Es fing am Abend mit herbei gewehten Tropfen an und mündete in einen leichten Nieselregen, der mich vom Strand vertrieb. Niesel wurde zu Regen und nun war auch ein Grollen im Hintergrund zu hören. Von den Pyrenäen her kam ein Wetterumschwung.
Der Wetterbericht hat für diesen Tag eine Zunahme der Windgeschwindigkeit auf 70 km/h (dies entspricht Windstärke 8 „stürmischer Wind“) prognostiziert und viel Wind kam in Wellen als Brausen durch die Nadelbäume, die den Campingplatz beschatten.
Das Grollen wurde zum Gewitter und ein Rückzug ins Zelt erfolgte. BLITZ, einundzwanzig, zweiundzwanzig, dreiundzwanzig, DONNER. Die Gewitterzelle stand über le Barcarés, aber bereits die nächsten Blitze und erneutes Zählen zeigten, dass sich diese Zelle schnell entfernte.
Doch das war nur der Anfang. Der Wind nahm weiter zu und neue schwache Lichtblitze wurden heller und leuchteten länger, eine weitere Gewitterzelle zog von den Pyrenäen herab in diesen trocken gelegten Küstensumpf.
Diese und jede weitere Gewitterzelle brachte heftige Böen und den damit wechselnden Klang vom Wind und des Regens in den Bäumen und auf dem Überzelt.
Nach zwei Stunden Gewitterregen hatte sich erst eine kleine Schadstelle gezeigt, die aber keine Feuchtigkeit in das Zelt, in dem ich in meinem Schlafsack lag, brachte. Das Problem war anderer Natur. Der über Wochen ausgetrocknete Boden war hart wie Beton und Wasser bleibt auf der Oberfläche stehen und begann zu fließen. In meinem Vorzelt standen bereits verschiedene Dinge in einer größer und tiefer werdenden Pfütze.
Es war bereits Mitternacht und bei den Krach nicht an Schlaf zu denken. Die Gewitter hatten innerhalb der letzten drei Stunden gleich dreimal in unmittelbarer Nähe eingeschlagen. Das grelle Licht war gerade abgeflammt, als jeweils ein Donnerschlag dröhnte. Auf einer Luftmatratze liegend war dieser Donner zu spüren. Er war selten kurz. Das Licht blitzte für eine Sekunde, aber der Donner nach dem Knall rollte über mehrere Sekunden.
14. September 2008, Vollmond
Astronomie lehrt, dass Vollmond die Oppositionsstellung von Sonne und Mond ist, dass also bei Vollmond zeitgleich die Sonne verschwindet und der Mond erscheint.
Leider war der astronomische Vollmond bereits irgendwann im Verlauf des Tages gewesen und so hatte der Mond keinen spektakulären Auftritt. Zwanzig Minuten vor Sonnenuntergang war er blass über den Mittelmeer zu erkennen. Damit entfiel das erwartete Farbenspiel. Nachdem die Sonne hinter den nördlichen Ausläufern der Pyrenäen untergegangen war, schwächte sich der stürmische Wind der letzten zwei Tage zu einem starken Wind ab. Die Böen führten aber immer noch unangenehm viel Sand mit sich, der auf der Kleidung trommelte und auf der nackten Haut eine unangenehme Massage bot.
Der Wetterbericht für le Barcarés änderte sich täglich. So weit, so banal, doch hier ändern sich täglich die Aussichten für die nächsten Tage, es scheint keine verlässliche Prognose von der Wetterstation am Flughafen Perpignan möglich zu sein.
Es war EIN stürmischer Tag vorhergesagt und als ich diese Zeilen schrieb, war es bereits der dritte stürmische Tag in Folge. Für diesen Tag war bereits ein Ende des kalten Windes vorhergesagt und heute wurde das Ende dieser Wetterlage wieder einmal für den kommenden Tag angekündigt.
Ich kann nur qualifiziert spekulieren, aber es hängt vermutlich mit der großen Nähe von Meer und Hochgebirge zusammen. Ich sah riesige Wolkenberge, die zum Teil Anzeichen von Gewitterwolken hatten, über den nahen Bergen stehen, aber auf dem Weg zum Meer lösten sich die Wolken auf.
Die Temperaturen im September 2008 sind bereits im Beitrag Urlaub in le Barcarés 2 zu finden.
Dienstag, 14. Oktober 2008
Montag, 13. Oktober 2008
LE MONDE diplomatique Juli 2008 - Lesefrüchte
Empfehlenswerte Artikel mit längerer Haltbarkeit, die frei im Internet zugänglich sind:
- Gábor Papp "Brief aus Budapest, Mitteleuropa"
Ungarn auf der Suche nach einer Identität zwischen den heutigen Ungarn, den nationalistischen Traum vom Großungarn, Mitteleuropa und der EU. Selbst die ungarische Elite spricht von ungarischen Städten und Regionen in der Slowakei und in Rumänien und führt damit zu großen Irritationen bei anderen EU-Staaten, die neue Stolpersteine in der EU schaffen. Wie Gábor Papp anmerkt:
"Bedenke aber zuvor gut, an welcher Stelle du die virtuelle inner-europäische Grenze übertreten möchtest. Du könntest sonst in eine slowakische Ortschaft geraten, die von der lokalen Obrigkeit am Tag des Beitritts zum Schengenraum mit Blumen in massiven Betonkästen geschmückt wurde. Für deren Aufstellung wurde die Fahrbahn der Verbindungsstraße zwischen den beiden Ländern als passend erachtet ... (Nebenbei bemerkt, gibt es auch bei unseren österreichischen Freunden ähnliche Beispiele.)" (LE MONDE diplomatique, Juli 2008, Seite 2) - Niels Kadritzke "Den Freund im Nacken - In Zypern gibt es endlich Chancen für eine Lösung, doch die Krise in der Türkei lässt wenig Spielraum"
Nach der Lektüre dieses langen Essays bleibt die Erkenntnis, dass der Verlauf der weiteren Entwicklung des Aufnahmeverfahrens der Türkei in der EU sich auf Zypern entscheiden wird. Hier stehen die undemokratischen kemalistischen Militärs (etwa 40.000 türkische Soldaten) gegen die demokratisch gewählte Regierung von Nordzypern und damit ist hier der inner-türkische Konflikt innerhalb eines EU-Landes zu beobachten und zu erleiden. Nicht nur das die Türkei 3/8 der Insel seit 1974 besetzt hält, schränkt die Souveränität ein, sondern auch das die alte Kolonialmacht Großbritannien großflächige Militärstationen in Akrotiri und Dhekilia besitzt, die im Gegensatz zur griechischen Luftwaffenbasis "Andreas Papandreou" bei Yerokipos auch noch außerhalb der EU liegen. Es geht hier also um mehr als eine Vereinigung zweier Inselhälften, es geht um die Erlangung einer tatsächlichen Souveränität, welche die Sonderstellung fremder Militärs (die USA unterhält auch noch eine Station) auflöst. - Georges Corm "Die armen Nachbarn von gegenüber - Europas Mittelmeerpolitik geht an den Realitäten vorbei"
Der Autor beschreibt das Verhältnis der EU zu den anderen Anrainerstaaten des Mittelmeers. Die von Sarkozy gewünschte Mittelmeerunion (auch als "Barcelona-Prozess" bekannt) hat ja nur das Ziel, die Türkei in ein EU-System zu integrieren ohne sie in die EU aufzunehmen. Georges Corm war 1998-2000 libanesischer Finanzminister und ordnet die "neuen Ideen" in die wirtschaftliche und politische Realität der Nicht-EU-Staaten ein.
