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Sonntag, 8. August 2021

Der schweigende Stern

1960 kam in beiden deutschen Staaten der Science Fiction-Film "Der schweigende Stern" in die Kinos. Es war dies eine Koproduktion zwischen staatlichen Filmstudios aus Polen und der DDR. Es handelt sich um die Verfilmung eines Frühwerks des polnischen Autors Stanislaw Lem (Die Astronauten, 1951). 

Die Handlung ist schnell erzählt:

Die Welt ist friedfertig und Wissenschaftler*innen aller Länder arbeiten zusammen. Eine Metallspule mit Informationen wird in einer unwirtlichen Gegend gefunden und mit dem Tunguska-Explosion von 1908 in Verbindung gesetzt. In einer Teilübersetzung wird klar, dass es sich um eine bedrohliche Nachricht vom Planeten Venus handelt.

Eine geplante Marsmission wird stattdessen zur Venus geschickt. Das Landegebiet ist hochgradig radioaktiv verseucht und es werden Spuren eine ausgelöschten Zivilisation gefunden.

Die Zivilisation auf der Venus wollte die Erde angreifen, das Erkundungsraumschiff explodierte 1908. Auf der Venus fand ein Krieg statt und mit der Waffe, welche die Erde zerstören wollte, löschte sich die Zivilisation aus.

So weit.
Großartig ist, dass dieser Film während des kalten Krieges entstand und ein klares Plädoyer gegen Atomwaffen formuliert. Auf der Venus sind nur noch Schatten von den verdampften Bewohner*innen an einzelnen Wänden vorhanden. Eine klare Referenz zu Hiroshima und Nagasaki, wo auch von einigen Menschen nur noch dieser Schatten blieb. Die Welt ist friedfertig, eine wissenschaftliche Ratsversammlung zeichnet sich vor allem durch ihre Diversität (Männer & Frauen, Alte & Junge aus vielen Ländern) aus. 

Der Spannungsbogen ist gering und die Tricktechnik wirkt kurios, doch es ein angenehmes Gegenstück zu US-Produktionen wie "Invasion of the Body Snatchers" (1956) oder "Village of the Damned" (1960), die subtilen Antikommunismus pflegen.

Der schweigende Stern
DDR / Polen 1960
Regie: Kurt Maetzig
(unter den Schauspielerinnen ist u. a. die junge Eva-Maria Hagen als Reporterin zu sehen)



Freitag, 23. Oktober 2015

The Martian (2015) von Ridley Scott

The Martian (USA 2015) 141 Minuten
Regie: Ridley Scott

Dafür ist ein Kino und 3D notwendig.
Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie dieser Film auf einem Flachbildschirm, egal wie gut dessen Auflösung sein sollte, wirkt.
Es benötigt den dunklen Raum, die riesige Leinwand und die Geräusche, die manchmal einen akustischen Raum schaffen.

Ridley Scott hat in seinen nunmehr fast 40 Jahren als Regisseur mehrere Meisterwerke vorgelegt. Mit Alien (1979) wurde erfolgreich die weibliche Action-Heldin eingeführt und seit Blade Runner (1982) gibt es eine besonderen Farbton, um die Nacht im Kino darzustellen.

3D ist für Science Fiction, die im Weltraum handelt, das beste Format. Jede Beschäftigung mit Astronomie und Raumfahrt zeigt, wie klein der moderne Mensch mit seiner modernen Technik ist und bleiben wird. Das hat Christopher Nolan im letzten Jahr mit Interstellar gezeigt.
Auch im Martian werden immer wieder Szenen gezeigt, wo der Mensch mit seinem Fahrzeug, seinem Habitat oder der Mensch im Raumanzug auf einem Bild gegen die Größe der Landschaft wie eine Ameise wirkt. Auf dem Mars sind die tiefsten Gräben bis zu 7.000 Meter tief und der höchste Berg ist 27.000 Meter hoch.

Zur Handlung. Nach einem Staubsturm bleibt ein Astronaut, der von seinen Kollegen für Tod erklärt wird, alleine auf dem Mars zurück. Die "Überlebenden" befinden sich nach dem Abbruch der Mission auf der langen Rückreise. Der verbleibende Astronaut versucht mit den vorhandenen Mitteln seine Überlebensmöglichkeit zu verlängern, wissend, dass weitere Mars-Missionen folgen. Als Mensch, der den Mars besiedelt (in dem er Kartoffeln anpflanzt), definiert er sich als Marsianer. Ihn gelingt die Reparatur des Marsroboters Pathfinder und damit eine Kommunikation mit der NASA. Der Rest des Filmes handelt von der Planung, den Misserfolgen und endgültigem Erfolg der Rettung und Heimkehr des Marsianers.

Es sind die ruhigen Momente, zum Beispiel wenn der Marsianer "seinen" Planeten betrachtet, die diesen Film so besonders machen. Auch schaffen die nüchternen Szenen rund um praktische Probleme und die Suche nach deren Lösungen einen Realismus, der für einen Film, der auf den Mars handelt ungewöhnlich ist.
Technische Details wurden mit der NASA und ihnen zuarbeitenden Instituten abgeklärt. Die NASA hat die Chance erkannt, dass dieser Film das Werbe-Potential für bemannte Raumfahrt hat. Es war sicherlich kein Zufall, dass die NASA für den Film warb und parallel zum Filmstart die neusten Forschungserkenntnisse (Wasser auf dem Mars) publiziert wurden.

