Donnerstag, 10. April 2014

Hannover Wetter März 2014


Und wieder ein Monat, der im Vergleich zu den langjährigen Mittelwerten zu trocken, zu sonnig und zu warm war. Die Monatsmitteltemperatur lag mit 7,6° deutlich über den Referenzwert 4,0°.
-Vergleiche den Bericht des Vormonats und des Folgemonats-

Die erste Abbildung zeigt für jeden Tag die höchste und tiefste Temperatur (Werte der linken Skala) sowie die Sonnenstunden und den Niederschlag (Werte der rechten Skala). Im Gegensatz zum warmen Februar gab es im März 11 Frosttage. Am 14. sank das Thermometer bis auf -2,7°. Im langjährigen Mittel sind für den März 11 bis 15 Frosttage verzeichnet. Nach der Statistik wäre auch ein Eistage zu erwarten, aber die Höchsttemperatur sank nie unter +8°.
Es gab gleich drei warme Perioden, in denen Höchsttemperatur bereits die 20°-Marke erreichte. Die höchste Temperatur wurde am 10. März 21,0° registriert. Bereits an neun Tagen fühlte es sich mit mehr als 15° wie Frühling an.
Das Ende der kalten Jahreshälfte wurde neben den Frosttagen war vor allem durch Tage mit Bodenfrost zu bemerken. An 19 Tagen gab es Bodenfrost, womit das obere Ende der "Norm" (60% Median der CLINO-Periode) von 11 bis 21 Bodenfrosttagen im März erreicht wurde.

Aus den Messungen eines Tages errechnet der DWD die Tagesmitteltemperatur.
Dargestellt ist die Tagesmitteltemperatur und der gleitende 5-Tage-Durchschnittswert.
Auch hier sind die drei warmen Perioden deutlich zu erkennen. Wie auch in den Vorjahren steigt die Temperatur in Wellen. Die dritte Welle stieg bis Anfang April auf 12°. Der kälteste Tag war der 25. März mit 3,3° und der wärmste vorher am 20. März mit 14,2°.

Abweichungen der Tagesmitteltemperatur vom langjährigen Monatsmittelwert von 4,0° sind in der nächsten Abbildung zu sehen.
Nur drei Tage waren unter dem langjährigen Monatsmittelwert. Immerhin 10 Tage waren mehr als 5° zu warm.

Abschließend wie jeden Monat der Vergleich der Tagesmitteltemperatur mit den jeweiligen langjährigen Mittelwerten für jeden Tag und den Rekordwerten für jeden Tag.
Im März steigt die Tagestemperatur von 1-3° auf 5-8°. Die drei warmen Perioden sind auch bei diesen dynamischen Referenzwert (grüne und rote Linie) zu sehen. Nach so vielen Aussagen über warme Tage, ist es nicht verwunderlich, dass sogar drei neue Wärmerekorde im März 2014 erreicht wurden. Besonders der 20. März fällt auf. Es war 2,6° wärmer als der bisherige Rekordwert.

War der März 2014 nun etwas Besonderes? Hierfür habe ich zwei Abbildungen angefertigt. 2013 war besonders kalt, doch 2012 und 2014 waren "warm".
Die letzte Abbildung zeigt, dass 2013 der 3.-kälteste und 2014 der 4.-wärmste März der Periode 1946-2014 war.

Wie die erste Abbildung bereits zeigte, war der März 2014 ein trockener Monat. An 10 Tagen wurde Niederschlag registriert und summierte sich auf 16,9mm. Dies sind nur 35% des langjährigen Mittelwerts von 48,3mm für den März. Dennoch ist dies noch kein extremer Wert. Es gab in den letzten Jahrzehnten noch trockenere März-Monate.

Die erste Abbildung zeigt auch, dass es ein sonniger Monat war. Nur an zwei Tagen war die Sonne überhaupt nicht zu sehen, aber an fünf Tagen schien sie mehr als 10 Stunden. In der Monatssumme waren es 156,9 Sonnenstunden. dies entspricht 148% des langjährigen Mittelwerts und ist der 3.-höchste Wert der letzten Jahrzehnte.