Wissensbulimie
Als ich gestern zwei Medizinstudentinnen zu Besuch hatte und im Gespräch darauf verwies, dass Jura und Medizin die beiden Paukfächer an den deutschen UNIs sind, in denen damit auch eine Reflexion über das Wissen verhindert wird, entgegnete die eine:
Ja, das sei die Wissensbulimie, Wissen reinfressen, zu den Klausuren auskotzen und wenig Spuren hinterlassen.
Freitag, 10. Oktober 2008
Trillke Trio im Pavillon Hannover
Am 9. Oktober hatte ich das Glück und die Freude einmal mehr das Trillke Trio erleben zu können. Deren Mischung aus diversen europäischen Folkrichtungen mit Jazz und Rock gab mir einmal mehr viel positive Energie.
Leider dauerte der Soundcheck ein wenig lange und so waren viele der potentiellen Gäste bereits aus dem kleinen Saal im Pavillon verschwunden, als endlich mit dem Bulgar Freylach (Ausschnitt von der Website) das Konzert begann.
Das Trillke Trio ist nur noch zu fünft! Kathrin Löwensprung spielt weiterhin das Akkordeon und wärmt eine jede Seele mit ihren Strahlen, Frank Wacks spielte Geige, Tuba und sang, Claas Sandbothe ist für Percussion und Schlagzeug zuständuig und hat sein Löffelsolo weiter ausgebaut, Lars Kühn spielt mit seinem Cello Bass und sang und schließlich spielte Katinka Schwarz Querflöte, Saxofon, Piccolo und sang.
Von der ersten CD "whirled folk" (2003) wurde auch noch "Spihl Tsigoine" und andere Stücke, die ich namentlich nicht identifizieren kann geboten. Von der zweiten CD "Käferherz" (2004) wurde u.a. "Nie ohne mein Schlauboot", "Käferherz" (Ausschnitt) und "noch einen Tanz" gespielt. Von ihrer letzten (!) CD "Abfahrt" (2006) waren u.a. der "Beaumont Rag", "Nachbarschaft" (Ausschnitt), "Du alter Schuft" (Ausschnitt), "Radaau" und "Ragtime Feeling" zu hören. Es wurden auch mindestens zwei Stücke gespielt, die neu waren, darunter ein verstörendes Lied über ein Pferd ohne Kopf.
Ich dachte, dass dies vor allen deshalb so verstörend war, weil ich bestimmte lyrische Bilder nicht entschlüsseln konnte. Weit gefehlt, ich fragte nach dem Konzert den Geiger und Sänger des genannten Stückes Frank Wacks und er sagte, dass der Text wortwörtlich gemeint sei. In meinen Ohren ist dies leider eine textliche Entgleisung. Leider musste ich in diesem kurzen Gespräch auch eine sehr traurige Nachricht hören. Ich fragte, wann es denn wieder einmal ein vollständiges Konzert vom Trillke Trio in Hannover geben würde (das Repertoire umfasst etwa 50 Stücke!) und musste hören, dass dies das letzte Konzert in Hannover gewesen war:
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Frühere Beiträge zum Trillke Trio vom Herbst 2006:
Leider dauerte der Soundcheck ein wenig lange und so waren viele der potentiellen Gäste bereits aus dem kleinen Saal im Pavillon verschwunden, als endlich mit dem Bulgar Freylach (Ausschnitt von der Website) das Konzert begann.
Das Trillke Trio ist nur noch zu fünft! Kathrin Löwensprung spielt weiterhin das Akkordeon und wärmt eine jede Seele mit ihren Strahlen, Frank Wacks spielte Geige, Tuba und sang, Claas Sandbothe ist für Percussion und Schlagzeug zuständuig und hat sein Löffelsolo weiter ausgebaut, Lars Kühn spielt mit seinem Cello Bass und sang und schließlich spielte Katinka Schwarz Querflöte, Saxofon, Piccolo und sang.
Von der ersten CD "whirled folk" (2003) wurde auch noch "Spihl Tsigoine" und andere Stücke, die ich namentlich nicht identifizieren kann geboten. Von der zweiten CD "Käferherz" (2004) wurde u.a. "Nie ohne mein Schlauboot", "Käferherz" (Ausschnitt) und "noch einen Tanz" gespielt. Von ihrer letzten (!) CD "Abfahrt" (2006) waren u.a. der "Beaumont Rag", "Nachbarschaft" (Ausschnitt), "Du alter Schuft" (Ausschnitt), "Radaau" und "Ragtime Feeling" zu hören. Es wurden auch mindestens zwei Stücke gespielt, die neu waren, darunter ein verstörendes Lied über ein Pferd ohne Kopf.
Ich dachte, dass dies vor allen deshalb so verstörend war, weil ich bestimmte lyrische Bilder nicht entschlüsseln konnte. Weit gefehlt, ich fragte nach dem Konzert den Geiger und Sänger des genannten Stückes Frank Wacks und er sagte, dass der Text wortwörtlich gemeint sei. In meinen Ohren ist dies leider eine textliche Entgleisung. Leider musste ich in diesem kurzen Gespräch auch eine sehr traurige Nachricht hören. Ich fragte, wann es denn wieder einmal ein vollständiges Konzert vom Trillke Trio in Hannover geben würde (das Repertoire umfasst etwa 50 Stücke!) und musste hören, dass dies das letzte Konzert in Hannover gewesen war:
Das Trillke Trio wird am 13. Dezember 2008 auf dem Trillke Gut in Hildesheim sein letztes Konzert geben.Wie heißt es dann immer so schön: Die Bandmitglieder haben sich weiter entwickelt ...