Es ist gelungenes Unterhaltungskino und ich gebe den Film 7 bis 8 von 10 möglichen Punkten.

Mittwoch, 12. August 2015

Sternschnuppen im August

Ich habe hier bereits mehrmals über die Beobachtung des Sternschnuppenschwarms der Perseiden berichtet. Es war immer wieder beeindruckend, egal ob ich mit Alumni des Europa-Kollegs in Barcelona, Lissabon, Tallinn oder am Balaton zum Himmel schaute oder ob ich es hier in Hannover trotz der Lichtverschmutzung versuchte.
Die Erde zieht jedes Jahr im Hochsommer durch Schweifspuren des Kometen Swift-Tuttle. Diese Staubteilchen sind dann als Sternschnuppen zu sehen. Für uns auf der Erde sieht es so aus, als wenn die Sternschnuppen aus dem Sternbild Perseus kommen. Wer in diese Richtung schaut, wird auf jeden belohnt werden.
Zum Höhepunkt des jährlichen Spektakels um den 12. August können bei guter Sicht Dutzende Sternschnuppen unterschiedlicher Leuchtintensität gesehen werden. Wir haben am Balaton in einer Stunde mehr als 50 Sternschnuppen bewundern können.
Der Radiant, also der scheinbare Ursprung der Sternschnuppen kann schnell gefunden werden.
Dargestellt ist ein Ausschnitt vom nördlichen Sternenhimmel. Ich habe die wesentlichen Sternen der scheinbaren Helligkeit entsprechend in unterschiedlicher Größe dargestellt.
Ausgangspunkt ist der allen bekannte sogenannte große Wagen links unten auf der Abbildung. Die Strecke zwischen seinen beiden hinteren Sternen wird mal fünf genommen und führt zum Polarstern, der Deichsel des kleinen Wagens. Darüber ist das flache W (oder M) von Kassiopeia zu sehen. Auffällig ist in der Nähe Capella, einer der hellsten Sterne am Himmel. Der Blick auf Kassiopeia und Capella führt annähernd zum schwer zu erkennenden Sternzeichen Perseus rechts oben auf der Abbildung.
Eine sternenklare Nacht, eine günstige Mondphase wie 2015, eine Decke, nette Menschen und ein leckeres Getränk und schon kann das Sternschnuppenzählen beginnen.

Donnerstag, 27. November 2014

Interstellar 2014 Christopher Nolan

"Do not go gentle into that good night" (Dylan Thomas)
Interstellar (USA, UK 2014), 169 Minuten
Regie: Christopher Nolan

Science Fiction ist oftmals ein Vehikel um Themen außerhalb der technischen oder sozialen Weiterentwicklung der Wirklichkeit darzustellen. Amüsiert erinnere ich mich an Star Trek Voyager, denn mehrmals war der Kern eines Sprichworts das eigentliche Thema einer Folge.

Interstellar von Christopher Nolan beginnt als Dystopie auf der Erde und es wird nach einer Lösung für das Überleben der Menschen außerhalb der Erde gesucht. Es geht aber vor allem um die Familie, die Liebe eines Vaters für seine Kinder und die Frage, wie die Eltern ihre Kinder beeinflussen und wie diese ihre Eltern in Erinnerung behalten. Die Eltern werden zu Geistern in den Familien der Kinder. Die Werte, das Verhalten und die Worte aus der Kindheit werden immer wieder thematisiert und damit wirken sie über ihre Generation hinaus, auch wenn sie nicht anwesend sind.

Dieser SciFi handelt auf der Erde nur an wenigen Orten, aber dennoch wird von einer globalen Katastrophe erzählt. Die Dystopie in den USA (Ernteausfälle, Sandstürme) ist Quark und Christopher Nolan zeigt damit nur einen dramatischen Hintergrund für seine Familien, den Willen zum Überleben und seine Weltraumgeschichte.
In der Weltraumgeschichte werden verschiedene theoretische Konzepte und Theorien thematisiert. Ist Schwerkraft Teil einer 5. Dimension? Was ist Zeit? Gibt es Wurmlöcher und wie würden diese aussehen? Was für physikalische Phänomene sind im Umfeld eines Schwarzen Loches zu erwarten und was passiert in seinem Inneren?

Christopher Nolan hat hierfür großartige visuelle Ideen verwirklicht. Das sind diese Momente, wo man weiß, warum noch so gute private Unterhaltungselektronik kein Kino und seine Raum greifenden Bilder ersetzen kann. Beispielhaft ist die Darstellung des riesigen Raumschiffs als verschwindend kleines Objekt in der Nähe der Ringe des Saturns.
Das gleiche gilt für den Klang. Privat gebe es immer eine akustische Ablenkung, aber im Kino ist die Stille wie auch der Lärm beeindruckend. Dies zeigt sich besonders schön, wenn zwischen einer Außenansicht auf ein Raumfahrzeug und der Kabine hin und her geschnitten wird. Physikalische Belastungen führen zu ohrenbetäubenden Lärm in der Kabine und außen ist pure Stille. Doch leider wurde wie schon so oft im Cinemaxx der Ton deutlich zu laut gedreht. Selbst die normalen Sequenzen sind bereits lauter als notwendig.
Die Musik ist bemerkenswert. Ohne vorherige Informationen saß ich im Kino und ich dachte bei einem Teil der Minimalmusik, dass Philip Glass der Komponist sein müsste. Wie war ich erstaunt, als im Abspann Hans Zimmer genannt wurde.