Es gab zwei Windereignisse. Am 15. März erreichte die Spitzenböen 17,5 m/s und am 21. März sogar 17,7 m/s. Dies wird als stürmischer Wind definiert und entspricht Windstärke 8 der Beaufort-Skala.

Zum Abschluss die monatliche Erinnerung, dass die Ausgangszahlen für jeden Tag aus der kostenfreien Datenbank des Deutschen Wetterdienstes stammen. Berechnungen, Vergleiche und Graphiken stammen vom Autor dieses Blogs.

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Die folgenden Symbole führen jeweils direkt zum genannten Monatsbericht:
2014

Wetter, Hannover, Juni 2014


2013

2012

2011

2010

Der Jahresbericht 2009 ist hier zu finden und hier geht es zu den Wetterberichten für alle Monate im Jahre 2009:

Der Jahresbericht 2008 ist hier zu finden und hier geht es zu den Wetterberichten für alle Monate im Jahre 2008:

Neben diesen monatlichen Berichten habe ich bisher dreimal zum Klimawandel am Beispiel von Hannover gebloggt: 2007 schaute ich auf Monatswerte der 2000-er Jahre, 2013 untersuchte ich speziell den Monat April, der langfristig immer sonniger, trockener und wärmer wird, und nochmals 2013 in langen Zeitreihen den Temperaturanstieg seit dem Ende des 19. Jahrhunderts.
Es gibt außerdem noch ein Blick auf das Wetter in Hannover im Jahre 2007, speziell den Sommer 2007. Es gibt einen langen Beitrag zum sehr kalten Winter 2009-2010 mit Vergleichen zu anderen Wintern, ein Vergleich zwischen den Winter 1985/86 und 2011/12 und aktueller zum langen Winter 2012-2013.
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Siehe auch die frühsten Darstellungen:

Sonntag, 6. April 2014

Winter 2013-2014

Ich blicke zurück auf einen zu sonnigen, zu trockenen und zu warmen Winter 2013-2014 in Hannover.

Aus Gründen der statistischen Vergleichbarkeit sind die Monate Dezember bis Februar für die Meteorologie die Wintermonate auf der Nordhalbkugel. Der Winter hält sich nicht an diese starren Monatsgrenzen. Kalte und eisige Tage und Perioden mit und ohne Schnee kann es hier im norddeutschen Flachland natürlich bereits vorher und vor allem auch noch im März und April geben, wie zuletzt im Frühjahr 2013 zu erleiden war.
Der Winter 2013-2014 war vor allem zu warm.
Die erste Abbildung zeigt als rote Linie den 30-Tage-Durchschnitt der Tagesmitteltemperatur der DWD-Wetterstation Hannover-Langenhagen. Die Tageswerte stammen vom DWD die Berechnung des gleitenden Mittelwerts und die Abbildung sind von mir.
Der Klimanormalwert (=CLINO) in Blau ist der monatliche Referenzwert für Hannover.
Die erste Markierung steht für die Durchschnittstemperatur der 30 Tage vom 24. Oktober bis zum 22. November 2013. Die letzte Markierung steht für die Periode vom 3. März bis zum 1. April 2014.
Als oberen Grenzwert habe ich 8° definiert, den sowohl zu Beginn des Winters, als auch nun nach dem Winter wurde dieser Wert sehr schnell passiert. Danach dauerte die kalte Jahreszeit knapp über vier Monate.
Zu kühl war es nur Ende November. Für die Jahreszeit deutlich zu warm (mehr als 2° wärmer als der Klimanormalwert) war es vom Dezember bis Mitte Januar und seit Anfang Februar.

 Ein Blick auf die Wochentemperatur zeigt deutlich die Phasen des Winters 2013-2014. Dargestellte sind die gemittelte Temperatur über 7 Tage. Die erste rote Markierung (11,2°) steht für den Temperaturdurchschnitt der Tage 27. Oktober bis 2. November 2013. Es ist ein gleitender Durchschnittswert. Die nächste Markierung steht entsprechend für die Tage 28.10-3.11.2013, u.s.w. Die letzte Markierung (11,1°) steht für die Periode 28. März bis 3. April 2014.
Referenzwert sind wieder die monatlichen Klimanormalwerte. Ende November 2013 meldete sich erstmals der Winter, um sich gleich wieder zu verabschieden und erst in der zweiten Januarhälfte wieder zu kommen. Anfang und Ende März wurde es dann noch mal kühl, blieb aber "für die Jahreszeit" zu warm.

Neben der monatlichen Durchschnittstemperatur verzeichnet die Klimatabelle auch die durchschnittliche monatliche Höchst- und Tiefsttemperatur. Abb. 2 zeigt den Vergleich der CLINO-Werte mit dem letzten Winter.

Auch hier zeichnet sich ein ähnliches Bild. Alle aktuellen Werte liegen über den Referenzwerten.

Im Winter werden als weitere Größe die Frosttage (Tiefsttemperatur unter 0°) und Eistage (Höchsttemperatur unter 0°) gezählt. Hinzu kommen die Tage mit Bodenfrost.

In den drei meteorologischen Wintermonaten sind nach der Klimatabelle in Hannover 50 Frosttage zu erwarten.
2013-14 waren es nur 23. Besonders fallen hier der Dezember 2013 und der Februar 2014 auf. Der erste Frosttag war übrigens der 15. November und der bisher letzte der 26. März.

Im langjährigen Mittel wurden 19 Eistage für die "Wintermonate" Dezember-Februar registriert.
2013-14 waren es nur 8 und diese finden sich alle in der kurzen Periode zwischen dem 21. und 30. Januar 2014.

Nur bei der Zahl der Tage (eigentlich eher Nächte) mit Bodenfrost wurden die CLINO-Werte fast erreicht. In den drei "Wintermonaten" sind durchschnittlich 56 Tage zu erwarten.
2013-14 waren es nur 52 Tage mit Bodenfrost in den "Wintermonaten" nachdem bereits am 27. September 2013 erstmals Bodenfrost registriert wurde..

Neben den Temperaturen sind sowohl die Sonnenstunden, als auch der Niederschlag im Winter 2013-2014 auffällig.
Dezember und Januar waren zu trocken und die Sonne zeigte sich überdurchschnittlich oft. Dies setzte sich auch im Februar und März 2014 fort: trockene Monate mit überdurchschnittlich viel Sonnenschein.

Dies ist nun mein vierter Blog-Beitrag zum Winter in Hannover. Es gibt einen langen Beitrag zum sehr kalten Winter 2009-2010 mit Vergleichen zu anderen Wintern, ein Vergleich zwischen den Winter 1985/86 und 2011/12 und aktueller zum langen Winter 2012-2013.

Vincent - Puzzelnde Entspannung

Ein Monatswechsel liegt hinter mir. Das erste Quartal endet mit dem Einsendeschluss von Förderanträgen für einen kleinen Auftraggeber. Da mir einige Unterlagen und Angaben erst relativ spät zur Verfügung standen, war das letzte Wochenende ein konzentriertes Arbeiten und wirklich stressig.

Wochenende sollte eigentlich für ruhige Tage stehen, für Tage an denen die mentalen Speicher wieder aufgeladen werden.

Ich lud meine Speicher ab Dienstag auf, saß auf meinem Teppichboden und konzentrierte mich auf etwas ganz Anderes.

Vor kurzem erwarb ich ein zerhacktes Gemälde eines sehr geschätzten Künstlers. Vaas met de twaalf zonnebloemen (1888) in 1.500 Teilen.
Im Original 91 × 72 cm puzzelte ich ein Bild von annähernd gleicher Größe, wenn auch die Farben in der Reproduktion deutlich von den Abbildungen in Bildbänden abwichen.

