Mittwoch, 30. November 2016

Hannover Wetter Oktober 2016

Der Oktober war grau und nass. Die Monatsdurchschnittstemperatur war mit 9,1° ein wenig niedriger als der langjährige Durchschnitt (1961-1990 Klimanormalwert 9,7°).
-Vergleiche den Bericht des Vormonats und des Folgemonats-
Dargestellt sind die täglichen Messwerte der Wetterstation Hannover-Langenhagen des Deutschen Wetterdienstes (DWD), die dieser kostenfrei zur Verfügung stellt. Auf der linken Skala kann die tägliche höchste und tiefste Temperatur und auf der rechten Skala die Sonnenstunden und der Niederschlag in mm (=Liter/m²) abgelesen werden.
2016 gab es keinen goldenen Oktober mit einer letzten Periode von sonnigen, warmen Tagen. Die Höchsttemperatur betrug am 16.10. 17,6° und die tiefste Temperatur wurde am 23.10. mit 0,0° gemessen. Es gab an sechs Tagen Bodenfrost mit -2,3° am 23.10.

Aus den stündlichen Messwerten berechnet der DWD die Tagesmitteltemperatur.
Es gab zwei deutlich ausgeprägte Perioden von kühlen Tagen. Der kälteste Tag war der 23.10. mit 4,9° und die wärmsten Tag mit 12,6° waren der 2. und der 17.10.

Der Vergleich der Tagesmitteltemperatur mit den CLINO von 9,7° zeigt den deutlichen Temperaturwechsel.
Die sieben bzw. acht zu kühlen Tage wurden durch vier warme Tage getrennt.

Die Tagesmitteltemperatur lässt sich aber mit den langjährigen Mittelwerten für jeden Tag vergleichen.
Hier relativieren sich die bisherigen Aussagen zu kalten und warmen Perioden. Im Verlauf des Oktobers sinkt die Tagesmitteltemperatur von 11-12° auf 7-8°. Die zweite kühle Periode ist zwar unterdurchschnittlich, aber der einzige außergewöhnliche ist der 9.10. als es extrem kühl war.

An 17 Tagen fiel Niederschlag, dabei am 19.10. 29,3mm. Im gesamten Monat waren es 58,6mm oder 140% des langjährigen Mittelwerts.
Hier lässt sich ein Trend feststellen. Im gleitenden Mittel von 30 Jahren liegt der Niederschlag seit 2008 (Monatswerte 1979-2008) über 120% des Klimanormalwertes. Dieser Anstieg ist vor allem in einem Anstieg von regenreichen (mehr als 10mm) Tagen begründet.

An 17 Tagen zeigte sich die Sonne, aber nur an sieben Tagen 2 oder mehr Stunden. Am Ende waren es nur 50,5 Sonnenstunden oder 49% des langjährigen Mittelwerts. Hier lässt sich aber kein Trend formulieren.

Es gab kein Windereignis.

Alle Messwerte stammen wie jeden Monat vom Deutschen Wetterdienstes.
Berechnungen, Abbildungen und Vergleiche stammen vom Blogautor.
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Die folgenden Symbole führen jeweils zum genannten rückblickenden Monatsbericht:
2016
2015
2014
2013

2012

2011

2010

Der Jahresbericht 2009 ist hier zu finden und hier sind die Monatsberichte 2009:

Der Jahresbericht 2008 ist hier zu finden und hier sind die Monatsberichte 2008:

Neben diesen monatlichen Berichten habe ich bisher dreimal zum Klimawandel am Beispiel von Hannover gebloggt: 2007 schaute ich auf Monatswerte der 2000-er Jahre, 2013 untersuchte ich speziell den Monat April, der langfristig immer sonniger, trockener und wärmer wird, und nochmals 2013 in langen Zeitreihen den Temperaturanstieg seit dem Ende des 19. Jahrhunderts.
Es gibt außerdem noch ein Blick auf das Wetter in Hannover im Jahre 2007, speziell den Sommer 2007. Es gibt einen langen Beitrag zum sehr kalten Winter 2009-2010 mit Vergleichen zu anderen Wintern, ein Vergleich zwischen den Winter 1985/86 und 2011/12 und aktueller zum langen Winter 2012-2013.
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Siehe auch die frühsten, noch sehr einfach gehaltenen Wetter-Darstellungen:

Montag, 28. November 2016

Zitat Stefan Zweig - Ziele versus Zufall

Wer sich Ziele setzt, geht am Zufall vorbei 
(Stefan Zweig (1928) Drei Dichter ihres Lebens. Casanova – Stendhal – Tolstoi)

Donnerstag, 24. November 2016

Film: Fantastic Beasts and Where to Find Them

Fantastic Beasts and Where to Find Them (3D)
Regie: David Yates
Nach einem Drehbuch von J. K. Rowling
UK, 133 Minuten

Nur wenige Lehrbücher aus der magischen Welt von Hogwarts werden namentlich genannt. Newt Scamanders "Fantastic Beasts"  ist ein Lehrbuch für das erste Schuljahr. Es verwundert nur wenig, dass aus dieser Referenz im ersten Harry Potter-Roman ein Prequel von J.K. Rowling entwickelt wurde.

Leider wurde für die Verfilmung einmal mehr David Yates als Regisseur  ausgewählt. Magie muss sich im Roman und natürlich auch auf der Leinwand entfalten, doch dieser Wunsch nach langsamen Elementen versteht weder der Regisseur, noch das überwiegend junge Publikum.

Ich hatte das Glück den Film im Original auf einer großen Leinwand zu sehen.

Mehrere Reihen hinter mir saß eine Reihe von US-Teenagern, die regelmäßig zu hören waren, wenn die Geschwindigkeit der Handlung abnahm. Es gab eine klare Ausnahme und das war das Vorstellen der fantastischen Wesen in ihrem "Tier"-Park. Bereits vorher treten bisher ungesehene Wesen auf, aber nun werden eine Vielzahl gezeigt, und es wurde still im Kino. Die Fantasie von Rowling und den Entwicklern der Wesen ist großartig. Leider endet diese und weitere Szenen mit den Wesen viel zu schnell.
David Yates wählt stattdessen den durch dumpfe Comic-Verfilmungen bekannten Stil der hektischen Schnitte und rasenden Szenen. Es gibt viel zu viel Destruktion und Rekonstruktion.
Hier wurde wie in fast allen 3-D-Filmen unnötig gespart. Warum wird nicht mit HFR gearbeitet, wie Peter Jackson beim Hobbit vorgemacht hat. Dann und nur dann wären diese Szenen wirklich sehenswert. In der normalen Aufnahme verwischt immer wieder das Bild und es ist eine unangenehme Anstrengung für die Augen.
Die Hektik, die Yates für die Verfilmung gewählt hat, wird durch das Getöse von James Newton Howard verstärkt. Die Filmmusik ist mehrmals unangemessen und würde zum DC-/Marvel-Universum passen.

Diese Kritik ist auch deshalb so scharf, weil es ein Film ist, der keine positiven kindlichen oder jugendlichen Personen hat und seine Charaktere (die Guten wie die Bösen) sind Erwachsene. Erwachsene Zuschauer haben andere Sehgewohnheiten, aber hier wird für Kinder und Jugendliche ein Film produziert.
Mit ist es ein Rätsel, wie dieser Film trotz einer Hinrichtung und anderen brutalen Morden mit Blick auf die Opfer eine Altersfreigabe von sechs Jahren hat. Da werden einige Eltern Alpträume ihrer Kinder ertragen müssen.

Trotz der Kritik gebe ich den Film 7 von 10 möglichen Punkte (entsprechend Schulnote 2-), denn es gibt viele gelungene Szenen, viele herzliche Lacher durch Anspielungen auf Irrungen und Wirrungen der USA.

Sonntag, 30. Oktober 2016

US-Präsidentenwahl - Umfragen

(Nachtrag 10. November 2016: Da lagen die Demoskopen weit daneben. Fanden die Umfragen nur in Städten statt? Der größte Gegensatz scheint nicht zwischen Männer und Frauen zu bestehen, sondern zwischen Großstädtern und ihrem Umland und der ländlichen Bevölkerung)

Regelmäßig schüttele ich meinen Kopf, wenn im SPIEGEL die Prognosen für die US-Wahl für die gesamte USA in Prozent angegeben werden. Das Prinzip der Delegierten für das Electoral College scheint nach meiner der Redaktion wohl zu schwierig zu sein. Denn was bringt es der Kandidatin, wenn 60% der Wahlberechtigen in Kalifornien für sie stimmen, aber sie die 55 Delegierten auch mit 48% der Stimmen bekommen würde. Diese Darstellung der USA-Wahl, die sich am deutschen Wahlsystem orientiert, ist sinnlos.
Für die USA muss wirklich auf alle 51 staatlichen Einheiten geschaut werden und für jeden Bundesstaat (plus Washington D.C.) die Prognose eingesehen werden, wer die Wahl gewinnt und seine Delegierten zum Electoral College sendet.