Leider ist die letzte halbe Stunde nicht ausgegoren (Vater als Geist und Erwachen in der realen Welt der Cooperstation).

"Geh nicht gelassen in die gute Nacht."

- - - - -
Der Film wird von mir mit 7 von 10 möglichen Punkten bewertet.

Samstag, 21. Dezember 2013

Der Sonn' entgegen

21. Dezember 2013, 18:11 Uhr. Die Erde passierte die Wintersonnenwende.

Die Wintersonnenwende ist für mich ein Fest der Freude. In diesen Tagen ist die Sonne in Hannover für weniger als 8 Stunden über den Horizont und an einen der vielen grauen Tage, fehlt sie mir noch viel mehr. Doch jetzt steigt die Sonne wieder und damit wird die Welt außerhalb der Wohnung erträglicher.

Freitag, 8. Oktober 2010

Moon (2009) Filmnotiz

Wenn doch nur die Werbung nicht immer gleich so pompöse Vergleiche ziehen würde. In der Filmbeschreibung werden eine Traditionslinie von 2001 (Stanley Kubrick, 1968) über Lautlos im Weltall (Douglas Trumbull, 1972) bis zu Moon (Duncan Jones, 2009) gezogen. Damit wird diesem Film ein Bärendienst geleistet.

Die Idee des Film ist gut; sie ist sogar sehr gut. Es geht um die Frage, was ist ein Individuum und wie viel Einsamkeit ist noch erträglich und kann nicht durch Videobotschaften und menschliche Stimmen aus Maschinen ausgeglichen werden.

- Warnung! Im weiteren gehe ich stark auf die Handlung ein -

Es geht um einen Mann, der auf einer Mondstation den automatischen Abbau eines Energierohstoffs überwacht. Dies könnten auch Maschinen machen und viele Bereiche der Überwachung erfolgen auch automatisch. Der Mann ist alleine, hat einen sprechenden und mitdenkenden Computer als Gesprächspartner und ansonsten nur regelmäßige Videobotschaften von seiner Frau und der Firma sowie Gespräche mit seinen von ihn gezüchteten Pflanzen. Es sind die letzten Wochen eines 3-Jahres-Vertrags und trotz dieser Hoffnung auf eine Rückkehr ist eine psychologische Krise mit Halluzinationen und wilden Träumen ausgebrochen.
Nach einem Unfall setzt der Film auf der Krankenstation wieder ein, doch der Mann auf der Liege hat nicht die Verletzungen, die gerade im Unfall entstanden. Der Mann fühlt sich durch die Computer entmündigt, flieht aus der Station und entdeckt in einen weiteren Rover ein weiteres ich. Beide sind ein Klon und der zweite wurde aktiviert, als die Maschinen davon ausgingen, dass der erste bei einem Unfall verstarb. Zwei Männer müssen nun feststellen, dass sie die gleichen Erinnerungen haben und sich nur dadurch unterscheiden, dass der eine bereits seit drei Jahr aktiviert ist und seitdem Erfahrungen auf dem Mond gesammelt hat.
Das Erkennen in dem anderen und die Entdeckung weiterer Klone, welche noch nicht aktiviert wurden, kulminiert in den Plan, zurück zur Erde zu fliegen und damit dieser unendlichen Geschichte ein Ende zu setzen.Es gibt kein wirkliches glückliches Ende, sondern ein Verweis auf die zynische Realität der globalen Wirtschaft.

Sam Rockwell spielt die beiden Mondmänner mit den Namen Sam Bell sehr überzeugend. Ein vor Kraft strotzender neuer Klon und ein durch den Unfall und das Alter geschädigter alter Klon. Die Gespräch über Erinnerungen sind absurd, da beide die gleichen Erinnerungen haben.
Der Film ist karg in seiner Bildgestaltung und dadurch überzeugend. Dies gilt für die Ausstattung der Raumstation, wie auch für die Szenen auf der Mondoberfläche. In der englischen Wikipedia wird beschrieben, dass mit sehr großen Modellen gearbeitet wurde und digitale Konstruktionen dahinter zurücktraten. Es ist angenehm mal nicht nur klare Linien zu sehen. Digitale Modelle haben oftmals etwas steriles an sich.

Es ist ein angenehmer Film ohne große Widersprüche, dies liegt sicherlich daran, dass Duncan Jones Koautor des Drehbuchs ist. Es ist ein ruhiger Film, der trotz eines Countdowns und auch physischer Konflikte nicht in einen Rausch Bewegung und Gewalt entgleitet. Da sehe ich eine Vergleichsebene mit Lautlos im Weltall / Silent Running von 1972. Es gibt die große Geschichte im Hintergrund, aber wesentlich ist die Welt von Sam Bell. Zum Abschluss dieser kleinen Filmkritik möchte ich einen Kinobesuch empfehlen, wenn auch mit einer kleinen Einschränkung.
In Hannover läuft er als OmU im Colosseum am Raschplatz noch bis zum 13.10. Leider hat die eingesetzte Kopie eine schlechte Qualität und ich hatte mehrmals den Eindruck nur eine DVD zu sehen. Dafür wären €7,50 Eintritt viel zu viel Geld gewesen.

