Freitag, 2. März 2012

Hannover Wetter Februar 2012


Der Februar 2012 zeigte eine extreme Differenz in den Temperaturen. Es gab sogar einzelne Kälterekorde, aber der Monat verabschiedete sich mit angenehmen Temperaturen. Doch diese Tage konnten die Eistage (die Nullgradlinie wurde auf der folgenden Abbildung betont!) nicht mehr ausgleichen und so lag die Monatsdurchschnittstemperatur bei -0,8° und damit 1,9 unter dem langjährigen Mittelwert für diesen Monat.
Die Übersicht zeigt außerdem, dass der Februar 2012 sehr sonnig und trocken war.
Die erste Abbildung zeigt wie für jeden Monat seit Januar 2008 die tägliche Höchsttemperatur (orange-rote Linie) und Tiefsttemperatur (hellblaue Linie). Diese Werte können über die linke Skala abgelesen werden. Der tägliche Niederschlag (dunkelblaue Balken) und die Zahl der Sonnenstunden (gelbe Flächensignatur) können über die rechte Skala abgelesen werden.
Alle Werte stammen von der Wetterstation 10338 Hannover-Lagenhagen des Deutschen Wetterdienstes.
Die tiefste Temperatur wurde am 7. Februar mit -18,2° erreicht und die höchste Temperatur mit +11,0° am 29. Februar. Bemerkenswert ist aber auch, dass am 6. Februar die Tageshöchsttemperatur nur -8,5° erreichte.
Es gab 19 Frosttage und 11 Eistage. Beides sind Werte, die über den langjährigen Mittelwerten von 15-18 Frosttagen und 5-6 Eistagen liegen. An 20 Tagen gab es Bodenfrost und am 6. und 7. fiel die Temperatur unter -20°.
Die sehr kalte Periode Ende Januar/Anfang Februar war das was heutzutage vom Winter übrig geblieben ist. Es gibt Extreme, aber verglichen mit früheren Winter relativieren sich diese kalten Tage.

Aus den stündlichen Temperaturmessungen wird vom DWD die Tagesmitteltemperatur berechnet.
Die Graphik zeigt eindrücklich die Temperaturextreme, die durch einen gleitenden 3-Tage-Durchschnitt nur wenig gemildert werden. Der kälteste Tag war der 6. Februar mit -13,0° und der wärmste Tag der 29. Februar mit +9,5°. Ein Anstieg der Temperatur von 22,5° in 23 Tagen ist schon ungewöhnlich.

Wenn die Tagesmitteltemperaturen nun mit der langjährigen Monatsmitteltemperatur verglichen werden, ergibt sich das folgende Bild.
Hier wird deutlich, warum trotz der warmen Tage am Monatsende, der gesamte Monat 1,9° kälter als der Klimanormalwert für den Februar war.

In einem separaten Beitrag habe ich die Eistage diesen Jahres mit dem wirklich kalten Februar 1986 verglichen.
Hier wurde die Graphik ein wenig erweitert und es zeigt sich, dass dieser Winter nichts besonderes war. 1986 gab es 27 Frosttage und 26 Eistage. Die Monatsdurchschnittstemperatur betrug -6,8°. Der Februar 2012 war also 6,0° "wärmer", wenn das beim Vergleich von Frosttemperaturen gesagt werden kann. Doch das ist noch relativ harmlos, da der Februar 1956 eine Monatstemperatur von -9,3° hatte mit 14 Tagen an denen die Tagesmitteltemperatur unter -10,0° lag (Maximum -17,7° am 11.02.1956) und als niedrigste Temperatur -24,3° am 16.02.1956) registriert wurde.

Im nächsten Schritt blicke ich deshalb auf die Entwicklung der Monatstemperatur.
Die Abbildung zeigt den gleitenden Durchschnitt der Tagesmitteltemperaturen von 31 Tagen im Verhältnis zu den langjährigen Mittelwerten der Wintermonate. Es war zunächst ein deutlich zu warmer Winter 2011-2012. Trotz der Eistage an seinem Ende war der Januar 2012 (LINK) auch noch zu warm. Erst die Eistage des Februar drückten die Monatstemperatur 4° unter den Klimanormalwert. Da dies aber nur eine Episode war, stieg danach die Monatstemperatur schnell wieder an.

Die letzte Abbildung vergleicht nun die Tageswerte mit den Tageswerten der letzten 60 Jahre.
Die aktuellen Werte sind als dunkelblaue Balken dargestellt. Verglichen werden diese mit den langjährigen Mittelwert für jeden Tag für die Jahre 1950-1979 und 1980-2009 sowie den Tagesrekordwerten für den gesamten Zeitraum.
Klimawandel zeigt sich im Kleinen. Der Vergleich der 30-jährigen Mittelwerte zeigt, dass bereits 17 der jüngeren Werte mehr als 1° Grad und drei dieser Werte sogar mehr als 2° Grad wärmer sind als die älteren Werte. Der 29. Februar sticht natürlich heraus, aber das liegt natürlich auch an der beschränkten Datenbasis.
Es gab neue Wetterrekorde: Am 5., 6. und 7. Februar wurden neue Kälterekorde aufgestellt.
Soweit zu den Temperaturen.
Die Abbildung 1 zeigt deutlich, dass es ein trockener Monat war. An 13 Tagen fielen 13,9mm Niederschlag, was 37 Prozent des langjährigen Mittelwerts entspricht, aber kein wirklicher Extremwert ist. Es gab auch schon Februarwerte mit weniger als 10mm Niederschläge.
Es war auch ein sonniger Monat. An 19 Tagen wurden insgesamt 85,6 Sonnenstunden registriert. Dies entspricht 128 Prozent des langjährigen Mittelwerts.
Am 15. Februar gab es stürmischen Wind, ansonsten gab es keine Windereignisse.
Die Eis-Periode war von einem ausgeprägten Hochdruckgebiet dominiert. Das Barometer war vom 2. bis zum 11. nahe an 1.030 hP oder sogar darüber.
Zum Schluss noch einmal der Hinweis, dass alle Originalwerte der kostenlosen Datenbank des DWD entnommen wurden. Die Berechnungen von Mittelwerten und die daraus resultierenden Vergleiche und Beschreibungen sind aber auf meinen Mist gewachsen.
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Die folgenden Symbole führen jeweils direkt zum genannten Bericht:
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Der Jahresbericht 2009 ist hier zu finden und hier geht es zu den Wetterberichten für alle Monate im Jahre 2009:
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Der Jahresbericht 2008 ist hier zu finden und hier geht es zu den Wetterberichten für alle Monate im Jahre 2008:
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Es gibt außerdem noch ein Blick auf das Wetter in Hannover im Jahre 2007, speziell den Sommer 2007. Es gibt einen langen Beitrag zum sehr kalten Winter 2009-2010 mit Vergleichen zu anderen Wintern.

Mittwoch, 8. Februar 2012

Filmkritik zum Stummfilm "The Artist" von Michel Hazanavicius

„The Artist“ (F, USA 2012, 100 Minuten)
Regie: Michel Hazanavicius

Im Feuilleton und in den Kultursendungen von Radio und TV wurde seit den Filmfestspielen in Cannes (Mai 2011) viel Gutes über diesen Film gesagt. Es ist alles berechtigt und der Film ist noch besser als die professionellen Kritiken.

Ein Stummfilm im Stil der späten 1920-er Jahre, der klar vorführt, woran es vielen Filmen der letzten Jahre mangelt. Es ist nicht die relativ einfach Geschichte des Künstlers, der sich nicht der neuen Technik öffnet, scheitert und nur durch die Liebe wieder Boden unter den Füßen bekommt. Nein es ist das visuelle. Dabei ist es so banal, eigentlich sollte es im Kino um das bewegte Bild gehen, doch all zu oft ist es gefilmter Wortwitz (Komödien), Anbetung von Fetish (Action mit Waffen und schnellen Vehikeln) oder einfach nur langweiliger Krawall.

Schwarz-Weiß-Filme erfordern eine Komposition der Bilder. Welche Schatten sind wann zu sehen, wie wird Architektur (innen und außen) ins Bild gesetzt. Es gab so viel zu sehen in diesem Film. Das Filmstudio und ein Treppenhaus dort sind Bilder, die bleiben.

Der Regisseur beweist immer wieder einen wunderbaren Humor. Das fängt schon in der Eingangssequenz an, wo der Künstler in einem Film vermutlich durch seinen Hund gerettet wird. Die aktuellen Zuschauer sehen dies nicht, da der Film zum Publikum schwenkt und die Rettung nur in den Reaktionen des Publikums zu sehen ist. Im Film gibt es auch immer Hinweisschilder im Hintergrund „Silence please“ oder in den eingeblendeten Texttafeln wird mehrmals auf das Schweigen verwiesen. Die einzige laute Einblendung (Päng!) ist dann auch ein Spiel mit dem Zuschauer. Ein anderer Teil des Humors ist die Referenz an Unterhaltungsfilme der 1920-er Jahre, die im „Hollywoodland“ entstanden.

Es ist ein sehr stilistischer Film. Die Konsequenz des Stummfilm zeigt sich im ungewohnten Bildformat oder in der fast durchgehenden Filmmusik, die zum Teil sehr lustig ist. Wenn dann einmal keine Filmmusik läuft, war nur der Projektor im Hintergrund zu hören. Das vielköpfige Publikum im Kino in Hannover war wunderbar leise, so dass Stille wie auch Musik ihre volle Wirkung entfalten konnten. Ohne Dialog und Geräusche konzentriert man sich viel mehr auf die Details des Schauspiels und der Ausstattung.

Doch zurück zur Referenz an die 20-er Jahre und seine Filme. Der Künstler heißt George Valentin, was wohl eine Referenz an den Frauenschwarm und Hollywood-Star Rudolph Valentino ist. Die Geschichte erinnert an Douglas Fairbanks (sen.), der zum Ende der Stummfilmzeit seinen Höhepunkt überschritten hatte und sich nach der Trennung von der Schauspielerin Mary Pickford vom „King of Hollywood“ zum Untertanen vom König Alkohol wandelte. Und bei der Tanzszene musste ich an Fred Astaire und seine deutlich jüngere Tanzpartnerin Ginger Rogers denken.

Als letzten Teaser möchte ich darauf verweisen, dass neben den beiden Hauptdarstellern, die beide für mich unbekannte Gesichter waren, sehr viele bekannte Gesichter mitspielen. Da macht sich die Stille dann besonders bemerkbar, wenn auf die Feinheiten der Mimik geachtet wird.

Auf meiner Skala der Filmbewertung erhält "The Artist" die seltene Auszeichnung 9 von 10 Punkten.
Wenn mir einer erklären kann, warum Michel Hazanavicius im Abspann u.a. Diego Maradona dankt, wäre auch ich dankbar.

Montag, 6. Februar 2012

Hannover Winter - Vergleich 2012 und 1986


Norddeutschland fror und in Hannover wurden Anfang Februar einige neue Temperaturrekorde erreicht. Doch war dies nun wirklich ein ungewöhnlich harter Winter?

Das möchte ich bezweifeln und verweise im Vergleich auf die Kälteperiode im Jahre 1986.

Dargestellt ist die tägliche Höchst und Tiefsttemperatur 1986 (gelbe Fläche) und 2012 (rote und blaue Linie). Wenn die Höchsttemperatur unter Null Grad liegt wird von einem Eistag gesprochen. Bis zum 9. Februar waren es zwölf Eistage hintereinander.Und damit war diese Episode beendet.
1986 begann eine eisige Periode am 3. Februar und erst am 4. März stieg die Temperatur erstmals wieder über den Gefrierpunkt. Das waren 29 Eistage. 1996 gab es 24 Eistage hintereinander und am Jahreswechsel 1996/96 weitere 23 Eistage und zuletzt 2009/2010 17 Eistage hintereinander.

Hier in Hannover wird ein kalter Winter anders definiert. Südlich der Innenstadt gibt es im Tal der Leine den künstlichen Maschsee als Naherholungsfläche. Wenn dieser 78 Hektar große See zu einer riesigen Eislauffläche wird, dann war es wirklich kalt. Erst am 8. Februar war das Eis des Maschsees so dick, dass dieser für die Öffentlichkeit  freigegeben wurde.
Alle in Hannover erinnern sich sicherlich an frühere kalte Winter, in denen der Maschsee freigegeben wurde und jedes Wochenende eine Eisparty stattfand. In diesem Winter war es nur ein Wochenende, denn bereits am 14. wurde der See wieder gesperrt.

Dargestellt sind die stündlichen Temperaturwerte der letzten eisigen Tage. Die "kleine Eiszeit" endete abrupt am 13. Februar. Seitdem gab es nachts zwar wieder Frost aber keine extremen Temperaturen mehr.
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2008 habe ich bereits einen Vergleich der Wintertemperaturen in Hannover vorgenommen. Damals basierte alles auf Monatswerten und hatte auch nur wenige Details. Aktuell gibt es einen langen Beitrag zum sehr kalten Winter 2009-2010.
Für einen Vergleich lohnt sich auch ein Blick auf die beiden Beiträge zu den Eistagen Anfang Januar 2009 und im Dezember 2009. Im Januar 2016 gab es auch markante Eistage.