Samstag, 15. März 2008

Regenbogen in den Wolken

Das sind die Momente, in denen ich eine digitale Kamera benötige.

Auf der Zugfahrt nach Deventer war der blaue Himmel nur von Kondensstreifen und einigen wenige Cirrus-Wolken gezeichnet. Diese Cirrus-Wolken waren zerfetzt und verwiesen damit auf turbulente Winde in der Höhe. Eine Wolken fiel besonders auf. Zunächst hielt ich es nur für eine Reflektion auf dem Abteilfenster, aber es war tatsächlich an einer Seite die wohlbekannte Farbpalette des Regenbogens zu sehen. doch es war kein Bogen, sondern sah aus, als wenn diese Seite der Wolke in dünnen Streifen in den sechs Farben angemalt wäre.
Diese Reflektion hatte bestimmt etwas mit den Sonnenstand zu tun. Es war etwa eine Stunde vor Sonnenuntergang und ich fuhr ziemlich genau nach Westen. Wenn man die Himmelrichtung als Uhr beschreibt und der Zug nach 12 Uhr fuhr, dann war die Sonne auf 11 Uhr und die farbige Cirruswolke auf 1 Uhr. Der Zug fuhr nicht ständig direkt nach Westen, denn manchmal war die Sonne auch zwischen 12 und 1 Uhr und dann war kein Regenbogen zu sehen. doch nach einer sanften Kurve, war die Sonne wieder auf 11 Uhr und der die der Sonne zugewandte Seite der Cirruswolke zeigte wieder Farben.

Ich habe schon viel am Himmel gesehen, aber so etwas bisher noch nicht. Am 10. Juni 2008 hatte die NASA ein sehr schönes Foto von diesem Wetterphänomen.

Kommentare:

Stefan Touko Richter hat gesagt…

Cirruswolken liegen in der obersten Wolkenschicht der Troposphäre (dem untersten Teil der Atmosphäre), in Mitteleuropa etwa auf einer Höhe von 6 - 10 Kilometern.
(Am Äquator bis zu 18km, an den Polen zum Teil nur in 3km Höhe.)

In dieser Schicht ist die Troposphäre am kältesten, etwa -30°C
Daher bestehen Cirruswolken aus Eispartikeln.

Wie Wasser bricht auch Eis das Licht. Auch bei Eis ist der Brechungsfaktor abhängig von der Wellenlänge des Lichts. So wird blaues Licht am schwächsten gebrochen und rotes am stärksten.
Du hast also ganz richtig erkannt, dass es sich bei einer Wolkendiffraktion um das gleiche Phänomen handelt wie bei einem Regenbogen. Bei Wolken wird der Effekt auch Irisierung genannt.

Hier findest du Photos:
Englische Wikipedia
Private Seite auf einem Uni-Server
Wolkenatlas des Meteorologie-Grundkurses der Uni Helsinki. (c) Ella-Maria Kyrö


- Stefan

Ulaya hat gesagt…

Danke für den Hinweis. Mein Klimatologie-Kurs ist nun schon 20 Jahre her und mir sind nur noch wenige Informationen zu Wolkenformationen in den verschiedenen atmospärischen bekannt und nicht jede Wissenslücke führt mich über Wikipedia hinaus.

Leider gleicht keine von den in den Verknüpfungen abgebildeten Wolken auch nur annährungsweise dem Bild, was ich am Himmel über Overijssel sah. Es war diese klassische Situation, in der ein Zwischenhoch ohne Wolken in den obersten Wolkenschichten von ersten Cirruswolken abgelöst wird, die wegen der hohen Turbulenz zerrissen sind. Es waren also nur sehr wenige Wolken und nur eine stand in so einen Winkel zur Sonne, dass sich die Farben zeigten.

Stefan Touko Richter hat gesagt…

Hmm...

Es hätte sich auch um eine Perlmuttwolke handeln können. Aber die sind selten auf diesen Breitengraden und kommen eher in Polarregionen vor. In Nordfinnland häufig.

Ulaya hat gesagt…

Habe mal ein wenig in den Links der Links nach Fotos gesucht und schließlich auf der NASA-Seite endlich ein Foto gefunden, dass dem Bild, was ich in meiner Erinnerung habe entspricht.
http://antwrp.gsfc.nasa.gov/apod/ap071125.html

Natürlich nicht so prächtig und auch viel kleiner, aber die Farben waren sogar kräftiger. Ich habe also eine irisierte Cirruswolke gesehen.