Moon (UK 2009, 97 Minuten) Regie: Duncan Jones

Montag, 6. September 2010

Perseiden über Lisboa

Sterneschnuppenkucken gehört für mich zum Europa-Kolleg dazu. Am Licht verschmutzten Himmel meiner Heimatstadt sind nur die größten Sterne und Planeten zu sehen. Wenn Mitte August die Erde wieder durch die Schweif-Überreste des Komets 109P/Swift-Tuttle zieht und der Sternschnuppenschwarm der Perseiden zu sehen ist, dann suche ich dunkle Orte. Beim EKNT 2007 fand sich in einem Vorort von Barcelona mehr als einem Kilometer außerhalb der Siedlung am Hang in einem Wald ein schöner Beobachtungsplatz. Doch dann ging Torrentialregen nieder und es war überhaupt nicht daran zu denken, im Dunklen einen Waldweg hinaufzugehen und möglicherweise auf einer nassen Wiese zu liegen. Doch wir fanden einen anderen, trockenen Platz, der zwar relativ hell war, aber schon viel Sterne zeigte.

In diesem Jahr in Lissabon war es nun, dass die Lichtglocke über dem Großraum mindestens genauso hell war, wie in Hannover. Ich zog spät am Abend mit zwei Alumni zum benachbarten Gelände der Universität. Wir querten über eine Fußgängerbrücke eine Stadtautobahn und schlüpften durch ein ungesichertes Tor auf das Gelände. Ein hoher Deich schien als Lärmschutzwall zu fungieren. Auf dem vor uns zu sehenden Sportplatz mit flachen Nebengebäuden war kein Licht und auf der Innenseite des Wall war tiefer Schatten. Eigentlich ein idealer Platz. Nur wenig Sterne waren zu sehen, doch genügend, um nacheinander den Großen Bär, den kleinen Bär, Kassiopeia und schließlich Perseus zu lokalisieren. Letzterer war nur etwa 15-30° über den Horizont. Wir konnten uns in einem flachen Winkel zum Horizont auf groben Gras auf den Fuß des Walls hinlegen. Ohne den Nacken anzustrengen hatten wir einen Blick auf den Himmelabschnitt, auf dem die Sternschnuppen zu sehen sein sollten.
Ich erzählte, was wir hier sehen könnten und das an wirklichen dunklen Orten in dieser Nacht auch schon mal 50 und mehr Sternschnuppen in einer Stunde zu sehen sind. Ich warnte vor zu großen Erwartungen, da in der Helligkeit des Himmels kleine Leuchtspuren mehr zu erahnen als zu sehen sein würden.
Wir philosophierten über die Zukunft und ich verwies auf Nachfrage auf die anderen Objekte, die zu sehen waren. Angefangen von Flugzeugen, die den nahen internationalen Flughafen ansteuerten bis hin zu Satelliten, die in wenigen Minuten das sichtbare Firmament querten. Ich verwies auch auf den grandiosen Anblick der ISS, die ich in diesem Jahr bereits vier Mal aufgehen, anwachsen und untergehen sah.
Ich dachte mal wieder, dass ich wohl eine optische Täuschung erlebte, als ich ein kurz einen Lichtstreifen aufblitzen sah. Während ich dies noch sagte, war aber die erste prächtige Sternschnuppe zu sehen, die hell über einem Viertel des Himmels zog. Die mitgebrachten Bier wurden geöffnet und plötzlich waren wir alle drei neugierig darauf, wer denn nun die nächste Sternschnuppe sehen würde. Wieder zeigte sich, dass die wenigsten sich bisher dieses Naturschauspiel bewusst angesehen hatten
Für mich ist dieses Sternenkucken bzw. hier Sternschnuppenzählen regelrecht meditativ. Ich genieße diese ruhigen Momente
Nach drei großen und mehreren kleinen Sternschnuppen beenden wir nach etwa einer Stunde diesen Ausflug und gingen zurück zur Unterkunft.

Sonntag, 10. Mai 2009

Filmnotiz - Star Trek (2009)

(USA 2009, 126 Minuten)
Regie: Jeffrey Jacob Abrams

Nach zehn Kinoauftritten mit den Besatzungen zweier Generationen von Star Trek nun also ein Vorgeschichte.
Ich war begeistert.

Es gelang eine spannende Geschichte zu erzählen, die sich sowohl in das durch die Serien geschaffene Star Trek Wissen einfügte, als auch nur wenig unlogische Elemente hatte. Der Film erklärt, wie die Führung der Enterprise zu einer eingeschworenen Gruppe wurde, also wie Captain James Tiberius Kirk, Commander Spock, Dr. Leonard McCoy („Pille“, im Original „Bones“) Montgomery Scott („Scotty“), Hikaru Sulu, Nyota Uhura, Pavel Andreievich Chekov gemeinsam auf die Brücke kamen.
Selbst der Gastauftritt von Leonard Nemoy als uralten Spock (es geht um eine Zeitreise und die daraus resultierende alternative Realität) ist gelungen. Irritierend war nur die sehr dynamische Schnittfrequenz in Kampfszenen. Soll hier der Rausch der Geschwindigkeit, der keinen Blick auf Details erlaubt, optisch umgesetzt werden?