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Frühere Beiträge zum Trillke Trio vom Herbst 2006:
Donnerstag, 9. Oktober 2008
le Barcarés
Was ist eigentlich le Barcarés. Habe so einiges über französische, englische und deutsche Webseiten zusammengesucht.
Die Region hatte eine schriftliche Geschichte, die bis in die Zeit des Römischen Reiches zurückgeht. Doch bis zum Ende des 2. Weltkrieges gab es an der Küste eigentlich nur kleine Häfen und Fischerdörfer, die im 20. Jahrhundert Sommer bereits die Anfänge eines Fremdenverkehr erlebten. Le Barcarés war berüchtigt als ein Standort eines Centre de Rassemblement des Étrangers, eines Konzentrationslager während der Vichy-Regierung.
Unter Charles de Gaulle wurde 1963 die La mission interministérielle d'aménagement touristique du littoral du Languedoc-Roussillon gegründet. Es ging bei diesem Programm auch um die Ansiedlung von Pied-noir. Im Ergebnis bieten die verschiedenen Orte rund um le Barcarés heute jeweils für Zehntausende Unterkunft in Appartmentsiedlungen, Hotels und Campingplätzen. Im Ortsteil Le Village gibt es alleine 12 Campingplätze.
Die Flüsse, die aus den Pyrenäen im Mittelmeer mündeten führten im Jahresverlauf erheblich schwankende Wassermengen und die Hochwasser führten so große Sedimentmengen, dass das Küstengebiet sumpfiges Land war. Im Rahmen des Programms wurden Flüsse in sehr breiten Kanälen, die mit Felspaketen gesichert wurden, selbst während eines Hochwassers gebändigt.
25 Meter von meinem Zelt entfernt floss zum Beispiel der Agly, der nach weiteren 300 Metern ins Mittelmeer mündete. Anfang September stand der Fluss. Das Mittelmeer hatte eine Sandbarriere vor der Mündung abgelagert und die wenigen Zuflüsse schienen sich unterirdisch zum Meer zu bewegen, da die Schwankungen im Flusspegel nur die Schwankungen im Meeresspiegel widerspiegelten.
Die oben genannte Ansiedlung und der Tourismus führten zu einer erheblichen Vergrößerung der örtlichen Bevölkerung. Le Barcarés hatte 1962 nur 775 und 2006 4.033 Einwohner. Das nördlich benachbarte Leucate verzeichnete zu seinen 3.200 Einwohnern im Sommer zusätzliche 60.000 Bewohner. Für Le Barcarés fanden sich keine Zahlen, aber ein Blick auf den Ortsplan und die Infrastruktur rund um den Marktplatz sowie der großflächige Luna Park zeigen, dass auch hier während der französischen Sommerferien eine temporäre Stadt existiert.
In der Off-Season ab dem 1. September ist dies ein merkwürdiger Ort. Die Mehrzahl der Geschäfte ist geschlossen und man fühlt sich in den Straßen verloren. Es waren mit uns bestimmt noch einige Tausend Touristen anwesend, aber füllten nicht mehr die Siedlung und die Kassen.
Die Region hatte eine schriftliche Geschichte, die bis in die Zeit des Römischen Reiches zurückgeht. Doch bis zum Ende des 2. Weltkrieges gab es an der Küste eigentlich nur kleine Häfen und Fischerdörfer, die im 20. Jahrhundert Sommer bereits die Anfänge eines Fremdenverkehr erlebten. Le Barcarés war berüchtigt als ein Standort eines Centre de Rassemblement des Étrangers, eines Konzentrationslager während der Vichy-Regierung.
Unter Charles de Gaulle wurde 1963 die La mission interministérielle d'aménagement touristique du littoral du Languedoc-Roussillon gegründet. Es ging bei diesem Programm auch um die Ansiedlung von Pied-noir. Im Ergebnis bieten die verschiedenen Orte rund um le Barcarés heute jeweils für Zehntausende Unterkunft in Appartmentsiedlungen, Hotels und Campingplätzen. Im Ortsteil Le Village gibt es alleine 12 Campingplätze.
Die Flüsse, die aus den Pyrenäen im Mittelmeer mündeten führten im Jahresverlauf erheblich schwankende Wassermengen und die Hochwasser führten so große Sedimentmengen, dass das Küstengebiet sumpfiges Land war. Im Rahmen des Programms wurden Flüsse in sehr breiten Kanälen, die mit Felspaketen gesichert wurden, selbst während eines Hochwassers gebändigt.
25 Meter von meinem Zelt entfernt floss zum Beispiel der Agly, der nach weiteren 300 Metern ins Mittelmeer mündete. Anfang September stand der Fluss. Das Mittelmeer hatte eine Sandbarriere vor der Mündung abgelagert und die wenigen Zuflüsse schienen sich unterirdisch zum Meer zu bewegen, da die Schwankungen im Flusspegel nur die Schwankungen im Meeresspiegel widerspiegelten.
Die oben genannte Ansiedlung und der Tourismus führten zu einer erheblichen Vergrößerung der örtlichen Bevölkerung. Le Barcarés hatte 1962 nur 775 und 2006 4.033 Einwohner. Das nördlich benachbarte Leucate verzeichnete zu seinen 3.200 Einwohnern im Sommer zusätzliche 60.000 Bewohner. Für Le Barcarés fanden sich keine Zahlen, aber ein Blick auf den Ortsplan und die Infrastruktur rund um den Marktplatz sowie der großflächige Luna Park zeigen, dass auch hier während der französischen Sommerferien eine temporäre Stadt existiert.
In der Off-Season ab dem 1. September ist dies ein merkwürdiger Ort. Die Mehrzahl der Geschäfte ist geschlossen und man fühlt sich in den Straßen verloren. Es waren mit uns bestimmt noch einige Tausend Touristen anwesend, aber füllten nicht mehr die Siedlung und die Kassen.
Urlaub in Le Barcarés 4
An der nächsten Tour nahm ich bewusst nicht teil. In den engen Täler, der von den Pyrenäen herabströmenden Flüssen, gibt es mehrere Angebote von Canyoning und Rafting. Diese blöden Wörter verweisen schon auf den Modecharakter dieser "Sport" (?) - Art, die tatsächlich einfach nur Rummelplatz in der Natur ist. Doch dies ist für Leute die Adrenalin-Schübe als Unterhalt verstehen. Ich habe genügend Adrenalin-Schübe in meinen Beruf und meiner Freizeit (habe bisher 25 Jahre Fahrradfahren in Hannover mit nur einen Unfall überlebt).