In der englischen Wikipedia werden die Umfrageergebnisse für alle staatlichen Einheiten täglich erneuert und unterschieden zwischen sicheren Staaten für Clinton bzw. Trump und den Einheiten in denen die Unsicherheit höher ist, als der Abstand zwischen den beiden wichtigsten Kandidaten.
Ich schaue mir seit der 2. Debatte der Kontrahenten (9.10.) regelmäßig die Seite in der Wikipedia an. Dargestellt sind die Zahl der Delegierten je Kandidaten als Prozentzahl aller Delegierten (538). Klar ist zu erkennen, dass Hillary Clinton deutlich mehr sichere Delegierte hat als Donald Trump, aber genauso deutlich ist zu sehen, dass die Zahl der Delegierten aus noch nicht eindeutigen Bundesstaaten selbst bis zum Vortag der Wahl sehr hoch blieb.

Die New York Times hat eine ähnliche Zusammenstellung und geht von Wahrscheinlichkeiten aus. In fast allen Staaten gibt es bereits eine mehr als 80%-Wahrscheinlichkeit, dass die Entscheidung gefallen ist, wer die Delegierten bekommt. Dadurch reduziert sich die Zahl der unentschiedenen Bundesstaaten erheblich und die New York Times erwartet, dass Hillary Clinton knapp die Mehrheit gewinnt.

Die Zahlen der ersten Abbildung habe ich auch noch mal als Linien-Diagramm mit den absoluten Zahlen der Delegierten dargestellt:
Bei dieser Darstellung wird der Einbruch bei der Zustimmung für Donald Trump im Umfeld der 3. Debatte sehr deutlich und wie das Statement des FBI-Direktors in der Woche vor der Wahl dies wieder radikal änderte. Das Ende des schmutzigen Wahlkampfes ist ungewöhnlich. Beide Seiten sind um Schadensbegrenzung bemüht.
Ein weiteres populistisches Statement von Donald Trump oder weitere E-Mails von Hillary Clinton können die eigentliche Wahl noch einmal spannend machen.

Wenige Stunden vor der Öffnung der Wahllokale sind die aktuellen Zahlen:
Hillary Clinton: 213 Stimmen (plus 7 weitere)
Donald Trump: 162 Stimmen (plus 6 weitere)
Unentschieden: 150 Stimmen
Die Zahlen in den Klammern beziehen sich auf staatliche Einheiten in denen keine Umfragen erfolgen, da dort eindeutige Ergebnisse für  die Demokraten (Hawaii und District of Columbia) bzw. Republikaner (Mississippi) erwartet werden.

Die nicht eindeutigen Staaten sind nach der Wikipedia-Darstellung: Alaska, Arizona, Colorado, Florida, Georgia, Iowa, Maine, Michigan, Mississippi, Missouri, Nevada, New Mexico, North Carolina, Oregon und Virginia .
Die New York Times sieht nur noch Unsicherheiten in: Arizona, Colorado, Florida, Georgia, Iowa, Mississippi, Nevada, New Hampshire, North Carolina, Ohio und Utah und erwartet 268 Delegierte für Clinton und 151 für Trump. Von den 119 unsicheren Delegiertenstimmen gehen weitere 45 mit hoher Wahrscheinlichkeit an Trump und weitere 4 an Clinton.
Das Projekt FiveThirtyEight sieht für Clinton 302 Delegierte im Electoral College.

Zur Wahl als US-PräsidentIn werden 270 Stimmen benötigt.
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Die USA hat "Saturday Night Live" und "The Daily Show", um Politik satirisch zu begleiten, bei uns gelingt dies Jan Böhmermann vom "Neo Magazin Royale". Er besuchte die USA kurz vor der Wahl und darüber ein Lied gemacht: