Donnerstag, 4. Januar 2007

Kante. Die Tiere sind unruhig

"Hör dir die mal an", sagte eine gute Bekannte und meinte damit die neue Platte von Kante. Als Vierzigjähriger nehme ich neue Musik außer von Altbekannten (Björk!) zumeist nur als Hintergrund im lokalen Radio wahr. Von dieser Band hatte ich bisher nichts gehört und merkte nun, dass ich etwas verpasst habe. Dies ist bereits die vierte Produktion dieser Gruppe und die Musik gefällt mir ausgesprochen gut. Die vorherige Scheibe soll sogar noch deutlich besser gewesen sein.
Es ist eine überwiegend rockige Sammlung und die Texte sind stets mindestens originell und oftmals gut. Drei Stücke schaffen durch Violinen, Bratschen, Celli und Bass ein Hörerlebnis, wie sie gute Filmmusik wie zum Beispiel von Gabriel Yared (Das Leben der Anderen) bietet, nur hier läuft in den instrumentalen Passagen ein eigener Film. Das zweite Stück "Ich hab’s gesehen" hat Partyqualität und lief hier in Hannover einen Monat lang in der Schleife von Radio Flora. Dort fiel mir das Stück auch erstmals auf, denn es dauerte. Mit fünfeinhalb Minuten ist es das kürzeste Lied (das Instrumental "Ducks and Daws" bringt es auch noch auf über fünf Minuten) und das phänomenale "Die Hitze dauert an" über neun Minuten.
Leider hat "Die Tiere sind unruhig" auch zwei schwache Stücke. In der Mitte wird "Die größte Party der Geschichte" gefeiert und beim ersten Anhören ist es noch lustig und danach immer dümmlicher und ein Grund am CD-Spieler zum nächsten Lied zu springen. Die Hiphop-Einlage ist höflich gesagt skurril und anders formuliert nervend. Und dann hat das bereits genannte Instrumental seine Schwächen. Jazzig im Ansatz gibt einige Misstöne, die nicht wie Jazz, sondern wie falsch gespielt klingen. Ein weiterer Song, der nicht zu oft zu laut gehört werden kann.
Ansonsten ist das Motto der CD THIS RECORD SHOULD BE PLAYED LOUD berechtigt. Kraftvolle Musik. In der Summe bewerte ich die Platte mit vier von fünf möglichen Sternen, die beiden Schwächen werden durch mehrere 5er-Songs aufgewogen. Ein guter Neuzugang in meiner Sammlung.
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frühere Plattenkritik:
Sinéad O'Connor - Faith and Courage

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