Zu dritt unternahmen wir in der zweiten Woche noch eine Tour entlang des Agly, der neben unseren Campingplatz in das Mittelmeer mündet. Diesmal ging auf kleineren Straßen durch die Landschaft. Bei Riversaltes passierten wir die großen Weinanbaugebiete für den Muskat de Rivesaltes und bei St-Paul-de-Fenouillet bogen wir Norden in einen Gebirgszug. Die Straße wand sich auf schmaler Spur aufwärts. Jedes entgegenkommende Fahrzeug führte zur vollständigen Ausnutzung der Breite der Straße. An der tiefen Schlucht des Gorges de Galamus hielten wir auf einen Parkplatz und gingen auf den schmalen Pfad zur Ermitage de St-Antoine.
Tief religiöse Menschen hatten hier in Spalten und Höhlen ihren religiösen Rückzug gefunden. Die Ermitage ist weiterhin auch eine religiöse Stätte, doch der Priester oder Mönch, der zu sehen war, verkaufte nun Postkarten und Kerzen. Doch es gab größere Bereiche, des in die Spalten gebauten Gebäudes, die für den Besucherzugang gesperrt waren. Wie an anderen katholischen Orten zeugten beschriebene Steine und Plaketten für den Dank gläubiger Menschen, die hier ihr Heil und Trost gefunden hatten.
Der Blick in den Canyon, den der Agly geschaffen hatte, war erschreckend. Es waren weit über 100 Meter, die es hinabging und so steil, dass der Fluss selbst nicht zu sehen waren.
Der Rückweg wurde bewusst so gewählt, dass sich ein möglichst großer Rundkurs ergab. Die Region war das französische Gebiet der Katharer (übrigens das Etym des Wortes Ketzer), die im 13. Jahrhundert durch den Papst in Kreuzzügen bekämpft und alle gefangenen Priester öffentlich verbrannt wurden. Aus dieser Zeit stammen die Ruinen vom Château de Peyrepertuse und dem Château de Quéribus. Für meine Begleiter hatte die erste Burg eine besondere Bedeutung, da sie auf der Abfahrt von der Burg mit ihren Motorrad von der steilen Straße gestürzt waren und nur mit der Hilfe anderen die Maschine wieder auf die Straße wuchteten. Wer diesen beiden Burgen gesehen hat, ahnt wie schwer diese Festungen zu erobern waren. Nur Belagerungen erlauben eine Einnahme nach Kapitulation.
Zwei Ruinen später mit einer bei Quéribus erworbenen TK100 in der Hand sollte es nun auf Nebenstraßen zurück an die Küste gehen. Die D39 schien laut Karte tendenziell in die Richtung zu führen. Die Straße war weiterhin sehr schmal und wurde schmaler. Sie blieb geteert, doch tauchten nun auch Abschnitte auf, die nur geschottert waren. 10 Minuten Fahrt bei 30-40 km/h führten uns links - rechts- links in engen Kurven um Hügel und nie kam uns ein Auto entgegen oder näherte sich von hinten. Als dann auch noch die Sonne links vorne von uns war, wir also in westlicher Richtung fuhren, war uns klar, dass wir auf der falschen Straße waren. Doch dort wo wir waren, gab es keine Schilder und die Straße ging weiter rechts - links - rechts durch einen unerwarteten Wald (!). Die nächste Kreuzung zeigte uns, dass uns die verworrene, französische Beschilderung auf den Abschnitt der D39 geführt hatte, der nach Nordosten führte. Natürlich fuhren wir nicht zurück, sondern vollendeten den Bogen bis Caves, wo wir auf die Küstenschnellstraße bogen. Bis dahin durchfuhren wir auf vielen Kilometern Weinanbaugebiete. Die roten Reben hing zahlreich und schwer an den Stöcken. Es waren diese und andere schöne Anblicke, die dazu führten, dass wir trotz der verlängerten Tour mit einem guten Gefühl in le Barcarés ankamen.
Zu dritt unternahmen wir in der zweiten Woche noch eine Tour entlang des Agly, der neben unseren Campingplatz in das Mittelmeer mündet. Diesmal ging auf kleineren Straßen durch die Landschaft. Bei Riversaltes passierten wir die großen Weinanbaugebiete für den Muskat de Rivesaltes und bei St-Paul-de-Fenouillet bogen wir Norden in einen Gebirgszug. Die Straße wand sich auf schmaler Spur aufwärts. Jedes entgegenkommende Fahrzeug führte zur vollständigen Ausnutzung der Breite der Straße. An der tiefen Schlucht des Gorges de Galamus hielten wir auf einen Parkplatz und gingen auf den schmalen Pfad zur Ermitage de St-Antoine.
Tief religiöse Menschen hatten hier in Spalten und Höhlen ihren religiösen Rückzug gefunden. Die Ermitage ist weiterhin auch eine religiöse Stätte, doch der Priester oder Mönch, der zu sehen war, verkaufte nun Postkarten und Kerzen. Doch es gab größere Bereiche, des in die Spalten gebauten Gebäudes, die für den Besucherzugang gesperrt waren. Wie an anderen katholischen Orten zeugten beschriebene Steine und Plaketten für den Dank gläubiger Menschen, die hier ihr Heil und Trost gefunden hatten.
Der Blick in den Canyon, den der Agly geschaffen hatte, war erschreckend. Es waren weit über 100 Meter, die es hinabging und so steil, dass der Fluss selbst nicht zu sehen waren.
Der Rückweg wurde bewusst so gewählt, dass sich ein möglichst großer Rundkurs ergab. Die Region war das französische Gebiet der Katharer (übrigens das Etym des Wortes Ketzer), die im 13. Jahrhundert durch den Papst in Kreuzzügen bekämpft und alle gefangenen Priester öffentlich verbrannt wurden. Aus dieser Zeit stammen die Ruinen vom Château de Peyrepertuse und dem Château de Quéribus. Für meine Begleiter hatte die erste Burg eine besondere Bedeutung, da sie auf der Abfahrt von der Burg mit ihren Motorrad von der steilen Straße gestürzt waren und nur mit der Hilfe anderen die Maschine wieder auf die Straße wuchteten. Wer diesen beiden Burgen gesehen hat, ahnt wie schwer diese Festungen zu erobern waren. Nur Belagerungen erlauben eine Einnahme nach Kapitulation.
Zwei Ruinen später mit einer bei Quéribus erworbenen TK100 in der Hand sollte es nun auf Nebenstraßen zurück an die Küste gehen. Die D39 schien laut Karte tendenziell in die Richtung zu führen. Die Straße war weiterhin sehr schmal und wurde schmaler. Sie blieb geteert, doch tauchten nun auch Abschnitte auf, die nur geschottert waren. 10 Minuten Fahrt bei 30-40 km/h führten uns links - rechts- links in engen Kurven um Hügel und nie kam uns ein Auto entgegen oder näherte sich von hinten. Als dann auch noch die Sonne links vorne von uns war, wir also in westlicher Richtung fuhren, war uns klar, dass wir auf der falschen Straße waren. Doch dort wo wir waren, gab es keine Schilder und die Straße ging weiter rechts - links - rechts durch einen unerwarteten Wald (!). Die nächste Kreuzung zeigte uns, dass uns die verworrene, französische Beschilderung auf den Abschnitt der D39 geführt hatte, der nach Nordosten führte. Natürlich fuhren wir nicht zurück, sondern vollendeten den Bogen bis Caves, wo wir auf die Küstenschnellstraße bogen. Bis dahin durchfuhren wir auf vielen Kilometern Weinanbaugebiete. Die roten Reben hing zahlreich und schwer an den Stöcken. Es waren diese und andere schöne Anblicke, die dazu führten, dass wir trotz der verlängerten Tour mit einem guten Gefühl in le Barcarés ankamen.
Urlaub in Le Barcarés 3
Urlaub und geplante Touren sind für Menschen wie mich ein Widerspruch auch wenn dies für einen Vollkasko-Allinclusive-Urlaub normal sein sollte. Vor der Fahrt hatte ich mal in Toulouse (wegen EK und Airbus) und Barcelona (EK und das wunderschöne BCN) angefragt und zumindest Barcelona blieb auf meinen Reiseplan.
Die erste Tour unserer fünfköpfigen Gruppe verpasste ich. Der Tramontane wehte heftig und ich war nach dem Frühstück ohne Abmeldung bei den anderen an den Strand gegangen, wo ich meine Entspannung an der Wasserlinie suchte und fand. Die schleifende Wirkung des Sandes war irgendwann nur noch unangenehm und ich ging zurück zu meinem Zelt. Hier fand sich ein Zettel, der mir sagte, dass die anderen wegen des Wetters auf einen Strandtag verzichten und zu einer Stadtbesichtigung nach Narbonne gefahren sind. Pech gehabt!
Der Tramontane hielt am nächsten Tag an und diesmal fuhr ich mit. Es ging zunächst in Richtung Perpignan, wo wir dem Tal von la Têt bis in 300 Meter Höhe folgten. Unser Ziel waren die Kalkhöhlen von Canalettes. In der von Menschenhand zerstörten Landschaft (=Garigue) war bei Vinca ein langgestreckter Stausee des Têt zu sehen, der die ungebremsten Starkregen in den Pyrenäen aufnehmen sollte. Die endende Trockenzeit zeigte sich durch einen sehr niedrigen Pegelstand und den mehrere Meter höher liegenden Zeichen höherer Wasserstände.
Die Grotte des Grandes Canalettes bei Villefranche-de-Conflent reichen tief in den Berg hinein und mehr als 500 Meter sind für den Tourismus erschlossen. Es sind alle Formen der Kalkablagerungen zu sehen von teilweise enormer Größe. Als Tourist wird man durch Metallabsperrungen und -treppen auf einen Weg gezwungen, doch immer wieder sind links und rechts weitere Gänge zu sehen. Hier war einmal mehr ein Vorteil von digitalen Kameras zu erleben. In dunkle Gänge wurde hineingeblitzt und das Display zeigte danach die ansonsten nicht zu sehende Fortführung der Gänge. Das ganze begehbare System ist durch Beleuchtung und Muzak erschlossen. Dennoch war es beeindruckend. Wir waren off-season und nach etwa hundert Metern waren wir die einzigen Besucher und somit konnte überhaupt etwas von den Höhlengefühl aufkommen, dass ich auf anderen Reisen und Exkursionen bereits erleben konnte.
Die nächste Tour führte uns nach Perpignan und zeigte einmal mehr, dass ich nicht mit Frauen solche Touren machen kann. Es ist eine schöne Stadt mit vielen historischen, architektonischen Highlights, die der Besucher suchen und finden kann, doch das weibliche Geschlecht sah nur die Auslagen in den Schaufenstern und blieb lange in den Geschäften, die es mit gleichen Namen und Angebot in jeder größeren Stadt gibt. Als wir in der Cathédrale Saint-Jean standen, fragte ich mich, was man wohl mit diesen Gebäuden in etwa fünfzig Jahren machen würde. Wir waren in einer katholischen Kirche und selbst hier gab es viele Zeichen, dass nur noch eine kleine Minderheit, dieses Gebäude sakral nutzt. Die Besonderheiten der Nebenaltäre mit ihren großformatigen Gemälden waren bereits abgesperrt. Bestimmt gibt es die 2-3-4 besonderen Festivitäten, wo auch diese Kirche von mehr Menschen genutzt wird, aber diese Nutzung steht in keinen Verhältnis zu diesem riesigen Gebäude.
Nach einer Woche war klar, dass die Tagestour nach Barcelona nicht stattfinden würde. Wir wären sowieso nur zu dritt die 2-3 Stunden nach Süden gefahren. Leider musste ich Xavi meine Ankunft widerrufen.
Die erste Tour unserer fünfköpfigen Gruppe verpasste ich. Der Tramontane wehte heftig und ich war nach dem Frühstück ohne Abmeldung bei den anderen an den Strand gegangen, wo ich meine Entspannung an der Wasserlinie suchte und fand. Die schleifende Wirkung des Sandes war irgendwann nur noch unangenehm und ich ging zurück zu meinem Zelt. Hier fand sich ein Zettel, der mir sagte, dass die anderen wegen des Wetters auf einen Strandtag verzichten und zu einer Stadtbesichtigung nach Narbonne gefahren sind. Pech gehabt!
Der Tramontane hielt am nächsten Tag an und diesmal fuhr ich mit. Es ging zunächst in Richtung Perpignan, wo wir dem Tal von la Têt bis in 300 Meter Höhe folgten. Unser Ziel waren die Kalkhöhlen von Canalettes. In der von Menschenhand zerstörten Landschaft (=Garigue) war bei Vinca ein langgestreckter Stausee des Têt zu sehen, der die ungebremsten Starkregen in den Pyrenäen aufnehmen sollte. Die endende Trockenzeit zeigte sich durch einen sehr niedrigen Pegelstand und den mehrere Meter höher liegenden Zeichen höherer Wasserstände.
Die Grotte des Grandes Canalettes bei Villefranche-de-Conflent reichen tief in den Berg hinein und mehr als 500 Meter sind für den Tourismus erschlossen. Es sind alle Formen der Kalkablagerungen zu sehen von teilweise enormer Größe. Als Tourist wird man durch Metallabsperrungen und -treppen auf einen Weg gezwungen, doch immer wieder sind links und rechts weitere Gänge zu sehen. Hier war einmal mehr ein Vorteil von digitalen Kameras zu erleben. In dunkle Gänge wurde hineingeblitzt und das Display zeigte danach die ansonsten nicht zu sehende Fortführung der Gänge. Das ganze begehbare System ist durch Beleuchtung und Muzak erschlossen. Dennoch war es beeindruckend. Wir waren off-season und nach etwa hundert Metern waren wir die einzigen Besucher und somit konnte überhaupt etwas von den Höhlengefühl aufkommen, dass ich auf anderen Reisen und Exkursionen bereits erleben konnte.Hungrig standen wir schließlich wieder im Tageslicht und gingen nach Villefranche-de-Conflent. Die Saison ist noch nicht vollständig vorbei, die Mehrzahl aller Geschäfte war für uns Touristen und es flanierten mit uns einige Hundert Menschen durch die Festung und die damit verbundene Ortschaft.
Hier passierte vermutlich ein Ärgernis. Als wir an einer kleinen Bäckerei ankamen, holten wir uns dort verschiedene lokale Spezialitäten, die wir als wir in der nächsten Seitenstraße freie Bänke fanden, als Mittagessen verzehrten. Die klebrig süßen Leckereien führten dazu, dass unsere mitgeführten Sachen neben uns legten. Als wir eine Viertelstunde später weiter durch den Ort spazierten, hatte vermutlich einer von uns hier etwas liegen gelassen. In einen Laden kauften wir Kleinigkeiten, tranken in einen Café einige Kleinigkeiten und gingen schließlich zur eigentlichen Festung. Da erst fiel auf, dass die Digitalkamera verschwunden war. Ich blieb bei der Festung und die anderen stürmten los, um unseren bisherigen Weg systematisch zurück zu verfolgen. Als Sie nach einer Viertelstunde wieder auftauchten, zeigte die Stimmung bereits, dass jemand die abgelegte Kamera (ob nun bei unserer Mittagspause oder im Café ließ sich nicht rekonstruieren) an sich genommen hatte. Es gab viel böses Blut wegen dieser Unaufmerksamkeit, denn auf der Kamera waren nicht nur alle bisherigen Bilder dieses Urlaubs, sondern auch noch frühere Fotos, die bisher nicht archiviert waren. Was liebe ich doch die echten Kameras. Maximal 36 Bilder können verloren gehen. Der Tag war für zwei ruiniert und so gingen wir nun zurück zum Auto und fuhren zurück nach Le Barcarés.Die nächste Tour führte uns nach Perpignan und zeigte einmal mehr, dass ich nicht mit Frauen solche Touren machen kann. Es ist eine schöne Stadt mit vielen historischen, architektonischen Highlights, die der Besucher suchen und finden kann, doch das weibliche Geschlecht sah nur die Auslagen in den Schaufenstern und blieb lange in den Geschäften, die es mit gleichen Namen und Angebot in jeder größeren Stadt gibt. Als wir in der Cathédrale Saint-Jean standen, fragte ich mich, was man wohl mit diesen Gebäuden in etwa fünfzig Jahren machen würde. Wir waren in einer katholischen Kirche und selbst hier gab es viele Zeichen, dass nur noch eine kleine Minderheit, dieses Gebäude sakral nutzt. Die Besonderheiten der Nebenaltäre mit ihren großformatigen Gemälden waren bereits abgesperrt. Bestimmt gibt es die 2-3-4 besonderen Festivitäten, wo auch diese Kirche von mehr Menschen genutzt wird, aber diese Nutzung steht in keinen Verhältnis zu diesem riesigen Gebäude.
Nach einer Woche war klar, dass die Tagestour nach Barcelona nicht stattfinden würde. Wir wären sowieso nur zu dritt die 2-3 Stunden nach Süden gefahren. Leider musste ich Xavi meine Ankunft widerrufen.
Montag, 6. Oktober 2008
Wein Müller-Thurgau 1994
Gestern öffnete ich eine Flasche Schätzle's Müller-Thurgau trocken aus dem Jahre 1994 und es war eine edle Überraschung. Seit etwa 1990 bestelle ich beim Weingut von Gregor und Thomas Schätzle (Schelingen, Kaiserstuhl) regelmäßig verschiedene Weine. Von diversen Bestellungen habe ich einige Flaschen bei meinem Bruder in Zeven in einem Weinregal eingelagert, um sicher zu gehen, dass einige Flaschen auch einmal ein wenig länger lagern. Nun hat mein Bruder mein Weinlager aufgelöst und einundzwanzig Flaschen Wein der Jahre 1976 bis 1995 nach Hannover transportiert.
Ich habe fast ausschließlich trockene Weine eingekellert, da ich als erster gelernt hatte, dass die "süßen" Weine in der Regel nicht langfristig zu lagern sind.
Also dem 1994er Müller-Thurgau (11,5% vol) hat die Lagerung sehr gut getan. Der Duft und Farbe waren die erste Freude und der Geschmack war herausragend. Fünf weitere Flaschen von diesen Jahrgang und sechs vom Jahrgang 1995 warten noch auf schöne Abende mit Freunden.
Schätzle hat mir ja bereits Kostbarkeiten beschert. Das sonnige Jahr 2003 brachte sehr alkoholreiche Weine (13,5%) und ich habe in den Folgejahren hundert Flaschen Müller-Thurgau, Grauburgunder und Spätburgunder eingelagert. Ich sehe gerade in der aktuellen Preisliste, dass vom 2003er Spätburgunder zwischenzeitlich nur noch eine edle Variante zu einem Literpreis von €28 und der 2003er Grauburgunder für €11 verkauft wird, was einer Verdreifachung bzw. Verdopplung des Wertes in nur vier Jahren ausmacht.
Aber dieser Pries ist egal, denn es geht um das gemeinsame Verkosten.
