und ebenfalls zu sehen.
Ich stand um 20:09 auf dem Andreas Hermes Platz im Schatten und tatsächlich sah ich über den Sparkassenhochhaus den hellen scheinbaren Stern, der in Wirklichkeit die ISS ist und sich relativ schnell bewegte. Etwa einen Fingerbreit dahinten folgte ein kleineres Licht. Dadurch wurde die Künstlichkeit der Objekte offensichtlich. Ich sah erstmals ISS und eine Raumfähre gleichzeitig.
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Nachtrag: Leider bisher keine Fotos gefunden, die diesem Erlebnis entsprechen. Denn eine Fernrohraufnahme ist viel zu detailliert für das was ich mit bloßem Auge gesehen habe.

Freitag, 4. April 2008

Nomophobia - Keinnetzphobie

Ehrensenf hatte am 3. April einen Hinweis darauf, dass Millionen von Briten nach eigenen Bekunden Nomophobia leiden. Dies ist ein neues Kunstwort, das die Redaktion von Ehrensenf in der Daily Mail gefunden hat. Es bezeichnet die Angst auf seinen Mobiltelefon nicht erreichbar zu sein. Es leitet sich von der Phrase "no mobile" ab. Was wäre dann das richtige deutsche Wort hierfür. Hier heißt es ja "Kein Netz" oder "Kein Empfang", dann wäre die Angst nicht erreichbar zu sein "Keinnetzphobie" "Keinempfangphobie". Letztere sieht schrecklich aus.
Aber vielleicht gibt es diese Angst in Deutschland auch nicht, denn schlechter Empfang ist oftmals außerhalb der Städte zu erleben.

... und außerdem gibt es ja eine viel bessere Technologie mit HandSolo

Selbst wenn dies ein Aprilscherz war, so war dies ein gelungener, der wie bei einer guten satire nur knapp neben der Realität lag.




Siehe hierzu auch allgemein in der linken Spalte vom Blog die gesammelten Eintragungen zum Thema/Schlagwort Etyms.

Sonntag, 30. März 2008

Das Logo der Olympischen Spiele 2008 in Beijing

Seit letztem Jahr (!) zirkuliert im Netz ein bitterböser Comicstrip, der zynisch erklärt, wie das Logo der Olympischen Sommerspiele in Peking entstanden ist.
Ich habe mich im Netz nach der Quelle des folgenden Comicstrips umgeschaut und es ist eine Produktion der Redaktion WEH oh WEH - IMMER WIEDERSEHEN!, die für das Schweizer Fernsehens eine Satiresendung produziert. Grundlage ist ein kurzer Zeichentrickfilm, der dann für das Internet auf vier Bilder reduziert wurde. Der Film wurde erstmals in der Folge 9 von WOW am 1.5.2005 veröffentlicht und ist zwischenzeitlich auch auf der Best of-Seite erschienen.
Am 25. November 2007 lief dann in der 25. Folge dieser Schweizer Satire eine erweiterte Fassung, die noch einmal klar den Kontext der massenhaften jährlichen Hinrichtungen in China benennt: http://www.wow-tv.ch/filmclips_25.htm (im linken Menue das vierte Bild anklicken)
Besonders pikant ist der Hinweis auf die Körperwelten von Gunther von Hagen.

Die folgenden vier Bilder habe ich der Seite von Vincent Chow entnommen, der sie im September 2007 veröffentlichte. Ehrensenf hat am 17. März auf die Bilder verwiesen, jedoch ohne einen Hinweis auf den Ursprung zu geben.
Nun aber die Bilder:
Beijing Olympics Logo-Comicstrip-1Beijing Olympics Logo-Comicstrip-2Beijing Olympics Logo-Comicstrip-3Beijing Olympics Logo-Comicstrip-4
Eigentlich sollte hier jetzt das offizielle Logo folgen.
Ich sehe von einer Veröffentlichung ab, weil u.a. in der Wikipedia vor einer Verletzung des Markenrecht gewarnt wird. Das Internationale Olympische Komitee in Lausanne ist vor allem eine Gelddruckmaschine und entsprechend unterliegen alle nicht genehmigten Nutzungen dem Risiko einer kostenpflichtigen Abmahnung.

- - - - - siehe auch :

Dienstag, 3. April 2007

Schwarze Löcher in der Sahara

Eine Freundin nannte mir als einen der Fehler in der Darstellung von GoogleEarth schwarze Löcher in der Libyschen Wüste. Ich fragte mich sofort, warum sollten gerade Satellitenbilder von Libyen kreisförmig Details verbergen. Aus dem Geographiestudium fielen mir bei der Betrachtung dieser runden Flächen (z.B. 26° 40' N 21° 47' E) gleich zwei Erklärungen ein. Nein, dies sind keine militärischen Objekte, die verdeckt wurden. In solchen Fällen wird einfach die Auflösung der Bilder reduziert und schon ist alles nur noch so schemenhaft, dass es keine Aussagekraft hat.
Libyen unter seinem Diktator Muammar al-Gaddafi das Great-Man-Made-River-Projekt begonnen (seine persönliche Pyramide!). Eiszeitliche Wasserreservoir in mehreren Hundert Meter Tiefe in der Sahara werden angezapft und das Wasser nach einem Reinigungsprozeß zum einen vor Ort für Bewässerungssysteme und für die Versorgung der Küstenbevölkerung verwendet. Hierfür wurden Rohre von etwa 4 Meter Durchmesser von den Entnahmestellen bis zur Küste verlegt. Leitungsverlauf und Wassertank sind in GoogleEarth zu erkennen. Die angeblichen schwarzen Flecken sind also sehr wahrscheinlich offene Wassertanks über den 126 Pumpen bei Sarir.