Besonders beeindruckend war das Dreidimensionale im Gemälde. Selbst auf den einzelnen Puzzleteilen war zu erkennen, dass hier Schicht über Schicht die Farbe angehäuft wurde.
Und das machte diese Entspannung zu einer konzentrierten Herausforderung. Zum Teil ist der einzelne Pinselstrich zu sehen, aber dies ist keine Hilfe bei der Zuordnung von zwei benachbarten Teilen. Es sind so viele unterschiedliche Pinselstriche in verschiedene Richtungen mit immer wieder anderen Farbvariationen. Konturen, die großen Farbunterschiede und Beschädigungen am Gemälde gaben dem wachsenden Puzzle eine Struktur.

Puzzeln ist eine große Entspannung, gerade wegen seiner Notwendigkeit sich zu konzentrieren. Wenn für eine Stunde oder mehr das Auge nach den Unterschieden und Besonderheiten einzelner Teile sucht, dann ist da kein Platz, um über Probleme, die sich im Moment nicht lösen lassen, nachzudenken. Und große Puzzle wie das Beschriebene bieten Entspannung über mehrere Tage.

Als Jugendlicher habe ich mit meiner Mutter am Nachmittag verschiedene großformatige Bilder gepuzzelt. Da saß man still am Esszimmertisch zusammen und hatte die kleinen Freuden, wenn wieder ein Teil identifiziert und eingefügt wurde (siehe den Blog-Beitrag Puzzeln von Ende 2007). Schule und andere Aspekte des Alltags rückten in die Ferne.

Gestern Vormittag war das Puzzle fertig und ich kann schreiben: Ich habe Kraft getankt!

Freitag, 4. April 2014

Qualitätstest für einen Einkaufskorb

Der Qualitätstest für einen Einkaufskorb, einen Beutel aus Plastik, Baumwolle oder Jute oder einer großen Einkaufstasche mit Rollen (Trolley, "Hackenporsche") ist die Realität. Hält das Behältnis für den regelmäßigen Einkauf in Supermärkten auch mal größere Gewichte aus und wie lange kann es genutzt werden, bis es nur noch Müll ist.
Ein geflochtenen Einkorbskorb aus Malawi kann 20 Jahre halten!
Der abgebildete Einkaufskorb hat heute sein Ende erreicht und dies ist sein Nachruf.

Gekauft habe ich den Korb am Straßenrand irgendwo zwischen Mzuzu und Nkhata Bay im nördlichen Malawi im April 1994. Vermutlich ist er aus dem Schilf geflochten, das in den Feuchtgebieten am Malawi-See wächst.
Ich habe es noch in guter Erinnerung. Ich war mit einem englischen Kollegen auf dem Weg zu einer der Wähler-Registrierungsstellen. Malawi stand damals vor dem politischen Umbruch. Kamuzu Banda, der Diktator (offizieller Titel "Präsident") auf Lebenszeit war nur noch eine Scheintote Marionette einer Gruppe von Politikern. Mit dem Drohmittel der Einstellung der Entwicklungshilfe war eine Demokratisierung erzwungen wurden. Die erste demokratische Wahl seit der Unabhängigkeit des Landes 30 Jahre zuvor stand bevor und wir waren offizielle Langzeit-Wahlbeobachter der EU. Von uns wurde der gesamte Prozess von der Registrierung der Wähler, der Wahlkampf und natürlich die Wahlen begleitet und regelmäßig gingen Berichte an die UN-Wahlsekretariat in der Hauptstadt Lilongwe. Wir fuhren auf einer dieser durch Entwicklungshilfe gebauten Straßen, die viel zu groß und breit für den damals existierenden Verkehr war. Nach einer der weiten Kurven, die uns im Slalom langsam runter zum See führte, war die improvisierte Verkaufsstelle zu sehen. Solche Verkaufsstände, an denen Gemüse oder Handwerk verkauft wurde, gab es immer wieder am Straßenrand.
Es waren mehrere Frauen, die dort am Straßenrand saßen und Körbe und Matten in verschiedenen Formen und Größen flochten. Ich wählte lange und zahlte schließlich umgerechnet 1-2 DM für den Korb. Eine gute Investition.