Ich habe fast ausschließlich trockene Weine eingekellert, da ich als erster gelernt hatte, dass die "süßen" Weine in der Regel nicht langfristig zu lagern sind.
Also dem 1994er Müller-Thurgau (11,5% vol) hat die Lagerung sehr gut getan. Der Duft und Farbe waren die erste Freude und der Geschmack war herausragend. Fünf weitere Flaschen von diesen Jahrgang und sechs vom Jahrgang 1995 warten noch auf schöne Abende mit Freunden.
Schätzle hat mir ja bereits Kostbarkeiten beschert. Das sonnige Jahr 2003 brachte sehr alkoholreiche Weine (13,5%) und ich habe in den Folgejahren hundert Flaschen Müller-Thurgau, Grauburgunder und Spätburgunder eingelagert. Ich sehe gerade in der aktuellen Preisliste, dass vom 2003er Spätburgunder zwischenzeitlich nur noch eine edle Variante zu einem Literpreis von €28 und der 2003er Grauburgunder für €11 verkauft wird, was einer Verdreifachung bzw. Verdopplung des Wertes in nur vier Jahren ausmacht.
Aber dieser Pries ist egal, denn es geht um das gemeinsame Verkosten.
Montag, 29. September 2008
Urlaub in Le Barcarés 2
Am ersten Morgen in Le Barcarés gab es noch ein gemeinsames Frühstück.Niederländer haben eine Routine im Camping und entsprechend sind Sie -nach meinen Verständnis- beim Zelten sehr komfortabel ausgestattet. Es sind nicht nur große Zelte mit 2-3 Räumen (ich hatte nur ein 1-Personen-Zelt in dem ich bereits im Sitzen beständig an die Zeltwand stieß), sondern die Stromversorgung erlaubt auch den Betrieb von Kühlkasten, 2-Plattenherd, Wasserkocher und an einigen Abenden sogar von einem elektrischen Grill.
Mein bevorzugter Kaffee (African Blue) und ein Croissant. Das alles im T-Shirt. Die Welt kann so einfach und schön sein.
Am Abend vorher konnten wir uns nicht offiziell anmelden, drum ging es jetzt zur Rezeption. Dort gab ich meinen Campingausweis ab. Meine Schwester hatte mir eine CampingCard von ACSI besorgt, so dass ich einen vergünstigten Stellplatz in der Nebensaison erhalten konnte. Ich sollte 10 Euro/Nacht für den Stellplatz bezahlen. Mir wurde ein Armband mit einem Einwegverschluss an meinen Handgelenk befestigt. Diese "Hundemarke" war dann für die nächsten zwei Wochen mein Ausweis, so dass ich Schwimmbad und alle anderen Einrichtungen nutzen konnte. Die zentralen Einrichtungen bedienten gleich Campingplätze Le Floride und L'Embouchure.
Es war wirklich Nebensaison! Auf unseren Campingplatz waren vielleicht die Hälfte der Stellplätze mit Campingmobilen und Zelten belegt und auch die dort angebotenen Ferienhäuser waren nur zum Teil vermietet. Das Publikum war deutlich über 50 Jahre alt und kam vor allem (ungefähre Reihenfolge anhand der täglichen auf den Weg zum Meer passierten Autos) aus der Niederlande, Frankreich, Deutschland und Spanien. Zweimal sah ich auch ein schwedisches Nummernschild. Es war also von dieser Seite her kein Lärm zu erwarten.
Der Tagesablauf war wunderbar eintönig. Ich blieb, wenn wir nichts geplant hatten bis nach 9 Uhr im Zelt, frühstückte dann alleine mit dem niederländischen Auslandsrundfunk und ging dann erstmals an den weißen Sandstrand. Hier blieb ich selten lange, da ich wegen meiner Vitiligo keinen Sonnenbrand riskieren wollte. Ich legte mich dann in die Hängematte oder in das geöffnete Zelt und fing an schmöckern. Irgendwann wurde ein Happen gegessen, eine Einkaufsfahrt gemacht und wieder Strand, Spaziergang oder Lesen bis zum gemeinsamen Abendessen und folgenden Gespräch oder Spiel.
Ich habe wirklich viel gelesen und vielleicht werde ich einige Lesefrüchte (Adolf Muschg, Chinua Achebe, Josef Winkler, LMD) hier auch noch beschreiben.
Leider waren die Nächte nicht sehr angenehm und das kann ich für alle Nächte so stehen lassen. Ich "schlief" auf einer hohen Komfort-Luftmatratze, das war also nicht das Problem. Es war die kühle, feuchte Luft, die einen viel zu oft auch noch spät in der Nacht zur 100 Meter entfernten Toilette trieb und der Lärm.
Ich spreche hier nicht vom Lärm der anderen Camper, sondern vom Lärm des Campingplatzes. Die Stellplätze waren unter 30-50 Jahre alten Nadel- und Laubbäumen. Beim Camping trennen einen nur Millimeter von der Außenwelt. Der Wind kommt nicht rein, aber das unregelmäßige Rauschen der Äste und Zweige ist laut zu hören. Vor allen wenn, wie an drei Tagen und Nächten der Tramontane weht und der Wind in Böen stürmisch wird. Das ist dann sehr unregelmäßig und lauter als ein Gespräch. Ich weiß von jeder einzelnen Nacht, dass ich mehrmals jeweils zum Ende eines Schlafzyklus wach wurde und entsprechend fühlte ich mich am Morgen. Einmal benutzte ich Ohropax, aber diese künstliche Schwerhörigkeit war mir zu unheimlich. Die Straße war zwar 100 Meter entfernt, aber bei Landwind (die Regel) wurden Geräusche von dieser Straße und von der mehrere Kilometer entfernten Schnellstraße herbeigeweht.
Ich konnte ohne Probleme am späten Vormittag oder frühen Nachmittag wieder einschlafen, so erschöpft war ich. Doch dafür entschädigten uns die Temperaturen. Immerhin erlebte ich noch vier Sommertage.
An drei Tagen nahm ich an einer Tour teil, doch dazu mehr im dritten Teil.
Urlaub in Le Barcarés, Frankreich 1
Für dreizehn Nächte war ich Zelten auf dem Campingplatz L'Embouchure in der Gemeinde Le Barcarés und es entstand wirklich ein Urlaubsgefühl.Es fing relativ anstrengend an. Ich hatte mich bei meiner Schwester und ihren Mann eingeladen, die zusammen zum wiederholten Mal in die östlichen Pyrenäen (Département Pyrénées-Orientales) fahren wollten.