Leider gab es auch etwa zu kritisieren und das hat nichts mit den Film zu tun. Ich habe den Film im Original im Cinemaxx Hannover Raschplatz gesehen. Es war ein großer Saal (!), die Sessel sind immer noch sehr bequem, aber der Fußboden ist durch diverse Verunreinigungen (vermutlich Cola) ein einziger klebriger Untergrund. Nach dem Kino brauchte es mehrere Hundert Meter Weg, bis das merkwürdige Geräusch beim Anheben der Sohle verschwunden war, sprich die klebrige Substanz auf der Straße verteilt war.
Eine Box auf der linken Seite hatte einen zerstörten Hochtöner, so dass bei dramatischer Musik oder Action es sehr unangenehme Störgeräusche gab.
Nach etwa 15 Minuten Film fiel die Tonspur aus. Ton war kurz weg, dann war plötzlich für eine Minute die deutsche Tonspur zu hören und dann hatten wir für fast 10 Minuten einen Stummfilm. Ein Filmfan stand sehr früh auf, suchte Personal und sagte laut nach seiner Rückkehr, dass der Filmvorführer gleich kommen würde. Mir ist bekannt, dass ein Rückspulen des Films nicht möglich ist, aber es ist natürlich sehr ärgerlich, dass zehn Minuten Film verloren gingen und danach es wieder einige Zeit dauerte bis man im Film und seiner Spannung drin war. (Nachtrag: wie ich gerade auf der Cinemaxx-Raschplatz-Seite lese, lag es an der vom Verleih gelieferten Kopie und nicht an einem technischen Versagen eines Geräts im Kino)


Doch zum Schluss noch einmal zurück zum Film. Ich hörte im Abspann Kommentare von einigen Trekkies, die hinter mir saßen und zum Beispiel Design und Wirkung der Phaser kritisierten. Solche Details sind egal, schlimmer ist ein Lapsus, dass von einem Nachbarplanet die Entstehung eines Schwarzen Lochs beobachtet wird, ohne das dieser Planet Sekunden später in das Schwarze Loch gerissen wird.

Der Film erhält 8 von 10 möglichen Punkten.

Freitag, 17. April 2009

Filmkritik – Knowing (2009)

Lust an der Zerstörung
Wie eine gute Idee ruiniert werden kann, zeigt dieser Film eindringlich. Die Geschichte ist schnell erzählt: An einer neuen Grundschule erhalten die Schülerinnen und Schüler im Unterricht die Aufgabe, Bilder der Zukunft in 50 Jahren zu malen. Diese Bilder werden in einer Röhre versiegelt und zum 50-jährigen Jubiläum der Schule an die aktuellen Schüler verteilt werden. Eine Schülerin malt nicht, sondern füllt das vorgegebene große Blatt mit nicht enden wollenden Zahlenreihen.
50 Jahre später setzt der Film wieder ein bei einem Kosmologen und seinem Sohn, die denn Unfalltod der Frau und Mutter nicht verarbeitet können. Der Kosmologe von der MIT redet vor seinen Studenten vom Gegensatz zwischen Determinismus (inkl. es gibt einen Gott) und der Zufälligkeit alles Geschehens, der er seit dem Tod seiner Frau anhängt. Der Sohn geht zu der erwähnten Grundschule und erhält von den 50 Jahre alten Dokumenten den Umschlag mit den Zahlenreihen, mit denen er nichts anfangen kann.
Der Vater lässt sich abends mal wieder mit Whisky volllaufen und schaut sich die Zahlen an und bleibt bei der Zahlenkette 0911012996 hängen und versucht darin einen Sinn zu finden. 09 / 11 / 01 2.996, also 11. September 2001 mit seinen 2.996 Opfern.
Die weitere Suche in den Zahlen zeigt, dass viele Zahlenreihen das Datum einer Katastrophe und die Zahl der Opfer angeben. Zwischen diesen Ereigniswerten bleiben einige unerklärliche Zahlen. Die Zahlenreihen weisen auch drei Katastrophen aus, die noch nicht stattgefunden haben, womit der Titel „Knowing“ das Dilemma der Hauptperson beschreibt, die weiß, aber nicht machen kann. Als bei der ersten angekündigten Katastrophe sich herausstellt, dass die bisher unverständlichen Zahlen auch noch den Längen- und Breitengrad des Ereignisses angeben, versucht er vergeblich das zweite Unglück zu verhindern. Der Sohn wird währenddessen als ein Mensch beschrieben, der Stimmen hört und der von ihm unbekannte Männer angesprochen wird.
Leider nehmen hier die Schwächen des Drehbuchs überhand und das Ende ist bombastisch und in seinen Bildern fast unerträglich.

Ich meine mit dieser Bemerkung nicht nur die ungebremste Lust, Katastrophen zu bebildern, also brennende oder zerquetschte Menschen weit über das Maß des Erträglichen zu zeigen, sondern die symbolischen Elemente. So haben die Aliens, die den Sohn retten, beim Aufsteigen einen Lichtschein um die Schultern, dass sie wie Engel wirken; oder die Idylle des neuen Planeten inklusive Getreidefeld und Lebensbaum, in den die Kinder ausgesetzt werden.

Der Film hat zu Beginn noch interessante Elemente (Kosmologie), und Nicholas Cage spielt mittelprächtig den Vater, driftet dann ab und landet beim US-Quark.
Doch entsetzt hat mich der totale Vertrauensverlust in die Bilder im Kopf. Die Katastrophen hätten auch viel kürzer dargestellt werden können. Wenn nach einem Flugzeugabsturz Menschen brennend aus dem Wrack flüchten, dann muss nicht über Minuten immer wieder ein anderer brennender Mensch gezeigt werden, in einem Fall sogar so lange bis er schließlich in einem Feuersee zusammenbricht und von den Flammen verschlungen wird. Oder brennendes Rotwild und anderes Wild, erst ein Tier, dann Gruppen und dann immer weiter. Oder wenn eine U-Bahn entgleist wird die Zerstörung bis zum Ende gezeigt. Ist der US-Kinobesucher so gewaltaffin oder zu blöd, um nach der ersten Gewaltszene, die Tragweite einer Katastrophe zu begreifen.

Vor allem die finale Katastrophe will einfach nicht enden. Man nehme die Hitzewaffe aus Independence Day (USA 1996, Roland Emmerich) und schneide alle Zerstörungsbilder hintereinander, das wäre dann wohl nur ein Teil der „EE“-Katastrophe, wie sie am Ende der Zahlen angekündigt wird.

Der Film erhält von mir nur 5 von 10 möglichen Punkten.
Knowing (USA 2009) 121 Minuten, Regie: Alex Proyas. Es ist ein Hohn, dass die FSK diesen Film ab 12 Jahren freigegeben hat.

Dienstag, 17. März 2009

ISS und Space Shuttle Discovery über Hannover

Einem sonnigen Nachmittag folgte eine sternenklare Nacht und ein Blick in das NASA-Verzeichnis der Sichtbarkeit der Internationalen Raumstation ISS. Die Raumstation ist zum einen nicht jeden Abend bzw. Morgen zu sehen und die Kombination von wolkenlosen Himmel über Hannover und einer Flugbahn über Norddeutschland ist selten.
Für heute Abend fand sich in der folgende Eintrag in der Tabelle:
ISS
Tue Mar 17/08:09 PM
2
27
10 above SW
27 above S
Dies ist wie folgt zu entschlüsseln: Die ISS war heute am 17. März ab 20:09 für zwei Minuten zu sehen. Die ISS ging 10° über den Horizont im Südwesten auf und verschwindet 27° über den Horizont Richtung Süd. Doch diesmal endete der Eintrag nicht hier, sondern folgte eine weitere Auflistung:
SHUTTLE
Tue Mar 17/08:09 PM
2
27
10 above SW
27 above S
Das Space Shuttle Discovery war auf den Weg zur ISS und ebenfalls zu sehen.
Ich stand um 20:09 auf dem Andreas Hermes Platz im Schatten und tatsächlich sah ich über den Sparkassenhochhaus den hellen scheinbaren Stern, der in Wirklichkeit die ISS ist und sich relativ schnell bewegte. Etwa einen Fingerbreit dahinten folgte ein kleineres Licht. Dadurch wurde die Künstlichkeit der Objekte offensichtlich. Ich sah erstmals ISS und eine Raumfähre gleichzeitig.
- - - - -
Nachtrag: Leider bisher keine Fotos gefunden, die diesem Erlebnis entsprechen. Denn eine Fernrohraufnahme ist viel zu detailliert für das was ich mit bloßem Auge gesehen habe.

Donnerstag, 14. August 2008

Perseiden 2008 über Hannover

Nicht jedes Jahr ist es möglich die Perseiden zu beobachten, vor allem nicht in einer Großstadt wie Hannover mit seiner intensiven Lichtverschmutzung.
Hinzu kommt, dass in diesem Jahr der Höhepunkt dieses Sternschnuppenschwarms (12.8.) auf widriges Wetter und den nahenden Vollmond (16.8.) trifft. Wir haben in Hannover dunkle Gebiete zum Beispiel in der Maschaue, doch nach den intensiven Regen, möchte ich dort keine Decke ausbreiten.
Gestern Nacht (13./14.8.) machte ich es mir auf meinem Balkon bequem und wartete.

Im letzten Jahr konnte ich einige Perseiden am Mittelmeerstrand von Premiaà de Mar und auf einen Wassertank in Premià de Dalt bei Barcelona beobachten. Dort war der Nachthimmel dunkler, als gestern Nacht über Hannover.
Letztes Jahr erklärte ich einmal mehr den Anwesenden, wo man hinschauen sollte, um garantiert Sternschnuppen zu sehen.
Perseiden, Hannover, Großer Wagen, kleiner Wagen, Ursa maior, Ursa Major, Ursa minor, Cassiopeia, Kassiopeia, Perseus, Capella, Polarstern, PolarisDie Skizze zeigt die wesentlichen Sternbilder, die für eine Lokalisierung der Perseiden notwendig sind: Zunächst wird der Große Wagen (korrekt: Ursa maior) gesucht (auf der Skizze links unten). Die Verfünffachung der hinteren Kante des Wagens führt zur Deichsel des Kleinen Wagens (Ursa minor). Der Handgriff der Deichsel ist der Polarstern (Polaris), der ungefähre nördliche Himmelspol. In der weiteren Verlängerung dieser gedachten Achse ist das Himmels-M (oder W) vom Sternbild Cassiopeia zu sehen. Hinter den Abschwung des M (oder bei anderer Perspektive vor dem W liegt das Sternbild Perseus, der scheinbare Ursprung der Perseiden (auf der Skizze rechts oben). In unmittelbarer Nähe zum Sternbild Perseus liegt der Stern Capella im Fuhrmann, der hellste Stern in diesem Ausschnitt des Nachthimmels.
Um die Orientierung zu erleichtern, folgt noch einmal derselbe Nachthimmelausschnitt mit gedachten Hilfslinien.

Perseiden, Hannover, Großer Wagen, kleiner Wagen, Ursa maior, Ursa Major, Ursa minor, Cassiopeia, Kassiopeia, Perseus, Capella, Polarstern, PolarisWenn die Bahnen der aufleuchtenden Sternschnuppen zurückverfolgt werden, so scheinen diese aus dem Sternbild Perseus zu stammen.
Es ist natürlich ganz anders. Mitte August passiert die Erde auf ihren Lauf um die Sonne Rückstände des Kometen Swift-Tuttle. Dieser kosmische Staub verglüht in der Erdatmosphäre, aber der Großteil des Leuchtens stammt von einer Anregung von Elektronen in der Luft durch den Aufprall eines Teilchens (Rekombinationsleuchten).

Ich hatte mir meinen Liegestuhl aufgestellt, mich in eine Decke gehüllt und wartete darauf, dass Hannover dunkler wird und die Sterne damit deutlicher zu sehen waren. Zunächst sah ich nur mehrmals Flugzeuge (farbig blinkende Punkte) auf ihrer Route über Hannover, doch gleich mehrmals war ich mir nicht sicher, ob mir mein Auge, Sehnerv und Gehirn einen Streich spielten oder ob ich gleich mehrmals (insgesamt etwa sechs Mal) sehr schwache Sternschnuppen für Teile einer Sekunde über eine kleine Himmelsfläche aufleuchten und verblassen sah. Ich habe mindestens vier richtige Sternschnuppen gesehen. Wenn ich diese in Leuchtklassen einteile, so waren zwei davon so hell wie die Sterne von Cassiopeia und über eine Strecke der Länge eines Teil des genannten Sternbildes zu sehen. Eine Sternschnuppe der gleichen Helligkeit zog über eine Strecke, die der Länge von Cassiopeia entsprach. Tja, und dann hatte ich mal wieder das Glück eine richtig große Sternschnuppe zu sehen. Sie war nicht nur heller als alle zu sehenden Sterne, sondern zog auch über eine Strecke, die gleich mehreren Sternbildern entsprach, am Nachhimmel vorbei.
Man soll aufhören, wenn es am Schönsten ist. Ich klappte den Stuhl zusammen und ging ins Bett.

Sonntag, 14. Oktober 2007

Palaver Sauce

Gestern war das Abschiedsessen für die Besucherin aus Accra. Sie hatte einen kleinen Kreis von Menschen aus Ghana und mit Ghana-Erfahrungen eingeladen und verwöhnte uns. Palaver Sauce (mit Rindfleisch), Groundnut Stew (mit Huhn) und dazu gekochte Plantain, Yam, Reis oder Kelawele (frittierte Plantain Chips). Es gibt übrigens in der Wikipedia einen guten Artikel zur ghanaischen Küche.
Immer wenn jemand fragt, wie ich so viel zunehmen konnte, verweise ich auf meine Reisen nach Ghana und den kulinarischen Festen mit vielen Tausend Kalorien in jeder Mahlzeit. Gestern gab es zum Abendessen wahrscheinlich auch mehr Energie, als sonst an einen Tag verarbeitet wird.
Als wir alle satt und glücklich am Tisch saßen, ging ich noch einmal mit der Gastgeberin nach oben in meine Wohnung. Ich hatte ihr einen Tag zuvor erzählt, dass die ISS sehr deutlich über Hannover zu sehen sein würde. Die Raumstation ist meiner Meinung nach eines der wichtigsten internationalen Wissenschaftsprojekte! Die genauen Angaben zur Position der ISS waren notiert. Und pünktlich auf die Minute ging ein „Stern“ im Westen auf, wurde schnell zum hellsten Objekt am sternenklaren Himmel und zog zwei Minuten später fast senkrecht über uns hinweg. Leider sind mit meinem Fernglas (8x40 oder 8-fache Vergrößerung) noch keine Details zu erkennen. Hierzu muss ich weiterhin auf die die aktuellen Bilder der NASA zurückgreifen.
Zurück in der anderen Wohnung redeten wir über die Lebenswirklichkeit in Accra. Mit der "neuen" Regierung (acht Jahre im Amt), die sich Weltbank/IMF und generell der makroökonomischen Umstrukturierung angedient hat, wird jährlich ein Wachstum des Pro-Kopf-Einkommens festgestellt. Auf Nachfrage konnte aber kein Beispiel für eine wirtschaftliche Besserung im eigenen Umfeld benannt werden. Das Leben in Accra wird in wirtschaftlicher Hinsicht als Krise empfunden. Als eine Konsequenz dieser fehlenden wirtschaftlichen Verbesserung hat die Korruption wieder epidemische Ausmaße angenommen und nachts regiert nun auch in Accra das Verbrechen und die Angst.
Paradies lost, nach 9 pm sollte man nicht mehr alleine unterwegs ein und Nachttaxis ist nicht mehr zu trauen. Schusswaffen sind aufgetaucht und werden auch benutzt.
Weltbank + Co. sind glücklich. Kredite und Investitionen sind nun sicher, sprich in Ghana erwirtschaftete Gewinne können und werden in den Norden transferiert. Das mag platt klingen, ist aber leider die Realität.