Meine Nichte und ihr Partner wollten dort auch Urlaub machen und mit ihnen bin ich von Deventer an die Mittelmeerküste gefahren. Nachdem am 6. September der Wagen und ein Dachgepäckträger eng bepackt und danach in einer Parkgarage abgestellt wurde, klingelte um 3 Uhr morgens der Wecker. Es war vorher ein sehr unruhiger Schlaf. die Wohnung liegt in der Altstadt und die Nacht vom Samstag auf den Sonntag ist natürlich PARTY und entsprechend viel Lärm auf den Straßen. Die Kaffeemaschine fing an zu sprotzen und spucken. Die Brötchen oder das was die Niederländer als solche bezeichnen waren bereits am Vorabend belegt. Eine Tasse Kaffee im Stehen und dann ging es zum Parkhaus, das in seiner offenen Struktur mich an einen übergroßen Hamsterkäfig erinnerte. Um Viertel vor vier hatten wir es wirklich geschafft, dass der Wagen rollte. Die Route war in einem Routenplaner eingegeben und dessen Angaben wurden befolgt, was manchmal irritierend war.
Der Nachthimmel ist zu dieser Stunde einfach wunderschön. Der Gürtel des Orion glitzerte. Es war kühl, aber dies kann auch einfach an den fehlenden Schlaf gelegen haben. Unsere Fahrtroute sollte uns über einen Teil von Deutschland führen und es war fest geplant, dass wir die 1.400 Kilometer bis zum Abend hinter uns bringen würden. Orion war sehr lange zu sehen. Selbst als die Morgendämmerung schon weit fortgeschritten war, sah ich die wesentlichen Sterne immer noch. Kurz vor 7 Uhr ging dann die Sonne auf. Da waren wir bereits durch Deutschland durch und in Luxemburg. Hier wurde erstmals getankt und Fahrerwechsel vorgenommen.
Wir erlebten in Luxemburg ein sprachliches Missverständnis. Die Schilder waren zweisprachig, Französisch und Letzeburgisch. Ein Hinweisschild verwies auf eine Deviation, die uns eine Auffahrt auf eine Schnellstraße verwehte. Dieses mit Draht über die Hinweisschilder befestigte rote Schild fand sich nicht mehr an der nächsten Kreuzung. Hier war stattdessen ein weiteres rotes Schild über den Schildern mit den Titel Dikrech zu lesen. Wir folgten diesen Hinweis, wie auch drei rumänische LKW. Das Navigationsgerät forderte uns an jeder größeren Kreuzung auf, nun abzubiegen und schließlich kam sogar die Aufforderung umzukehren. Wir folgten der Beschilderung für etwa zwanzig Kilometer bis schließlich ein reguläres Hinweisschild uns darauf hinwies, dass es nur noch wenige Kilometer bis Dikrech sind. Aha, das ist also eine Ortschaft! Wir wendeten und folgten nun den Angaben des Navi und kamen nach mehr als zehn Kilometern endlich zur gesuchten Schnellstraße, die tatsächlich in einer Richtung nicht zu befahren war. Doch unsere Richtung war frei und endlich ging es wieder nach Süden.
Ich bin dann eingedöst und wachte erst an der ersten Péage Station bei Nancy auf. Wir fuhren auf den Parkplatz der direkt dahinter liegenden Raststätte und mir wurde gesagt, dass unsere Reise ein vorläufiges Ende hat, da die elektronische Anzeige des Polo einen Schaden im Auspuffbereich anzeigte und nach dem Handbuch dieses Zeichen bedeutete, dass die Fahrt abgebrochen werden sollte und ein Fachmann das Problem beheben soll. Wir streckten und reckten uns erst einmal, Morgentoilette und dann fingen die Telefonate mit der Versicherung, den VW-Service-Center und dem niederländischen Automobilclub an. Eine halbe Stunde später war klar, dass an diesem Sonntagvormittag weder ein Service-Center einen Techniker schicken würde, noch das ein Ersatzfahrzeug zur Verfügung gestellt wird. Ich war in Urlaub und hatte mich mental bereits auf eine Übernachtung in Nordfrankreich eingestellt. Ein letztes Telefonat ergab schließlich ein "Go", da die Warnanzeige nur in Orange leuchtet. Es wurde uns gesagt, dass erst wenn die Anzeige in Rot leuchtet, wir die Fahrt abbrechen sollten. Eine pragmatische Lösung, denn etwa 100 Kilometer später ging das Warnlicht aus.
Was war so auf der Fahrtstrecke zu sehen? Wir fuhren an den vier AKWs von Cattenom, deren Kühltürme Wolken in den Himmel sandten, vorbei. In den Vogesen waren sehr deutliche Spuren des Waldsterbens zu sehen. Die Autobahn führte auch an Vittel vorbei, dass uns allen von seiner Mineralwasserquelle bekannt ist. Südlich von Lyon passierten wir noch einmal einen AKW-Komplex. Offensichtlich treten in Frankreich die AKWs steht in Blöcken auf. Von einer Autobahn ist nicht viel Landschaft zu sehen. Zweimal waren die Alpen in der Ferne zu sehen. Bei Nimes bogen wir nach Westen ab und hinter Narbonne war dann immer wieder das Mittelmeer zu sehen. Über Leucate fuhren wir auf einer Landzunge schließlich in unser Ziel Le Barcarés. Das Navi kannte unsere gesuchte Adresse nicht, aber im Ort gab es Hinweise, wo die Campuingplätze liegen. Im Süden liegen 12 Campingplätze und unser war der erste, wo wir an der Straße bereits von der Familie empfangen wurden.
Es war kurz vor Sonnenuntergang und statt vieler Worte ging es sofort auf die Suche nach einen Stellplatz für mich. Mir wurden drei verschiedene Plätze gesucht und mit Blick auf die Dämmerung und der Suche nach guten Bäumen für die Hängematte fand ich schnell meinen Platz.
Hier war es deutlich wärmer als in Deventer. Der Aufbau des Zeltes ließ den Schweiß perlen. Mir wurde alles zur Verfügung gestellt: Zelt, Luftmatratze, Stromversorgung inklusive Lampe und das gesamte Campinggeschirr. Ich hatte nur das übliche Gepäck und Geld mitgebracht.
Meine Schwester bekochte uns (wie auch an vielen der folgenden Abende) ganz lecker. Wir machten noch einen Nachtspaziergang zum Meer, dass nur wenige Hundert Meter entfernt war, aber ich zog mich danach frühzeitig in das Zelt zurück und versuchte zu schlafen.
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