Korruption ist überall wurde erzählt. Wer regelmäßig einreist, und dabei ist es unerheblich, ob diese Person aus Ghana stammt oder ein Blafonyo (=Weißhäutiger) ist, muss bereits im internationalen Bereich des Flughafens Schmiergeld zahlen, damit das Gepäck ohne weitere Probleme das Gebäude verlassen kann. Die Beamten sprechen von „private talk“ oder „we need food“ und verlangen etwa €5,00 für ein Durchwinken. Sollte in dieser Situation ein Polizist gerufen werden, um das korrupte Verhalten eines Zöllners anzuzeigen, wird es nur noch schwieriger, denn der Gesetzeshüter verlangt noch mehr Schmiergeld. Dies funktioniert natürlich nur, weil diese regelmäßig einreisenden Menschen stets Güter (Mobiltelefone oder andere technische Geräte) dabei haben, die Sie als Geschenke mitbringen und eigentlich (es handelt sich um große Familien, die beschenkt werden wollen) diese Güter verzollen müssten.
Die Steigerung des Nationaleinkommens basiert auf den Gewinnen, die das Land verlassen (früher wurde dies deutlich als Ausbeutung bezeichnet), einem schnellen wachsenden Reichtum der politischen Elite und ihrer Großfamilien und einem Ausbau der Infrastruktur. Nur im letzten Fall, haben die normalen Menschen einen Vorteil aus den Entwicklungen der letzten Jahre. Die Straßen werden besser und es wird nicht mehr so viel Zeit im Stau verschwendet.

Es war kein schönes Bild von Accra, Ghana, dass sich vor mir entfaltete.

Montag, 20. August 2007

Wetter in Barcelona

Von "erfahrenden" Reisenden wurde ich vor meiner Abreise gewarnt. Es sei doch Wahnsinn gerade im August nach Barcelona zu fahren. Da würde sich die Stadt auf 40° Celsius und mehr erhitzen, bla, bla, bla.

Als wenn diese Reiseplanung irgend etwas mit den Wetteraussichten zu tun hatte. Die folgende Graphik zeigt die gemessenen Temperaturen für die Stadt Barcelona. Diese Werte wurden am Flughafen registriert. Selbst wenn ein Zuschlag von 2-5 Grad für die Innenstadt genommen wird, waren es während meines Aufenthaltes nur wenig über 30° im Schatten. Der Schweiß lief dennoch, da unsere Wege lang waren.

Der Höhenzug der Cordillera Costera schien eine Wettergrenze zu. Oft standen für viele Stunden dichte Wolken im Nordwesten. Zweimal kam es zu heftigem Starkregen, der als Torrente von den Hängen abfloss und die Kanalisation überflutete.
Auf den Islas Canarias haben ich Barrancos gesehen, die sich in die Hänge der Vulkankegel geschnitten hatten. Auch im Umland von Barcelona gibt es diese steil abfallenden, aber viel kleineren Täler, durch die Regenfluten abfließen. Wenn so ein Bach eine Ortschaft wie Premià de Dalt durchfließt, so ist er heute unter die Straße gezwungen. Im Fall eines Starkregens reicht die Kapazität dieses Kanals nicht aus. In der Nacht vor meiner Anreise kamen am Flughafen Barcelona 45 mm Regen herunter, der Kanal wurde in Premià de Dalt geflutet, ertränkte viele Ratten und spülte Ratten, Sand und Zweige der Nadelbäume auf die Straßen und auf den Strand. Mit wurde erzählt, dass am Strand alle paar Meter eine angespülte ertrunkene Ratte lag. Auf meinen Weg vom Bahnhof zur Unterkunft waren auf den Straßen noch Spuren der Erosion zu sehen.


Am Abend des 12. August, als ich mich eigentlich auf den Sternschnuppenschwarm der Perseiden in einer Neumondnacht gefreut hatte, ging ein heftiges Gewitter mit Starkregen nieder. Gegen Mitternacht war das Spektakel zu Ende und wir gingen hinaus. Auf der Riera de Premià de Mar waren an jedem Hindernis
Sand 5 bis 10 cm hoch angespült und darüber und an den Seiten weiter 10 cm Zweige, Blätter und Nadeln zu finden. Es hatte hier keine Zerstörungen gegeben, aber wir waren ausdrücklich davor gewarnt wurden, bei diesem Wetter die Straßen zu verlassen und in die Berge zu gehen, wo wir am Tag einen idealen Platz für die Sternschnuppennacht gesucht und gefunden hatten. Wir lagen schließlich mit spanischen Landwein (rot) auf dem Wassertank der Gemeinde. Jede und jeder von uns hat bestimmt zehn oder mehr Sternschnuppen gesehen. Dabei waren sogar einige der Extraklasse mit einer langen Zugbahn.